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Freies Blatt · 1895-04-28 · 160 (28.4.1895) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
IV (1895)
Issue
160 (28.4.1895)
Date
1895-04-28
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Nr. 160. Freies Blat». 1 .»eile ..Erscheine! so zahlreich alS möglich bei der Wahl und vereinigt eure Stimmen aus Tr. Engel! Stammesgenoffen! Lasset euch nicht durch Verleumdungen von Agitatoren verleite»! Auch euer Candidat ist ein wahrer .sialholik! Klaubet „ilbt, da» der antisemitische Landidat durchfalle» wird, wenn ihr eure Stimmen dem tschechische» Caiididaten gebet. Im schlimmsten Falle wird die Wahl uneiitichiede» bleiben, und wir-werden bei der Stichwahl so stimmen, wie es der Bortheil t,-r ganzen Nativ» erheischt." Tiescr Wahlaufrus, der jungischechischen „Frei sinnigen" vollkommen würdig, klingt sehr bcrubigend für die Wiener Christlich Tocialcii. l„Tc»tsch-»alionaler" Verband.) Zur Frage der Gründung einer ecntsch »aijonale»" UnlerverbandeS im Burgerclub wird der „Ostdeutschen Rnndichau" geschrieben: „Die Gemeinderälhe Tr. Räder, Tomola und reit »er haben Tienslag erklärt, dem deutschen'Verbände, dessen Gründung r>on een Herren Gemeinderäthen Po l z h o s e r und Tr. P o m m e r betrieben wild, nicht beizutrelen. Dieser Erklärung dürste sich »och eine größere Anzahl von deutsch nationalen Gemeinderäthen anschließe», so daß die vom Gemeinderache Volzhoser mit so viel Eile begonnene Gründung keineswegs zum Lammet- -.lave läinnillicher nationaler Stadlvertreler werde» wird. Diese Wendung war roranszusebeii, nachdem Gcmeinderaih Polzhoser im Vorhinein als Obmann de» neuen Verbandes genannt wurde. Seine Zeugenaussage iin Procrne Fiegl Folier in Wiener-Reustadt macht es jedem Deutsch Rationalen ciniach nn- ".nöglich. einem von ihm gegründeten und von ihm z» keilenden Verbände an-, uig-chcren." Ansgezeichnet.) I» einer Versammlung des.' Christlich iocialen 2»es machte Dr. Pse-ined folgende Aeußernng: „ES lbut dein leuigen, der »iedergedr ückt wird durch eine» Christen, ebenso w>: . als wenn ihm die Concurrenz durch ei.ne» Inden bereitet Ter Ausspruch Psenner'S ist ausgezeichnet', kein Freund der Abivelwbeir eung lönikte das Widersinnige und Ungerechte der Anti'emitiSmus bencr vel..,beben. Vatriotisch-katbolischcr Bolksvercin in Riederösterreich.") Bei der Feier de? ' u'undzwaiizigjährigen Bestandes, welche der „Palriowch-laiholische VollSn> Riederösterreich" vor Sturze»! beging, wnrde stark antiseinitell. Ter Wi.' h.isisbesiyer Anton Ruf predigte den Slampf gegen die Juden und .Ivd, »liberalen", warnte aber zugleich vor einem Auichlliß an Schönerer! T: A-orzer, ei» SlammeSgenosse Spitzer Weimar », belbeueite, daß die Ebr:".:« Socialen „Fleisch von unserem Fleische, Blut^von unserem Blute" ,n:d: Freiherr v. B i t t i » g I> o s s - S ch e I l hielt eine Lobrede aus Tr. Lueger. Tic ' :'iniumSfeier wurde auch durch die Äi»ve>enheit de» Fürslerzbl'chos» von .,!?ge;eichnel, dessen Jnlenlioiie» kaum alle Redner entsprochen baden Schoncriauisches Geld zu 7' , Percent.) Ter Schöueriauer-Verein „O st- " g.bl an „Volksgenossen" Darlehen, dam.it sie'nicht in wucherische Hände Eu t '•;» solches Darlehen erhielt auch rin SteuerauuSosfieial, der znm Con> :rc.. .' ineirle und bchuss Uebersicdlung ÜOo fl. benölhigle. Tie Bedingungen, nm-. ne» er das Geld erhielt, waren folgende! Zuerst mußte er Mitglied :.! ..T'nnark" werden, dann eine» Wechsel aus den entliehenen Betrag aus sieh .. :,clcher..vou seiner Frau und zwei Bürgen ginn war. Einer dreier B>": .! war Herr Jcrzabek. Sedan» verpflichtete sich der SteueramlSeonirolor, kliin 7' „ Jalzre wöchentlich 1 fl. 92 Ir. einzuzahlen TaS Geld inußle er zu .! ..! 7 .. Verccnt verzinse». Rach Ablauf dieser Frist sollte die „Ablheilmig", der er 'olle, aukgelöst und »ach Abzug der TarlehenSsummc der restirende Oiewin - .ni die Theilnchmer vertheilt werden. Ter Sleueramtscoiilrolor Hane önr.i niigesähr vier Jahre bereits 41f> fl. eingezahlt, als er inil mehreren Ran in Rückstand gcrielh. Daraufhin wurde der Wechsel eingeklagt unh, da b.7 . -steiler nicht zahlen konnte, der Bürge Jerzabek zur Zahlung herang>">. . . ,°„» Verlanfc deS handelSgerichtlichcn Verfahrens machte nun in einer Tl'v.:. t.r Vertreter deS Geklagten, Tr. Ignaz Fränkel, eine Bcinerkung, das: '. Uinslände, unter denen der Verein „Ostmark" dieses Darlehen gew. ..: einem Vorgänge bei unredlichen Credilgeschästen, wie er im Wncherge>n, behandelt wird, gleichkomme». Aus Grund dieser Bemerkung trat der Vel':a,ld der „Ostmark" gegen de» Advocaten und seinen Clienten klagbar ans. Ta : .'och zur Verhandlung, welche aus den 19. d. M. anberaunu war, zur ''eßi'-i-'epteu Stunde sich nur der Vertreter der Angeklagten, Tr. Edmund V - n e d i l t, einfand und kein jkläger -drschicn, ging der Richter mit einem Fr .'vrnche vor. Wir verdanken den voranstehenden Bericht der Sorg- '?!!. mit welcher, P o l o n s k i die wirlhschastliche Thäligkeit des auch von ihm Zlu 'ü eintreibende» Georg Schönerer vcrfolgt. 'Ausschuß der Haudelsgehilsen.) Rach einem heftige» Wahlkainpfe, der ,u blutige» Zusammenstöße», Verhastungen rc. führte und auch gerichtliche Aa.h'pjele zur Folge habe» dürfte, schlossen die Wahlen für den Ausschuß der H-md.lsgehilsen mit einem Siege der Antisemiten. Bon 19.000 Wahlberechtigten machten 6490 Bon ihrem Stimmrechte Gebrauch. Es entsielen aus den bisherige» christlich-socialen Gehilsenobmaun Julius Axman» (beider jütischen Firma Leopold Pollak) 3830 Stimmen, während der social-demokratische Caneidai Julius L u ch m ü l l e r (Commission-Haus Günther) mit 2660 ans klimmen i» der Minorität blieb. Mit dem gleichen Stimmenverhältnisse wurden die übrige» Candidaten der Antisemiten gewählt lTik Steirer in Deutschland.) Der „Ostdeutschen Rundschau" wird .Hamburg geschrieben: ,.Am Abend, des Bismarck Tages der deutschen Ost inärter vereinigten sich die Steirer und deutschen Studenten der Cimurt 'zn einer gcinüthlichen geselligen Znsammcntun'l im Rörddeuischc» Jugend» dun d e in Hamburg. Anivesend ivaren Mitglieder, kr» 'Rorddenl'chen Jugend bundes, des Vereines tzr deutsch.iocialen Resormpariei, de» Alldeulschell Ver bande», des TrntschbnndcS Tr. Friedrich Lange'? und des deutsch nationalen, HandlniigsgchilscnverbandeS. Ter Vorsitzende deS Bundes, Herr H. »! u i borst, erönnetk die zahlreich besuchte Zu>'am»ienku»si, indem er kurz die Gaste begrüßte und die Ziele des Bundes klarlegte. Ter Bund habe es stelS als Hauptpslicht betrachtet, »in den draußen stehenden BollSgenonen enge Ver biiidungslädc» zu knüpke». Wiederholte laute ZustimmiiinzSruse be»<tr>en, daß e i n. Geist die Ver'amnilung beherrschte llnicr dein Vorkipe des Herl» Architekten Stärk ans Graz sprach dann Herr Trv M ü. h l w e » t h in zülideiiden 'Worten seinen Dank anS', Herr I»r. Jose'' Schön «eierre den eininiilhigen stanips der geianimlen, nationalen Jugend des Reiches und der — stniark; Herr Raa b, der Vorsitzende des Teutich-iocialen Reiornivereines, schilderte in -knimorvoUsr Weise die verbotene Schöncrei Verrammlung vor drei Jahren: der Oberlehrer' Tr. «"öring verglich de» F reibe i t stamp s der Schlesivig .Holsteiner mit dein der Ostmark. ^cn irovigen llvk'Jens Lorni'kn in i t S ch ö n.e rer: Herr Muli l wert h"»ah'»i nochmals das Wort, indem er die .Hossiinng ans sprach. Helgoland »lege »in ' da» legte Stück deutscher Erde sein, das den Anschluß ans .'* ■ iammlreiä, erreiche! Herr Langhaus gedachte der Wiener Genie,.ide. rathswablcn. Während dann Herr Radels Roilienvieler den Veriig über .iiahm, sprach .Herr Schobeb ans Mahrenberg dein Tbni.anii des Jag'üd blindes, -Herrn 2>knthorst, den Tank der Steirer ans: Trd- Ldii'elme »»' überbrachie die herzlichen Grüße des..Heimdall iuGraz.: Herr c^oll'-., S.l> ><' leiter des Tentichen Blaues', verlas die :>iede, die Bismaret am' Viorge» ge hallen hatte. .Herr Seeiried pries Schöiierbs, lind brausend stieg drr Sang: ,'Weu» Alle nntren werke»'. Ten zahlreirlstn Leipzigern und Herrn vv» , .-> Schönerer wurden Trahtgrüße genindl. Es lserrichte allgemeine Begeisteinng »»d freudige Uebereiiistiiniining. ES ivaren ein paar iet'öne Stunden reiner Freude Möge „lemals das Gefühl nnierer Znsannnengchörigleil erlalten. Heil Bismarck!" Tie Taktlosigkeit deS TbcrlehrerS Göring, welcher die Deutsch vstcrrcicher mit den gegen dre dänische Ficnidhcriicha'l kämpseude» Säucsivig Holsteinern'und Schönerer »iil live Jens Lorusen verglich, dessen Lebensende belannilich sehr, traurig war, ist selbst kür einen ungeichicklen 'Schulmeiiltr zu stark: allein sie ist eine ivahzr Lappalie'angesichts der Auslasiiinge» des .Heiru Rküblwerih, welcher dem Wniikche nach" iveireren Anschlüssen deutscher erde an daS „Gkka»linlreich" Ausdruck gab. Sollte dieicr Herr mit dem Advocaten Albin Ritter v. Müblivenh in .'iirchberg a. W. identisch sei», >'o war. ör sich ivohl über die Bedeutuug seiner Aeußernngen bewußt. Iin Munde eines deui' ichen „Ostmärkers" nehmen sich die Worte: „Helgoland inögc nicht das letzte Stuck deutscher Erde sein, das de» Anschluß ans Geiammtreich erreiche" — übel genug ans; sie klingen wie die. Bitte: „Auneciirt uns doch!" Mag dieser Here Müblwertb vielleicht auch nur an Luxemburg oder die Ssi'eeprovinze» gedacht haben, deii Schein - laudesprcisgederischer Tendenzen bat er .immerhjn ans sich lzeladen. Und daS geschah, nachdem Fürst Bismarck den Steirern ans -Her; gelegt hatte, sich enge an ihren Landesherrn und an ihre Tnnastie an zuichließen, wie ja auch vorher die Tentichen aus dem Ezarenreiche von ilnu nachdrücklichii ansg'ekoidcrt worden ivaren, die gulen Bezielningen zn Rußland ja nicht zu stören! Für unicrc Radaubrüder/existirl onenbar Bismarck nur als TcinonsiratloliSobjeet; sie schenken il»n aber keine Bcächluug. wenn er sie ermahnt, Anstand zu wahre» und.Raiion anzunehnien ' — Das „Berliner Tage blatt" vom 19. d. M. berichtet: '„Ans dem gestrigen Cotnmcrie der von Friedrichsruh zurückgekohrte» Steiermärker bat es einen Mrßllaug gegeben, der sich leicht hätte vermeide» lassen, ivcnn chie Einladungen, die von dem hiesigen Bismarck Äusschusie ausgegangen sind, geschickter vorbereitet worden wären. Tie Steiermärker, die als Teputation nach Friedrichsruh gereist waren, sind nicht als Vertreter des steiermärkischen Oesterreich zu betrachten, sondern sind ans gesprochene Deutsch.Rationale, d. h. Anhänger jene politischen Richtung in Oestencich, die. .. für ein .Alldeuiichländ' Provagasida macht. Ties tarn zum Ausdruck schon in der Ausschmückung de» Saales i>» Arnim'« Holet,, ivozii zwar deutsche und steierische Flagge», jedoch keine einzige Flagge in den österreichische» Farbe» verwandt worden waren. ES kam ferner zum Ausdruck in de» zahlreiche» Festrede», die fast aüs»ah»islos i» einer Lobpreisimg ,AUde»tschla»dS' verliefen. Ru» war aber auch eine Einladung an de» hiesigen .Verein der Oesterreicher' ergangen, dek solche» Tendenzen durchaus sernstehl, und dessen Mitgliedern eS »ichl ciiifälll, sich ser» vo» der Hci.uar )>>chl als Oesterreicher zu suhle». Tie Herren waren »ichlsahnend der Einladung gesolgi und mußte» nun allerhand Tiraden mit anhöre», die mit ihre» eigenen Ge sinnungeil keineswegs im Einklang standen. TaS war di« eine Eiuladnugs. Ungeschicklichkeit, die der Bismarck-Ausichuß gemachl haue. Tic zweite bestand darin, daß auch der aulisemilischc .Deulschbund' herzngezogen war und dies die

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