Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- IV (1895)
- Issue
- 167 (16.6.1895)
- Date
- 1895-06-16
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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Freies Blatt. Seite >'< Nr. 167. VeMidi« •i'röfifciiim des Deutschen LchulvereineS in Wien! Bad gast ei 5>. Juni 1895 In Iolge einer Notiz im .freien Blatte" vom 2. Juni d. I. :nelte ich dicmil »icincn Austritt aus Ihrem Vereine, dem ich seit r.lcn Iabren mit einem Jahresbeiträge von 10 fl. angehöre, an. Wir Juten können uns die Liebe Andersgläubiger nicht erzwingen. a?er was wir können und sogar zu lhun verpflichtet sind, ill: leinen Verein zn unterstützen, in welchem ainiseinilische Bestrebungen, wenn auch nur von Zeit zu Zeit und nur in einer milde» Horm, bervorirelen. Gs wird inich sehr freuen, wenn alle meine Glaubensgenossen. die Ihrem Vereine angchören, meinem Beispiele folgen werden. Hochachtend S. H e i k, Wien. I, .'liidvl'Svlav 10. derzeit zur üiir in Badgastein. O'Iirtllbtleldillilllllsklaiit ifcqcil einen aiitifcmitiidicn Wcmciit&cnull. '±..m ichi.lbl uns aus O'raz: Am i>I<. Mal o. I. winde :.u dem engen städtischen dclcgirien Bczirksgenchle über eine Ehren-- heleit-gün.zsklag.' verhandelt, welche der Produetenliändler Herr Rafael ’i1 > k:e!!:e,in. vertreten durch den Anwalt -Tr. Josef «anerbtift, j .:ee--:i den t^razer O'emcinderalh Ic'-ef W eichlinge r erhoben, weil! d:.üe..u X.iiiia das beim aniiseniiliichen Pöbel io beliebte schimpf ..Laujud" zugern'-n batte. Anfangs versuchte der Angeklagte l .-»«'.neu; alt dann aber durch die Zengenausiage des sicher Heils I len.innaunes Iaevl Leilt die Augahe des Klägers bcfläligk wurde,! .: tiuniaur zu. Herin Bellelbeiili in der angeinhrken Weile bc!!,i. u r.-i Veitlieidig-er des Angeklagten erinchle jedoch um B V rhandinng: er wolle eine «Rgenllltge rinbringen, : . >>... i-.-::: nn> geäußert habe: »reicktingcr solle, anstattGemeindej •: Straßenkehrer werden, .denn als solcher könne! .. ü,r e.. *:. Bevrlkeruu.q nützlicher fern T er Richter, At Hans 2 r .!. ab Mit Instiininnng des klägerjichen ..: : r: Auuunk vcitagte nie Verhandlung. Ileieibe ' ' a. dee'-s Monates statlstnden. Vucticr »uv Die rliiiliiillichc „(iulturliiuv'.i Wir habe» schon! : .. . .r..'n.,!.!!, daß rumänische „Enlltirltga" den Wiener \ .. •: I;. Oü*i V n c; . r zum '±b:e.ini::gN. ernannt har. [ '. ::; :Vi .dnnn i:ui;ü die ..s^razer Tagespost" einige Beiracitlungen, . u. -- . - . ach:.nswer:.. erscheine», '.'«ach einem Hinweise ans die j . in w'icher die Rnmhnen Ungarns schon viele i z... t.nga:n'ch-n Regierung neben, schreibt das Grazer 7. , . ' k •: ansivarts Sielenden schwer. l» diesem Streite . ..' .; •: V ' nders schwierig und ans Gründe» der polv >: .. - T. -st aler solche Patieinalime für die :: .t..: a . II" -n. auch - eine EiumischlMg d.! Magnaren . . 7 -7 . .: I;lKdMi ilnd Stopnien nicht ruhig lnn-- - .• Sduviengteil Nicht zur üdiehl eckt, :>! ii 1. Bartv! Wiens Tic V li. g e r, Schneider, u ' : 11 H-e ’dio.i inndurch die . Urigsten - Anwälte der .'.7 : Rnuts.nen. zu i "'linsten sie, wo iS Nttt augeht, : i- .!!;■ ». n. f'i'f we'eniliche H'rnnd dieser Parteinahme . : ch!a»Ilten rcaelionären Väicner (dliane ..: ch. i'b.ch.n Hearaller dct ungarischen ^laaiswcsenS zu ei:. .: . :: Un. aen ber eicht der üreng. (rorislitnrionaliSmuS, das : . e: n: ,:i*i b.deuiciide Macht, nnd wie energisch der Ltaat j ' . . üne ' e.n:::.rr der Kirche wabr:. zeigen, die erhillcrten nnd \ .u:u'ü UNI das firchenpoütl'che Regicrungsprogramm. , er!:i:g.rr'sch..n rilerclismus habe., die feudalen Hinlermäuner, > ..oii r>e A.lionc« der Leicncr ldkrifllich-^ocialcit lenken, i a.i, i'ii..n Haß geschworen. L?ie sie in Oesterreich den . 'i. aeni rtiekunken durch'den Antisemitismus zu 'ersetzen suche», w.'lna>'kei!S :n n zum großen Theile gelungen ist, so j 1.; ui rznaarn Die Rumänen, und Llaven gegen die Regierung ' an: die liberale Varkei ans. Tic Wiener bihristlich socialen sind die; '.''.l'slrurre.r, welche Brinr Liechtenstein und fein engerer ^reundeSj : den 'rsndirenken Ratrsnalirätcu in Ungarlt zur Verfügung stellen.; l'a.-q.r t;::t u :t d.r vollen Kratt seines TcmperauienlS für die oppostr u.n:: i.i! nngariändischeri Rumänen .ein und har sich übrigens auch itlu'ii fl 1 s Anwaii der obernngarischen Tlovakc» im österrcichischcn Abgeorduetcnkause hervorgelhan Run haben aber die ungarischen Rninäneli tiuch bereitwillige Hilfe bei ihren -LtainineSgcnossen jenseits der Istenre gesunden. Eine starke Vortei im Königreich Rumänien beircidr eine überaus lebhafte Agitation zu Gunsten der auf ungaucfu'm Boden lebenden Ttamincsgenomli. Reichliche Geldmittel wurden antgewendel, eindringl'ch verfaßte Truck'chrisien gingen in alle Länder hinaus, in ganz Europa wicderhallrc der rumänische Schmerzensschrei. Es liegt nahe, daß diese Agitayon, wie sie von Ungarn her ihren AuSgang nach Rumänien nahm, von dort wieder ihre Rückwirkung auf Ungarn selbst ausübtc. Tie ungarischen Rumänen wurden von der Agitationspartci des benachbarten Königreichs in ihrem Wider stände gegen die Regierung bestärkt und zum weiteren AuSharren er iiiuthigl. Ebenso begreiflich ist eS aber, daß sich die ungarische Rc gierung eine derartige Einmengung von Außen her nicht gefallen ließ Graf GoluchowSki, der derzeitige Minister des Auswärtigen, r. clamirtc als Gesandter in Bukarest, zwar nicht genug energisch, wie die Magyaren klagten, aber er rcclamirte dennoch. Die rumänisckje Regierung will die guten Bcziehuiige» zu der österreichisch-ungarischen Monarchie erhalten. Sie bemühte sich demnach, die rumänische .Cultiu ltga■ von weiteren Agitationen zu Gunsten der ungarischen Ruinänen! znrückzuhalken. ein Beniühen, welches jedoch bei der prekären Stellung e des rumänischen Ministeriums und bei der Erregtheit des aufgcstack»«ltc» 'A'aiionalgefühlcs nur einen mäßigen Erfolg erzielte. Die radical-natio nale urilelion ließ es sich nicht wehren, die Rumänen Ungarns ihrem Kampfe gegen die Budapcfter Regierung zu unterstützen. Tic selbe jvracrion, die sich in ganz unberechtigter, den herkömmlichen inlernationc.lcn Gepflogenheiten widersprechender Weise in eine innere Angelegenheit der Monarchie cinmengt, hat Herrn Tr. Earl Lueger zu ihrem Ehrcninitglied ernannt. Wird Tr. Lueger Bürgermeister von Wien, so kann ihn das Tiplom in die Prachtranmc geleiten, in denen das Überhaupt der Rcichshanptstadt seines erhabenen Amtes waltet Tanii prangt der Name des Bürgermeisters von Wien in dem Tiplom einer auswärtigen Partei, deren Hand über die Grenze herübergreiii, 'um auf dem Boden der österreichisch ungarischen Monarchie eine leidenschaftliche oppostlionclle Bewegung zu unterstützen. Tas ist bei läntig so viel oder vielleicht noch etwas meht, uls ivenn der Bürger ineister von Wien Ehrenmitglied eines Moskauer Panslavistenvereines wäre. Ein Wiener Sladtoberhanpt, das Ehrenmitglied der .En.lnv liga' in Bukarest ist, fehlt gerade noch, um die Verwirrnng der poti tischen Begriffe an st das Höchste zu steigern." Xciltidie Worte.! Anläßlich der diesjährigen Pstngstfahrl de. Ver ei lies für l^'eschichle der T cnlschcn nach Saa; sprach Tr. Ludwig. Schlesinger beim uesteommerie echt deälichc Worte, welche sich die iiutiicmitiidje Eligne gewig nicht hinter den Spiegel stecken dürste. „Und da rieten denn," sagte der steediicr, j^n nenestei Zeit gar seltsame Wellverbesscrer auf den Plan. Ehristlich-Soeial. Nennen, sich ganz urißbränchlich diejenige», welche die (strnndlchre öe> erhabenen Wellreligion verleugnen, indem sie vcrgcstcn, daß an dn Spitze derselben d e allgcmcine Nächstenliebe steht,-welche den Menschen j als Menschen aussaßt, und nicht zu fragen hat nach dem Glauben, de:! Sprache nnd der Abstammung. Andere- HcilStünstlcr sangen an, den : Begrin des nnverfälschlen Tculschlbums zu zergliedern nnd nach de» drei Vergleichnngsstnsen einzutheilcn/ Sie bedenken nicht, das; der mehr oder weniger lebhafte äußere Ausdruck der' nationalen Belhätignug . doch nur Teiuperamenlsiache ist. 'Jiid)t aber derjenige ist der Neste demiche Man», welcher fein' Tculschthnm am nteifreu und am lauiesten ■ im Binnde führt, wudern derjenige, - welcher ernste Arbeitsleistungen; zum Nutz nnd wrommen seines Balles vollzieht, auch .weil» dies nicht i in lärmender Weile geschieht " Eine merkwürDige (LiitsdieiDiing Deo mälirisdieil LiuiDessdinl nulle*. Man schreibt dem „Tagcsbolen ans Mähren und Schlesien" ulilctln I I. d. M. aus i ko ls b ti-rg: „An der Schule der iirgelilischen Gemeinde '.isikolsburg ist bereits seil mehr , als anderlbal! Jahren die Stelle des Sbcrlthrcrs unbesetzt, lind, cs Hai sich die Geincinde an den mährischen Landesschnlrath mit der Bille n»i desiüi'ivc Ernennung des Lberlchrers gewendet. Da die Schule auch von zahlreichen christlichen Kindern besucht wird, deren Zahl sich sogar von Jahr zu Aahr hebt, wurde von dem Referenten beantragt., bis auf Weiteres die' DberlchrerstcUe nicht dcstnitiv zn bej^tzen, welcher Antrag nach längerer Debatte mit fünf gegen vier Slimmci! angenommen wurde." Tie Zustände IN Troppau.) In der schlesischen Landeshaupt stadl heirschl Il»u nach dem großen Wahlkampse Ruhe, und man sammeli Kräfte für die Zukunft, lieber, die Confcquenzen, welche Die „neue Situation" nach sich ziehen iverde, wird in einem Troppauer Briefe des ' in Teschcn erscheiiicildeii „'Neuen Schlesischen Anzeigers" berichtet: „Die geschäftige, nie ruhende ,Fama bezeichnet im anli semitischen Lager den Advocatcn Dr, M 0 h i l l a als den .Akann der Zukunft'. Jung, schneidig, dabei Kernantisemit, erblicken unsere Gegner in ihm eine wichtige,Stütze ihrer Partei, auf besten Schultern sie einmal das schwere — Reichsrathsmandat der Landeshauptstadt legen werden: denn der frühere Candidat Tr. Pommer hat sich nunmehr gänzlich in eine» .Ehristlich-Socialen" verwandelt. Das ist^herb für