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Freies Blatt · 1895-07-14 · 171 (14.7.1895) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
IV (1895)
Issue
171 (14.7.1895)
Date
1895-07-14
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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rir. 171 '* <f r f i e s ü I a 11 .-ftte 7 jum Lachen. Dieser .Staat, der sich Io unsühig erwiese», daß Ablwatdt und , seine Genossen selbst zur Gründung einer besonderen Partei schreite» mußie», j soll nun mit eineminale die wichtigste» und schwierigsten Tinge leisten, bloß wenn eS die einst die Mehrzahl bildende Antisemitische Polksparlei »n Reiche tage a»ordnen sollte. Tan» niüßie dirsei» .Staat' auch gleich der berilhime ' Nürnberger Trichter zur Persügung gestellt werden, denn sonst inöchie e» l rälhiclhafl bleibe», wie der hemige Staatsapparat all die wunderschönen Lr s ganiialionen auSIlügeln sollie. Dieser Staat ist überhaupt jür die »leiste» ein l gar wunderbare» Ding. Für de» »üchterne» Per stand ist er der Jndegriss der gerade die Macht besitzenden Personen und Stande, und von der Peschassenbctt i der letztere» hangt auch die Ltaatsbeschassenheit wieder ab. War danach der j heutige Staat ist, kann ivohl sich Jeder an seine» sllnj.Fingcrn abzahlen Für die . nicht so klar Lenkenden soll der Staat durchaus der Jndegriss der Geiainniiheii lein. :öei Licht besehe», theilt Herr Ahlwardl diesen Staat »> ienic einzelnen! Theile und verspricht >edc»> Theil ans dtosten der Geiannniheil dar schönste und beste Lebe». Cftenbai' ahneli diese Lösung der socialen Frage einigcrinaßeii deni | dcrühintcn Miinchhausen, der sich an scinein eigenen Zopje au« dein Suinpse | zieht. Der schon bekannte .Staat' schasst atio die »inwalzende» lLlgan»alio»cn, und unter Siaalsgarantie werden alle Bedürsinsse desriedigl. Aber irgend j woher muß doch daS den Andern Fehlende genoninieu werden! Die paar | Bö>Ienluden allein lönncn die Feche auch nicht bezahlen. Aber j von de» sonstige» ausdenlende» Glemenlen, die leine Pörseni»deii sind, ist nicht besonders die Rede; ui> Gcgenlheit wol len noch einige der lüijsti^ze» Hanplinacher sür solche Gleinentc positiv e, nlrelen." Da« sind immerhin werlhvoUc Geständnisse aps dem Munde unbedingter Tührtiigtauer. Bo» de» Männer» der neue» Parle, lcheinen diese nicht viel zu Halle», sie werde» als Reaclionsre und GeichäsiSanliseinllen gebrandinarki. „Ueberhanpl,' jagt da» Dühring Argali, „war e» nur die über den gewöhnliche» Agilalorenschwarm hinansragende Gestalt Adlwarbi'S, die uns veranlaßte, nns »in der »euen Parieibildung abzugebe». Wir halte» cs nämlich »och nicht sür ausgeschlossen, daß Herr Ahlwardl sich zu einer agilalorljchen Größe in besserem Sinne eiilwickel» kan». Porlaustg alleiLings hat er dieses Größcnbeivlißljei» in sich »och nicht gehörig enlwllkeli; nicht' euva, daß Herr Ahlwardl sich nicht den Anbercii bcdeuicnd überlegen schätzte, jonderrl wir meinen damit da» .straslbewußisci», ivclche» z. P, alle Pereiusblldungen von sich abbangig weiß und nicht danach sragl, ob dieser ober jener BereinSinacher in» dieier oder jener Sache einverstanden ist.. Herr Alj^ivardt hat dagegen nach unserer Ansschl noch eine viel zu ängstliche Rücksicht ans,die reac l io » äre n klebe rläuscr an de» Tag gelegt. Gr mußte wissen, daß alle diese Pe>eiusradunenie ohne ihn gleich Rull sind, während ec zwar von ihnen RNtze» habe» kan», aber ohne sic »och unnier sür sich ganz allein eine Macht voisielll. Alißerdein ließe sich dura, gehörige Energie »nd klmsicht der Schaden bald wieder auSgleichcn, da nun einmal politische Wirk amte» ohne Pereinigung nicht denkbar ist. Denn bei der verjunipslen Parieisühicrichasi, wie angcnblickuch beim ossiciellcn Parie>a»itjeniili»iiins, hat sich die Thäligke» der Percine '»ließlich daraus beschränken müssen, s»r da» conjervaliv Icheinanliieinilischc inilele Bürgerptiblienin Aarseclocherei und Landpartien zu arraisgire». Gntweder wiid nun Herr Ahlwaldt da», wa» ivir bossen, dann dürsle die nächste Zn- Iiiitst neue FreiheilSkriie» in der Palrei zeitigen, oder Herr Ahlwardl laßt sicki von de» reaclionären und ziveidculigc» Ucbcrlüuser» in» Schlepplau »cbinen,. daun wird die neue Partei genau so versuinpseu wie die Partei der Stöcker. Liebcrinaun nnd Ziinuicrinanu." Znm Schlnssc heißt eS: „Tie Strenge unsere» Standpunkle« verbot nn» selbstverstandiich, uns in» der »ssjeiellen Partei z» idcnlisiclren, wir bleiben viclniebr »ach wie vor eine selbstständige Gruppe, die sich solange der neuen Partei sreundiich und postiiv Kelsend zur Seite stellt, als die ojfic>elleii Führer und Unlersührer das von uns zur 'iVdinguiig gemachte /und auch in das Progran»» Ausgenoinmene loyal beobachien. Bei der ersten Gelegenheit jedoch,' >vo sich die neue Partei zur Schlepplrägcyrn rcacnonärer Gelüste hergibl, werden wir dieselbe rücksichlslo» ebenso schars bekämpfe», wie wir den bisherigen leactionärc» Scheluanll>eni»isnniS bekämpsr haben." (Gin echter deutscher Man» mag leine» Franzen leiden, doch ihre Weine trinkt er gern.) Die ruuiäiiische Gulturliga, welche sich ans die Hüterin der rumänische» Nacenreinheil »» Sinne Dühring's hitzansspielt und erst vor einigen Wochen Lueger znm Ührenmitgliedc ernannte, fordert, einer Budapester Meldung znsolge, die Jude» Rumänien» und Siebenbürgens ans, derLiga beizutreten »nd selbe i» ihrem Wirke» zu nnlcrstützen. So uuglanblich das klingen mag. io wenig neu ist es, daß vei schämte und unverschämte Alttiiemiie» Juden al» sogenannte „Wurzen" an ihren Pereinigungen scheinbar lheilnekinen lassen Aus antisemitischen Blattern. <Jn übler Panne.» Der Führer a D. Schönerer ist übler Laune, »nd sei» Letbblällchen vom 1. Heumonat definirt die „alle, deutsche Art" wie folgt: Es ist ja alte, denl'che An. Taß dlM, der ebrttch in nnd lien, - ' Ter schnöde Undank »Niner wa>d Gleichzeiiig wird vor vielen Anliängern der ,a»ei>, denlichen An'' gewarnt; eS weideg alS abschreckende Peiipiele angeisiliri: Teniichinann, stießlich. Grnber, Pll;,,Ponimee, Patiai. Pergeli, Io>e' »nd Fritz Faber. Fiegi. Aiimmer, lLainillo Horn, Rudolf Wiitmann u.!. w. So Manche, der übel gelaunt ist, vslegl die» liäufig in erster Reibe seine nächsten Angebörigen sühlen zu lassen. So läßt denn auch Schönerer eine von der Staalsanwall-chail nrmrünglich consirciile, dann aber wieder sreigcgcbenc „Gradichriii abdrucke», welche die Gefühle seiner Gattin nnd Sprößlinge arg.verletze» diii'ie. Szc lautet: Hier liegt eu, Ind" Und das ist gut. ' Wand rer geh' iveiler — s Und iei beilcr! Wir erhalle» die .-z»schriti'einer denlichen Frau, welche den Atibrnck dieses Epilapbs in einein Planchen, dessen Eigen»,ümer Schönerer ist, gerade in» Rücksicht aus leiue , besiere Hälsie"'snr eine Geme»-helk citlari. Allein wir ' nndkn den Au »druck zu schars und sagen nur. wie dies Lueger bei eiijein . anderen Anlasse geiban. daß Schönerer eine Tilmmhe» begangen.hak. >Wkr lliilcrstüüt dir Hkßvrcssr?» Man schreibt une: -Was möchie ivobl der gottselige Anton Langer sagen, wenn er seinen alte» „Hans Jörge! von G»lupoid»k>rchen" lesen ivürde, »eildeni Earl Gründor« eie redaciionelle Leitung desselben nbernonunen bat? Dieser verungiückir Porstidi-Sbakeweare bal die mehr al» ein balbes Iahrhnnderl alte, einst sich großer Povm irnal er- . srenende Wochemchri'i glücklich in das Fahrwass-i des Anli'einttisniii» >,e stenerl, »nd io sind der ,,H a n » Jörge!" und der i k e r >! l", voinial» Peidc unerschrockene -stämpe i sür Freibeil nnd Forlschrili. beule vnbli.iili' l-e lDrgane der schwärzesten Reaciioii geworden. Uno nierlwj» dig. guaee >vie im ...stikeriki" sinken wir-auch i» dem die Hilden belch:»»''enden '„.Ha>-s Jörge!" Inserate vo» Juden »>ft gSoßcav>lali st> i che„ ornimimi , d,e von Juden geleilel werden. M» zwei. Inseraten prangl ein snd'scher Gasseniabrikanl, eine balde Se»c iliinml die indische Podestcrrdiianstali iGe»- neraldirrctor R»icc v. Taussigi.ei.n, nitt der Drille->n^ Punde ist der lü. i'che -stlriderhändler Iacol W e i n b ^rafe r l, Wrlbdiiiggässe i>. Ta» .,D e u> >che PolkSblatl" »»»de nur inil > idi-ä,e»i iSride vor dein sicheren tl»tcr>,ange gerenel; nun scheu» das Slredru der indischen In-eirnien d>ibin z» gehen, auch die antisemitischen Wochenblätter nnanziell zri iiaiten. Waluliaitig, >o eiivas ist »ckr im geinuiblichen Wien möglich. i'i'„Dic Wobrürik'.i Gin vr» dein nciddöbnttschen christlich -orialen'Agitakör Sattler klirch eine ilieibe vo» Iabren lieranegegebenes Planche,-, ivelches sich — .u«-ii~;i nun Im-eml" — ,.T >e W ab ibeiI" nannie, l-al -aii- 'edö. l zu ersche ne», nnd zwar, wie die l,i>ie Ruininer vermeldet, ai» d-.»i,Grunie. die P uch dr u ck^er rech n u n g e ii nichi gezalili werden tonne.». ,>a liier hm ein schlagender Peivei? von der S>li>vache »nd Fer-alnenbender stm -ü-'v. wie er »ickn eindiingliche gebia-chl iverden faxu, . iJliidi eine christlich sociale Rcsorni.i Das christlich Ioe,a-- Per.irl, derger Poll sblail" rizählte seinen ...aubige» Leiern von eil.-in v.ii-'t baren Greigniß im. ch>»esi'ch sapaniicheil -steiege, ivelches vollen' '■< gößie Peachinng verdic»!. Rach deni'Perichle dx> . Polksblalf' lonitten d e mvani-chen Dinciere wäbiend des letzie» A.iege»' gegen Gluna die Daweile!'. und d>-n Todesnnilb der laiboiiichk» Soldaie» int lapani'cheil Heere inä-i gegng' loben »nd bewundern. Bei dem Sinriie ans Pari Ai l -ur wurde , n/Pakaillon - aiir den kalbolische» S'oldalen ioiniiri, welches alsdann im £u. mul- ,u die -ei»dlichen -Höbe» erlloinm nnd a»> dem erob'r'cn Forl tu lao il "ä> F.-.l-ne an> pflanzte. Alle Soldaten die-cs Paiaillo. s blieben in diesem -'m i iu l-ä e» stainb'e unver-ebri, den» sie balle» aul der Penn ein^— ge>ve>I>'es .reavmn'r! Da» „Pollsblatt" b-richleie weiter, daß die nbligen Soldaten, als ste . 1:t- -tiiil lichen stamcrai en auf io nmnde>bare We> e b-iel-Utz! >ub>». eb-n-ali'.-Zeinen >o kostbaren Dalisnian verlangten, der vor 'eindlichen Angeln, ben abre, n»k ivoilie» unverzüglich die lalbolische Religio» anneb-neii Wer ,>i imnande. die Folgen dieses wunderbaren Greignincs zu ermesse» S i!»as nns Wnnter im»»», ist nur da», daß die christlich sorialen Abgeoidnet-». die koch gewiß an den Prrichl de» Porarlberger Plättchens glauben, noch nicht im Reichsrailie eine» L iinglichkeitsantldg gestelll haben, dabiiigebcnd, dag. das i. und k Heer ein-chließiich der Marine mit dem geweilsten Scapnlier --»e.ernstei werde. Da>-n würden alliäbrlich Millionen, weiche letzl das Poll d'i> .strlegsmk,iistei° zu r1in>ui>l>i»- zwecken bewilligen innst, ei'part werde», diese Pt llionen'-könnte» zur Linderung des Panpkiisn,»» veliventet werden n. i. >» Das .goldene Aeiialler" stänke voe der Tbür. Warum möge» »n» die Herren Liechtenstein »nd. .Lueger, »ich,, oieies böchst ciitfadtc Rtitleä oigicifcnV Crifiibav iveil die Jude» uird Inkenlnechtc dagegen stiinmen würden. Sb sieht man w-eder, wie die Jute» da» alleinige Hinderniß der allgemeinen Glnckseiigkeil nnd der christlichen Socialretorm sind. iPo» dcr „sirkuzzcitlllig".- Ficiberrv Han.inerstei» eikärte a,»4.r. M. in der „itreuzzeilung" die Meldung de» ^„Tenips", daß er die Auisordernng deS Comitvs der. „Arenzzeilnng", seine Stellung als lkdeiredacteur niederzulegk», mit der Drohung beantwortet habe, in seine» Händen besindliche Priese

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