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Freies Blatt · 1895-04-07 · 157 (7.4.1895) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
IV (1895)
Issue
157 (7.4.1895)
Date
1895-04-07
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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reite i .freies Blatt. Nr. 157. M»f c ix ft c ix?l it t if euti tc n sind es, welche am meisten Einkommen durch die Juden haben. Auf Wunsch wäre icl, imstande, unler persönlicher Garantie die Namen der Hanptnd/::'reüer;u nennen. Tr Zweck meiner Zuschrift ist, eine löbliche Redaetion zu . tnech entsprechende Verbreitung dieser Thati'ache die diversen Z'dieu Familien, iucLd>c somiirerwohnuiigeii nechnen wollen, darauf ant'n'.ertsa!»;n maelien, daß Tbetr st. Beil durchaus anti- . ' e .n, t.i'' eii l st, u n d daß es den» doch nicht an geht, - ß m a n l e i V e n t e n tu ohnt u n d k a u t t, welche s i ch u t . n n' lä th igst en Weise über die Fuden äußern. Hochachtungsvoll ijoliit eie llnlet'chrnkt ia geebrle Herr Brienchreiber halle die Güte, uns des Weiteren -.'.n^' wobtsortirre stiste aller großen und kleinen ^udentreffer von Dber 2 t. Ben;n senden, welche von den jüdische» somnieisrischlern leben, -a.:d sind'w:r jederreil bereit, dieSberügliche Anfragen an uns pronipk ' ncher r:l beantworten-. Vcr siuv die Hillicrilltllllltr'? Wir haben im verflossenen cCTttter tns'itltkltch über eine Gerichtsverhandlung belichtet, in welcher ine h angeblich Bedienerin, wie ihr aber damals vor;; .it, ...!»lu;.''a.U wurde. „Mädchenhätterin". zu l."> fl. Geld ..;:ei 2 aaen Arrests vernrtheilt 'wurde,, weil sie den n? v;' treit: 't; samt:.: kleiner nnanSgesept beschuldigt, .... b i vi r iteüiiif unter Assistent seines Schwagers .' . :.» Zwecken an die iiyaetitiiche 'LultnSgeuieinde ver . tt-e .'iittb idiladueit lasten, er sei der Mörder ihrer .'' . 2:: reit einen: Vreite edelgesinnter trauen hierin unter .'g.ui.usid> ater nid,i damit, diele «'Krüchte mündlidi »c-ttueni sie ließ .aunt einen Tag vergehenan dem ■ . 5 ■: e und i.iu 2dhihi.]erticne)uotte>cir,tiiite11 belommen, : Bei'adi'igitngen. girtiru mit de» gemeinsten' Beetlfi;. Tie Tochter der llher war nämlich bei 1 a. ausgenommen worden und giirg eines Tages :. i dt->n. Wie Steiner überzengr ist, wollte das Mädchen die tm Wer B-rtrrung int Berborganen abwarten, und eS soll dies '. 'Mt.::': :a.:r am 'elannt sein. Tteiner bat letztere schon zweimal , . e i .li.g-tlagt, und i'ie ist au dt. beidemale vernrtheilt . '-r 'jt'?.'stowen'-t-:r toninten 'ihm reit und fort neue Bost : ■■ , .li'HZts;tr Weiters hat die llher in ihrer plan- - -. : ü bet; kbeueit Agitation au dt bei der Kleider 1 ■.i'.iii'dr.:ir gegen slesiter Beschwerde geführt, und du inan *e n ’ s •: it >' dta' t d e r T h e i l n e h m u n g a in . . ::: i . i dt t!! s igl. sie wird sich diesfalls demnächst zn Tie "'eiiaiinre t-eit sich and) an die Polizei und 2: :i:i\t.r»u»aft' gewendet, wurde aber überall mangels jeden e •'*. rt; arg-'iv;-•r-:r. seither hat sie — jekesmal in Begleitung ' ::::a>':nu:i:" andt beim F u st iz mi ü >st er i n m n b: e i. i'.r, und sie toll sich auch daselbst einer Berdächiigting - - Ministerint:ts fcknldiggemacht haben. Tifenbar über Anrathe» . . tirat! .. de: l ausie andt gegen steitier eine EhfenbeleibignngSu.'inn'eit erdichteten Inhalts cingebrachk, über welche am ..vl.: beim B»;irtsgee idtt Aliergriind verhandelt werden sollte. 'iur, »..dt.’f in' Folge der fortwährenden Aufregungen und >i räntitns..:-, i-ereikS :ränklich ist, war pünktlich erschienen, nicht' so die «'Tute >e in T r Richter gab bekannt, daß sie die Borladung als Z an:.r/>.:!:uen verweigert habe, weöhalb er das Berfahren ein- ' stei.üN ,:nt '.in Schwager Floch. welche seither ' neue Karten : -;ch.:udiichsten Inhalts erhielteii., treten nun lnu, driitenmale gegen iiifrjii' tttie beantragen rngleidi, den <^eisies;ustand der'elben rn .::."'vchen damit sie aut die {ine oder die andere Weite vor so mu VK'.'dien t- :':'iniancn fje'ailidten sdtuh erlangen. l5s wird »u» '.st> st: .t wetd'!,. sb wir es hier mit einem ,Tall von in linserer s:hünsiger werdender Ge'ineSzerrüttung in Folge >: :t l! s. i'.i irischen B e r b e hi II n g, also mit einer Kranken, oder : -:t ij.' : :._:t:a Wer kt eng gewisser 'stellte zu thilii haben, die sich ..r :est:r :: Hint igriinde halten Iq levterem Falle wäre eS werlh. vtbe;t .Hintermänner der llherkeniten zu lernen, r ic l^cwili'ciiliasliitkcil dcr AliliscmittN. Ans welche leichtst- . '...naiionen bin-die aulisemitisdten Abgeordneten im Barlamer.-: e't die idtwerwiegeudsten Anklagen gegen Pkivalpersonen erheben, t.'tgre redn : rutlidt ein FaU, der am ^'.s. Mär; vor dem Eintelrichter, r-'s Bet:r'-'"iidtteS Neubau zur Verhandlung stand Ter Fabrikant stl i rm. r hakte den sduieidermcister und Artnenrath Earl H,r i! a >! a n Ärcnbelcidigiing geklagt Vctjterer hatte in Ahorner'S '? ''.s an W.'i-nung innrgehabt. Ta jedoch eine Tochter Ahorner'S sich verehelichte, benöthigte dieser die Wohnung für seine Tochter und kündigte dem Halla die Miethe. Halla war hierüber sehr ausgebradtl und machte seinem llnmuthe in einem an Ahorner gerid>lelcn Briese s'uft, ans Grund dessen er politeiliä) wegen Ehrenkränkung jt, 10 u Geldstrafe vcr urtheilt wurde. Tadnrd) erst erbost, drohte er, r. werde dic Betrügereien Ahorner'S anfdecken, ehe er an: ziehe. Wegen dieser Aeußerung geklagt, erbot sid> Halla zum Nach weile „entehrender Handlungen" des Klägers und berief sich in c>si-r 'stinie auf eine Parlamentsrede des Abgeordneten sd>lesinger, di. im stenographischen Wortlaute verlesen tvurde. Ter genannte Mandat-: träger brackste damals im Abgeordnetenhanse vor, daß Ahorner duidt seinen Schwager Josef s ch w a r z i n g e r über W»nsd> deS Miiiisterium»- ein Eonsortium von Kleingewerbetreibenden gründete, wedizs sdinln fürs ^andesvertheidigniigsministeriuiit liesern sollte. TieseS Eonsortin»: sei jedoch nur eine scheineorporation gewesen, denn in Wirklidtl::' habe Ahorner die Stleingewerbetreibeuden auSgebeutet, den (sscwinnl'elbst eingestridten und jenen nur einen Pappenstiel zulommen lassen, die Heine» schuft r feien dadurdt umgangen, oder wie man sagt, „betrogen" worden. Zn diesem Beweisthema wurde der Professor der Hoch''dt»le für Bodeneulinr, Abgeordneter F.osef sdtlesingcr, v.i nommen. Nad>dem er seine damalige Rede aus dem stenographiidten ' Protokolle nadtgelesen Halle, gab. er an, er könne a u s'e i g e n e W i ss en g a r n i ch l S sage n; w a S er v o r geb r ad> t, ha b i b m der Borst eher der s ch n h m a ch e r g e n o i s en s ch a s I stl o'.' Bipa m i t g c I h e i l t, dem habe er geglaubt. -ES enlipanti sich vor liKridtl über die Art und Weise, wie t'idt Professor sdtle singet ittiormtri halte, folgendes Gespräd): K l a g e ve i t r et c v : Her Ahorner halte alleinige 'stieferniig nodt ans weitere drei Jahre rer iragsmüßig zugesidtert; aus freiem Antriebe, um dem Kleingewerbe .annnhelsen, Hai er ein Biertel der 'stieseraing an kleine sdtnhmadnn übealasfen, hat ihnen unentgelllidt. eine Eantio»,' Materiale, seine Maschinen und 'stoealitäten überlassen, er erhielt daher sogar ossieieh hiei'ür ein Ailerkennilngssd>reibe»! — Abgeordneter sch > esing::: Mein l'Gewährsmann war Herr Biva, der' biesür veraulworllldt ist sollte ich Unrecht haben, will ich's ja bedauern, aber id) >veiß nidt l s von der s a d)e a n S eigener Einsichk: ich kan n itid)t sagen, id) bebattve eS, sich tarnt »idtt sagen, in* lobe e S, d a ß i dt das i m A b g e o r d n e t e u h a n >' e v o r g e b r a dt t Hab e. — k la gei»er tret er: Isis iid)tig, Herr Zeuge, daß si: die Abgeordneten Tr. 'stneger und Tr i'leßniati» ermädtligteit, sie gnn^i bei Ahorner zu eiiridtiildigen i — Abgeordneter sch lesinger: Tr. Geßmann hat nadtiräglid) mit mir darüber gespiodten: wie gt tagt, idi fattttHid)t tuiifett, ob mir Bipa die Wahrheit angegeben hak, al l ein er ist mei it Wäh l er, und idt hielt ini d, süv verp11 id)te t, die A ngelegenheil aui r ii u d seiner A n g a b e n i m P a r l a m e n t e v o v z« b r i» g e n — A b o r n e r: Nachtra'glidi habnr Tr. stneger und Tr. Geßmann mit dem Herrn Abgeordneten sdilesinger über" dessen Rede geiprodt::: und Tr. stnc.ger Hai gesagt: „Tu, .sdilesinger, du .hast da eiisi'n Mißgriss gethan . . : der Ahorner hat die (ssetverhetpeihendeti jebev;eir' nitierstnvt!" - Abgeordneter s d) l es i n g er: Od) habe ja erklärt, nod) heute nicht;n wisien, ob id> Redtt oder Unrcdtt habe: id> Itar-' bedingungSweit'e erklärt, wenn idt lltned)t habe, bebaute iäsiS. Riding ist, daß Herr Bitza bei anderer l'ielegenheit mir angegeben hat, Herr Ahorner habe bei der Engusite das Kleingewerbe warm vertreten, hat sidt über Ahorner lobend ansgetprochen: ob das vor oder na.-' meiner Rede war, weiß ich nidtt . . . aber man kann ja anders rede» und anders handeln! — Bertheidiger: Ta der Herr Zena. ans Eigenem n id) t s weiß, da n n ist's eigent tid> gleidt giltig, w as er im A hgc ordneten 1)a itfe oo v bradtte. Als hieraus der Gewährsmann des Abgeordneten sdilesinger, Bin ■. vernommen wurde, erklärte derselbe, er wisse aus Eigetl-u: irichts, und berief sich wieder auf einen Tritten, den seerelär l schuhmad>ergenosscnsdtasl, der sich bei seiner Einbernahme als grund t'ävlicher Gegner der Großindustriellen und Großlieferanten entpupvie. Tie Berhandl.ung wurde behufs weiterer Zeugencinvernahmeti vertagt Uns interefsirk aber nur die tlägtid>e strotle, weldie der antiiemitiidt.' Abgeordnete sdilesinger in derselben spielte, so also sehen die Fn sormalionen aus, auf Grunb weläier die Antisemiten im Parlainenie ihre atiticotruplionislisdten Ältaqueit anSführen und nicht selten Eristenzen ruiniren? Ter Herr Professor mag ivohl, als er ttd> bei Bipa : forniivtc, im Traume und in der vierten Timension geweilt hat,.»: dann können wir eS aber nidtt begreifen, woher er die stirne ha:, im Parlamente — und das liegt noch in den uns bekäiinteii e-.i Dimensionen — so zu thun, als ständen ihm, wie Herrn Ahtwaiel, für seine'Behauptungen immer „mehrere Waggons von Toetimetil>>!" zur Beifügung.

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