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Freies Blatt · 1895-02-24 · 151 (24.2.1895) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
IV (1895)
Issue
151 (24.2.1895)
Date
1895-02-24
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Freies Blatt. Nr. 151. Seite >->. hierauf am'39. Mai D. I. auf folgenden Eid für den Berklagien: „Es ist nicht wahr, daß ich mich dem Kläger gegenüber vor Begründung des .Niederlausitzer Bolen' ucrcntfbtct habe, die Kosten der nothwendigen Anschaffungen und den elwalgeu Ausfall de« 'Zeiinngstinlernehinens zu decken." Im SchwörungSfalle wird die Klage abgewieien, andernfalls aber nach dem Klageanträge erkannt. Ter Klager legte bierauf Berufung bei.dem kammergerichie ein, welches nochm. mge emgebende Beweisauftiabme auortncte. Bon den vernommenen Zeugen ürltre veltrer .Haun+i die Angaben des Herrn v. Manleuffel a>S durcbaus richtig inii. Äabufaiit Tbumecke dagegen, der die Maschinen für da« Blatt geliefert baue, war anderer Ansichl. Lr habe etwa 13.0:0 Mark von Ackermann zu 'ordern gebabl und ., '.-aiitv 7001» Mark in Dreimöiiatsaccepten genommen. Ackermann bade a,n Beriallslage nicht zablen können, ibin aber dann im Mär; nnigelbeill, daß Herr v. Manteunel ihn, den Zeugen, zu sprechen wünsche. Ich begab mich 'abarm,“ tagte Tbumecke, „mit Ackermann in da« Neichslag«- gcbände. wo mir der Berklagle, nachdem ich idm erklärt, daß Ackermanir die Truckereteinrickmiiigen nicht be;ablen könne, sagte/ daß er Rath schaffen werde, daß er Ackermann nicht fallen lassen werde, und wenn er >:ch das Letd von Bleichröder borgen tollte." Sr bade geglaubt, bae-Ofelb ans dem Wel'ett'onds zu erhalten, inzwi'chen >'ei aber über diesen schon dldvonin '.rerden Herr v. llkanienffet bat dann die Tiscontirung der Bleck 'et vermittelt, ,reiche 'chlteßlich auch tut ^'etcber von Ackerntann eingelöst wu.deu Wenn -B auch eine aiisdrücktiche Aenßerung des Berklagien, daß er -ur Teck/.vg de> 'täglichen Unkosten vervflichker >'ei, nicht mit Bestituntlbeit be landen iav.n v gewann lch doch ans den Berbandlnngen mit tbin den Lin dtttck. dan eine derartige B. vflick'itittg bestehe. denn sonst wäre sein Interesse atn Littld'en der W>chnl nicht erklärlich getvefen." Zeuge T a u r, früher Bitrantfelfter in "'>cißt». v.-.ue den Klager und .Hali'dt darauf aufmerksam gemacht. daß il r Nute vebtnen für Oolßen zu großartig 'ei. „Beide babe» mir i -tte.::e Taut, „etwärt, daß der Berklagle sich verpflichtet babe, ihr Un:e-.nel't„ett d.i.ch :"i:tte; von t.t .otvervakiveif Bartet zu iiiilerb'tttven. Als -l v«er etnuial : ,n .»trc>'ei; war. erklärte ntir der Betkiagte. Acker- I.i.a.n i.nd Kast-ch i.t tut rot: ihm i's.ld baden wollen, er könne es aber auch .-.nt de a. Aren:,, 'ckniltelri. A.t' ««rund der Aenßentngen des Berklagien .n B-tl ttidtit g n.:d den sisiltbeilutigen des Ackermann und Kalt'ch babe ich d a T:t.dt:. t geni t en. daß. rtiat'achli» eine Berpftichtnng des Herrn v. Man. ..n"e. ■ U'..:..'t : .0 'täglich n Unternebmetts bestehe/ Tas Kämmet n. n'. t nlantn. 't>tnach ..ingerer Berbandlung .dabin: Tie Entfcheitmtg >,o lichtes Lerrbu» wird insoweit bestätigt, bezteknngslvetfe ausgeboben, aio d.w B.itTltgten 'elgendet tend au'e.legt wird: „Icki schwüre, es tft nicht wabr. das: ich mtch d'M kiäg-'v ae.wnnber vor oder nach der Begriindung des -.'sie: tlanüiv Bd'teva r.'rp'lrchte: babe. die kosten der nolbwendtgen An .1 tiilt! . et: ilnd dar: nvaieen Aus'all des Zettungsnnternebtneits, insbe'ondeie n Kasten der L.v.'tia-lttita und Än'ckavungen des ersten Btertelrahrs zu decken.“ Bad de: a/ aetetstet, <t wird e-r Klage abgcwie>'e». andernfalls nach dem 'i.aa.anna./. ettnn.t In den Liletwlnißgrundett irird bervorgeboben, daß manch.' -e'.ite;tt ö'miftttt fit Berti'ttng ivrechen. >o itameittltch die Aus- . an.:', de. T'.n.'.'ll Tbütn.cke und Ta::r. Andere'.'etls ''ei ab'r auch zu erwägen, daß de./. 'r. 's', welck -dS der verklagte a». der Lach« baue, Acußeruugen desl e n e'.che vom Kläger und auch von den Zeugen leicht-mißstand '.i w.rd -f. konnten Teebal'.' ''et an' obigen Lid erkannt. Wird Herr tat' .sse. -Bt-.a .:. od : die Forderung des armen Teufels begleichen/ — Ä/.. :.ei:..e K.ei'd lat die pä-'ung tte>'dr Frage eine viel geringere Bedeuluttg ck.s de. U:: stcki.d, daß ein r'andralb sich 'ur berechtigt hielt, wir Förderung von L di.de: nve len der Tivclt-Anttsemile.it den Welfenfends in Anspruch zu nehmen - - 2Bo;tcbst Lu bin d» schöner Lchwan? Unter dieser llebei'dui't schreibt j;e . L: :a:sbnraer Zeitung'': Am dem Barleitage in Tresdeii im Jahre .!"!'3 Reichsrrgsabgeovdneie Tr. Böcke! auch ans die Reugrnndnng ' von ■.::::,'emi::'.t i: Taa szeilnngen zu sprechen und äußerte hiebei nach "Angabe! -i:,es ^'teilte-,d.-.- dem Barleitag als Ttlegirier beiwobme, ungefähr I Folger..Meine He...: ' '.>i:cht dringend genug lann ich Ihnen abrülhen von len : v: :der an der Tagesordnung siebenden '.»tetigriindttttgett von anm'einiti- \ tet: Iutangen. -.'Ille d:e''e Rengruttd,ingen baden meistens keinen Bestand, ' v e Br,'s' ist gut und ausreichend Bet allen derarngen Unleritebtttttngen! la 'ck 'mitte: das ld der besiittinngsgenofseu verloren. Lie können dann * <s..d/ uachnnaen: Wo ftebll du hin, du schöner Lchwan/" Bstan sieht, \ ■: v.a-s datvte Tr. Bocke! über derartige Unternehmungen anders al» heute.! b-.a ab", dü'.'te es gerade zur jetzigen Zeit interefiaitt ''ein, die Oie. i :: t'„. ■ an .ustgen Äu-''pruch des Xr. Böckel;tt erinnern. Wir . : :>': T v Bocke:, auch beut« noch mir seiner Bemerkung in jeder Bef.ebnv' 's :: Rttr 'ist et henke derjenige, der gar zu gern feinen <*«- ’tti;: : % r.""t Mark ’i:t leine Truckerei und 20.00» Mark für sein ::: .;; t.; Bian abttebitieti möchte. — Ärmer Böckel! Ans Hessen babe» 3 B.vde: im .'lttkifemiiismuS bertrieben, und in Berlin stören sie :bm d»? 'v .Tv-'. Feinkleton. Heinrich Heine Dev Hlclbbi von Wclchclvcrch. ^on Gustav Larpeles. l«. Fonsetzung, Die Versuchung, durch Episoden zu wirken, welche jede», Hu inoristen gefährlich wird, bringt auch Heine hie und da Äus dem Lusammeuhang der Handlung, aber, wir folgen dennoch den kecken Lprünge» seines Humors gar zu gern. Die Episode, mit derer seinen Torso abschlleßt, ist von großer künstlerischer Wirknirg und nickl zum Geringsten beruht diese Wirkung darauf, daß das Fragment an dieser Stelle scheinbar plötzlich abbricht. Ich sage: scheinbar, weil ich überzeugt bin, daß diese Wirkung vom Dichter ausdrückltch beabsichtigt ist.-'') Man vergegenwärtige sich die Si luation. Mil übertriebener Grandezza hat Don Isaak der Senora Schnapper-Elle eben eine feurige Vicbest-rklärnng dargcbrachl, die den Nasenstcrn, wie cs scheint, eifersüchtig gemacht, und selbst die verehrte Dame einigermaßen in Perlcgcnheit versetzt hat. Diese Pcl'Icgcnheit wächst, je mehr sic erkennt, daß der fremde Rilter scinen Spott mit ihr treibe. Da erscheinl zum Glück die schöne Sara mit ihrem GtUten ans der Bildflüche der Garküche. Und nun stürzt sich Schnapper Elle in ein lebhaftes Gespräch, „worin ne alle ihre falsche Boriiehmthnerci und echte Herzensgüte cnl wickelt und mit mehr Wciltünfigkeit als 5Uugheit die fatale Ge. schichte erzählt", welche ihr, ihrer Schönheit wegen, in dem^vcr fänglichen Hanse zu Amsterdam passirl sei. , Schon ist Don Isaak im Begriff,' die Einzelheiten dieser gefährlichen Geschichte;n beleuchlen, da tritt zum Schlüsse noch eine neue Pcrsünlichkeil in die Erscheinung: der scheele Aaron Hirschkuh von Homburg au der t'ahn kommt mil der weißen Serviette im tÜkaul aus dem Hanse hervor und klagt ärgerlich, daß schon längst die Suppe anfgelkagcn sei und die Gäste zu Tische säßen und nur »och die Wirthin fehle .... Mit dieser Scene von unnachahmlicherdcrbkomischcr Wirkung, die nach dem Pinsel eines niederländischen Malers förmlich schreit, schließt das Fragment wirkungsvoll ab. III. Wir habe» gesehen, daß sich alle Vorzüge und Fehler dcr Eigenart Heine's schon in diesem Jngendwerk zusammenfinden. Eins der wichtigsten dieser Elemente iit seinem Seelenleben ist seine Stellung zum Iudcnthnm. Während seines ganzen Lebens schwankt er zwischen Bewunderung und Verachtung, zwischen Liebe und Haß. Aber der wäre ein schlechter Seelenkenner, der nicht aus all diesen wechselnden Stimnningen den Grundton der Liebe heraushörbe, die trotz alledem und alledem doch tief in seiner Brust lebte und die vielleicht niemals stärker war als in den Momenten, wy er durch ein abschätziges Wort oder einen schnöden Witz sich auch innerlich von seinen ehemaligen Glaubens genossen zu befreien suchte. Ich habe den „Rabbi von Bacharach" ein Denkmal dieser Liebe genannt. Und in der Thal feiert die selbe in diesem Werke ihre seltsamsten Triumphe. Immer und überall kehrt sic wieder. Schon im Eingang bricht sie in der Schilderung des Leder-Abends am Passahfeste mit elementarer Äraft hervor.i5) „Wehmüthig heiter, ernsthaft spielend und märten ") ib. 261 ff. ib. 227. I. 63 u. a. a. C-

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