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Freies Blatt · 1895-07-28 · 173 (28.7.1895) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
IV (1895)
Issue
173 (28.7.1895)
Date
1895-07-28
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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“CIK-- Freie» Blatt. Nr. 173. iii’.dkn. Uaj fttliiii bnDe Parteien gleich nahe, und wir können ,s vem 'Sianopuiikle der Abwchridee nicht genug betrauern, ' v imnre.lbar freisinnige und tüchtige Männer wie Dr. .neuer und Dr. :)cichlcr keinen in«>ilus vivendi ft »gemli;>• kl.:: den beiden Parteien vereinbaren kannten. Aber auch :.der liberale» Partei herrscht nicht jene Einigkeit, jenes ■■■.■■■v!iDiv!irt'c E iislelnu des cinni für den Anderen, wie. cs •; der Dcküack:: erwünscht, ja unbedingt nölhig ist. Gekläukte aa.ii.üen. dniaivrii'ckie Anwandlungen u. dgl. haben das liberale ■.Iv.ii! i'f:»(!'• uoir allen: Anfänge an in der freien Acliou gehindert, n:.d d>i >s na:i »ndlick nach einer langen Periode unfruchtbarer ,n den eigentlichen Wahlkainps getreten ist. tauchen wieder n.ne Differenzen oft kieiulickster Ra.lur auf, welche die Ae:ia! e'äb'akeil deiniucn und hindern. Wie wir vcrnchinen, leg.'gieu die Vit» Eciuralivalsieviiuif anfgcsielUeu täadidaliire» dnrch.iue> ii ckt der ungetheillen Aueiteiinung der Bezirkseoiuiti S,! nd lar.tid sind cs fünf Bezirke - Wieden. Neubau, Favorite», Meidluw. und Töe'.ing , in welchen die rDbiiiäiiucr der Bezirks n ihleait'id s d'e Erklarnuz abgaben, daß sie ihre eigenen Ea» d:dat,>> a. ä:el>w'llen. Diese neuerliche Duichbrechung der Pa:b:d dnv.U!- ha: aan Dr Richter bestimmt, saiuniilichc sDbt'.r d.t^Bez Asn uliX'-m:;.-s;i; einer für Pkairtag den d. Pf. r.:.:u'>::en Dit-uug ,tnruberuien. in der er die tdabinelssrage zu u-.ii l.. uiul:i:;i. s.r»!s die Di'seitters bei ihrem «onderstandv::: lte l. 'a r:: e ' De I M : :e,e Partei im entscheidenden Augenblicke :: . ,cd Die in auch and dein letzten großen Schade»; v c ch : nicht, recht klug gewordc» und will es offenr -.; :: n' : de», .-b>> ahl beute dach schau jedes Kind weiß, ,a.: r ü :s di. Uneinigkeit und Planlosigkeit uu freisinnige» vjvok'ii f.Ulylndy Ilnivcrsitciten.; .::: . rk'i: Pi.un" inilgelbeill.) . Daitbnr>r, l^ J»>>- m.'.u ii: die Himmliicki.n zu bewegen und den .ei - .. e:en 'nchk, unt eine lalholiiche Universität 'nach dein in »rreibnrg 'tiislande z» bringen, macht sich gegen in ser Deliwei: >cll»t — in der sronunen Schwei;—. egnikt geltend, welche immer weitere -Vf reite i”:;:. Par einiger Zeit wurde uns ein kürzlich in Zürich mit dem Titel: „Welche «Gefahr droht der de: ämvcrniäl iu AU'iluirg'?" rngesendet, welches auch S .ltdei.aer recht zeitgemäße Betrachtungen anstcllt, so H.:::r::::!ieite nach mit Hinweglasinitg einiger Stellen, ,ü...,lchi>chen Pießgeiel-e nicht wiedergcgcben werden .erredueia» wollen: t dei'.w eigentlichen Dachverlialt unverlrautc Leier »iärbc n. das Material zur Beantwortung obiger.Trage KonRer der Universitätherausgegevencu Broschüre i’if.ii'j:;. Uit-aimli-ti:,!- .1.- I-'ri>»»urg' auszusindcn. oir ii über die '.>i0iliwendigkeii, die wissknschastlichc w .d : an' den Boden des £ffeubarnngsglaubens zu stellen iiiüliche B-elianichanung zur 6'elku»g zu bringen, werden ioniane:: Hintergedanken und Absichten sorgfältig zu verstecken ech »dmint der Pierdeniß' an einer Stelle zuin Borschein, de: H.. Kan'? er nicht entlialien kan», der .tapferen' (8cdi.'er ansg 'vrochenen ,Teindiii des Protestantismus, n aed.uk.-.i Papü Veo.XIII. bat der Freiburger Universität, mit Diel: die seine nennt, sicherlich keinen guten Dienst daß er die ,vaeui:äi der Theologie den Dominicanern : i!'..>'i n Ausleger»' der Traditionen ihres SrdcnSgcnosscn .ii A.winv übertragen wisicn wollte. Die Welt hak ja schon dnr.h d ii Dominieanerorden nberniiitellen Thomas-Toctrincn . ri: in dem Dchreckenslribnnalc der Jnauisilion." tvi.ii'ch!a:lioli'che Universität, ob nun die theologische r. T, ininieancrn oder einem anderen Srdcn überliefert ist, . l i'.iiiiii >! D'.unllika von z'eo XIII. über Thomas von Aquino der Veh'. u dieies. gröstcn niiltclaltor-lichen kathor!>'."ebr:en wirken. Demnach werden an der Frei- .'nck!g-'nde ldourffli'che lehren vorgetragcn werden .: w ch e Bi acht i si dem durch die r ö in i s ch c neu göttliche» t^cscbc u n t c r w o r se n. — 1 ’ z» erlauben, daß Ungläubige über die (gläubigen -'der irgendwie amtlich über sie gesetzt werden, »r! ii schon bestehenden derartigen Bcrhültnisicii V»':, II ch . ii an rul'ii iil w A ..cg ' .i f t ' in : ■» gestattet. — Den von der römischen Kirche verkündigten religiösen Wahrheiten hat nian sich bedingungslos zu unterwerfen. — P r i ncipicll gibt cs keine Duldu ng andererReligionen, außer im Falle vorübergehender Zweckmäßigkeit. Ketzer, die hartnäckig i u ihrem I r r t h u in beharren, müssen der weltlichen (Gewalt zur Ausrottung übergeben werden. — Die Vierifer sind dazu berufen, zur Führung gerechter Kriege aiizncifcrii. — Begreift man nun die ungeheuere Tragweite der von 1'eo XIII. crlasicncn ThoniaS-Encyklika, wodurch säinintlichc Lehren des Scholastikers mitder unfehlbaren päpstlichen Autorität gedeckt werden! Rom verfuhr ganz coiiscgucnt: fordert cö doch auch von jedem neuen Bischof daS eidliche Gctöbniß: die öictzer und Schis matikcr nach Möglichkeit zu verfolgen und zu bekämpfen. Darüber darf man sich keiner Täuschung mehr hingebcn, daß die ultraiilontanc Bewegung noch höhere Wogen werfen und bis zum FanatisniuS an gefacht werde» wird. (8auz öffentlich werden wieder, wie in den finsterslen Zeilen des Mittelalters, die unsäglichen Greuel der. Jngni sition, daS lebendige Berbrcnncn von Menschen als durchaus gerecht-- fertigte Maßregeln hingcstcllt. ,9cur ketzerische Schlechtigkeit ist cS, die die heilige Jnguisition anzugrcifen wage.' So zu lese» i» der ersten Licserung Ieiner in Rom von 22 hohen und einflußreichen Geiste lichen hcranSgegcbcncn Zeitschrift Xmclvc-ta, I^eelfStnstion — Iifviic Rmmiiiif. deren Rcdaetio» zu 9kcujahr Glückwunsch und Segen des Papstes erhielt! Die Wiedereinführung der Jnguisition liegt im Pro grauiiiie der Ultramontaiicn. Bischöfe und katholische Professoren treten dafür ein. kliiiiiiiwuiiden erklärte auch Bischof Hcfelc von Rottcnburg, der die ’ Neigungen seiner AmtSbrüdcr während des vaticanischcn HoneilS, 1>i70, sattsam kennen gelernt halte: Es fehlt wahrlich nicht am Willen der Hierarchie, wenn nicht im XIX. Jahrhundert wieder Scheiterhaufen aufgerichtet werden.'" „Um zu verstehen, was es sagen will, die Wiffenschaft iin römisch katholischen (leiste zu pflegen, muß inan sich auch mit der Eneyklika und dem SiillabuS von 1864 cnvas vertraut gemacht haben. Fürkatholische Gelehrte wäre dies um so nothwcndigcr, als Leo XIII. rninterm L7. Juli 1*81 an den Bischof von Pcrigncup) ausdrücklich vorschrieb: daß den Gläubigen die Richtschnur für ihre Gesinnuiige» und ihre Werke im Syllabus gegeben ist; also in jcncut Docunicntc, welches die Glaubens- und Gewissensfreiheit bedingungslos verdammt, für die Kirche Gewaltmittel beansprucht und das gcsaminte Schulwesen unter kirchliche Aussicht stellt. Wird doch de» Gläubigen auf alle Weise di^ Mciiiuiig bcigcbracht, daß die römische Priestcrkirchc nicht nur zur Leitung der Seelen berufen ist, sondern ihr auch das letzte Wort im Staate gebühre; daß sic auf allen Gebieten die höchste Instanz sei, der sich Bolk und Gesetzgebung, Herrscher und Regierungen untcrznordncn haben. So wurde der katholische Glaube von den Päpsten des späteren Mittelalters verstanden, und so soll er auch heute wieder aiiilebeii. ^Wcr die Jugend hat, dem gehört die Zukunft. Daher trachtet der Ullraiiiontaiiiömiis das gesaininle Schulwesen, von der Volksschule, bis zur Universität hinauf, wieder unter seine Aufsicht und Gewalt zu bekommen. Auf den katholischen Universitäten soll die Wiffenschaft kalholisirk, besser gesagt ullrainoiitaiiisirt werden, d. h. sic darf nicht nur in keiner Weise gegen römisch-katholische Dogmen. Einrichtungen und Gebräuche verstoßen, sondern muß vielmehr das Papstkirchenthum in seinen ertreincn Ansprüchen auf kirchtichcni, politischem und socialein Gebiete zu fördern, bestrebt fein. Ter UltramontaniSinuS chat den traurigen Ruhm,'eine ziemlich große Anzahl solcher Historiker aufwcisc» zu können, die sich namentlich durch. Geschichtslügen und Gefchichtsverfälschuiigen verdient gemacht haben. Doch gibt es noch ver schiedenc andere wichtige Fächer, die eS gestalten, auf Kosten der wissenschaftlichen Wahrheit gefällig zu sein. BcrständnißvollcS Eingehen in die clericalcn Wünsche wird immer Anerkennung und Aufmuntc rung sindc»; die erste Pflicht eines katholischen Professors ist jedoch unbedingter Gehorsam gegen die römische Priestcrkirche: ,Wenn eine Lehre ausiaucht,"sagt der in kirchlichen Kreisen hochangesehene Jesuit v. Hanliiicrstciii, .deren Irrigkeit sich zwar nicht sofort Nachweisen läßt, die aber den Berdacht erregt, dem christlichen Glauben zu widerstreite», so kann die Kirche ihren Bortrag in Predigt, Hörsaal und Literatur verbieten, und alle Profefforen und Schriftsteller, welche durch die Dause in den Untcrthanenverband der Kirche aufgenoinme» sind, haben Folge zu leisten? Wie schwer auch die beständige Unterordnung und häusigc Darbringung des sacrifizio de intelletto fallen mag, der sogenanntegute Katholik — ob Gelehrter oder nicht — muß sich fügen. Ignaz von Loyola, das geistige Haupt der Jesuiten, stellt die Regel auf: ,Man unterwerfe sich blindlings den Entscheidungen der Kirche, daferne dieselbe b c st i i» in t hätte, etwas sei schwarz, was unseren Augen w »i ß ersch ei ii t.'" >1

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