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Freies Blatt · 1895-04-07 · 157 (7.4.1895) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
IV (1895)
Issue
157 (7.4.1895)
Date
1895-04-07
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Seite!t. Nr. 157. ' freies Blatt. nfliivnl gehalten wurde, während dieser de» Lüden unseres Puter landeS abstlilächtete, bis endlich Napoleon, nachdem er u»S tückisch ^iirch Trennung überwunden, auch Preußen bei Jena abstach und sich Friedrich's deck (Großen Degen von seinem Large Holle, nni j!,» nach Paris niiizuuehnie». Alle ivahrhafien und denkenden Balerlandsfrennde kennen und beklagen diesen Zusainnienhang der iriderieianischen Politik" mit dein Unheil, dus 'nachher unter Pi ik betraf. Rnr so kannte es geschehe:«, o.«ß ein napoleonisches -iiiseireich seine Grenzen bis an die Dstsee, bis »ach Lübeck, aas- -,:>-:e, daß der „Rheinbund" bis nach Lachsen vorgeschoben :v:;ite, und daß Deutschland, kur; und klein in Llücke gehauen, gae nicht mehr bestand. D«r vaterlaudslose Börne aber lueknle, das. „deutsche (^enteilt bedürfe auch des Polte», das in den herrlichen legenden;... Tüdostens wohnt, die von Uralters her zu unserein Vaude ..'ien. Ein Deutschland ohne Oesterreich begriff .er liicht. Da der jiioiidie Viiemt ganz mit Arndl und Hahn: oder sagen ,r:r lasier: er dachte darin wie damals, und bis ans die »ernste i'ii herab, alle zuteil Deutschen. Hat Professor Psleiderer nie von Börne'«? „Denkrede ans Hean . : . vorgelragen im Museum zu Franlfnrl am Deeeinber . . gebärt, die mit den Wollen anhebt: „Ein Lleni ist unter . . . . Und eine Hionc ist gefallen von dein Hanvle eines .ui.;! Und ei» Lchwert ist gebrochen in der Hand eines Feld- . .■-», lind ein hoher Priester ist gestorben!" ' a heißt es weiter: •, „ ~'it Dichter ist der Tröster der Menschheit: er ist es, wenn -üiimel selbst ihn bevollmächtigt, iviini ihni Gott sei» Lieget » Llirne gedrückt, und wenn er. nicht um schnöden Bole»- dn hiiniulische Botschaft bringt. L0 war Hean Paul, Er .nicht in den Palästen der.Großen: er siherztr nicht mit .. . . "euer an den Tische» der Reichen, irr war der Dichter der . geborenen: er war dH' Länger der Annen: und wo Be weinten, da vernahm man die süßen Töne seiner Harfe... - Die Freiheit des Denkens tämpfle Hean Paul mit Anderen; ... -lampfe für die Freiheit des Fühl.ns st.ht er allein''. . . Richl, Andere eck genha», spürt er ngckt den verborgenen Einöden n- »nnsehlichen Herzen: er stickt darin die versteckt«» P«rradiese » Er löset die Rinde von der verhärteten Brust und zeigt den ' , :en Bäsr darunter: und in der Asche «eines ansgebrannten H.:findet er de» letzten, hatblodlen »vunfen und «acht ihn :„r riibesstainnle an. Darin Hai er «einem Bolle wohlgelhn»: . » war >r sein Retter. . . Hea» Paul war der Dichter der . . ans die schönste und erhabenste Weise, wie man dieses Wo« beuiin . mag. Jean Paul war ein Donnergolk. wenn er Wer seinen Zoa»« zu fürchl.n haue, mochte ihn fliehen: .»: v «lachen, tvenn er ihm begegnete, «virsteiner srich genug . . . ...nii und Gleichheit lihrl der Humor und das Ehristeiilhum: .!««- verg«b«»:ck. . . Er : Hea» Paul « ist znrückgelehrt in «'eine :ual: und in welchem'Himmel er auch wandere, auf welchem . '.me er au eh wohne, er wird in seiner Berklärung seine traute nicht vergessen, i.recht .seine lieben Menichen, die mit ihm «vielt Md geweint, und geliebt und geduldet, wie er." Heiß: man das „ätzenden Lpotl allsgießen über das, was; leiitideit heilig und lhener ist"! Und siehe, der jüd.ische . et. der das so ganz mi Hea» Panl'schen Hie»sie spraeh, war »en fahren sehon ab und zu in dein lästerlichen Paris ge- .. 6s fehlt in Börne's Denkrede, wie der Berliner Professor . Theologie bemerken wird, sogar niechl an „G««tl", dein :.!'.islenlh»m" nnd dem , Hiinmel",. Wahrlich,, wahrlieh, man »nie meine», ein geborener und gläubiger Ehrist habe das Alles last, ..ja, er sei sogar in seinein Hintersten ein herzensguter - Reri'ech gewesen, der so ein verstecktes Paradies in seinem Basen >:,« und nur gewöhnlich — um mit der Dentrede zu sprechen - »gstlich ninherlanschte, ob. kein Auge ihn ertappe, ob kein Dchr Hille» Leufzer seiner Brust vernehme." ' Wohl stört uns nianchinal bei Börne die oder jene. Aeußernng str stoßt »ns ab. B«i welch«» politischen Lchriftsteller «ind«. «n aber Alles zu lobe»? Die Juli-Revolution von 1 s:;t» regle •i Borne Den Wunsch nach einer engen, freundschaftlichen Ber ' «ignng zwischen französischem und denlschem Geiste a». Hii dein . liebe», dies zu' fördern, ließ er sich gelegenllieh zu einem Worte ».reißen,, das uils peinlieh berührt. Und doeh, wie anerkonnend lliid wiest fron»»! — schrieb der jüdische Viterat, der angeblieh »uv ätzende» Lpotl über das, was dem Deutschen heilig lind .lhener ist, auögoß, in der von ihm gegrüihdeten Pariser Keilschrift iiber sein Baterland: „Hn den Werlstätteir der Menschheit finden wir zwei Böller, welehen die Borsehnug die Atii'gabe. gemacht zli haben scheii», die Arbeiten aller anderen Bvlker zu übersehennnd zu leite»«, .ihnen , ihr Tergwerl anzuweisen und ihren Lüld auszuzahlen: eck sind, die 'Franzosen und die Deutschen,. Den erster.»« wurde die Veitnng der praktischen Arbeite», der st «niste und Handverrichtunge», den ander«» die Peilung der theoretischen Arbeiten, der Wissenschaften und Lpeenlation, anverlranl . . . Die ailerreifen Biänner beider Vänder sollten «ich bemühen, die junge Generation Frankreichs mit der jungen Generativ» Denlsthlands durch eine wechselseitige Freiindichaft und Aehlung zu verbinden. Wie schön wird der Tag sei», wo die. Franzosen nnd die Deutschen auf 'Den Lchlachl feldern, ivv einst ihre Bäler sich »nler einander gewürgt, vereinigt »iederlnie» und, sich nmarinend, auf den genieinichaftlichen Gräbern ihre Gebete Hallen werden!" . ' - Lo stelle» sich wohl die Meisten, die Börne nie gelesen, ihn niehl vor. „Borsehnng", „niederknien". „Gehet": das ist >a, konnte ein Lpvller jagen, fafi znni Thevlvgis«hwerd«n. Hu eine»» Aussätze über -U h l a n d sagt Börne: „Die Deutschen üben, eine edle Gerechtigkeit gegen Alles, was groß »nd schön ist. in jeder Gallitnq/ in jedem Vonde und zu jeder Zeit: nnd sie theilen ihre Viebe um ihre Beivunderung zwischei« alle Berdiensle mit einer .strengen und bewunderungswürdigen Unparteilichkeit... Die Franzosen sind frei, iiud die Deutschen verdienen es zu,sein - . . Wenn die ,Franzose» stell von ihrer stiaiivnalcilelkeil oder von dem Ehrgeize eine» kriegerischen Oberhauptes von Reucni gegen Deutschland treiben ließen, dann mögen sie Uhland's Vieder lese», ui» zu errahreit. daß ein Bolk, ^das seinen stkuhm in dre Gerechtigkeit' setzt nnd den« das Recht alck Lihild bient, nie unterjocht werden kann, und daß seine sfrenndsthasl vorlyeilhaster ist, als der Lieg selbst." Das steht in «ner Lchrisl, die noeli int Todesjahre Börne s, 1>:>7, zu Paris heraustam. Wir billigen ganz eälschieden Einzelnes »licht, was Börne dort strgie. Allein mau vergleiche doch einmal t^oethe's Gebühren vor^ stiapoleon. der ihm den Drden der Ehrenlegion anhängle; seine lall abwehrende.Haltung gegenüber dein Befreillngckkanipfe, dem sieh anzuschließen er seinem Lohi«e verbot: seinen Hohn in der'Unterredung mit Vuden, den er mit den Worten abwieck: „^sst denn wirklieh das Bolk erwacht? Weiß es/ was es will und wack es vermag? UnÜ ist denn jede Bewegung eine Erhebung? Erhebt'sich, wer gewaltsaiit. ansgeslöberl wird? Und - was ist denn errungen nnd gewonnen worden?. . . Es ist wahr, Franzosen iehe ich nicht.mehr, nnd nicht mehr Htastener, dafür über sehe ich stowten, Baschkiren, stroale», Magharen, stafsnben, braune nnd ändere Husaren." U. s. w. „Ha, schüttelt nur an eueren stelle»! Der Mann «Ra p o l e o nl ' ist euch zu groß: ihr werdet sie nicht zerbrechen, sondern nur noch tiefer ins leint, ziehen! " sagte Goethe zu st ör n e r,. dein i Baler des Lüngers der Äefreiuckgslieder. Und als am Tage der! Lchlachl bei Veipzig Räpoleon's Bild in Goelhe's Hans vdiD der ' Wand fiel und Goethe s Gemahlin, die ebenfalls eine schwärmerische s Berihrerin deck korsischen Eroberers geworden, trostlos darüber! war, da hob der * auf: „Lieh nur dein Helden selbst ist inan noch Wcht zu Veibe gegangen." . i Gefüllt uns da nickst Börne besser, wenn er, trotz einiger s uns wenig aninnlhenden Bemerkungen, schrieb: .! „Richt elich, das deutsche Bolk, die denlschen Hnrsiii« hat! .Rapoleon verachtet, jenö Fürsten des Rheinbundes, i»ie vor ihm 1 gekrochen, die in seinem Borzimmer wie Bedienle Wache ge ' hallen, die'um den Titel eines stönigck, eines Großherzogck. eineck ' Herzogs, die um dIL' Erlanbniß, sieh der arniseligen Reste von . Freiheit zu bemächtige», die ihren Unlerthanen von ihrem ganzen < Erbe noch übrig geblieben, uns um die Raehsichl, in ihren Prä i seetnre» die Despot«»« spielen zu dürfen, 'ihm ihre ^Bölker ver- \ faufieti nnd ihm halsen, ihre tzandsleute zu Rinterdrücke» und j Preußen zu vernichten, das sie gegen Desterreich gesthützt, nnd ' tTesterreich, dessen Basalten, sie waren." > Hn derselben französischeist Keilschrift, in der dies enthalten! war, feierte Börne Deutschland als die D.ltelle alter großen! europäischen Uinwälzungen, als die „iIRnller jener Entdeckungen! zLchießpnlvcr, Buchdrnekerei, religiöse Reform! der. Welt verändert haben". Er fügte hi»;»: „Die Franzosen klagen oft nnd spotten j Rebel, der den Geist der Deutschen umhüllt! welche den Franzosen das Lehen verhind.r» w Diichler das Bild mit den b^rllhigenden Worten :r her! Es ist nichts als. der R«t»d rerbrochen: weleche die Gestalt zuweilen über den Aber diese Wolken, sind nur zu den Füßen der Deutschen gelagert, und sie selbst ragen mit ihrer

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