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Freies Blatt · 1895-05-12 · 162 (12.5.1895) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
IV (1895)
Issue
162 (12.5.1895)
Date
1895-05-12
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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:7r. Id". freies f> dcS Gesetzes über -ic gemeinsamen Angelegenhcilen der Mon >i>>ni.' sogar daS Recht, das ausschließliche Ermessen der administralivcn- B i-vrden an die Stelle deö Gesetzes z» setze». Ich glaube, zur W nrnng unserer Staatsgrundgesetze ist eö »vthweudsg, daß diese -»- rirung des VandesvertheidigniigsminislerS hier im Hause besprochen iv damit eine solche Einschränkung nicht widerspruchslos vorübergehl damit nicht andere Minister sich daraus ei» Präjudiz ableite» könne» __ ^c.' stelle daher den Antrag, die Tebnilc über diese Fiitcrpellations >- i.vortnng;n gestalten." Dieser Antrag wurde jedoch von der airitäl des Hanse» abgelehnt. .Tic sticisc dc» stiuiltilis Astliardi.) Tie Erklärungen, welche d... -.»uzarische Ministerpräsident über die Einniischung des päpstlichen .ns in die innerpolitischen Angelegenheile» Ungarns ab gerb, haben F. a nach sich gezogen, deren Tragweite wohl keiner der betheiligten F eil vorhersehen konnte und noch heule Riemand äbiehen kau». T sächsle Folge war ein Eonflirt zwischen dem Minister des n nnd Baron Banssy, indem der Erstere die Erklärungen ü ingarische» Ministerpräsidenten in brüsker Beeise dementirte und ' -,n„ seine Demission überreichte. Tie dem geineinsamen wie dem ni - shlm Ministerium drohende Krise wurde augenblicklich beschworen, . in dem ungarischen Ministerpräsidenten mit Zustimmung des Grasen si.. :» die Erlaubniß ertheilt wurde, dein Reichstage jene lAote;ur K nß zn bringen, ans welcher er die' Berechtigung zu seiner Er i: : ableitete, der Minister des Aeußern theile voiltoinmen seine ■j; ., nung über das Borgehen des RuutiuS Agliardi, welches in der ,s höchst taktlos gnalisirirt erscheint. Durch diese deinungarischen c: i isches ertheilte Genuglliuuiig sowie durch die an die Bem « es. Auing der Rote sich knüpfend: Besriediguiig der politische» K - 'chien die Vage wenigstens vorübergehend beruhigt. Run grisien a. österreichischen Antisemiten nnd Elerieale» die Sache aus nnd st...- stch über den Ton der' Rote des cleriealen (grasen Kalnolh, >r u dieselbe auch eine exceptionelle Stellung für den päpstlichen B, . ii'ler zu roustruire» bemüht war, womöglich »och empörter als : Erklärungen Banssy's. In zwei Anfragen an de» Minister pi in .neu reclamirten sie für den diplomatische» Bertrcber des Papstes s. i ch das strecht der Einmischung in die iiinerpoliti'chen Angelegen- ii und rollten damit die ganze ultramontane Frage ans. Schon;. halte die Einmischung eines auswärtigen Diplomaten in die iii.i. >> Angelegenheiten des Staates alle wahrhasl freisinnigen Ele nie i. ans Seite der ungarischen Patrioten gebracht, und Tr. Krona w 11 e r hat namens der demokratischen Bereine in einer telegraphischen i i ailnetundgebung diese Stimmung interpretir t. Run. da die . i ireilaiionen V ied) t e ii st ein nnd T i p a u l i die Frage andi ans ichiicheö (Gebiet gezerrt hatten, sah sich and) die Bereinigte Vinte : uit, dieses Borgehen seitens der Elerieale» als Eoalitionsbriidi . .idineii und von einer nnzweidenligen Erklärung des Minister- . .'»len eine Klärung der Vage zu verlange». Fürst Be indisch; .- fertigte die Interpellanten ab, indem er die Sonveränetät des T nies, auch der Kirche gegenüber betonte, im klebrigen aber von , icedne, die Beantwortung von Anfragen abzulehnen, Gebrauch. I ie. Fn eingeweihten Kreisen will man wisse», daß eine eventuelle . ugung der Eoalition nur eine von den Elerieale» beabsichtigte i '::»g gewesen wäre. Mittlerweile hat sich die Vage »citcrlidi r .igani verschärft, weil das kaiserlid>e Handsd>reiben cku den l>srasen ei», welches desien Temission ablehnte, ihm in ungewölinlich '-er' Weise das Bertraue» aussprad>. Dieses BertrauenSvolum in i Augenblicke, hat die kaum verbundene Wunde nencrltdt znm ' .•'■•Mi gebracht, und so steht man denn and, in llngarn vor neuen -•.men. Tie nächsten Tage können uns wieder mehrfache Krisen . ■!•'». und wenn der Monardsie die hedenklichslen Berwirrungen ' - ii, so tan» man sid) dafür.in Rom und bei seinen Anhängern Heil. -Ans forkschrikklichc» Bcrcincu.) Fm sonsdiiitilichen Wähler >e für den XIV. und XV. Bezirk wurde vorige Woche, nachdem bsralhSgbgeordneter ' Tr. E r n e r die ' politische Vage besprochen »ach einer lebhaften Debatte folgende Resolution gefaßt i . eie denlseh sorstcknstltiche Wäblersdiist verlangt von itiv-n -A*fantam■■ e» mir ein neues FenbaNei: an den sreistnnigen (V>ru»dsatzen, eonder» auch i>S Beihätige» derselbe». FnSbe-'ondere ist de» r>id'd>rinlid e» Tevdeuvn l ab der Coalitioii und alle» de» deul'che» Besitzstand langirende» Be ■ •ä,leiten von »nbernsener «eile der tränigste Ltzide,stand 'eiiee.s der Ber » deui'äie» Vinte» entgegeinm'etze»: ans die rastbe Bern i>tli bnng des der deizeiiigeu :>!egier»»g bei ilnei» "lnn'anliiiie angetnndna II pro '.'s in alle» »eine» Theile», hanpisäckliäi aber im Punkte des Ltzabl »»d der Esteichberechiigmig aller SiaaiSbiirger mir aller Emstbiedenbeii •nigin. Bei euvaiger Berbindernng der Tmchlubrnng dieies Programmes i'■:• e.nes Tbestes der eoalirle» BmideSgenone» bat die demich liberale . Statt. Seite k» . ■ ' '• < Partei die zwectmasttge» Evire.me»;,-,, :i!-en. Uri.- dnser •Boraussepmig voll« der fort'chritiltckü- B-ählervetem .-eiv.-ch libe.aien Partei - das vollste Beinane». lE'arl v. didlürtltr.) Tas Ableben des RoiarS E.nl. Rittei v. Slsck>banr!ist ei» id>wei'er Sdstag für das 'angessrendige Wien Als Borstand des berühmte» Männergesangvrreines hat der Berblichene sid) um die Pflege des deulscche» Oseianges in der Metropole des österreidiiidien Kaiserstaates nnv'ergänglidie Wer die» ne erworben Ä lscchbanr war aber auch sielS ein ton>d>riniidi lind hnman gesilintcr Bcaiiii, ei» warmer Anhänger der stceditsqleidibeit. Tein Tod erweckte dieregste Theilnahme aller Wiener Kreise, die für tünstlerisdie oder hnmaniläre 'Bestrebungen Sinn haben. Audi M biesige Benin zikk Abwehr des Antiiemliismus verliert an ihm ein ansgereid>neles, psttdit eitriges Ehrenmitglied. 1 llllfcrc ('ilillllictte'ircilicil. Ein,> ed|i drastisd>eS Sireislicist au' die Handhabung unserer en»>emeuielle!t (^eiei?: wart eine ElerichlS Verhandlung, die am ’J. Biai vor dem Sira'richl.r des VI. ilZezirkes 'stansand. Tie Borgeichtchte die'es Proeen -s war folgende i Bis gegen Ende des Fahres ls'.i.| g.,|, rs in de» Wiener Eominunal-Bolls- und B»rgersd>ule» .Kinder, weldre in her Rubrik ,,Religionsbekenntnis;" als eonsessionslos eingetragen waren. Ter neuen Strömung l'olgend. richtete der Wiener Bezirksichnlrath in, .Cetebei rguug,".i Jahres an all: Selinlleilnng n den Antlrag, ei» bejond.-rs genaues Berzeichuiß der als eonsessionsloobezeichneien .Kinder aninieriigen, dainit iibcv__ deren Religionsbekenulniß -e»t>d>ieden werde, linier di^'en Kiiideni be fanden ■ fid) auch die vier Tödster des im VI. Bezirke wobiibaklear Sdt»hmad>ermeisters Foset K.vltek. Tas -iiiaglsnaii'iche Be uksaml Mariahilf bezeidinete di^se vier Sel>>ileri»>ie>! nnnniehr als römisditatboliidi, da Foiei aiottek »iechi in der Vag, sei, das Religionsbeteiinliliß seiner Kinder redststnritig in belegen. FinFolge denen wurde .Koltek verständigt, daß seine vier- Tochter von nun ab als ^bini'd) kaiholi'ch zu belrackuen seien und den lailwlisdien elnligionS' iimoiiid)t bejitdie« m ii i i e ii Köttel jedoch 'vertrat den Standvnnkl. er lellist sei schon-zur -Feil, da die .Kinder nock> nicht geboren wäre», eoufessionslos gewesen, 'eine .Kinder seien daher gleidi'alls ronsessionslos.'- inid er löste sie den .latholi'ehen '>celig':onsuiilerrid>t nicchl be'uchen' Ta er bei dieser Weigerung blieb, ivurde er vom Bezirksjd>»lralbe;n einem (Bulben eldbus;e.' eventuell zehn Stunden Arrests veruriheilt, wogegen er den ilceenrs an den Vandes'dnilraih ergriff. Te>- niederö'lerreidiisd>e Vaudessdiiilralh entidtiei, es sei vorerst das Religions betenntnis; der vier Madeliei, dnrcki bel,-öi'd!:che Enn'cheidiing festzustelle» Ter Bezirtsschnlraih leitete nnumehr Berbandlnngii - in ,,„d erkannte, das; die vier .Kinder „;weitellos t'aiboliseh" l ien. Koiiek recnrrirte an die Siatlhallerei, welch: jedod; die Enifcheidiing d s Beziitssd>nlia;bes bestätigte, weshalb er den ilceenrs an das llüierridstsministerinm ergrisi T h n e btc E »! i d> eidn n g >;ber diesen' 'ilceenrs ,a l>; » werten, wurden die vier Töcliier Konel's verhalten dem t a l h o l i s d> e » '>c >' t i ei i o n s n n e r i eh t e a n; it iv v l, n e n. ivogeg.-n der. Batet remonstrirle 'Am - a Februar v. F eridsien 'er nm ."> Uhr 'Radimitlags in der Mäddie» Bürgeri'dmle iti der <^,impe„ donerstraße. Eben wurde die Elaste,' in welcher sid, seine Tochter 'Antonia besand, vom Katedzeien I'. Fobann Pauholzer. »nier Assislenz dreier anderer Vehrkräsie aus dem ^eiehen'mrle i» fixier anderen Äral zum stceligionsiliiletricchle ge'iibei, als .Koltek anlangt: und seiner Todiler untersagte, an dem. :>,iligiansnnterrid,!: stieiizniielmien. Trotz Ei»iprud>eS des I'.. Panlnstrer nahm er dann 'eine Todster hei der .>>i»d und sühne sie ij>n.!' Paiiholzer ging ilmnad>, um ihn;n überreden, allein er wnid, amn Köttel mit dcn Women abgewiesen: „Mit Fbue» Hab' ich »ichis;» nden! " liebe: diesen Borlall erstallele der Tireelor der Anstalt, Franz'Kopetzk.n. die Anzeige, nnd .Koilek Halle stdi vor dem Sir.isii.lner des \ I. Be zirtes wegen Einmengung in eine Amtsl>a ndln ng;n v-i antworten. Koltek verantwortete sid, dalli», der .^waiig; n n katholischen R e l j g i o n s ii „ t e r i d, t e fei derzeil u nges'etzl ick. da der bei m l> n l er r i d> ls m i » i si e r i» m a n t, ,i n gige Re„ r s n odi n»ent'dijeden tei. Tes Thaiiächliche» war er geständia Pauholzer gab als ^enge an, daß der Angellagte;war den Anstand nick, l veVletzie, daß Mbev denen Borgelien Stfemückes '.Aergernist" liervorrief. Ter :>cid,ier erkannte, daß eine Amtseinuiii.li ins vorliege., nnd vernnheilte den Angeklagten z» einer l'öeldstra' von lüns tBnldeu. Ter Angellagte meldete Miin-eo 5dm!!', trr. staalsamvailichanliche Fiüielionär. gegen das Snarrnsmas; di. 'B, rnfnnq an. . . Hoiiuilllstsvl'Ilt ^Ilsikllv.' Ter Antisemiicsmns zeitigt bei uns herrlidie Früchte, und besonders die herailwach'ende Generation scheim eine ganz nette „Propaganda der Thal" üben nt wollen. Fn ein. Elasse der gewerblid>en Borbe«itlings>'d>nle am R e u b a u-hesii-.s st .

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