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Freies Blatt · 1895-04-14 · 158 (14.4.1895) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
IV (1895)
Issue
158 (14.4.1895)
Date
1895-04-14
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Nr. 158. Freie» Blatt. Seite t>. Und denlschc .vatljoltff», Cic Lolches mitciKbt habe», ioUen de» Cl'a (iulturrämpfev BiSmmck .ehren e! Ma» kann sich wohl denke», dasi man eine» t-»reis, der, wenn auch ans falsche». Wege», jeineni Kaiser und Volt zn diene» destrcbl ivar, beglückwünscht; aber verehren nnd anbeten kann ein treuer bester reicher und stalholik eine» solche» Mensche» nicht."' Tr. Lueger, der fahrend der lctzlen Wahlkämpfe dem Bismarck EullnS gegenüber nicht nur sehr duld'arn war, sondern i» Währing sich so geberdete, als ob er selbst ihn miiine.chen würde, dürfte testemingcachtet Psenner'S Einsall schinunzelnd auinehmtn und wieder einmal sagen: Unsere,* Leuten können wir Alles l’ietfn!. > Was Pavliczck s Wähler von ihm erwarten bürfeu! >. /ins de,» \ Bezirke schreibt man »ns: Unter tc» anlisemiiiichen Bezillsallsichiisie» »eiche bei de» kehlen Wahlen siegle», befindet sich auch syu Heinrich P a b l:e;ek. ei» wackerer stasieesieder '«licht blos; seine eigentliche» Mandanten, die chriillich gerinanischeii Loeialresonner, sonder» auch libiiale Wähletkieiie glauben, von ihm erwarten zir dürfen, daß er gegen geivisse Mißstände im xaiseesiedergewerbe mit der größte» Enlschiedcnheit einschrciten werde. Favoiilen baue vor nicht langer Zeit be'o»d>»s viele .'iaiieehänser nnd Aasieeichänkeu, in denen eiosakcn ans taS Lchamlocstk ihr Unwesen trieben. AlS vor wenigen Zähren der Lelcherineister Weber an beinsSinäßige Falschspieler im „Farbelir" iiauJ und Geschäft verlor, hat ein siasseesieder dabei täglich 1^—!Ü> fl. au io genannlem .'iariengeld gewonnen. Zn jener Zeit ivurbc auch >» dein beliesseiide» r'ocalc iek-e» LainSlag den Arbeitern von .stoi'akcn der tauet* verdiente Wochen lohn abgenommk». Ter mit dein Lachverhalle wohl vertramc Herr Pavliezet, ineinen Favorilcner Wähler ohne Unterschied der Purleistellung, follte mm als Bellranensman» der christlich gerinanijchen Loeialreformer seine ganze '5lm' u;eit'amfeit i» der BezirkSvenretung daraus coneenlrire», Auswüchse Pcs AaneesiedergewerbeS zu beseitige» und Favvriien „losaleniein" zu mache». lWcnil schon, den» schon.» Ter Borstand de» ^,Hilsszweigvercines Lalzbnrg", ein Glied deS unter christlich ioeialer flagge ie^einde» „Allgenicintn Hiusvcreiiik»", verfendcl unkerm 'J3. Mär; ld>!»5> einen „Änirnf a» die Bescher kleiner Lparcassen- und Postsrarcasscnxinlagen iowic sonstiger kleiner Lapitals anlagcn,* insonderheit die>'ileingeiverbkkre>be»den und stleinhäuSler der Ltadl Salzburg", dem wir folgenden inlcressanlen PassnS enlnehinen: „Ter Hilfszweigverein Lalzbnrg will den Mampf gegen den Lala» Zinsieuiel iührcn helfen i*c hat sich von der ersten Lkunde seines Wirken» a» getagt, daß es besser >ei, Wunden zu verhüle», al« geschlagene Wunden zu heile», besser, der Moih vorzubengkit, als die hereiiigebrochenc Siotf) zn lindern, lliiö weil — nach. Bog et sang — im Zinswncher der Cardinalpuukl der ganzen soeiaic» Frage und die Wurzel deS herrschende» socialwirlhschafklichen Berderben« z» erblichen ist, und w.*,i dann weiter unser menschliches Zllsammenleben doch nnr besser werken lau», weiiN wir Menschen bester zusainmcnznlebcn den Anfang machen, darum mochle er mit diesen Zeilen an jeden einzelnen die Mahnung kichlk», die sleheulliche Mahnung, sich sreizumachen au» der lockende» Umarmung deS EapikaliSmus und de» Gelüsten', die »ein verführerischer Lchoß ihm bietet, inann>»asl Widerstand;» leisten. Beim Heil eurer L'eelen und den Thräncn der arme» Berauble» beschwören ivir euch: 'Rehinl leine» Zins mehr! Tie Zinsbeträge aber, die euch fluch der vcrdainiiinugswnrdigste» Ejnrlchluiig der We.lt von selber ii> de» Lchoß falle», legi sie nieder ans den heiligsten Altar und gebt sie deste» zurück, denen Ne ivissclilos — geranbl worden sind! Ter Hilsszwcigverein Lalzbnrg, ein Zweig des Allgeilicineu HilsSvereiuS, will diese Rückgabe vermilteln helfen; ec will dc»c», die dessen am dringendsten bedürfe», durch die Rückgabe des ihnen von» CapiialismuS entrungeneu Guts die nothwcndigsten Minel zur Führnug eines kumniersreien Tascins reichen. Ter Legen kan» und wird nicht ausblcibeii: die Wohllhalen de« Himmels werden' aus alle Menschen nieder- 'ließen, und daS verheißene Reich GolleS wird bei uns sein. Wenn wir .'kleinen dann al»o mit gutem Beispiel vorangegangen sind nnd gezeigt haben werken, eaß ei» brüderliches Zttsammenlebeu unter uns Menschen wohl möglich ist und diese Brüderlichleik — wie eS ja nicht Fehler, kann — vom reichsten Legen begleitet ist, kann werden allmälig auch die Großen und Mächtige» sich unserem Beispiel anschließc» und der Teufel wird seine Machl ans Erden verloren baden; u. s. w " Wir wollen hier »ichl indisrrcl sein, und die Frage aus werfen, wer denn eigentlich die ,,Berauble»*' sind, woher sie der Laszburger Hilfszwcigvcrein, rvoke die Herren Jank» und Panönra ioivie Frl. B. Wotitschla -- osteiibar lauier Urgermane» — kenne», nach welchem Maßstabe und Listiem diesig Restiluirung erfolgen soll ». s. w , noch weniger wollen wir die genanulen Herrichaflc» durch Zweifel darüber, beleidigen, ob denn die von den kleine» Sparer» aus „dem heiligste» Altar" «wo? T. R.» »iedergelegien Gelder übcrliaupi dem crwähnlcn Zwecke und nicht etwa rlerieal-amiseinilischen Hetzzwecken zngesührt werden solle». Aber zwei Frage», lönnen wir nicht unterdrücken. Fürs Erste: Wen» ma» gegen den „Großcapilalismus" und de» „Zinieiiwucher" läinpft und ihn ausrollen will und von „Beraubten" spricht, wendet man sich da an die „Besitzer lleiner Sparcaffen- und Postsparcasseueinleger"V Lind vieUki'cht das die Bertreter des „räuberischen GroßcapilalS"*!' Warst»» gehe» da»» die Betbrüder und Bekschwestern von Lalzbnrg »ichl zu ihre» clericalen und feudale» Gönnern und verlangen im Rmne» des Evangeliums von diesen, daß sie all ihre» Gläubigern die Zinsen nachlasten solle»> Wen» Aston,- denn >chon! Ta würden sie aber schön anlonilnen, und der ..Keiligste AUar" wülde '' leer bleiben; unler den „.'ileinhänslern " aber, die ihre lnininerlichen Erwarmne in die Postipareaffe trage», -mdrt sich vielleicht ddä> iiu!r da ein IS'Vl, d/* seinen Rolhvsennig snr die „Beraubten" bergib,; mm - in JA'.lim lann vom -alzbnrgcr Hilsszweigverei» gebolsen werden. '>’)ivi*mm>: toarinn bleibt inan, wenn ma» schon einmal beim .'ianivs gegen die caL'italmi’iiie 'Irdnung ist, lau bei der Bersluelning des Z^.ses vom 'Rldc sieben t' T-.e Arostel Lueas und MalthgnS, welchif der Antriif ins Feld führt, waren 'coinnie ‘.lA'amu'i, aber teuie Ralioualökonomen: sie ivnßlen daher »ichl nnd lonnien es theihuci'e auch uichl wisse», daß die Renle vom Beden nnd der Prosit im Hantel genau dasselbe ist wie der ZinS vom Eavilal. Aber Frl. B. Wod.ii'ck la lebt »n neun zehnlcn Zahrhrniden und wird da sie sich sonst »ich: in teilet Truge »tischen dürsie — offenbar ^ldam Sinitb'S, Rieaed^s lind Earl Marr Werte so gut wie ihr Gebelbnch kenne». Sie soll uüS sagest, warnm sie juü mir die Zin en, welche die kleinen Sparer genießen, >nr snndha'l ball, warum nulii arich die , große Rente, die der Fürsterzbiicho' von Salzburg von seinen '.'atisundien ei» steckk, und warnm sie nicht z„ deir anlisestiui'chen Hä„d,ve> lern Salzburgs hi» gehl und von ihnen verlangt, sie möchten von heule ab alle ihre Waare» öbuc , P:osil veilanfen? Wir bitten um diesbezügliche 'iluitiaruin;, :veil> n^r* >a der .«ialivnalölonomie minder beivanden sind und über die Ziele und Ab'lchle» d.es HilsSvercines unS sonst die »leikivnrdigsten Esedanten machen innßien lLtcicrischc Hilldiguiigssahrt »ach Fricdrichsruh.l Jim trat tine steierische Tepnialion dic"Fabrl nach sriedrichSrnh an, um dein Attreechs kanzler zu huldige». Unler den Tepulalionsinilgliedern befinde» sich einige »äeazer Gemeinderälhe, der „Tichler" Polzer, der r'andiageabgeorenele Fürst, nulane'. Frauen und zivölf Sludenlen Tie Tlicilnehnier an . dxr HuldignngsArlNi sind fast durchgehends Anliiemilen des.Zivelller Rilns iVucger IIIIÜ Schncider.kommcil »ach Brüll«.> Ans e-.i,lnn 'wild uns geichriebeii: Anläßlich der Rede, die Tr. Meng er neulich in> „Teniichen Per eine" in Briiiiii hielt, iagte das diesige äiingi'chechenblatl, daß ma» sich nicht . irre» solle, denn auch hier seien beieils te»l*ch'-nalto»ale Anlisiiuilkii, und andeie! werden liachtoininen Tie W eiter Genieinderaihswableu seien auch ans-**Brü»:>! nicht ohne Eiiislnß geblieben, „nt eS hegen sowohl die lschech,*ck,ei> als auch die > demschest Anliieinilen Brünns die seste Absicht, .hier ehestens eine» Berein zu - bilden nnd b'tleger und Lckueider zu einem Besuche enizuladeii. Tie Bersiiche * der Christlich -Socialen, mit Hil'e von Tschechen-und Tc,t!sch-.'.>ialio»alen sich in Mähren einznnisten, sind ma.'l junffsien Talunis Schott'vor Faire» ver'nchle! cs Lueger in Znaiin, kür leine eo»s»'cn Theorien Stlinuinng zu »lachen, zedoch* mit dein kläglichste» Erfolg Richl iniudcres Fiasee erlebien die Äntt'rinilr» i.r , der zweilen LandeShanplstadt Mährens. >vo>elbij sie itich: inistande ivareii, mn die schönsten 'Worte und um lbeueres Geld ei» '.'orale zu ihrer'gev.aiilen Ber \ >aai»ilu»g ausziiireiben Wenn 5iv Vluu'eniitcu glauben, in Brnnn ein. giinstigeS Terrain fiir ihr düsteres Gewerbe zu findsn, >o irren ste fi-.li geivatlig. -T>e '.'audeSbauptstadl Mährens bat glncklicheriveis, keinen dummen.Merl, ans den man leicht speeiiliren tarnt . - iTculschlaud btn Tcnlschcn.» All' kcni Ehelnniv er 'Bieinalck Eoinniers ' ain 'S!«. Bl'ärz stellie der Tivoli Aniiseinil Ed. Hirt >ii das Postulat aiti | „Teutschland den Tenischeu nach.Religion und Abilänininng Er sprach den l 'Wunsch auS, lsiiß sich ei» kliniliger Reichskanzler von diesem Grui,tia» leiten | lassen und eine „Reinigung" Tenlschlands vornehmen tolle. Ulrich ist hem! tünfligeu Reinigungsminister leider nicht mit einig«» durchaus nolbivendigen : Winken, a» die Hand gegangin. Bor Allem, gibt es kine „denlsche Religion"'? \ Wen will Herr Ulrich hinausiver'eck, die .'ialholileii öder.die Evangelischen 'i! Tder solle» nur die Haiidvoll Leute dableiben. die von Wodan nnd Frena schwärmen i Auch mit der Herkunft der Tenl'chen ist es eine eigene Lache, j Zuerst inüßleii die m.»jKjt» Znde» des ','andcs verivicsen werden, .dann die i st Millionen Polen, die Hundelle von,'iille» ans der .'inrinchen Rclunng. die \ Liilaner, die 4<MH;U Tsichechen* in Milldl und 'Tberschlesien, die \ 140.UO'1 Wendeir in Lchlesien und in der Blart, die 1 ."»i«;.«> Tänen in Lchleswig, die Bieilelinillien Franzose» tut Reichen»»; »«• '.«rach diejein großen Scknib käme die genaue Umor'llchung der Tenrnchen „nach Abkun'i" Bielleichl erfindet der geistreiche Herr Ulrich ein Fnstruinciit, das die Raren echlheil sosorl anzeigi. Er Hane sich damit ein Berdienst crirorbe». denn es würde beweisen, daß die ivirklich ieinblüligcn Teunchen der Zahl »äch so gering sink, daß mit dem Absäiub der Anderen Tenl'chland eine Wüste iväre. Das Fnstrumenl hglie schließlich lisch das Berdienst, Herrn Ulrich z» zeigen, welchen Unsinn er geschwant hat. Aus antisemitischen blättern. tTik CouÜadk., Ein hervorragender Folklorist schreibt ui>s: Bei zahlieichen primitive» Bölkern besteht ein eigenlhituilichcr Brauch, „Eouvadc" oder „'.«.«iänncr liudsbett" genannt, stouiint nämlich eine Frau mit einem .'tinde nieder, . >'o regt sich der Mann, rasch ins Belt, nimml die eigentlich in» den Zustand seiner Frau bercchnelen Medicinc» ein, läßt sich von den Baitii und Pellern

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