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Freies Blatt · 1895-04-14 · 158 (14.4.1895) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
IV (1895)
Issue
158 (14.4.1895)
Date
1895-04-14
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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Stite 10. Freies bi'gliiefii'iitt'd'en, lm;imi, bae -Kcib fommt niibfv, bn Man» liegt im Kc-chen bett. Sicer r.ru'if? mnfmiiibige Brauch ist bei den civilifirten Bölkern ini Allgemeinen ve-.schwnnden, nur in den rückständigsten Schichten derselben kann man nach Untren der „Convade", wenn auch ans vciänderte Berhällniste angewendei, deutl-ch erkennen. So 3. L läßt sich Ehairn Her'ch 41als*) an . - ii;. Ir eti, wenn die Bergani-Partei einen 4t?ablsieg erringt. 4Loz» legt sich Edain. "(i\t 415o1mh4 4i:odienbett, wenn Bergani mit einigen neuen antiieiniii'chen Geii-etiidciätden niedetkontint? Jabat aber Edaim Her'd, Kols nur 'einem He-.IN lind Meister in Rosenau abgeg'-ckr. Tie'er läßt sich bekanntlich all|ädrlich am Jahrestage der Schlacht bei Ledan non 'einen Getreuen;it d m Liege der dent'chen Truxven über die Fran;o>en gratuliren. Keilers eizäblt inan sich, daß, wenn Ldönerer raucht, Jro >ür ihn cms'pnckt, und daß An, eicht sich kiavt. wenn e: 'einen Hertn und -üReister juekt. TaS 4111 es sind Lpuren des alten Brauches der Ecuvade. V. 0. Tic (yiucn grgttt Sir Anderen.' t.. H. Kol> in der , Cftbeut ■ A e 11 4i 1111 b ■ * aif fo;bett die „dentidi nationalen Frauenaus, ihm als unbeioldetr Ii >era'enagenten bei;ufteben und sein 4tit;eigenge>chä^ zu beben. ichzeitig aber macht er seinem 4teiger fuit über ein Inserat eines von bet di'chen 'aiboli'chen Großcapitatinen in der Mariabilferstraße eirid>teten Confeetionsban'es. Tieies Inierat, das enenbar der int Bet borgen«! blühenden „:Hiiiib'diat!" nicht ziigekominen ist, er'chieu and, im „deutschen Volksb I a 11". und di H. Kol' veischarri sich Geiiugidunng für die „Zurücksetzung" durch 'olgeudes Gezchtinv'c-i „Ein christlicb sich nennendes Blatt, das als Argali der soeialtt'erinatdri'chen chrisilidi-ocialen Battei geltende Teutfche Bolksdlatt, bat die nnetbö.te Lchamtosigkeit begangen, gegen gute Be;ablnng oder vielleicht nur in 4k»doüung eines gießen In'eratenau'irages kür dieses voni Ltandpnnkte der L,-riat>,-'o-.m ent chiden zu bikäinviende, Tanseude ron Ld neiderineistern und - w eil >a auch Lchude, Hüte. .Hand'chube, 'Kä'che :t. im Großen eijeiigt und t'ertviebett werden 'ollen — Tau'ende vonanbei en Handwerkern mitdem llu^-rgange bed-obrnde großoavitalisti'che Untern, dmeii die Reclciinepauke zu -chiagen. TaS iieti,ste echte Be-.gani Liuckchen ivar denn nun selbst den sonst i'.nem publseistüchen Benteler gegenüber >0 überaus nachsichtigen Ebrifilich- Lddialen;u stark, und der Edreubüiger von Mübldotf und Äbgeordn.ie - für L!,tn Ikam teleiiboiii-di und durch die Bost Zanaiv'ahln-inke, die auch ein inera.i'cher T ickdänter spüren mußte. Tie 4lntwort daraus enbeilt Bergani, der keine Rist bat, an'' de» in Aussicht stehend,-n Znserateitgewiitii;u verzichten,** 1 in eineiit 4lit'-a|>e, der in einer ganz schamlos dreist--» Lovhntik den 4lUes iürS Geld Ltandpu. kt einer edlen Leele vertritt." Zu gleicher Zeit bringt der Brie'kanen des Berguiir-chen Blaues folgende beadnenswerlhe Ronz: „Rcuban. T'-c-es Lnbjeet. weiches ich mit Ld'ande und Lpotl davoniagte, et'iedü sidi, den Ki>ner 4lntiiemiteu?«h>en geben zu wollen, nachdem er sie iekerteit als -Kutitkenelpartet, als .llii-gelbeutelmenge be'd)itm>ft. Heute bläst er die FrtcteuS'd alinet als 4lbo» ne»teinä» ger tut sein L chin nhdlat1." 4ludi in Teut''ch!and sind die aitti'emiti'eben Eoncurrenten auseinander -chiedn zu ipiedien. Tie Tnhting Ablwarkt'>Be „K e sisäliiche Reform" ivar erbost, daß viele antneiniti'd e Zeitungen 4lhlwardt's letzte R>de im -leeichstage „nr verkürzt gebracht baden, und schrieb: „Logar die fieder- und Ziniiiiei inaiiu'schen Breßorgane haben das Judenstiiekehen initgemächt, die Juden 'ogar »od> übe, boten. Kir batten cs deshalb für »othwendig, das! ivi dr I ge 2 re ibcn dieses Gesindels zu durebkieitzen, und thun dies, indem wir »ach den nenograpdi-chen Berichten die Rede Adlwa-.dt'e, wie sie gehalten worden ist. 'eigen lassen." (fillf Trnunciation., Testerreichliche Antii.-mitenblätter nahnien mit de >o„derer Befriedigung von einem Berliner Gerüchte Roiiz, demzusolge der ehemalige Barauier staiier Kikhelms I., Baron lohn aus Tenau, sich in einer \ Hnxotbekai angelege »heit des vetschleierten Kuchers schuldig geinaeht hätte. Zn der Tbat war unter dem B-eudonum , Znstus" gegen Baton .stöhn eine jenes Gerümt veranlasiende Tenunoiation eiitgelan'en, welche sieb aber, wie nunmehr -uts Berlin gemeldet wird, als vollkommen unbegründet erwiesen hat. 'Tie 4lgraricr für dir Austreibung der Juden., Tie „Teutiche Tage.s;ettnng", das inrgan der Herren Blöd und Genossen, läßt einen ..'chkesischen Bauer" erklären, der f'andwirtbscha't könnte nur geholfen weiden, wenn alle Juden »aeb dem r'ande ibrer Bäter heiinkehren müßten. Ter ..Bund 1 eei haudir-irtbe" -d>e-»t der-Meinung zu sein, daß nach <jjistreibnng der Zudeu <iu».Teut-chlaud stai'er.Kith e:m für den Brotwucher, wie ihn Gras staniy ausgek.ngelt bat, zu gewinnen wäre. 'Gtlir Abbitte, > Ter satt'am bekannte Ltreher.Heinrich H b e r Iv i n d e r welcher in Kien ats tse>d'ä'is>ocialist thatig war »nd mm in Betlin als Ge diä't.'d.uti'emit tbatig ist-, sieht sich beinü-sigt, in der ..st r e n z; e i t u 11 g" 'egende 4Übitte z-.t veiöffentlichen: Zn 4>r. 5 der Zeitting „T.asBolk" vom *> Ter ge-.s--.ie Herr ej-ir'niCci dürfte rut'ere letztwöchen'liche Bemerkung uhez ne Genealogie diarl Herniaui, Kon'S mißversiaiiden baben. Lo fest steht -eine Tesocitden; ron dein Lckames der Alt-Reii'chiile nickt. sCöer sollte unser •JJItiarbeitet durch eigene Forschung etwas Bestimnileres erfahren haben? T. Red. " - Ra.bträgnch ist die>e etziiningeue Berzichiieuiung dennoch er'olgt. Tie Red. Blatt. Nr. 158. li. Jänner IW5 ist eine Miilheiliing aus Büiow adgedrncki ivorde», üihaiuich deren von dem Torfjuden st. in 4111 - L 0 I z i g I 0 w erzählt wutde, daß er s t.m einem bluiaimen, verschnldeleti, ki»de»reichen Aibeiler seine letzte st„h ab! piäuden zu könne", unter der Maske eine« eilen M,-»scheuste»,ckeS den, .ir! beiler eine Ziege als Geschenk aüfgedrängt habe. st. sei aber hinringesaUe». i-f - alS ans sein ‘Jlufucteit der Gerichtsvollzieher e> schienen ft-t, die Ziege von de-e - armen 41-beiterfamilie bereits geschlachtet und verzehrt wotdeit sei. Ter staus mann 41. stohts in 4Ut Golziglow, aus welchen sich der fragliche -Artikel be ' ziehcn >oll, Hai überzeugend dargeihau, daß die fragliche Erzählung vollständig ans der fitst gegriffen ist. Ick selbst bin getäuscht wordeu, da ' mir die Geschichte von vertraueusivütdiger Leite initgctheiit wurde; id) bedaiue. der univahreit Erzählung den Keg zur 'Trffenilichkeit gebahnt zu baben. H. H der win der, Lehiiftleiter des „Volk". iGill .Allknlal" aus AblwnrdtZ Aus Thor» wird den Ahlwardt nahestehenden Hetzblättern geschrieben: „Zn unserer Ltadt kam Ahlwardt bei Gelegenheit seiner letzten HietseinS in nicht unerheblidie febensgefahr. B^>„ seinen hiesigen Frennden in den Artnshof geführt, nahm er dort am Fenster i Platz, stürz daraus etfolgte aus der Ttraße fast unmittelbar unter dem Fenster! eine heftige Explosion, die das ganze Hau« ersdiüttette. Ein kleiner Ta»,vf , kesiel, den eine benachbarte jüdische Firma benutzte, um eingesrorene Kasscr lejttiiigsröhre» rnizutbaiieii, war ans »och nnbekannten Gründen explodirt. Ei.i, . Anzabl von Peisonen, darunter b sonders ein Briefträger waren schwer per letzt. Ter Biietträger innßte in ciner herbeigeholten Troschke' fortgeboa.bt wetden. Uifepem Gaste aber, obgleich derselbe unmittelbar an, Fenster saß. iiae , glücklicherweise nichts widetfahren." Tiefe zarte Andeutung über einen jüdisch.- -Mordoerluch hat bei Herrn Ahlwardt allerlei Bot läuserinnen. Ter Recior a T bat den Ziiden schon vorgeworfen, sie hätten den Portier Bleid|töder'S mit k- Ecke gebracht, .Herr v. stalcksieinsei in den .Alpen auf geheintnißvolle 'Keiie [ verunglückt, der Tod des üzars Alerander III. sei ein talimidisches Berbreelien - ii. f. f. Ahlwardt ist damit nur einer Tpur gefolgt, auf der £ t ö d e r voran gegangen in Man mfi'j, bäß der Hoiprediger a. T. behauptet hat, die Juden hättenihn in foiidon uinbringen wällen. steine Ausreizuiig.) Int Reidic det Gottesfuicht m>d sroininen Litte, >t-o inan ängstlich wacht, daß nicht eine tiubernfene Hand über -Rächt Reich, Thron > und,Altar „Umstürze", ist man iner'ivnrdig kaltblütig und phlegmatisch, ivenn den Inden »nf Gewaltthätigkeiten gedroht wird. 4'or dein H a in b n r g e r fandgeiieht stand kürzlich der Redacteur Golle von der seither eingegangeueii „Teiltscheu natio. aten 4'4arte" unter der 4l»ltage, in eine, de» öfteitt , lichen Fried.n gcfäfctfciiPeit 4i;ciie ztt Gewaltthäti,,keilen ge, cn die jüdisihe Be . völker.ing an'gereizt zu haben. In der beanstand.teil Ltelle hieß es, „die 1 deutsche Jngcnd solle Kotai,'-:- Lchweri ziehen nnd die Inden zerichinettern." Bon Leite der Bertheidigmig wmde geltend gemacht, daß die Juden als eine Bcrölkeriiitgsclasse des Tcntschen Reiches im Linne de ß 181) des Ltra'ge'etzbudies nicht aiztiiebcn seien. Tiefer Anssassniig i'diloß sich der Gerichtshof nicht an, erkannte abet dennoch auf F t eiip red> n »g, weit eine 41 ufreijuiig zu GewaIthätigkeilen nicht feftzusteUen 'ei i!liksiicru»gS.'Jnkcrvci>lioil in — Bulgaric». Man schreibt »ns ans Lvphia vorn 6. d. M.: „Es ist schon des Hesieren constatirt iborde», daß der Antisemitismus die Autorität von Ltaat und stirche untergräbt, daß jene Regierung, welche dem Anwachsen der Judeuhetzetei geduldig zusiebt, ohne recht zeitig zu deren Unterdrückting Lchritte zn nnternehmen, später durch dieselbe in ibter eigenen Existenz bedroht wird. Eine neuerliche Bestä'tgnng dafür liet'eue ein Proceß, der vor dem Lophiaer Laudesgeridite unlängst anSgerragen worden ist Tie nach der Amtsenthebung Ltainbulow's in Lophia gegründete am: setnitidze Zeitschrift .Xarodiia 8,vc>hu'I:>- (.BolkSfreiheif) begann danut, -daß sie die bulgarischen Juden mit allen ctdenktid)en unlanteren Wannt be kämpfte ttiib Haß und Zwietracht unter den christlichen und sndifchen Bürgern Bulgariens t'äele. Tie bnlgariidie Regiernng sah dem Treiben dieses Blatt,Heus geduldig zn, so daß die .'Xnioeltii, 8u»l.>„>Ii>- in ihren AnSsälle» immer kühner wurde. Leit der Rückkehr Zankow'S »ad) Bulgarie» hat sich jedoch der Heraus geber der .Xnrocln» §cvvho-In-, Rikolai Mit.akow, mit de» ausgesprochenen Feinden Bulgariens 1,1 d des Fürsten Fetdinand veibündet und in seinem Blatte einen erbitterten Feldzug gegen die Regierung nnd die Tynastic er öffnet. Ticie anlipatriotische Agitation der .Xaroclna 8woho<Ii>- erreichte int Monate Mär; ihren Höhepunkt,, indem Mitakow eine Reihe von Artikeln pnbliciite, welche von Berleitnidnngen nnd Jnvectiven gegen die Person des Fürsten strotzten. Ta eist lenkte die Regierung ihre Aufnterksaiiikeit aus das gefährliche Treiben des Aiitisemitenblatte« und stellte deffen Herausgeber Mitakow unter Anklage. Tiefer Tage fand die Lchlnßverhanklung gegen den jecben statt, und sie endigte mit feiner Berurtheilung zu fed) Sin 0 n atlidier sterkerhaft. In der Anktagerede wies der LtaatSanlvalt von Lophia auf die großen Gefahren hin, welche der Autorität von Staat nnd stirche ans deu> Treiben der Judenfeinde entstehen würden, wenn die Regierung diese Er scheinung nicht rechtzeitig unlerdtücken wollte." (Wir empfehlen diese Gerichts Verhandlung auch den nichtbulgartschen streisen zur gefälligen Beachtung T. Red,

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