Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- IV (1895)
- Issue
- 155 (21.3.1895)
- Date
- 1895-03-21
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4_.__,f rei er Bürgcrfchullchrcr .',77, Lehrer 1408 und Untdlehrer 402. Unbesetzt ti'rtuj'.: I'irccti'rcit 12, Oberlehrer 14, Bürgerschiillchrcr 34, Zehrer ».5 und Unierlchrer 85. Im Februar dieses JahrcS wurden nach Äu-?'chreibung des O'oucur'cs besetzt: Tirceioren II, Oberlehrer 14, Biil.zeischullchrer 23/ Lehrer 57 und Uittcrlchrer 83, und nach cincni .'.adiiragseonrurie gelangten neuerlich zur Bcsetznng: Tireetor I, Bürgcrschnllehrcr l l, Lehrer 2«> und Untcrlchrcr 1.5. ES sind also idat-ädilid, nur zwei 2chrersie llen nicht besetzt, und die Beliauptiing von einer Perkür;nng der Zehrer durch absichtliche Reicht-" beletzung erledigter 3teilen isi eine Tcndcnzlüge, wie sie nicht unver- 'diäniter gedacht werde» kann. 21 IlO iurildl Ooilslllills. rev Zehrer T o IN o l a, der jüngst eine 'S inerlwürdige Motivirnng für die Abkehr der Zehrer vom Zibcralisnius gegeben, Eft um einige Zra'enlängcn überholt, durch seinen Wiener Eollegen, den antisemitischen (>'e»ieinderaih Oberlehrer Eduard Polin k Ter Mann tagte Vieler Tage in einer vom deniokratischen Wahl-- eem:: in Favoriten einberufenen Wählerversainmlnng: „Ich bin leider q.twiii'gen.' wieder als Eandidat aufzutreten, und ich kann mich diesem Zwange nicht ent'chlagen. 3ck) kann dies in dieser Bcrsanimlnng nicht ilm.:. weil die Temokralen mit den Antiliberalen nicht Tchultcr an Tdiiilier tämrien wellen. 3 et, s ü h l e ein lcbhastcS Gefühl »ür i e d e n Tar tt chril i, ich bin nie rcaelionar oder anri liberal geivei. u. '?.>iit den dento kra t it chcn Prineipien I>. n ich io e i n r e r si a n d e n, daß-cs mich wundert, daß ich!.; i! T eine kr?, t bin. 3 dt tarnt m i ch jedoch hiezu nicht . .! t idi ließe n. m ich den E n t > chlnß gefaßt habe, bei der a ei i 1 e i a! e n 'Jo-a r t e i, die in ich ans i li re n Td> ild g ce b e n II ii: n I e e i n' A b Iv e i cf) e n v o h IN eine r u c b c rz c n g u II g '.erlangt! a t.; ii bleiben." Ter liberale Antiliberale schloß seine :;d3t int'r nanten Anungen mit den Worten: TaS demokratische 4'tineiv gelallt mir gut:'weil i d) jedoch das Unglück habe, an die a ii! i l i b e ra le Partei a n g e g l i ed er t z u fein, muß i di auf d i e U n l e r >'t ii t? u n g der Demokraten vernichten." Al'.' 'vrach Eonsnsiuo. Ans die Jiuerpellaiio» eines Wählers, wiet'o 1 ui« t'einer ireibeitlichen Ueberzeugiina für vercinbarlich halte, dem .tntilib.'talai Elnb anzugehören, und ob er auch bezüglich der Glcick)- ''i.Iiiiiig der Eontessioiicii das demokratische Prineip wahren wolle, craud..:e (s'enteinderalh Pollak i „3ch will mich nicht ein zwcitcsmal der EiioiEe neil .ii lassen und habe keinen l^rund, einer Partei den drücken ui! br.::. Sie mich rertranensvoll ansgenoinmen bat und die nie eine e!.ei!g!iniig meiner Prinzipien verlangt hat. Bczüglid) meiner 2iell.ing zu den Ednieisidneu muß ich als Zehrer erklären: In der 2 e!> n l e i a n .'. :i n d darr es keine e o» sessionc l len U nlcr ' lt i ed e g i be n. Mir sind die moi'a ischeu Tchüler c benso : I •: .'> e:; g o,v a dt s e II Iv i e die ch r i st l i ch e n, e i I» u II t c r s ch i c d;■ . : ii ,i i i ai d e r Eon f; itio ii e i i st i r t bei m i r n b c r h a u v t :. . d; :. Rur M: d.. Wesie bin ich Antilibcralcr, daß ich die Präpon d ran; des Einen oder Anderen gründlich perhorret'eirc.'" Tic Herren er.iid'r und Pc-dat konnten dem aniicorluptionisti'chen vielfachen Ber- >r.il:!ii!d,d..'.:l P r. Pa dt er bei der Ausarbeitung seiner „Philosophie des Anti'.'mitismns" helfen ■ - Während der arme Pollak von den ..P.t'.fi.;eno«'en" gevreßt wird, teilte Aenßerniigcii;n rcetisieiren, . di'.thiiiiia und ..Pi ßversiäiidnit'te" wieder gut;n machen, kam cs an di in B r ' g 111 e n a u e r Persammluiig zu t'ehr confui>» 2. Tort that uir Abwechslung Herr Bcrne rt hnverliberal, i.eg.r.ii ein H.ir, der dem Rainen nach ein 3nde zu sein sdtcint, >:di .Ii« Teniokrat bekannte, u nt Eann ut ei klaren, der liberale Eand d.n d o il gesiide iltm ltidtt und er wtzrde lieber einem schneidigen Ant:' 'eine Tiinim. geben. Hieraus wurde folgende Erklärung .i.M t!: „3dt bin '.'.liier katholischer und jüdisdtcr .siiiidcr und ade mit gleidter Viebe.' Ten Aiitiseniltisinus peiltorreseire idt i.s >i itfkolck : idt müßte ein trauriger Er; jeher sein und .: ii ::: e i ii •: i A »»gäbe r e r; w e i s e l n, wenn ich de n A n t i m :': o m :: billigen w ü r d e P-ir wissen bestimmt, daß der na:- Eane dat durckdringen wird, meine Sympathien gehören als l . : 'iin liberalen Eandidaten, denn er wird die 2d|iik Hochhalten " r '.ad die>'e Erklärung ab'? dfieinand Anderer als Herr bi.'ditiül>rer der Ehrinlidt Toeialen .nn.h. dlilt Zcgllllllg üc-ö ZllllistlllitislllllS. Tiei'er Tage er- .:n »vail, welcher recht deutlich zeigt, wie der : d'e amtet: '.'eine, die ihm verfallen, nur in Jammer Pit dem in der Praterstraße Ztr. 70 wohnhaften T . i. 2 3 a ’* u r i rgt w ir »eit mehr als zwei Jahren die M.^. P'.l'en '.II Pobmeii gebürtige Magdalena Kotz als Tin- :i zur Zufriedenheit ihres Tiensigebers bedicnstet. Tas 'A i .Ii i d,:e 'ehr eit ihren Onkel, einen in der Tpringergasse . 7 .!'!.» 4M c, Idtev zu 'oijifahniteiimaU'n leine Aichte aut Blatt. Nr. 155. forderte, sich einen anderen Platz zu suchen, da er sie im Hause eines Juden nicht lasse. Magdalena Kotz theilte diese Acußc rungen ihres Onkels der mit ihr bei Herrn Wasscrvogl bedienstetcn Ködiin mit und beklagte sich darüber, daß ihr der Onkel durck) der artige Reden den Aufenthalt in dcni ihr licbgcwordcncn Hause ver leide. Am 18. d. M. Abends war sie wieder bei ihrem Onkel, welcher sie katcgorisck) aussordcrte, daö Hans des Inden zu vcrlaffcn. Tags darauf kündigte sie in Folge dcsien ihren Platz und äußerte zur Köchin des Hauses, daß sie dafür ihrem Onkel eine „große Lchande" anthun werde. Gegen ZRiltag |d)irftc Frau Poasservogl das Mädchen zu einem Tckincider. Als dasselbe nach anderthalb Ttnndcn nicht zurückkehrte. sandte Frau Wasiervogl ihre Köchin zum Onkel der .Kotz, damit sie »acktsche, ob daS Müddicn liidjr dort sei. ZRittlerweilc erhielt ^;ber die Frau von der Rcltnngsgescllsd>ast die tclcphonisd)c Anzeige, daß sid, ihr Ticnslmäddicn Magdalena Kotz gegen halb 1 Uhr ZRiltags bei der Fcrdinandsbrückc in den Tonaneanal gestürzt habe und von herbcigcciltcn 'IZachleutcn gerettet worden sei. 2ie gab als Motiv ihres Tclbst»iordvers»d)cs an, daß sic aus Befehl ihres Onkels ihren ihr licbgcwordencn Tienstplatz verlassen mußte. iklicligioil »lld kliacc.» Man schreibt uns: 3m letzten Heft d i „ Teulschcn Rnndsdiau" - 'Ar. 0, XX1. 3ahrg., T. 417) sinden wir in einem Aufsätze von Fr. Mar Äiüllcr über das „dreligion- Parlament" folgende Einiheiliing der dicligionen: Trei arisck>e dicligioncn: I. Tic vedische, 2. die avesiisdie sZoroastrisd>ci, 3. die bubDfjiftifd; Trei grpße seinitisck>c drcligiouen: 4. die j ü d i s ck> e, .5. die ch r i st I i d) c, •>. die m o h a »t in edanis d). ^wci ans Ehina: 7. Religion des Eonfiit!-' sEoiifueinsl und 8. die Religion M Zaott'c. Ticse Einkhcilung der Religionen mögen sid> die „Ehristlidz 2 eialcn" Vorhalten, welche nur kMcnschenliebe für (slctanstc zu besitzen scheincii, und 3ene, ivelchc sid, so oft aus die „'Arier" hinausspiele»: man sicht, wie verworren die Begriffe geivisscr Zcutc sind, wie häufig Abstaiiinlnng und Glanbensbekenntniß vermengt werden. Bon den dru arisdten Religionen Hut überhaupt nur der Buddhismus einige An Hänger unter den Europäern, die vedische und die avcstischc Religion haben 'Asien niemals verlassen. Wären die Antisemiten consegncnt, sic müßten zum BnddhiSmns übertreten, um dann andt vom religiösen Ttandpnnkte die Teniitcn mit Ziadidrnck anzugreife». -Ter Kampf des cktristlidten PricslcrS aber gegen den jüdisd>en Glauben gleidtt dem Hasie eines '.h'ad>komnien gegen seine Ahnen.' Jene „Eonsutsö-Tprüdie, iveldte sid, an den Wänden d>incsitd)er Wohnzintincr besinden, ent Hallen so viel Hhrisllid>cs und Wahres, daß sie jenen Herren, weld>e ihr ureigenes Ehrislcnthum als Waise gegen Andersgläubige benützen, die 2d>amrölhe ins Gesid)t treiben lönnten. Ter arabisdic Tpiud,: „Keine Religion hak der, der k c i»e M e»s d) e n l i c b c hat", entstaniint dem 3slam, einer f e in i t i f d) c u R eligion. - Wann kommt die Antwort des Oberhauptes der Ehristenheil'? l>—I. I IlNiccck im Himilic!.) Ter Räuber Johann Janci'ek, der vor mehr als ciucm Jahrzehnt in Pilsen hingerid>tet wurde, bcsindel fldi itad) einer Erzählung des I'. Josef Hulka icki Himmel. In dem „Kalender zur Ehre der allerheiligstcn Herzen" (_Kulciultir ku }•"<-'• ni-j<v(*trjj'i'-li sidi i-1, herauSgcgcben von I T le i n b rc n ncr in Wintcrberg, erzählt, wie wir aus den „Xnrodni l/istv" ert'ehe», Pater Hulka Folgendes: AtS Janerek sid) auf sd>rccklid>e und nn gewöhnliche Weise inS JenscilS befördert sah, war er keinen ein e zigen Augenblick, in .Zweifel, wolsin er zu gehen habe. Er bedachte, daß er nie etwas wcrlh' war, und ging geraden Weges zur Hölle Er ging nad) dem Tchalle, woher Weinen und Zähneknirschen ertönte ■2d)att sieht er die schrccklid>c Höllenpforte angelweit offen. Tein Hen, das früher keine Furcht kannte, klopfte vor Angst, aber er faßte M»ih und ging vorwärts. Ta siel das Thor mit grausigem Getöse \it: Jancick erhob verwundert seine schwere rcdjtc Hand und poltert.', damit ihm geöffnet werde. Aber ans der vcrdamintcn Hölle ertönte eine!d)ancilid)c Ttimnic: „Weidie von hier, denn du gehörst nid)! hiehcr. Hier ist kein Platz/ für den, welcher den heiligen Joses hi Zebzeitcn verehrte Tu bist bei allen deinen Td)andfhatcn ein Bcrchrer des heiligen Joses gewesen und deswegen gehe zu ihm — in den Himmel." Janceck that dies, und cs spielte sid) nun folgende Leen: ab: „Aber, lieber Jaueeek," ladite der heilige Peter, „bedenke dod>. was du spridjst'? Hast du denn dein Zcbkag nid)t gehört, daß nichts vckn der Torte in das himmlischc Rcid> eingehen kann'?" „Aber sic haben mich aus der Hölle hcrgcsd>ickk," entschuldigte sich Jancsiek. „weil id) eigentlick) her gehöre und hier einen sehr cinflußreid)cn Freund habe." „Tn'?" wunderte sid> der heilige Pctcr, „du hast hier einen Freund?" Und der heilige Pctcr konnre nid)t begreifen, wie ein