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Freies Blatt · 1895-06-16 · 167 (16.6.1895) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
IV (1895)
Issue
167 (16.6.1895)
Date
1895-06-16
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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5ett* 4. Frei., Bii.k Um so auffütlcnbev muß cs aber dem schärferen Beel'.ickit.'r c'.'ckieincii. ivenn er in der mittelst der Erlässe des Mini- ,':.--.ä»mS nir Enltus und Unterricht vom lö. September OdZt?, ,-! i."'l>4, und vom 12. tliovcmbcr 1 S‘.H), Z 2202'>, zum ^'chr- . i-. yuiic in Bolle mit Büiger'chuken und in den unteren (Staffen 7; ittcl’d itlcii alifienteiu zugelaffencn kurzgesaßieil .RcligionS- und T :-:iiilcliic »nr die isracliii'che Jugend' von Tr. G. Wolf (Wien,^ d . Ap'red Holder, I"02 aus Teile 15' in es «>, Alinea A, folgenden Mn er .neu Satz er blicken muß: Außer den Geboten und Gesetzen, die k:e b.-ilige Tchrin euiliälr, schreibt nnS die Religion noch Gebote vor, "die 5ch nieiratitioii iorigeerbl haben.' Turch diesen Satz wird klar Ui'd zugcstanden, ja ausdrücklich erklärt, daß die Juden hesolgcn, irelche sie mündlich lradircn, pehren, welche nicht gedenk! od >. w.-nigstens nicht für die Allgemeinheit verständlich gedruckt ie.ideu " r.-.ü diese Deliren gesäbrlich wären, sucht nun Schneider d'.du:el>;» oewei'en, daß er sich aus Autoritäten vom Schlage — E,:' e u in e n g i s und- Ecker's beruft. Und jeden Zweifel zu be- ' i! daß die von G. Wolf angcdentcten mündlichen lehren mit' den; Talmud n, Zusammenhang zu bringen sind, verweist die Intcru"...n!ou d?:.iiis. daß peopold Breuer in seiner „Israelitischen .r'A-u-'-eus und Pstichkeu.ebre, pcinadcn .beim siccligionSnnkcrrichtc e.r '''..reüü'ch'» In>;'nd" aus Teile ff. ausdrücklich auseinander-. ' d rß d. ...Hnlacha" die »Grundlage dcS jüdisch-religiösen LebenS d.: s:d '.d'u Rechtslebre bildet. Ter hetzerischen Interpellation ' d.-' nr' r.ai ''e'eru wollt bekannte, in Leipzig gedruckte anti- ' . i i 'a- 5,..:.".' au bei. welches aus dem berüchtigten Iustns-Cckcr- 7 : . ■ " i'ä. l.'i pügen• über den Talimid zn verbreiten i:np Unwissender spricht Tchucider nicht vom V. ' 'V , '.»'.dern vom „berühmten gerichtlichen Gutachten" ■ od . V ' er qclit in 'einer Frechheit so weit, zu behaupten, d. ü die '7:..'!!:';; der Anaaben Ecker'» „selbst von Juden anerkannt i..i7 - maß:.". Tl>.'.:'ach::ch haben die Juden in Teutschland dem M.-.ä wer:, Flugblätter entgegengesetzt, welche nicht gc- -.: ■ ■ ■ •: '..'..'itsge.-'ue Ausrüge aus dem Talmud'brachten und klar 7 iß die Männer, des Talmud und Tchiilchaii-Arnch sür den T,v:t Andersgläubigen Vifbf und Versöhnlichkeit als religiöse ' .; g:l.b'.: >e». — In der Titzung vom IO. d. M. befand ' i au E':.-..a:"'.' ein: vom 'Abgeordneten Tr. Bloch überreichte Pc- "".'n 7.'S B.'-!::.'ck',en B.lkSv".,ines in Wien, in welcher das von Tchv.'it.r 'e'.nev in der vorigen Titzung cingebrachkcn Interpellation l' io-.>..7:: Ilugdlarr „Tie Wahrheit über das IndcnlHum" als ein '..s ans ,v.'l'"'ck»i!!g, rl-eils auf gröbster Entstellung beruhendes u: . l : lckul.l wird, das nur sabrieirl wurde, um mittelst Irrest': i-iua. "ug. und Betl'ärung den Haß und die.Feindseligkeit gegen ' ' .-nd.'u:!'::'.!! und denen Bekenner.anzusachen und zn steigern. Ter lst ':->ch.- B:itsve;:in bittet das Abgeordnetenhaus, den Znstizminister > stilst da', o. o'u t:e Be'.ösientl'.chulig und Berbreilung dieses wider e ..id'stü: l>s..:oieüSg.!-'ll'cha'k gerichteten verleumderischen Pamphlets -. 7.;.:,] der bestebend-'n Ge'etze anznordncn. Tr. Bloch de- - daß 7.v B-.'.'an.r k-.s Flugblattes, das unerhörte Tchmähungen . '7 Bl, lerr-diiiioeu gegen daS Indentliuin enthält, im Jahre 1**5 .::: Wiener ','a::7 .sg richte wegen Betruges, beziehungsweise Tocn :'a.st'l iil-a in einet' mehrmonattichen' Haftstrafe verurtbeilt worden .. M'eg. uu >. gerate diese Raiur des Pasquills und seine. Genesis ' r Argen T ".er, welche da-S Zeugliißsülschcn beruflich und parteia 7e-n Borzug 'ein, >'o dürsten andererseits die traurigen st lzote '"l.li.r Tchmäbprodnct'e, die AuS'chrcituligcn und Exceffe.'in ::•»! W:Bezirken und Bororteu den Antrag rechtkertigen, die 'L"'it:sn t s Boi:::schen BolkSvereines dem stenographischen Protokolle '.l'lick-, i.—,ndrlicken T ieser Antrag wurde angenommen. — Am T.!' . iiachsten Titzung, welche von Mittwoch I«) Uhr Bor- > - Tcnu-rs:e>g. 1 Uhr 40 Minuten Morgens währte und di .7ii T.ai'7al' ..'ueu war, die Aungl'dicchen und Antisemiten'vcrtvst'.iUe'en, kam-wieder eine Interpellation Tchncidcr'S und seiner ube; 7i. ..>''.'stihrlichteit des IndencidcS und des Äolnidre-. .„.. o, ,.,q Tie Hetzt 'wird planmäßig fortgesetzt. Zur Walilacrion Vrr S'ibrralkn.' Man schreibt uns: Trc Mit- •:!i:h 7 l'chriiispalle: des ehemaligen (i>emeindcrail>cs, denen "A dst - ..W' den" ''Wrorner, Tr. T alim und Wimberger >' d : . Zusicherung ange'chlonen haben, fernerhin stramm '.o. l".'.t'> rn valien, haben in ihrer am 7. d. M. stattgrhabten T 7..' B ozramm für die kommende Wahlaetion sestgestcllt. B-'.'.'i'd.r-.s ''' i'. -icht wird man »nu ans zahlreiche Bcrsammlungen, die -o '.t'.iimllich. u 'W il'.heI.rken abgebalten werden sollen, legen, und zu kt-'e'N Zn >!e wurde bereits eine Vifie von strcdncrn 'zusainmcngcstellt, ' .he d>e Zuiich»:'»ng gegeben haben, zn jeder Zeit und an jedem T : .: zur Beisü.'.ung zu stehen. In dieser Piste sinden wir die Rainen Slatt. __Nr. 1(57. vieler Reichsraihs- und ^andtagsabgcordnctcr. Die Bildung der WahleomitvS in den einzelnen Bezirken ist bereits vollendet, und sind dieselben ans allen Bcrussclasien der Bevölkerung znsamnieiigcsctzt. Aus Antrag des Tr. llkechausky wurde die Constilnirung von 5rci Tpecialcomitös, bestehend auS Beamten, Lehrcrir und Hausbesitzern, lcschlosicn, und die Ausgabe dieser ComitöS wird cs sein, die b; treffenden Wühler für die liberale Sache zu erhalten, rcspectivc zu ge. winnen. Ucberhaupt soll das ganze Schwergewicht der Wahlaetion auf den II Wahlkörpcr gelegt werden, ohne aber die beiden andere» Wahlkörper zu vernachlässige». Die jsortschrittspartei geht mit vieler Zuversicht in den bevorstehenden Wahlkampf. Jedenfalls steht eine sehr bewegte Soinmersaison bevor, und viele RcichsrathSabgeordneie nnd ehemalige Gcmcindcräthe haben im, Interesse der Sache ans ihie' gewöhnlichen. Bade- und Erholungsreisen verzichtet. Bon der Marialiilfcr Bezirksvcrtrctuiig.) Ter liberale Bezirke auSschuß in Mariahils, Fabrikant Edliard W. Bachinan n, Han vor einigen Wochen in ösfentlichcr Bcrsaminlung die Erklärung ab gegeben, anläßlich der Wahl deS.Tr. Earl p'ucgcr zum ersten Bw.- bürgcriucister der Stadt Wien auf sein Mandat zu verzichten, da er' 'unter v einem Regime puegev jedwedeck conimnnale Ehrenamt ablehne '.Ilachdcm aber iniitlcrwcile durch Auflösung deS Gemeinderaihes das rlregime pueger vorläufig ein Ende gefunden und Herr Bachmann die Berzichtleiftung ans sein Mandat dem Bezirksvorstehcr ofsicicll nicht mitgeihcilt halte, begab sich gleich bei Auflösung dcö.Gemeinderathes eine aus den Herren BezirkSvorstehcr-Stellvertreter Andreas Weber, Bezirksausschuß Tr. pudwig R i t t c r s p o r n und Bezirksausschuß tlrobcrt 9k i s s e k bestehende Tcputatio» - zu Herrn Bachman» und er suchte den um das Armenivescn hochverdienten Mann im Rainen des Bezirksausschusses, >»u die Beibehaltung dcS Mandats. Ticsem Bcrlangen hat denn auch Herr Bachmann unter Hinweis .aus die ge änderte Sachlage entsprochen. t^llks fortschrittlichc» Bcrciiltn.l In .der am «1. d. M. ab gehaltenen Bcrsammlnng des Politischen B o l k s v c r c i n c s besprach der Borsitzende Tr. F i a l l a die bevorstehenden GcmcindcraihS wähle». Um dem weiteren Bordrängcn der rcactionüren Partei einen wirksame» Tamm entgegenzusetze», sei eine Bereinigung aller frei sinnigen Elcincnte noihwcndig. Bei den künftigen Wahlen müßten sich alle Bewerber verpflichten, sich dem freisinnigen Bcrbandc anzuschließen, der sich unter allen Umständen bilden werde. Ter Redner trat ent schieden dagegen aus, daß die jüdischen Wühler bei den bevorstehenden Wahlen eine von mancher Seite cmpfohlcnc Abstinenz ausübcn; ihre Pflicht sei vielmehr, geschloffen für die, freisinnigen Candidaten ein zntrctcn. Zum Schluffe beantragte Tr. Fiälla eine tlu'sokltion, in welcher dem bestiminlen Wunsche Ausdruck gegeben , wird, daß' unter Hintaiisctznng aller sonstigen politischen Mcinuiig^vcrschicdenhcitcn nud Parteiungen die Bereinigung aller den Grundsätzen dcö Freisinnes und der Eivilisation huldigenden Elemente und Parteien anzustrcben sei; daß mit der nnvr-rweilten Herstellung dicsct Bereinigung eine intensive, zielbewnßte und unermüdliche Wahlagitation inscenirt werde, welche die gcsanunte freisinnige Wählerschaft ausnahmslos aii die Wahlurnen zu bringen sich zur Aufgabe setzt; daß jedem Bewerber um ein Genieindcraihsmandal die Berpstichlnng auferlegt werde,- dem küusiigen freisinnigen Berbande des neuen Gemeinderathes bcizutrcien und daß insbesondere die Wühler jüdischen Glaubens, als die von der aiitiliberale» Ströinnng zumeist bedrohten und verfolgten Staatsbürger, den engsten Anschluß an die freisinnige Wählerschaft vollziehen. Auch der Politische Bolksvercin, wird schließlich in -der rlicsolulion betont, solle mit aller Energie in eine Wahlagitation - dieses Inhaltes und Eharakters cintreten und erforderlichenfalls ein Wahlcomitö organi siren. Im Anschlüsse an diesen Antrag entwickelte sich eine lcbhaite Tebatte. Tr. Hofmann gnff die liberale Partei heftig' an, da sie in letzter. Zeit als Theil der Eoalition viel zu wenig ihren fortschrill lichen'Standpunkt hcrvorgekehrt habe. Tarum werde die freisinnige Tr-ählerschaft sich von der Bereinigten pinken bei den bevorstehende» Wahlen nicht mehr die Wahlparole geben laffcn. Einfache Schlagworie würden bei den Wahlen in den t'semeiuderath nicht mehr ausreiche». Tic nächste Wahlparole werde die sein, daß demokratisch werde gewählt werden. Tr. Hofmann beantragte zum Schluffe die Bildung eines großen Actionscmnili-s, welchem Mitglieder aller fortschrittlichen Par leien bcigezogen werden sollen. Herr Frankl erklärte namens der demokratischen Partei, daß dieselbe nur unter der Bedingung gewillt sei, mit der liberalen Partei bei den Wahlen zu cooperircn, wenn ihr eine entsprechende Anzahl^von Mandaten eingeränmt würde. Im ent gegeugesetzten Fallewürden die Temokratcn selbstständig Vorgehen und eigene Candidaten ausstclle». 'Rach einem wirksamen Schlußworte deS Antragstellers Tr. Fialla, in welchem derselbe die von den Borrcdncr» kundgegebene, einer Bereinigung abgeneigte Haltung energisch bekämpfte,

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