Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- IV (1895)
- Issue
- 151 (24.2.1895)
- Date
- 1895-02-24
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 151. §"i- $ Blatt. uttte i. cignrtcr Offerte in Conseclion rc. an die Hand gehe» zu könne». Der Herr Rector, ein wackerer Deutscher, gab die AnSkunst nicht,''wohl aber gab er die Geschichte am Stammtisch zni» Besten. Wo sollen de»» die Handwerker und stausleUte am Platze hinkommen? Nur so weiter und Handwerltr nnd stani tcute verstärken unsere ehernen Reihen." — Diese Mittheilu»g ist von A bi« Z ersunde.n und steht mit der Wahrheit in birectem Widerspruch. Seit ihrem mehr als 30jährige» Bestehe» hat sich die Firma „och nie ans derartige Manipulationen eingelassen. Achtungsvoll Gebe. M e i r o w « k l). ill« „verantwortlich gemäß § 7 des Prcßgesetzes fiit den gesammlen Inhalt" i!er Schl»ßi»»»mer ist ei» ehemaliger Gehilfe Pergani'S, RamenS HanS Puchüei», angeführt.! tAnkisrmitischc Ausbeuter.» Der „Oios Xarotiu-1. der er liebt,! 1,-cen Juden als Ausbeuter hiiiznsteUe», veröffentlicht in seiner Riimmer vom , l:>. d. M. eine Zuschrift an« der Umgebung von Wadowice, welche ein >äiö»eS Beiwicl von der au Stelle der angeblich jüdischen AuSbeutiiiig gesetzten ' anlifemitischen Eorriiptioii gibt. TaS Schreiben lautet: „In Ment i) hat sich! eine Gesellschaft;um Betriebe des BiehhandelS gebildet, welche schon auS dem! Grunde zu begrüß enwäre, weil eine solche geeignet ist, da« von unseren Herz j piiulichen <d, h. Juden) errichtete Monopol de« BiehhandelS zu durchbrechen :c. | ,‘ll'cv ui,« scheint, daß diese Gesellschaft zum Schaden des armen Bolle« ein; naiiteii ist. Sie ist ein sogenanntes Carte», welche« darauf berechnet ist, daß! Einige großen Rntzen aitf stoste» der armen Bichzüchter heransjchlagen. Tie! lücsellichast verfügt über mehrere Biehleeiber, Tiefe werden aus alle Jahr märtle in Weslgalizien geschickt, lim auf , denselben Bich ciiiziilanseii. Tie - Treiber aber schinden den armen Bauer, welcher ein Stück Biel, ans den Markt bringt, derart, daß e» erbärmlich anznieheii ist. Tiese Mensche» scheinen aewiffcnlo« zu sein. Wenn die Treiber unter einer Decke, spielen, io Hansen sie >,» Biehslück zu jenem Preise, den zu zahlen sie Vnii verspüre». Tie Mani viilaiion geht wie folgt vor sich: Ter 'eine Treiber osserirt dem Bauer süt ein gut gemästetes Schwein 10 st., der zweite nur 35 ft. der diitie endlich nur :<> st., indem er alle erdenklichen Fehler dem Schweine ansdichlct und c« urabseltt, stürz, dem aimeii Bauer wird der Boten beiß, und die Treiber bc oimnfii da« Biehslück in» jeden Preis. Ist da« menschlich und christlist,? Für ste'c Irreführung der Bauern sind die Treiber reichlich bonorirt, Außer den 'losten der Reift und einer mehr als reichlichen Verpflegung bekommen sie ' bis -'5 st. wöchentlich Gehall von der Gesellschaft. An« ivelcher Tasche wird a« gestoble»? Sind etwa die Gesellschafter so edclinüihig ihren Treibern gegen über? Rein, sie rupfen den aimeii Bauer nnd wisse» dann schon, womit sie .il'lcii. Tiese Herren wollen nicht begreifen, daß ein wiche« Borgehen eine runde ist und zum Himmel »in Rache schreit. Der arme Bauer war »»»icr remiilhigt und wagt nicht seine Llinime zu seiner Bcrlheidiguiig zu erlube», .nuiii wollen wir heuix die Beschwerde de« Bauernvolles Vorbringen und da« ergehen besagter Gesellschaft l raiidmarten." . , tAnliscmislischc sauberer, i Tas Berschwinden ist keine Hererci, aber eine ,: Aniiseinitlingen hochangesebciv .»tunst, -i» der e« i'o mancher Führer und rlreiier zur Meisterschaft «zcbrachl Iint.' Z» de» Annalen der Ailiisemiierci 'iiiirirt Zcrboui, der Begründer und erste Redacicur de« P>'e»ner.'schen ,Bolk«sien»deS', als großer Za,, Hörer, der „»ansnndbar 'ür die. Polizei rein vrtmfti’t ist, obenan. Sein Bei'pjel blieb aker incht ohne Rachciferung. So uiaucher aiitiscmiftische Held von der sremde» Tauche crceichle da» Borbild Zer heni, so; B erst jüngsthin der Gedankeiileser „Proftffor" F. Geißle r iwd dessen Geschäftsführer Alois H » u » e r au« Zinan «, Sachse», nach denen ,a« vaiideSgerichi in Innsbruck wegen Berdachie« de« Verbrechen« de« «"lrilges steckbrieflich fahndet. Tie Reichenberger- „Teiltjche Bollszeilnng" dringt darüber an« Wien ei» Tclegranii», au« dessen Silstisiiung uiau nicht echt klar ersieht, irorüber sich da« Blatt eigentlich freut, ob über da« gelungene' Berschiviiidikiigskniiststück de« Gesinnungsgenosse» oder über denen Universalität .der vielleicht über beide tnpische Fähigkeiten aniisemislischer Bagame», >!, -st lJndcitskindlichkr llkberciskr.) Tie „st'r c»z; e i t IIII g" enliiahin mit großem Behagen der ,,C o » s e r v ä t i v e »' C o r r e s p o » d c » z" einen Ar- .iitel über die vom RegierungSprüsidcnlcn i» Tüsseldors de» vierstintcr» de« dortige» SanilälSraihev Tr. I o s e p h s o » erlheitte Genchmigiing, de» Rainen M ö l l Hause» auiiebmcii lind führe» zu dürse». Ans de» Beinerluiigeu der beide» Blätter feie» hier >,nr zwei Sähe wicdergegcben: ,,C« will fraglich cricheiue», ob die rechtmäßigen Eigeiithümer de« Rainen« Müllhause», der in Tenl'chlaut einen besonders guten stlang hat, mit der* Berschenkiing desselben an eine lüdi'che Familie, die ihre« alten FainilieuuamcnS überdrüssig geworden ist, ei» verstanden sind. Unsere« Erachtens darf doch dem Bcrlange» eines Jnhen »ach einem .klangvolle,>' Raine» nicht i'o ohiicwciicrs staligegebe» werde»,'! Wenige Tage nachher sah sich aber die .„stleuzzeiiuug" bemüssigt, einer Znichrjsi de« Geheime» OberregiernngSralhS v. W ö d I k e au« dem Reichsamle de« Innern Raum zu gebe», i» welcher Folgendes seslgcsteUt wird: k. Der Sanitälsralh Tr, Jofcphson ist der evangelischc Loh» eine« evangelisch liilherische» Pastor« streng positiver Richtung, der früher Seminardireclor und Prediger i» stö«li» gewesen ist und Herrn v. Wödlke selbst eingesegnet bat; 2 Tr. Josephion war verheiratet mit einer Tochter de« verstorbenen Jnstizrath« Möllhaiiftii i» stöSli» Ihr einziger Bruder. ist Gthcimer Oberregierung» und voilragender Rach im Ministerium der öffeuilichcü A>heile» ,„>d. liuderlo«. Mit ihm und seiner Mutter, also der Grvßniuller der .st-nder, -ist die 'Rmneiisalidcrniig ver eiiibart worden, auch die übrigen nähere» Berivaudlen haben sich damit ei» verstanden ertlärt, Hiera»«, so bemerkt die „Magdebnrgi'che Zcilnng" ». A. geht hervor, daß die „Conservalive Correipondenz" »nd „ach ihr die „streu;- zeiiiiiig" ohne jede Prüsung,, lediglich, weil der Raine auch bei lüdische» Fa- »lilie» Vorkommen kau», kliie christliche Familie al« jüdstche beirachiet und geschmäht habe», E« ist die« uamciitlich bei der,,.stl-e»zzett„„g' „m«o.ni'iallenkcr, al« es »och heute in de» westliche» Provinze», evangelische Geistliche disse« RamenS gibt, die gerade ^bei den der „strenzzeilniig" am nächsten stehende» ' religiösen Parteien sehr angesehen sind. E» ist auch nicht das erstemal,- daß die „strenzzeitimg" lediglich 'auf de» Raine» diu veuie als Jure» deuniieirlr und hiiiicrher zni» Eiiigesläudnilsc gezwungen wurde, daß sie sich geiämchi hätte. <Tik Gcschichlc einer Zciliiiigsgrünüiiiig.i Xjt Tivoli Aniiü-iiiiie» habe» Pech. AuS der Toilette de« ReichStagSgebäude« wurde neun.b ei» Brie' ge. stöhle», welcher kau» in einem soeial-demolrawchei, Blanc rnw Adsructe lam und die Bcziehniigc» de« „Bundes der siandwirlbe" znui 'Minister v. >l « : l e r sowie eine Julrigiie gegen de» Dbeivrasideiue» i'lrafe» Stell erg anläßlich der Reichstag« Ersavwahl i» Nut fSstpreiißens oneiiballe Rstp ivnd die, läeschichte einer >feilung«gri,„dii»g bekauui. bei welcher der Führer der Tivoli- Aiiliseniilen eine kigeulhümliche Rolle ivieile. Bor.de», .uaniiiiei gerichle z» B e r l i » . gelaugie ilämlich dieser Tage eine .'tlage de« Biichdiiicleieihesiver« Otto Acker man» zu t'übbe» gegen den f,'a»drail> des ftresle« Zluckan, v, M a u t e u f f e l, zur Berdandlniig. Ter ,'tläger, welcher im Fahre l-l'l eine Blichdruckerci. zu Golßc» besaß, fuhrt au«, daß der Boliagie, der betauiile Führer der Tivoli Aniisemileii Reichstage, damals d'u - lebbanen 'Wunsch hegte, daß in ieineiu ,'trei'e eine Zen,mg 'einer Parieiriämiila i»-> '.'-her ge rufe»'werden möchie, welche wöchemlich 'echsmal ei'.l ei»,'» und »iä i mehr al« I Mart pro Bierieliahr koste» solle. Er ü, d,e>em Belui'e buv.1i Beruiiitluug eines Rhrer« ei a l i i ch den, dii-rger in Berbj„".,„g getreten, habe denselben wiederholt zum Besuch »ach 'eiii.-m '-'äiüe >l!o>'e» g.-ladru „ud and) im ükeichsiagSgehäude zu Ber»» »leliistich mit ihm und .'tatiul, ren'erilt. TaS Reimial dieser Berhandliingeii >'ei die Bervtlichinng de« Bertlagien ge - weie», die "A»ichan»iig«tosteii >md de» etwaig,'»"Aue'all des ,U»!e>»el'i»ens decken. RachSem sich solchergestalt der Belti.fg!-' ''owolil di,rä, veriöwsche Hasinng eiigagirt »ud außerdem Zu'chiine an« dem W e! s e n' o » d « nnd 'ooisiervaliven . Fond« ui Alissichi gestellt hätte, fei das neue Zcitnngsniiiei»,zu Beginn de« Fahre« unter dem Raine,, . R i e d e r I a u i i >> e r Bote" ins v,bei, gelreieu, habe aber nach eiuiakrigem Bestehe» das Z'iliiche geieguer. wöbe: dem -sttäger ein Berlnst von circa -'>iid«> Mai! sind vollständiger Riii» seiner Berkällniffe -ciilstaiiteii Tir Bcrllagie bähe, al« sich die :'!al>,»»g-:v.".'le,,eukrilen . de« ,'ilägcrs »ameiilliä, bezüglich der, »ei, aiige'chafflen rlwa I2GHI Mark lostrndei, Maschine» auf ,da« Tiückendste gelä,,', l-äiien, weher, an« eigenen Mittel», »och an« beit erwahnien Fond« Hil'e g,bracht »nd sich nur daraus - bejchränti,'den ,'tlaaer hei eineii Banaaier in','nckan »nd a:itereii ivohlhabeiiden . Perioiir» z»»i Tiscoiinn',, rrn denen Wechsel» zu einv'ehlen Reviere >e>c» dailii dadurch bezahlt woide», ' daß die Fraii des ,'ilägers ei» ihr verftstnich ge Kotiges Griindstürk veilanil und il,r ganze« fei»en.lj 1) gehörige« Beiiiiögen geov'cil habe, Al«, da» llmeritehmen 'dien dem R»iu nahe geweft'» n»d er ,,'tlägerj sich de« Zengnines d,s VehrerS ,'taliuti znui Bcwei'e de« Ber'prechcn« de« Berklaglen habe versi.ber» wollen, habe ihn .ualiich, der Ageni de« Herrn v, Mameliffel, »och. wegen Berlcilnug zun, Meiue'de deunucirl. doch >'ei au' Antrag der SlaatSaiiwall'chast selb'! eine F'.ei'prechung 'erfolgt I» btc'.'in Sirafproee'se icr „Uiiglanhwürdigkei:" de« Zeugen .'iali'ch n»d „Bergcßlichteil" de« H e r r n v. Bi a n , e n i > e l sestgesteiii woide» h'cl-lerer habe iödan» >>» t^aiize» »nr 1000 Blarl in zwei Ralen an den«Oager zezahll Ter Bcillagie gab deingegeniiber a». daß »ichl er deii ledl-aste» 'Wnuich zcbabk bade, daß im Ltickaiier,stresse eine Zeiiung couiervalird Parheirjäiiuiir m« '.'eben gerufen werde, sondern daß vielmehr der i'ehrer staliub, iriiber in -'solßen, in Schielloio bei. O'ube», a» ihn mit der Bme derangeireie» iei, eine von ihm und dein stläger z» gründende Zen^nig zu »»terstüne». Ei habe, nur in Ansicht gesielll. daß er seine» E'iifluß ui: streike geuciik machen wöbe, um. der' Zeitung Abo»»einen;» verschaffe», und daß er.m'rmckkc» werde, den Bcteiilc» an« irgend welchen Fond« Mittel z» verschaiie». Riemal« aber habe er sich dahin geäußert, daß er die Zeiiniig an« eigene» Mittel» »«erstüv'ii wolle. Er habe auch e?»i stläger auf seine Forbkiinig »ichl looo Mark gezasstt, , ionder» nur eine» Banquier in Vncfau veranlaß!, dem stläger ziveimal k Tiro «H'avt auf Wechsel zu gehe». Ter stläger und der Viel,-ra»t der Maschine». Thümeckr, hätte» ihn in, Reichstage anfgejuchi, »in von ihm;» erfahre», wie weil seine Beipilichtting reiche. Hiebei habe er idcr Berkiagtei eillärt. daß,r geglandt habe, da« Geld au« dem Welfensond« zu erhallen, und da dieser nicht mehr vorhanden sei, müsse er versuche», cheni Ackermann auf andere Weile Geld zu vcrfchaffe». Er bade iodan» auch dem Ackermann mit Erfolg Raibschlägc in Bezug'ans Ti«L0»til>l»g von Wechsel» zu niedrigem Zi»«'»ß erlheilt. Beklaglcr nehme den ihm i» der Silage'ziigeichohenrn Eid an, erkläre-deziielbe» aber für niierbeblich.' Tie III, Eivilkanimrr de« Z'aiidgcrichie«;>, Coilbn« erlanine