Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- IV (1895)
- Issue
- 165 (2.6.1895)
- Date
- 1895-06-02
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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reite S. .freies 1 "intadfte i'idi in jener Mine das Bedürsniß fühlbar, einen iittuicl durch das (Gebirge zu lege», nin die Wasseriiidsse» zu ents-rnen, d:>- Schachte und S-nerschlägc abzuküble» und besser zu lüsten, H.-I: »iir deir Abbau leichter ein- und aüSznsükren und das Er; b:lil.;er zu fordern. A'ach lleberwindnng der furchtbarsten Schwierigteiien und Be'eiiiznng der Anfeindungen wurde der Tunnel vollendet. Er :n 11? /fitB breit, 10 /fuß doch ftnb 20.7)00 (fug lang und hat ii.'rdliche und .südliche. Abzweigungen von UtiOO /fuß, so daß seine ganze V.inge über tun' englische Meile» betragt Die HersteUungs^ 1 tonen heiteren sich einschließlich der Zinsen auf ''>,'>0l>.«stck0 Dollars. Sntro verlauste seinen Aniheil an dem Werk und siedelte nach San ivraneiseo über. Um diese Zeit hatte die _sogeuaunke „siinrl-Int“- Agitarion den Wenk des t^nnidbeNtzes stark vermindert, allein Supo sali mit scharsem Blick das WachSthnni und die Entwicklung der Stadt voraus irnd lauste so viel an, daß er jetzt der größte Landbesitzer in der Eiln und im Eouuln ist und zu den reichsten Männern des vaeifficheii '^eienkes zählt. Sntro Heights, sein gegenwärtiger Wohnsitz, war l^O eine öde Sandwüste. Unter seiner Leitung bohrte eine große Arbeiierichaar Brunnen und durchgrub Hügel, uni Wasser-;n'»hr zu gewinnen, pktaiizle Millionen von Bäumen und Stränchern, i 'vrengke /reifen und verwandelte ne in Gänge, Brüstungen, Treppein. i niid Boulevards, legte Kerrliche t^arienplätze an und schmückte die! Parterres, die Terrassen, die R'ichen und die Höhen mit Eopien der! berühmtesten Statuen alter^und neuer Zeit. Als Alles . vollendet war, j öffnete er diesen iechönen Barl, der 2>>0 /ruß über dem Meeresspiegels ckegt, den St'-and. die S-eehundssel'en, das (Goldene Thor, den Mount Sininvns und die Farallone Enieln überblickend, unentgeltlich dem i 'i;;tMieiim. Hieraus schickte sich Sntro an, die großartigsten Bäder zu! rauen, welche du' neue Welt kennt. Tiefe sind am 2!>. April I*'.4 . le'iiut worden, seinem siliinindtechzigsleli tälebnrlstag, und liegen - :ö:L!:e!) von: Eli'' Ho nie. En genialer Weife sind die Röhre» so . te'.'gt. daß die straf: der Wellen die Bäder -stets von selbst mit reinem S eiraner venvlgl und ne ,:ach dem l^ehranch reinigt. Tas große Selnviinmbad :n!»<><► /ruß lang und 175» breit, und die Tiefe wechselt zwischen zwei und elf/fuß "Tas Badebans hat ein Tach von lOO.O-'O! S-nakrat'nß (s'las, lind fein Ennercs, das einem gewaltigen Amphi- 'öea:.: gleicht, saßt 1 *»*><*«» Personen En drei elreslaurantS in den! r.r'chüdeuen Etagen speist »ran vorzüglich und genießt dabei den : Blick an' .die Brandung, und eine große Bühne sorgt für lünst- ' eri'che Osi-n„ff.-. Ejidtich beabsichtigt Sntro, der Stadt San Franeiseo . -nie o''entllche Bibliothek zu schenken, zu der er bereits rnnd 2'sillsisi) . Bande gesammelt bat, darunter 4"On seltene alte Drucke, die - Eolleeiion Dalberg. 2.E.oiu> /flugfchrislen aus der Zeit des englischen . Brirgerkrieges, eine Sammlung mericayifcher Bücher, 1?11< H) japanische Mann'eripte, eine ansgedehnie semitische Biteralnr, eine militärische, ne architektonische, -eine botanische Bibliothek n. s w. Der Bauplatz - die Bibliotbek liegt im Golden Gate-Park, doch wird es wohl i >och einige Eabre dauern, bis ne unter Dach und Fach kommt. En : Anerkennung ''einer außergewöhnlichen Berdienste um das k^emeinwohl j l at du- Bevölkerung von "San Franeiseo den seltenen Mann znni \ Büraerme^ster gewählt - 2hi5 antisemitischen Vereinen und Der ' sannnlunaen. Iltlvkrsrorciicr Eigennutz.>. .Fleischhauer NI,' 7yleifdt>>[eber, jmneiü von '!!.: xra't smn>>»oe tpettalleit, aber auch mehrere bedenklich dick- .-l:ae Herren »Nt Iveinevlben 'Aasen, kamen da vorige Woche ans verschiedenen- ^.»nen C»V: eidiv m'ammen. »IN überihre Roth, d. b. icher den immer .-ringer werdenden Prosit zil klage». „Wir babe» jetzt gar leine Millionäre •:ie!;r" -, lammerle ein biederer Meiner. Tie aiigeiebenslLN Wiener'sfleiichme: u»; Eln-.b-erb-'r hielten sich ‘non Meier Beriammliriig vorsichtig fern; •’>'nr wurde sie von dem „Biee" 'Ar. 1 begrüsit, bekam eine Hetzrede des i '.'iechanikers. Schneider zu hören, und zwei adelige Agrarier, Baron . 'io-.--.! und ein chra- A i l e m S. verkehrten mir dem ersien betten Flejichr.tcherer ans irgend einem .tträbwfnkel, als wäre er ihresgleichen. Metzger, welche-.. Baion und Gra' ir-areiv dnb-ch einig, io lange >ene „Soeialresorm" -rieben wurde, iren-he 'iir alle gesell'chairlichen Schäden, aber auch kür, jeden : maneines Gewinnes von kehr zweiielbaster Berechkiguiig die Zuden, das .."anal, die tsiewerbeireiheivund Len Zwischenhandel verstnchk. Ter EgoiSmns - nn aber in irrdenvarkigsier Weiie;uin Boricheine, sobald die „Socialresormer" as lüebiet der ^ck lagworie verließen und sich aus jenes praktischer Borfchläge manswagten. ..'.silirn önne koch die rumänische Grente!" — meinte ein Fleisch . an-’., der billigere räinkäu'e wrin'chte. Eh>» entgegnele aber ein adeliger rchmaber des l-"roßcav'lalS: ffreunderl, das gibt es nicht, das würde ja vandwirrbichair ichädigen!" llnd, diele nur ans ihren Sondervortheil be- Blatt.'!7r. Inü dachten -tzatrone vornehmer oder ganz gemeiner Herkniikl »ennen ihre „Sc: refornt“ christlich > 3ft sie nicht nnversrorener Eigennutz? i Argument UNI Argument./ Ter „christlich . sociale Arbeit er vere, nveranstaltete vor einigen Tagen i» Atzgersdors eine Wanderveriänimlnj - .welche in /folge der Anwesenheit'zahlreicher wirklicher Arbeiter ein kür Antiseliiite» herzlich klägliches Ende nahm. Ter bekamrle antisemiiiiche E susioiisraih Schlesinger lullte durch eine anterthalbstnndige E;peclo>aiu-v. , seine „christlichen' Zuhörer in den Schlaf der Elerechten ein; ei» vertan Socialist aber hielt sich mittelst deS Ailkgebotes aller Willeiiskrafl ivach ge/ »in den „gelehrten" Herrn Professor einiger grober Schnitzer zu zeihen. . der Herr Prosestot' hieraus denr jnugen Xeitikns das bekannte Argnnient - alten Egnorani.^i enlgeget ivars und ihm erwiderte, er sei noch zu jung, derlei Tinge zu verstehen, gab der »»ehrerbietige Arbeiter dein .allen - lrbfken" die schlagende Antwort, mit dein Aller verliere inan ost aitch Berstand. Aach dieiem mit regem Beifall ansgeiiominenen nruum.-iiltnn bniii!»«,,, iprachen noch einige Arbeiter gegen Schlesinger und den . seinitisnins, und als der viertdiinensionale Balntagelehrte -seinen Angreifernwidern wollte, stiininte» diele da» „tzied der Arbeit" an „,,d bereiteten lo Blamage Schlesiv.ger'S einen effeetvollen Abschluß. «Zwischrusall bci einem Ausflug.» Am 26. Mai unteniabine» -W> Antisemilen einen Ausstng in das .ttampthal und aus die stkosenburg. Ans'lüglern passirte ein sür die gegenseitige» Beziehungen der edte» t>ka> Hetzer charakleiistiicher Zwischenfall, welche» das „Tentiche Bolksblan" wie id),leert: „Man lagerte sich im (Arünen und labte sich an Speise und Tr. die das Äasthaus hart an der Burg lieferte. Die Ltimmniig war Vorzug: - tzeider sollte and, dieser Tag nicht ohne Zwischenkall verlanke», der wenig'» .- ans Miunlen die barinlo-s heilere Freude der AnSstngler an den Reizen Raknr trübte. Man bemerkte nämlich plövl'ch einen jungen Buridie», der sich d / i fei» sonderbares Benehiiie» verdäditig machte. Man beobachtete ihn iind bald, daß man es mit einem -der S chön erer'sche» .ttnechle zu ihnn ha: die der Rofenaner überall hiniendei, nm seine ebenso albernen als gemeir. Pamphlete gegen Bergani und das .Tenlidie BolkSblalv ei'iznsdtnniggeln.? klebte b>»n auch gestern der bei fernem bübischen Benehme» Ei lappte die / kannten Zettel be'chimp'enden Enhaltes an Bäume und Sträucher, damit von den Ausslüglern gefunden und gelesen wülde». AlS-er 'ab, - daß mau n-n verfolge, riüdjtne der im Solde Sd>önerer's stehende .Held' und vertrodi '. i aiis dem Turnierplätze der Burg in einer der Manerüffnunge». Er wurde von den empöne» Ausftüglerir gleich einkin Dachs an? seinem Schlltpswivlel hervorgezogen und in. wie man sich denken kann, nicht» weniger a/--; a r t e r W e i i e über v i e -Ji t e b e t r r a d) r seines Benelime,rs beleb:: ,Ea, daskan» man sich teiikei,!j Ter Feigling zitierte a» allen tülieder», nnk als er dann vor den Abgeordneten Bergani gesnhri winde, flehte er t - , gegen den er soeben Pamphteie ansgettren, hatte, >„n Beistand a». inden, ihn weinend und mit ausgehobenen Hände» bai: .Fch bitte Sie, Herr geordneter, schützen Sie »»ch, ina» will mich schlagen!' Abgeordneter Berg.»:: angewidell von diesem Schau'p.ele, ivobl auch ini^Stillen den armen Te..'.l bedauernd, der sich zunr Werkzeuge eine» rachsnditigen Million,. hergibt, der selbst nicht den- Mnih fi ider, dein Gegner die Stirne z-i bieten, I-.-.- die aufgeregte und mit Recht emrnsteie Menge, sie möge dem armen Süi den vauspaß geben. Auch die Lchinähsd>iisle», von denen man bei dem Bur-ck . -der selbckl eingestand, daß er von Sd-önerer geschickt worden - ein ganzes Packet gesunden wurde, gab Herr Bergani dem Ertappten wir. zurück, und zwar mit dein Aufträge, dieselbe,: iei.iei» Herrn und Meister - anbei weniger Bermeitdling zu übergebe». Ter Bursche soll Hans Pichl beißen und aus ,'irenis sein. Der Zwischenfall bildete »och eine Weile Gegenstand von Erörterungen inner den Gesinnungsgenossen, wobei nur: e: scharfe Unheil über Schönerer und seine Trabanle» gefällt wurde." llfill FiaSkö.) Die tschechische Handwerkergenonensdian i» Slütir:1 Cftra u hatte für Sonntag de» 26. Mai einen Handwerkerlag ei»ber»fr-ii ' zu demsklben anlisemilitche nnd tschechische Abgeordnete und Führer als .. feremeu eingetaden, von welchen Mechaniker Schneider a»S Wie», Brz, ii o v S k » - aus Prag, Dr. Sch a in a n e k ans Reichenberg und Schuhmad . Meister Bitza aitS Wien einlrase», während die gleichfalls geladenen Heri. G r e g o r i g und P o l z h o se r fernblieben. Tie deutsche» Handwerker Mährisch-Sstran beschloffen, dieser BerfaMmlting vollzählig beizuwobne», gegen jede anuliberale und anliseniilifche Provoeatio» Protest einzulege» erfchiene» geschloffen in der Stärke von 150 Mann in der Bersammliing in der Führuiig des Aupserfchmiedes tz a » g c r und deS Glasermeisters F r > >'' l ä n d e r. Schon bei der Loyalitäts tiuildgebnng ans den Staiser, welche c, Borsiyende Z a p l e t a 1 mir tschechisch ansbrachte, verlangte» die dein'.'. Handweiker stürmisch die Wiederholung iir deutscher Sprache, welcher F . dernng entsprochen werden mußte. Ebenso wurdeir Angriffe aus de» libeni; . Bürgermeister Tr. E o h a n n y, welcher, weil der Deutsche Gewerbeve , nicht geladen worden war, nicht erschienen ist, von den deutschen Handwerk.» . entschieden zurückgewiese,,. E» Folge deS energischen n»d gefchloffene» An' treiens der deutschen Handwerker wägten weder Schneider, noch der Zün. tscheche B r z e zn o v s k'y, ihre bekannten antisemitifchen Brandreden loszulaff .