Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- IV (1895)
- Issue
- 159 (21.4.1895)
- Date
- 1895-04-21
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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CTr. 15!' __- .freies (Abdill Hamid »Nd dir Jlldril.) Man schreibt »ttS aus C o >,- siantinopcl vom \'l. d M.: Seit Jahren^ schwebt ei» Streit;roiid)cn den im Sladtthcilc Phanar lebenden Griechen nnd Inden, der nviimehr vor Beginn des jüdischen PafsahfestrS vom Sultan Abdul Hainid zu Grinsten der Juden entschieden worden ist. Tie Juden im Phanar hatten vor Jahren eine Schule für Waisenkinder errichtet, pjf sich allgemeine Sympathien zu erwerben wußte. Tic unduldsamen ti'ricchcn verlangten, daß die jüdische Schule in einen anderen Stadtthcil verlegt werden soll, mit der Motivirung, daß für dieselbe innerhalb pc$ den Griechen von der Psorte angewiesenen Territoriums zur 15p viditittig von Kirchen, Schulen, Spitälern :c. teil, Platz sei. Tic Inden beriefen sich auf eine ausdrückliche Erlaubniß der Pforte,, im Pbaliar unbeschränkt gemeinnützige Anstalten errichten *,n dürfen. Tie Griechen, die da wähnten, ihrem Judenhaß und ihrer Streitsucht auch in oonstantiiiopel fröhncn;u könncn>, wurde» »nninchr eines Besicrcn belehrt. Sultan Abdul Hamid entschied vor wenige» Tagen, daß die Ende» im Plianar unbeschränkt und »»behindert Anstalten für Uiilcruchi», nnd Wohlthätigkcitszweckc errichten dürfe». Dieser Beschluß ivnidc. berciiö dem Vorstände der Judcngcmcinde und der Leitung der griechischen Kolonie mitgctheilt. Gleichzeitig spendete der Sultan 10.000 Francs für die Arme» jüdischer Confcssion, nm dadurch sein besonderes Wohlwollen für die Juden zu dociimcntiren. 7lus antifcmitifdicn Vereinen und l\r= , fammlunacn. Aus einer Margarctdeiier Vkrsaii»»lnilg./J» einer an» Anlaß »er ge u». Be;irl»a»»>duzßwahlen im V. Bezirke abgehallene» Antisemiten ... mnnlniig ergriff Tr. tzueger da» Won, «in über die bentige Sunanon .n, ätaihhaüie 'eine Meinung anSzuiprechen. Er iagte unier Anderem: Tie .u . ite Bariei wisse nicht, iva» sie llmn iolt: es werde viel von den Mandat» r-"'legungen gesprochen. Ta? ici lauter Schein, lauter kiige, um die Mute id.riolvein. Einer, der einmal im Siadlrailie sitze, der lasse von 'einem! u nicht <0 leidit lo»; den iniigtr man mit einer tzocomoiive ipegzieben -':>u'»-.ith tzneger natürlich anSgenoniinen.» Tie anliiemiliiche Partei zähle im im'naitu’ ist, die gegnerische Pauei «>t> Mann. Aäll Stimmen scheinen da;t Toät wie er diese Herren lennk, glaube er schwel lieb, daß sie bei 'e.muenden Wahlen den Amiieinilen ilne Sninmen gebe» werde». Es sei ^,.1'l vorausznielien dass die Antiseiniten siege» Es iei die» auch besser, ie liberale Pauei müsse voltstäntig abtvirlk'chaüen, dann weide er» der e 'einer Partei gehöre». Bon einem Eomviomiß >'ei nie die Aede gewk'en, >, . .i sei in 'einer Partei gar »iäit gesailen, 'eine Partei luanche tem - .'Miß zu sd,ließen, sie verlange cin'adi da», iva» ihr von rednswcgen Wenn ne c» betomme, iß» gni, ivcnn niäii, daniN gibt'» .'iamps! -i »>e>>e der Pauei vor, daß sie gar nicht in der Z'age wäre, dje Berivallung r:ad> zii 'übren Eine größere lleherhehniug tonne man > d, gar nicht vortln, den Bürgermeisierposlen zu erlangen, werde er 'eine „Prineivicn" '.»'geben, treydem ihm von >cdr maßgebender Seile natiegeiegl " :>. Mdi besonder» im Paria in e n! zu mäßige ». «Wer nur denn e'-r niaßgebeiide Seile> Tech nicht der Miiiiiieipräsideiii >i Entweder er Bürge, ineisier am (ürnnd de» Programnies, da» er vertritt, oder er i» nidit. Tann werde er. eben forilämpscn wie bisher. '-liebende, bemerlt, diele Beriammtniig auch Stellung in der- Slreiliache Bergani-^ - d . n e r e r, und zwar zu Gunsten de» ehemaligen ' Bürgermeisters von -A.m.dor'. Ein Anhänger de» Säilosiherrn von Ao'euan, der '.ksüditern Ei» --i r.mgen zu madie» indite, wurde »iedergc'dirien, und es Kälte »idu viel '. >o N'äre er aud> liinanSgrivorse» ivogbeni Borderhand laßt der Führer idluisilid. Socialen -Herrn Bergani kein Haar lrilminen: wa» aber die Zu ' u in ibre-n Sä>oosie birgt, da» wissen nur die Götter. . '.'ieill Privcipicnrcilcr.t Ta» muß man ihm lauen, dem langiiasigeu u'Zi-ii — ein Principiclirciter ist er niemals gewesen, und er hat auch zwilchen 'Setdimad der Harlberger Bauer» und dem der Aadau-Briiter von Hernal» - . zu mite, scheiden gewnsil. Terzeir bekamvft er da» Großeapilal, nanicnllich der Fremdlinge, aber er versieht e» anäi, AnSnahine» zu ldiassen. Fn einer '!>'"emiienversammlniig 'zu .»il,o st er» e u bu rg madite er — kein bezahlter ’ , mw ro\sit!0iir batte e» bester getrosten— der Firma ülaNion H Shuttlerih eine riesige ilteelame nnd zollte ihr übelsd>wenglid)eS Z'ob für die Z'öhne, "t'e sie ihre» Arbeitern zahle. Zwar find die Arbeitslöhne aud> in -teil Eia- , i'unient» anderer Fahrikanien, sowohl einheimisdier, al» auch sremder, sicherlich b> geringer' al» die in der Fabrik landwirlln'd,ältlicher Maschinen von Elayto» * Shultleworth, doäi der langnasige Prinz »ahm beiieinem tzobliede ans die Ai'che Firma ostenbar daraus Rüclsidu, daß die Bediensiele» derselben, insoweit onerreichische Wähler sind, bei ,cder Gelegenheit in >-or>»>rv für antiseniitischc - -'»tidatkn slimnien. Pillcidit wollte er and, den belgischen Großrapitalisten» die -'->'r eben ein »»isangreirbe» ConsceliottSgelchäft errichtet haben, zart andeute», Blatt. se.Ie i. aus >veld,c Weile sie sich inr alle Fälle 'ie "',-.mü der patenliiten Be'diliver des „kleine» Manne»" sidier» tonne». > . ' ltz'iii ilkner clericaler Bcrciil.t Mau schreibt uns au» Ga»a: „Am - I>> d M sand liier die eon>l>li»reude Ber'ainuit»»-; e»»-» .laiboti'di Polin ichk» Bereine»' statt. -Z». bei selben Iialts» sich iämmtlube Piarrer der Bezirks haupimannidiaft Wana, dürunler der' r'andlagS >md ü>'eid>4ralb»abgeord,>eie Weber ciiigesiniden. Tie .Bauern' wate» durch einige Bürgermeister ver treten. Es tvird gut sein, ivenu die biaven Beivolnier von (Vaua aui den anii seinili'chen Embryo ein wachsaineS Auge haben werden. >Tik ftcierifrtie Hiildiglingssalirt „aä, Friebridisrilh.> Fürst Bismard behandelte die steieiiiche Anliiemilenge'ell'cha'i, weldie »ad, F-riedridiSiuh kam, nm ihm zu hnttigeii, hiunorvoll Er emv'ing sif au« da» Freunclidnie »nr be gliictie eine Frau, .die. ihm ein Bouanet äizS HaidekAiliitz»d Alpenblunien per. ehrte, durdi .'lüste ast> Wange und .Hand Todi trank er au» dein inii-Sleierer wein gesnllle» Silberpotal, der ihm überrcidii iviirde, zueisl auf Se. Majeiiä' den .'iaiser Franz. Fo'ei und dann an' die grnne Steierniarl, da» schöne Testerreidierland an der Tonan unk die Stadl Wien. T'ii eiuei längerenAeke, weldie der Fnisi -uns die -Tepuiationomiiglied.er lueli, hob er hervor, daß a-r beim .'laiier von Se'lerieüti cm edite» deinicheS Herz ge'unden habe, warnte vor nationaler'Er.elnsiipläi in'.'ändern mit genii>chiei^Bevö>ler»»g uildemvia'.u aud, den Teiil'diösierreühern, üdi in möglichst innige,> Bezieluiuge» zu ibrei Ttniasiie zu Kalten. Wenn Bismard'» Woike nicht 'piirtas verbaue», iö werke» i» den küuiligen Ber'aininliingen Terer um Sdiönerer ü.'.it der „Wodil am > Allein", de» „Hei. Tir ii» Siegeslranz" :.. die öi'lerreidü'che Bällsbinnne'nnd ] der Aildetiluinarldi ertönen. - Ans >» r .' z erbalten wir 'oigeud. ,-i." Imit: Tie ,.Lieirer" Fahrt zutis F-ifi-ste,, 'B:sina,il b-lomint .>», eigenibümlrche» Aelier. wenn" mau erivagt. daü 'an ' »miniliche Fru drichsrnber Puger Anhänger i Schönerer'» sind. Wie diele Heii-lU in, '.'iamen :„grünen Steiermark" > >vred>e„ konnten, da» begrei'e, -wer da tann. Wenn ein ..Mardir Teinvi.e" 'ur 'die i'>ra',er SlndenlSn'diail ivridil, mag allen'all» liingeben, das;' abei der von '.>i>'»tit'dieiu in Mätireu namniende v.-un-eniiie "'miiuänaivie'si'or 'an» Horn in Aiedkrönerreich, Anrelius Pr. lze-.. .au' de.- F.rüb>!d^.tsla'ei al» ..Beiiiei.lder grünen Steierniai!" '.in, viil eiiiiii'mol''.- al-, lomiiche» Beigi"di,uad'. Tic liberidiivellenden Beridile der deuiüli nakionalei, anli'einiii'd'd» 'Blauer b,>i-g.->i in ihrer 'Jiaii'ftäi Zengmü j,ber Zengnis;. daü. wie ieiiieiz-,k in Wien, auddie»»ial Fül't Bieniard den denl'di i'.riioiialen Aiiii'etnuen nid,'.» a'.s e-n Pripali'nmilm über „oslei-rei.bi'dien Paliu'iiSin»»" gchalie» bat. Wen» ins besondere, wie die Blätter berichten,- der grei'e ft»!'! die Siitrer :ur Fried ierligteil ermalmt baden i'oll, >o war die» iwe!'.'t»vhue ein „Merl:-", d-eu die noiori'chcn deuiidi nalionalen anli'e,nit"d'e„ S.:änker>w üd, zu Gemnilie lkkk'reu iüllle» 'Hange» wir ,Iirl>cr Aiiderrli Tel „Buiid der >'aul-.i iribe''.'dieiu redit .beredeind" an' de» Tri: '.'iiier Miiglie.'er einzuwirle-». Fn dem Beridil der „Eibmgcr Zein,ng" über eine Bundesrei'ainmlnng belü: es: „ T.-dan» ivies Herr Psarier .'i r a n' e in h n »i o r vo! le r Wei-e, .anlnü'.rend an die BTorie de» Herrn v P-u i l k a »irr: .We^i, die üaudivirlb'-ha'i n» .'MTr m:t ei» '."laudiener ll'nin niueriiege, >o müßlc» nur einen Stritt nebmei, nnd un»awliangd» , daran' hm, daß der Selbstmord eine id-were Sünde'ni-» vrin nivial'.'che,, Siandvnntic aus nid>i zu biUigeu fei. Winn aber nm ieden Preis g bangt inerten »>»>',i>y ie ülilage er vor, die Piocedur lieber an de» Anderen rorzuneAnien. Aedu „Humor voll" das, und and' rrdii—.diiimid'". itrjiic neue „Bolisparlci". i In. Begrüiidung einer aiili'.iniiifd'c» ,,'Botls vauei" ivaren am l-'>. d. M. in Z'eivzig I'.' Telegirie an» v-",'d»ed,'»en Tlieilen- TeiU'chland» ver'aininell, dainnier die ans der Aeiorinpariei von '.'i -'b erm wn n und i m mcr >»a u n hinauscomvumeiilirlc» B ö d e l tzne Adiiv'ardi. Ter .'TrganiialiouSenlwnr' und da» Parleivrogiamm iviirden :n den Hanpivuillte» sestgesetzl Ta».loviere 'o>l i» einer giosie» Beifaitimlimg Mure 'd.s Fahre» end giuig scngeiielll weiden. Es'ivnlde die vorlansiize «''ibeunl'aliung der Beratlningeu br'dilonen. anlisemitiscix'n ^5Iällt'rn. ,Bergani'S Adel und einiges Andere.^ Tie Wahle» und vorüber nnt die emliseiniliidien Zrilnngogeidiä'lSml abei könne» sich datier ivied'lf den Nun» eine» gegenieiligen Eoiicurrcnzkainv'c» 'in k-e» eidilierislen- Formen genatieir. Bor, einiger Zeit bradüc e» W o i s dahin, daß B e r g a » ein höchst eimrag lidic» Inserat, welche» der „T ndentichen Annd'chan" ver'agi gcbiiebcn, „sdiandcnhalbcr" ausgab, bald daran' idilng sür Bergan, aber die Smnde der Oiadiv. '.ifadi den Gemkindciaih-Zwahlen brachte Wolf in Form einer Tänlc» erklärnng der denlsch-nationalen GemcüidcrälKe an ihre Wähler ein Fnicrai. da» in seiner sialilichen Größe gewiß eine ganz re'pectable Bergninng der von der ,,'Tsld'enliche» Rilnd'dian" ivährend der Wahltage bewiesenen llcberzengniig»- trenc bedeutet hätte. Tazn ließ e» aber dicomal Bergani nicht lommen, indem er nun seinerieilS wieder die -Trommel der sitiluben Enirnsinng ichlug und Wolf >'o zu dem saueren Sdiriire »ölhigle, aus die Eiuhebimg der Fsi-eraie»- gebühr zu verzichten »nd sid) io zu stellen, al» hätte er nie an dergleichen ged»d)t, Taß dabei Bergani dem Eoneurrenlen einige Univahrheiten und einige