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Freies Blatt · 1895-06-02 · 165 (2.6.1895) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
IV (1895)
Issue
165 (2.6.1895)
Date
1895-06-02
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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(u nt. freies 8 l a 11. -fliilderle Jbamt Die Vage bev Oiibcn itt_ (vranfrcidi bi«! ‘,iir »entfielt , git. „Leit der Revolution," betonte er, „haben sich die befreiten Ouben ■eilig afiimiliit.?d) lönnte »ach Ütouanet'S Meistenede zur Lache e chlr' Besseres■ sagen. Der Antisemitismus -ist der SoeialiSmnS der e i: i»en -fterte genannt worben Mil Recht, beit» in Väiibent> wo , i;-u nichts ucimögen* >vie in linglniib lind Amerka. gibt es die ' » CapitalSmistbräuche' wie bei. uns. Wenn man die Baläste'nm'erer :■ durchaus jüdischen Hinanzgrösten sieht, spricht inan dennoch nur Ouben. Aber ist der Credit H'nonnais ei» Zude? Rein, das ist -->.,ch das Capital, Die grasten .tiaushäuser sind nicht in, Znden ,vra» Boucicault vom .Ihm Niur-l»-' ivar doch feine Oübinui'er College Zalnzot vom . I*nut<-iuein Oube y .Und die -, ■i-.evqrnben — gehört baS Bergwerk von .Ansin einem bilden? ■ Soeialist sagte mir: Der jüdische Cspiialist ist mir »och lieber „ eev christliche, denn der Jude nimmt nur den Veilv des ArbeileiS, «. C-brist nimmt feil' und Seele." Raguct Most: „Bian wirst uns ' , nis vor, der als Franiose, Clsät'ser und Out>e sich dreifach am ■ .i-stiche» Bakerland vergangen hat, aber unsere Helden, die für ■ . (reifl) gefallest, sind zahllos i'" b'Abcole, Major Calien, Unlerofsieier :i — lim» hat ihnen Denkmäler errichtet. lind liniere Philosophen, i Gelehrten, siünstler — wie viele Onbcir sitzen in der Ala Sie werden mir einwenden, der Rnlnn bafiei nur an den! .'.-neu jawohl, einverstanden, aber auch die^Schanbe und das, - che», Zeder ist nur für sich selbst vetanlwörllich, , Ulis aber ■,k man Alles zum Borivnrf, Wir dürfen weder Handel treiben, , '.'leimet' bekleiden, noch mit Händen arbeiten. Hat man doch erst , dl indische Arbeiter bedtoht, weil ne die Höhne drüiken Rnr . n PattiotismnS kann man uns nicht nelnnen, Z-rankreich bat ii:i Clend ein Batetlanb gegeben, und fül das wolle» wir leben »erben. Zch beamiage, über die antiiemilifche Znierpeltalion einfach Sagosorbnnng überiugehen " Zwei antisemitische.Redner, Bandrn -l. 11 nyb b'Hugnes plaidirien unter . ichall.»dem (Gelächter >io»imer für die Aufhebung der Bürgerrechte k.r Zuben, die '.lebnng der Zubengüter :e. Hetzteren lief Piäsidenl Briifon -iache, indem er zugleich bemerkte: .Ueberhanpt tön nie ich Zeder m a n n bas Recht bestreiten, vom Cilanben .: s B ü rgers z n sprechen. Wir haben irichl. einmal . :>i e ch t, Z e m a u d eS (tt l a n b c 11 zu t e n n e n D e v l a n b e ■ : e Be e n! dt c 1, geht R l e m a n d e n etwas an." Ser Minister / Ziinern HengneS erklärte sich für die von Raguet beant-.iigte n.'ache Tagesordnung, und nach ber S.iinnnnng des Hanfes zu nr balle sie alle Stimmen gegen vier oder fünf veieinigen müsie». : »s lagen verschiedene foeialisttiche »nd radieale Tagesordni-ngen. . welche eine antieapitalistifche Sviste Hutten, nnd die Anbänger Tagesordnungen wollten von der'einfachen nielus ivisfen, weil Knie bei dieser ('Vlegenheit gegen die Hochbant, die englischen " 'niiiien Snndieate nnd fremden Unlernehiuniigen in Frankreich i'nitiivt hätten. Zn Holge dessen wurde die einfache Tagesordnung . mit;!lK) gegen 2i'fi Slimmen angenonimen Czar Alcrandcr I. jilicr das Blutmiirchcii. M'a» schreib, >^egen Milte des XIII ZahrhnnderiS, als äiönig Alfons X. : Castiließ, genannt der Weise, regierte, hatte in Spanien ein . :::'cv der tatholischen jiirche znm erstenmale von der stanzel herab Zuben des ^Ritualmoibeö"-- beschuldigt. Cr belianpteiej dast sie Heier des PaffahfesteS Chrifkfn'blnt benöthigen, nnd an der Schwelle ' XX ZahthnndertS, in einem Zeitalter angeblicher Toleranz und . .'iiirtlieilslosigkeit, vernehmen wir wieder diese Behauptung. Cin?:.ner der katholischen -stirche, Zoses Deck er t mit Rainen, beu.iitzk Uanzel dazu, um die Bolksseele dnrch das von feinem Brüder im nitielalter ersundene Gift zu verpesten. Gleich dem spanischen Priester ■ ■ dem Zahre 12f>0 behauptet Deckert im Zahre dast die j »den ihr Passahfest ohne Cstristenblut nicht begehen können. Die oste Literatur gegen daS Blntmärchen, die im Hanfe der Zahrhnnderle h angefammelt hat, und welche Zengnisie berühmter christlicher , ' beologc», Päpste und siirchensürsken aufwdist. ist dem Pfarrer Deckert lw^er völlig nnbekannt oder sie wird absichtlich von ihm umgangen. Sagegen beruft er sich ans zweifelhafte Zeuge» ans dem heiligen kirnst' ■ ab und aus Rumänien, die für das Blutopfer der Znben angeblich; - weise liefern. Aber gerade baS eigentliche Rustland ist bis jetzt von ' in Schauspiele, baS wir in lSesterreich erleben, verschont geblieben,; - ie orthodoxe russische .ttirche hat keinen Deckert liervorgebracht. Da- . ■gen hat einer ihrer angesehensten Bertreter, Crzpriester Proto- . t> o p o w, in einem Buche die Albernheit der gegen die Zuden erhobenen . Blutbeschulbiguug unwiberruslich nachgewiesen, von den diesbezüglichen; chriften der Metropoliten Platon und Znnokeutij ganz zu! 'chweigen. Wie jedoch die russische Regierung, der doch nicht einmal Pfarrer ,. 'eefert übermäßigen PhilosemitismuS vorwerfen dürfte, zu Beginn - dieses Zahrhiiirdeils. über den jüdischen ..Rmia'imoid" niibeiüe, --rlo:!' ans einem Iltas, den , runi (''»-(i,<» n, Dirooior des S-.nai-ein.-nts für fremde Cnlte unter Aleranber l., im 'Ranieii des Ctars an die l^onvernenre des stkeiches gerichtet baue Tieies— imer^sfanie.A.teustnck, das wir ans dem-Rii'sischen genau ins Tetisicki-' noeriei.e». be'agl: . . Z» I'.el.ze Oiii.s liiile,.! i.i.: "ON .ti '.ii ,!>■>:-t'tnb Panabbret eLbuiieiiblvl t'.t.c:!':.',-«,' »md.i: .-:e rm.v!> idjaft bäilfig* tregen-Ernwrd»ng von iil'Viü-.»r:. e-i» ai:.:.:':die T»ui" Uutfrmdi;;i;gfn' habe», icicdi dette,i.-tu«i:eia::ri:ei< nigi a• redit'tviii:;; r ehemalige Poteukömg Ligtemntid At-a.-'f 1a::e nni' fet„.t 'w' -ui.t.- an. begrüiiteie Zukem-erlenntdiiiigeu in r.-.t skn'na -.-sin '.'.Ane..-: I-. ^n- :i». Äai l'aiN 'uitrei'».». die Zi-d-» der 'd'ei!üv..iig von ■ab:,».'»!:», u; l stiiet.en Zireeleii;>i be-N.»id>e,>iij e• > 11 i au-: r. e . e,en 'ili.i» , dast tie Zuden Blut t.:dt gebtattdieii :>:>■' Zn uiueft«: Z i,j m:c -1. '.Wärt 1 l aue der r'.li»!'. l e :'l.null.', di, ■»li'.iliei!»»,, o..i»,>,1ü, d.iä > öi»itd.eiLurie all,' Ai'.,: tbe>>, l-1 e : r ä:;.:. iai.V, ' tranige» lallen, nie,»»- ,-p.n-i. »u^.t-.-.di:» .;.'»i;re»! »a: o:e-r -.h,-:.»g.- gegen 0!,- Z»d>ii reot i-enige» lanme. 2 i- :i .-riet: es de-:!-.,».- .»>»; tingered-i'etiig:. .last Znden .tu» no.d .■■■. .h-r,u>ej ui» motbeS beiHuIdtgi wetde» lollen. Um de.fr den .r:i<b i- -.;: aa'.'.n»! -i-.den 'i- teniiidiiiigei, i-en Zuden' in den -n :>i.i.: - - n.-a . roinv-i o>- chbnreriieiueiilS, n-etcke in der Bes.tat-»mg '. v»:e»' o:::- Imker ',tz ulign-'vn „’.ueden n-e-.t.« niit'.im ■».»».'■e:i -.-n >,„ ie »iv der .na>>e> in- Crivagiing. dast doU,-, -» e'-lr vn:': ■\ VA dn \kV-;ü '».dumgen des Cfiieu'ii i'i-it'ei ie fit wind Ott. irr NI b. U. Ui'.’t, WA mn.-.i.s -I! f' om-ru,einen im iKeidi'e den labe'.! »t Ol i: .» ■ re».:.; .11, .ist Z.. - iiiiki-ibin des tlii!»a:me>e>'s „iän b.-st i;;:i 'M': .!i iv banrinng,.tast die Znden-le-baasteiibi»! bei ’Ü r Ni 1'N ' f 'in o -.Nl Ott LvUIe iigeudwo eine -»ioi.dil'a: begare \c\\ U ■: 'U' : ll' »i buben Zude» veitaä-näi -i-oiden, -e ht i: st t.: Uni ■.'! V: ä.n: : >'ü!n> wert.-», wie .. b,i :•.» -.Mn'.! 11 .! : y' v: •' 'nvV t iOHfll. n ,:.f"s -.Avid.-S be-d-iilt gi n-erden, der Z:!i it »e.-. ."N, :n : -a ' eiiu-.r - Unierinä-.ui-gSri.b.ier loine ')!eii: neim:'- 1! I!• '■ .!! ' 1 : r*;; Z. ::.V Zhiien tue .'S^iininst und mr üiän-b.- ii ► L'äl. I-.'.'.'ia>t l"l" 2-'. 1 Tic Znvcn in siurttiiiö. >' J 'lns 'b? k' n r (\ wird 1!US? 0 schrieben: Sie in äinrland lebend v‘11;>n? 0!», U’.l lel»- stell da' Ol bst . : s;>!»> Apiil Im-'I) angesiedeli lian-.n. wurden, wie bekannt, l-is a-il Weiteresauf iliion bisherigen 2t.'0l>i>pläi.: ii belasten. Ailein atl'>^rn-d des ruisifchen nst-sotzes über das-Wolikl-eedit der Znd:,i konnte n:an er in nrland lebenden rii'sifchen Ilnterthanen mofaifcher Conse-iio.i >.t.s „nngefevlick»- Ansiedler" anfelton nnd doi,selbe» äusterbalb!-:s ibn.-n zum f-ändigen Am'enlb.tlte ina-.-wiesen.n TetiiwiinniS den Hand,el »..-. bieten. T ieier I! inst and bildete auch eine S.neUe' ro:» 'i'J >.H itnuit n. Cin Utas deS C;a-.s Aloranker III vom i?l.. Zuli rerfügie jedoch dast die in rerjchiedenc» 'l.-iorin'.en „iingesoistich'i, lobenden Znden, ivelche dem Handel nnd der. Zndnstrie nützlicli sinb> in der freien ÄuSübnng ihrer O'eu’ftbe nnd im tfeneiben' bo» Handel nicht behindert iverden iirfe» 'Tie arnrlanher Znden, baten deshalb dein Senate in Petersburg ein reiches' Material rnr Berfügnng' genellr. welches ihre '.h'ützlichleit für Handel nnd Zndniirie darlegie. Rach.' genauer Prüfung dieses. BialerialeS hat >>'»n der Senat eine den Zuben in aiurland günstige Cnt'cheidnng gefällt und angeordnei. dast sie künftighin Handel und l^ewerbe kinbehinden betreiben dürfen ' ,Adolf Slltro.) Ser vor >tnr»-nt itn,geti-»l;:!e 4Miigeniiei’U’.' von San ivraiuieeo, Adolf SnIr o, ist ein deutscher. Znde. Cr wikide am i.".'. Arrii 1 s:iu Aach.» als Sohn eines SnchsahtiksKnpeis geboren nnd trat schonfrühzeitig in das väterliche l^e'chäik ein. Z:n Zahre I " b7 starb der Baier, nnd die llnrnbe» von brächten die Habrik fo herunter, dast tie nicht mehr imstande war., eine ,v»»,il:c mit elf dtindern;n ernähren. Schnell enifchlost--»,' wanderie die Witwe, eine überaus rührige lind lhalkräftige Hra», nach Amerita ans und »ahm in Baltimore ihren Wohnfiv. Sie Culd,ecknng des Goldes 'in Californien lockte auch ihren Sohn Adolf dorthin, aber neun Zahre harter Arbeit förderte» ihn nur wenig. Cr faßte »n» mehr den Plan, das Amalgamirungsverfahren bei der Üiednetion der Silbererze zu verbeffern, und eröffiiete »ijt Zohan» a n, d o h r, cindm Chemiker unb Bergwerksingenienr ans dem Harz, »ach einer Anzahl geglückter Crperimente eine Crzmühle P Santo», 'Revaba, die sich als sehr einträglich erwies. Mittlerweile war die berühmte Coinstockmine in der Sierra Revaba erichlosten worben, und Snlro, der sie schon von eineni früheren Besuche her kannte, ging jetzt an die Anssührnng eines grostarligen Gedankens, ber ihm schon banialS gekonrme» war.

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