Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- IV (1895)
- Issue
- 165 (2.6.1895)
- Date
- 1895-06-02
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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Itr. l*>f>. . ,f r e i e s »• V >1,1,1,1 Töne .eiben'chaftlidrer llndutd'atrrt.'it angcxt,tagen Word.'» ivarei:, :0» lebhaft erörterte Partcitragen des .öftemiidiei, r'eb.no ankttng.'ns, Vl)t ui der gegenwärtige», von den verschiedensten Erregungen 'und Leider tri, erfüllten Zeit geeignet sein rr,letzten, eine ohnehin in we,te» .»ireiieti „fette Beunruhigung;tt steigern. Jic Actio» der, StaaIS>rnwajtsd>ast, der Appell an das fiivft> ’diöflidK Ordinariat uiid duS Bedauern der Regierung im 3al,ie ' * f Haben Xcrfcit nicht verhindert, hener wombglid, noch stärkere -ne leidensd,asllid>er ilttbulbfamfcit" anz„sd,lagen. Uteeldiett liriolg min die zweite Auflage deS RegierungswerkeS: „Action, Appell B.danern" haben? liegt jetzt eine verbesserte Auflage vor? Tarüber bald jeder Zweifel sdiwinden: Tapezierer, Biischeiischiliiker lind Balkstribnii. Man fd,reibt Herr 5 teilt er, von den Wählern des III. Bezirkes für : >ie,d,Srath auserkoren, von den Wahlberechtigten d^S XIX. Bein den Gemeinderath entsendet, als StadtrathScandidat icbody > . -:fallen. Nt dein Berufe nach ein Tapezierer. Er übt aber fein ,) iverl nicht aus, sondern hat fid> zum weiter des Heurigen-! s friner Sd,wiegermutter entporgefdiwnngtn. Bekannilidi dürfe» ■* d,ctt Henrigenschänken, vulgo Buschenfäjänkeis nur Eigenbau : . den Gästen verabreicht werden, und ist der Ausschank von ,'teit Weinen gesetzlid, verboten. dkad>dem jedodi die irechfnng : ",t Weingärten der Schwiegermutter des Herrn Steiner kaum ■ . ".r: per Jahr beträgt, in der von diesem geleiteten Bnichensdiänke . >ahre aber circa 2000 Eimer „Eigenbauwei»" zum AnSgelangen, drängte sich die mage ans, ob die Beschaffung des . > -- auf gesetzlich zulässige Weise erfolge. Man mnntelic ninu nur ^dfmntzconcurrenz, sondern and, — die Well liebt einmal daS _ i; ende zu schwärzen — -bauoit, das; der von Steiner als „Eigen ui" zlim AuSsdianke gebradfte Ntebensaft aus jüdischer T-nelle e Ein MagistratSossicial. der mit der clniersridinng dieser Sad,e ivar, hat den Act zur weiteren Atnishaitdlung der (bewerbe. - nbergeben. Alllifeulilifchc Wtlhluianövcr.) Anläßlid, der letzten 'Wahl des!, WahllötperS tu der leopoldsladt wurde der ,vrise»r Earl -.'alt von einem Agitator der Antisemiten antgefordetk, zur Wahl Heu und für den anliliberalen Eandidaten 'zu stimmen. Er er- ' : . daß er keine Zeit hiezu habe, Mittags kam der>Agiiator m die U-.: mimt Wersan'S, mit sein Begehre» zu ernenern. Tiefer schwankte .:.», ob er sich dazu entschließen tollte, als der ,vragner siranz 'ü i,! l>, gleidifalls ein Antisemit, eintrat Als derselbe horte, wovon die .- >ei, sagte er: „Wissen'S waS, tdi geh' eh' wählen, ward' ich äi für Sie wählen: geben's mir Ihren Stimmzettel und Ihre . ^iiiaiion " Auf i'o begueme Weise zu wählen, war der (Vriienr •t Er übergab dem Greißler die Wahlpapiere: dieser wählte zuerst MungegcmäB in seiner Sectio» und ging sodann in die Section den Bud>staben .. W", wo er die Legitimation Wert'an's präien- Ein Mitglied der Wah'cominission, weld>eS den erwähnten v;ir cittigentale gesehen hatte," fragte Ruth,' ob er selbst Wersau . Ter Greißler stotterte, ohne eine rechte Antwort zu geben. „Sind -... s oder sind SieS nid>t?" fragte nun der Borsttzende der Eom •uott x^etzt gab Ruth zu, daß er eine fremde Legitimation liber- > i, habe. 'Ratlirlidi wurde er in ,folge dessen, zur Wahl nid,t zu ,anen: es wurde die Anzeige wider ihn erstattet, dje später zu der ".Hebung der Anklage gegen Ruth wie gegen Wersau führte. Beide tden zu je dreitägigem Arrest mit einmaligem ,vasten »rtheilt. «. - Ter Jtlltidic SdllllUfrcill.') „Gegner begrüßen sich nicht."; iei weltmännische Grundsatz veraulaßte Herrn Dp. Lueger, bei in der Borwoche in Wien abgehaltenen Hauptversammlung des .uiiche» Sdiulvereines entgegen den Traditionen feiner Amtsvorgänger .d> seine Abwesenheit zu glänzen. An der Hand des „Knigge für . . uiiiche Ehamäleone" ließe sich über die principielle Richtigkeit dieser Uitfassung vielleicht mit Erfolg streiten, denn objecliv, wie eS Toctor lieget zu sein in seiner Antrittsrede zu „versuchen" verspradi, war eie Interpretation seiner mit der communalen ÄmtSsuhrung über -inmenen Berpflichtungen itidjt. Auf den vorliegenden Kall pagt diese uisleguug aber ganz gewiß nicht, denn die Argumentation des Herrn : r. lueger geht von dem voreingenommenen Standpunkte aus, daß einen „Gegner" nicht begrüßen könne. Im Borjahre hatte man .nchlich Gelegenheit zu lesen, wie eS denn mit dieser „Gegnerschaft" ' stellt sei. Damals nahm der Schulverein in officieller Jorni den AittisemitiSmuS, den deutsch-nationalen zumindest, unter.seine schützenden nltige, da er dieser Kcitegorir von VereinSmitgliedern nicht entrathen '-n-können glaubte. Heuer —- man lese einmal. daS im Kalender .des Vereines veröffentlidfte „literarische" Jahrbuch des SchnlvereineS: „Barapluietonerl, eine unglaubliche Geschichte ans dem Wienerwalde, N l a t t. >?ciie von .'.lugo Gcrard Ströhl." llnglanblidi , traben wir an vcr sd,!d,te vor Allem gesunder'., das; sie im .«aiertbeides Teuljd>en Tdinl / Vereines vercsienllrd>t wird. Wir zweisetn nidik, derselbe» t'X't'dfidue nad> Jahren alS einer» ..Trigtnal ,renilleioir Bergani's zu begegnen.. detsen abschritislelleriidier Tliaiigteir in den Kalendern des .Sdiulvereines vielleidit eine reid>e,vnndgz)ibe erwadiien wird.'.'.'Im Morgen fand man den Alien >dcn .Baravluieionerl' lodi: er. war. während, der A'ad>I in. das große Rebelreich liinübergegangen. Tie' l^länbigen bekreuzten nd, bei dreier t''.'id,idlte. die Anderen lad,teil : doch hätte man trotz dieser 3pnkgeid>idlt'e Tonerl bald vergessen.- wäre nicht seine Berlassentdiaii nad> einigen Wo-chen nrncr den .Hammer gekomuren Seine.Berlasientdiast! .Richts als Blnnderwid der' beeidete Sdlätzmcister zn B'-vtokoll gab. Weil das 3tiibdre» nid)! genügend Blatz bot zur Anctio», -ivars man die Habieliizlciten To.rcr'.s ans die Straße hinab und idintt zu L-.ren Beranßerung an'- die Bi eist bietenden. n> e i polnl.sdie Kasiane, weld>e gerade das S t ä b t d| c rr mit i h r e r A n >v e s e n beit b e g l ü d t e tt. fiele n sofort ioic die freier -über den Hansen aller, Xibgeb r a n ch I e r .K I e i d n n g s Ü ii ck e n n d M o b e I b er, r i t i e i: l r ä d> zend und guitsd)end sich gegenseitig die la'p p e » - a u s de n Hän dx n und in a d>ten einen io ld>en H c i d e n j-p e< I a 1 e t, d a f; kein ande i e r '.l\' e ii f el> in e b r z n in Anbote gelangen konnte 3ttut für- 3ltiet wurde nun von ihnen eingeheimst, und so'kam denn and, der alle Reqe,iid;irnt, das allbekannte Attribut des seligen Bäravlnieioi.erls. an die Reibe Binsetid spannte ihn einer der-pol,ijsd,en Händler atu: da snhr ein heftiger Windstoß über den Heiltet! Blatz R e g e n ' d> i r m n n d der daran hg ngend e .He br ä er ba u m eilen i tt d er V n st — ein Uincf f*— nrtb der fietidtenbe Kanier folterte über das Straßenpslaster in die tröste TaS alle Regendadt aber tanzte Instig über die Tächei weg und ver'diwand ans Rimnierwicdersehen!"' Tein a>-ronartliid, aiittiemitiiriien Sdilns; der t''ejd)ubte’ ist ein Bild beigesngi, weleltes die lünstlerisdte Ergänznng des TcrieSbildet und sehr gut als Bigneite t'ür den Tiielkops eines noch zn gründetiden anltieiniklsdien Blattes -verwendet wdrden könnte , Eine gleid, geichmadvolle, zwedenispredlende l.'isttutg bot and, die svestidlrist, wel'dle bei dem am?>l. Mai int. Siadtparke alnzehaltenen liederfeste von zarten. Tämen Händen zn Estinsten des Sdiulvereines in Berkehr gefetzt wurde: „Tax'. 'Reueste fürs dentidle Bolk in Sesterreid, " Ein „Schul"veretn ist auch in der Satire an gewine listenzen gebunden. Wir wollen hotsen. dch; Einsdininggelnngen n In „Barapluieionerl" bei'etwas mehr Ä»s inetkiantkeii der Z!>ereinsleitnirg tün'lig verniieden werden, sonst könnte der Sdinlverein dcS ehrenden Epitheton „Sd>mnlverein". welches ihm ein ariidler Witzling ans der linken Balnigane znerüinrue, i-erlustig werden Tie Zetten des .Koketlirens nach zwei' Seiten und vorüber. 'Tie heutige lgge der Tinge fordert von Jederinattn ein osienes Einbekenntniß feiner (sstiintprincipieri, sonst kann er leidtt zwischen zwei Stühlen';» sitzen kommen. M. M. i Ercriic bei einem leidieiibegiiiiiziiiiie.) In Hernals kamen Samstag beti -ü. Mai.beim Vetd,enhegäugm,fc eines judi^hen Mädchens Ercene vor, -deren in europäisdien Gegenden mir Antisemiten fähig sind. In der Sdinhinartrigane Rr. fr-I war ein’ Rsiähriges Mädd,en, Eharlottc Sdlwärz, an lungentubercnlost' gestorben, und die. leid>e sollte zur Beerdigung aus den Eentralsriedhof überführt werden. Rach dem jüdisd>en Ritus darf am SamSlag eine leid,e erst dann vom Hanfe weggebradlt werden, wenn sd>on Sterne ain abimntel sidltbar sind. Ter leschenwagen kam jedodl etwas früher und hielt vor dem bezeidineten Hanke, kstiin sainmelie sich eine größere Menge' nm das einfache Gefährte an, und bald erhob sid, ein wildes lärmen und Schreien Man hörte die Rufe: „Hnrrali, Hnrrah, wieder ein xtud'! 'Rieder mit den Juden!" und Aehnliches. Endlid, 'rar der Moment ein^ wo die lei die auf den Wage» gehoben wurde: und aitdt dieser traurige Acl vollzog sid, unter den höhnischen Rufen der znmeist auS jungen Bnrsd>en bestehenden Bienge. Rach der Sprad,e, weld,e gewisse Bolfsmänner und Kanzelrcdner sowie die ihnen »atsestelienden Blätter führegr, kann man sidi über derlei Ausschreitung einer sittlich verwahrlosten Ät'enge nidll wundern. (Tic „provocalorischc" Rclkt.l Am 1 if. Mar Abends waren der Phil.-Tr. Wilhelm Kraus und seine Eousine gräulein Johanna Schreiber auf dem Heimwege aus dem Prater begriffen. Am Praterstern bot ihnen ein Blurnerrmädchen 'Reifen an. Herr Tr. Kraus kaufte, ohne viel zu wählen, eine weiße'Relke^und reichte sie der Tame, welche sie am Gürtel befestigte. Gleid, darauf wurden hinter ihnen höhnisdie Ruse laut. Eine aus drei stRännern bestehende Gesellidlast. welche den Beiden folgte und' in arnisenritischer Weise gegen Inden loSzog, war die Urheberin dieser Rufe. AlS jedoch Tr. ätrauS und seine Begleiterin aus bad. herausfordernde Benehme» der drei Männer /