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Freies Blatt · 1895-02-17 · 150 (17.2.1895) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
IV (1895)
Issue
150 (17.2.1895)
Date
1895-02-17
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Nr. 150. feite .freies . me voimmiiMu' il'i-cuunü i*erfrauen«fteüung in der Landerhauplsiadl Troppan ■•iiirimti«. duicki Crrlei Aeiißernngen danhur, in welchem Maße ihm jedes;>.ittioii\fce AoingeiuM »efilt. Ter Schlesier liiljmt sich mit Recht feiner treuen ::miiüi'\teu Gesinnimg: -aber auch die Xent’djen Troppanbürten sich dagegen rernaSrcn, daß man ihre volle und rückhaltlose Hingebung air-strone und Reich resbaib in Zweiiel lieht, weil ein hoher Gemeindesiinclioiiär sich nicht darüber!(ar zu werde» vermag, welche Gefühle wir der Xrone fchnlden und wie wenig es üch uemr und wie wenig klug es >ü, das demiche Ralioualbewußlsei» i» eine» gewissen Gegen'atz;u sielle» mit der Gesinnung wahrer ttaisertreue und e? an' .»ioüeu der leuteren stärken;u wollen. — Traurig ist es auch, möchte» wir den Aus'uhriinge» des Amtsblattes hiuzusügeu, daß ein rechtskundiger Mann, der eine eommunale ii fl reit und Berlrauensstellniig in der r'andeSba:w:nad: Tlopvau einumum, durch »ein anli'emiti'ches Gebahren darlhut, daß i! iu leder 2imt 'ur Rechtsgleichheit fehlt. Gegen Ählwardt lind Böckkl.) I» Berlin hielt vorige Koche die „Anti ' cm ile» tiga" eine große Mirgliederver'ammluiig,;u welcher sich auch viele ''Vi'ie eingefunden buten, um den Aus'ckiluß Ahlwardi's aus der denlsch-iocialen Re'rruiva.iei deivrecheii. Tas Referat hatte der Reichsiagsabgcordnete B i n b ewalk uberncimnen. 2ie>er »übrte »ach der „Staatsbürger-Zeitung" in einer e:,va zweistüiidigcu Rede ans: S-boii zu der Zeit, als Ählwardt im Gefängnisse 'aß, merkie mau, daß etwas hinter den Eouliffeu vorgehe, lliuir sei endlich das Gewitter, .das längst in der z'iift ichweble,;»m Allsbruch geloiifmen, »iid ma» lem:e sich Eenen eigentlich nur freuen, (lebhafter Bei'all > Ten Keg aber, reichen Aktiva::: einge'chlageil habe, könne ein veistäiidiger Politiker unter keine» Umstanden gut Heißen: cs fei nicht nur in politischer Hinsicht ein ganz ver vhlter. 'oilderl! >'".ii Peiballeu auch ein wenig eollegialiiches feine» Jracliousrue's'eu gegenüber. Als ich, fuhr der Redner fort, vor einiger Zeit in Bayer» .i.u '.nid ich '.ur eine aroße Auzabl von Änttstmsten vor, und da wir doch "Ute ul! d.".:t'cheli Pater lande in dn.. Jndeiilrage" das gleiche Ziel ver'olgen, >o d:.i'':e ich a:r,t : o's.'ii. als Gaß und Gesinuringsgenosie behandelt;ir werden: las nicht der Jall gewesen. Mau bat pvar meinen Porlraz mit einiger e e::!gegel!g>noiilmeli — durch das Heven der sogenannten baiiriichen anli- '.u'.lll'cheii Pellsvanel iraren nbeibrnpl nur 300 Per'oneii erirhieiKit, — in Tiscii'stoil äde llahlil malt eine Stellung ein, die mich galt', vergesse» ließ, daß '.!' unter Anii'elnilen he'aitd. 'Hört, hört:, Ta hieß es, die „P r'ei sieII" ' 'ell! i: uns ans dem banke blerbe». n.au wolle-von dieie» anli>einiii'chell „Rord i:ch: rll" »berhauvt nichts wlnen, die kämen nur her. um uns ',» majoriurcu uu: ul ltiuerdtlicheu Za. meine Herren, es ging >o weil, daß n. A. sogar un •'i\'’,'i>.’eof'!eiev demonstrativ sii-en blieb, als ein Hoch auf Sc. Maiettät den : u:.. e::'.Hai'cr .msgebruckil wurde iLebbaste Psnirnte Kenige Zeit daran' lau: u: Reicksiagsabgeordnelr Kerner nach Bauern. Ts ging ihm wie mir. :r ..de ebenso behandelt. T(.vtzdm gelairg es ihm, einen Perein deul'chgesinnler "niu initen. gründen, eilten Perein von Bayern, die dem Partieularisililis '. '.iis'U'eii. nur ihr deutsches Paterland kennen und sich bereit erklänen, in alle» . dunkleii einig und neu mit rep denlicki wcialeu Reformpartei zu gehen. i¥cb> u.v;. :■4?-.i-all. .'.'ferne H.'r.c:,! Kas ihn! nun der Abgeordnete Ählwardt, trotzdem , ltdee k:e ae'ch'.ld.',Sachlage ganz genali iinterrichlet fei» mußte und auch . ui'.b'riichlel wäre Tdalerch er Hoivitanl ini'eier Partei war, ging er tre» . nein'.'.et er Abmali imugeu auch von vrivaler Leite »ach Bayern und 'brach 'er: »ich: enva in dem deutsch iiaiionaleil auii'emili'cheil Perein. i'oiiteru in :■'![ r.ie. leMaiier riiii'elnlwcheil Polksverein^ denen Mitglieder uns l'o schlecht-- ..lai.del: le.ber. ls.eße Erregung! Ril'e: Perratli!' Za. meine Herren, es war '.rede, eu: 'chöiier. 11,'ck; -in kluger Zug von Ablwacdl. Käs hat er nun i» Br: er: renoil:> Zürn'':,Geld verdieneii! Beifall und Heiteikeil. Zedenfalls . r: es der ami'emui'ch n Sri" keinen Legen gebracht, daß er;u ieiiem Pereine ring und damit nstens kv. pa:'ki«:ilari>'llfche Strömung in Bauer» bestärkte, rr, eitel.s ab::' auch seine ei.'ene Partei 'chädigie. Ählwardt Hai sich als „radiealer" .'iu::'.n'.i! aii'ge'vie.:. bat erliar:. daß er mit seiner Fraclion, der er doch imuier -ech aimeborte, nichis zu f.'.in habe, ne 'ei ihm;u „reaclionär" 'Henerkein, ja - l r: rr-.b: einmal gescheut, den banrischen ParlieulariSmus als etwas 'r:rbans Berechtigteshinziiüelleii Illid damit 2-tellilug gegen Preuße» selbst Zit 1 v.' :: ..',11..' Kie reimt sich das Alles zu'ainiuen mit der Eiklärniig dl :.. ar ' >r:e -twas gegen die Zraetion zu linternebnienB Gr hak in einem dem i«e'a!!qni«'e ert.än. daßer ganz au' dem Boden der Partei . '!' Posiett. d.t! nun ihm amreiien weide, mit voller Hingabe : " v.e v. il eiin man 'ein Programm aynehme» würde. .Große Heiler : T r'lachi e. :>ai er erklärt, er gäbe sich zufrieden, wenn man - ... .amu!- B. ln oll.'i'.de Grwägnng ziehe. Ties 'ollle geschehen: er halte . P:. r ."uiia, ge. dri feilte eigene Äcaetie» zu Felde;n ziehen. Redner l':' r' Pord.inae in der aiili'emitiichen Reichstags Fraclio», wo. ' Ar., r : , ' Biklärniig. 'iie iein Perbalttii in .Bandln verlangte, dir ' rsi A:., ur Abrede, brach von Bkißvernänbiiinen :e.t schließlich .. t : ' thzaasd-,i.. kt» die Fraelion ganz befriedigen werde, u :e ■- dir!.. u r. r...r aü-rdings ad'pkn: mchlstagend: »»''älleiid war nur, ..ra> 'i:1 : r Tra.n .'sbeichliiß über eine AuS''chließing Vortag, bereit» in : r ha»'i'chdtt Blaue eine Tepe'che.erschien des Zii- - : " 'erber.- aus der Fraeiiou ausgeichlone» , Blatt.! worbe» fei, weil ec sich geweigert habe, eine für die Bayern beleibigenbe Er- I klärnng abzugeben. (Große Unruhe. Rufe: küge!) Ja, meine Herren, es war thatfächlich eine Unwahrheit, eine Mache der gröbsten Art, in» die Bayer» gegen die deutsch-sociale Reformpartei aufzuhetzeu. (Bewegung ) Rach all diesen Borgäiige» konnte eS die Fractiou natürlich nicht mehr verantworte», mit Ählwardt zusammenzugeheii, und Io erfolgte deiin sei» Ausschluß. (Großer Beifall.) Der Redner kritisirte zum Schluffe das Bundschuh-Programm Ablwardt'S, hezeichnete es al» ei» den social-demokratischen Zielen sehr nahe kommendes und faßte fein Unheil in die Worte zusammen: Wa« an bemselheu gut ist, ist nicht neu, und! was au ihm »eu ist, ist nicht gut. lkaiiganhaltender Beifall folgte den Worten! des Redners.) In der hieraus folgenden TiSciiision traten mehrere Redner de! biiiguiigsloS für den Ausschluß Adlwarbt'S ein. Redacteur Johannes Wilberg j tarn auch auf den Austritt Böckel's zu sprechen n»d sagte: Tie Partei habe feine Veranlassung, über de» Be, lust Ahlwardt'S und Böckel'S zu trauern. Im Gegeulheil hoffe er, daß nunmehr erst die Bewegung in ein friedliches Fahr > waffer kommen werde. Das Berhalten Ahlwardt'S sei ei» solches, daß eS jcdn» wirklichen Antisemiten nnmöglich sei, »och weiter für ihn eiiizutrete». Er, Redner, sei der Erste gewesen, der in Berlin in öffenliichcr Versammlung für Ahlward! ringelrelc» sei; jetzt werde er aber auch mit unter den Erste» sei», die ihn wie feinen Freund Bötkel befämufeii werden. WaS habe de»» Böckel hier in Berlin überhaupt für ein Recht, sich als Reller auszuspielen? Man wiffe doch ganz genau, wie er über die Berliner Aliliiemile», von denen er doch so manches Gule genoffeii, von Hoffen anS geschimpfl habe, wie er sie als LlownS, Masken ball Anlijemile» -c. hingestellt habe, weil er anscheinend nicht Geld genug bekam Er war der grimmigste Feind Ahlwardl'S, heute sind sie Beide die besten Freimd.. Pecnniäre Inlcressen feie» bei Beiden vorherrschend. lLehr richlig!> Für Ählwardt sei die Bewegung, um mit Schiller zu rede», nicht dir hohe, die himmlische Götti», sonder» die milchende .sinh, die ihn mit Bmie.l versorgt, i Große Heiterkeit »»d stnrmiicher Beifall.) Ter Redner ging sodaim ans die gegenwärtigen Preßverhälmiffe ein und bedauerte lebhaft, daß von dev beide» Herren schon wieder ein neues ZeitungSniiternehme» geplant sei. Es seien diese letzt leider modern gelvordeueii Zeilungsgründimge» gar nicht scharf genug zu verurlheilen, zumal diese Unlernehmmige» meist schon den TodeSleim in sich tragen. (Lehr richtig!) Ta wird aber immer daraus losgegründet, und die sirachs seien dann an der Tagesordnung. Turch solche Genndiuigen werde nichk nur die alle, bewähne Preise in der empsindlichstr» Weise geschädigl — zumal die Loiicurreuz milunter lebhaft au jüdisches Lchleuderwesen erinnere, — söndern cS iverde durch sie die gaiize Partei iu Milleidenschasl gezogen. Wer fiiv die Einigung der Aiiliseiuite.il sei und eS mit der Sache ernst meine, mini.' dafür sorge», daß deranige Gründungen aus das Schärfste bekämpft werde». Ma» möge sich daher hüten, die neue Böckel-Ahlwardk-Gründniig zu unter stützen, lfebhasier Beifall ) Znm Schluffe forderte der Redner ans, sich dnrä' niebiS abhalie» zu lassen, für die geeinigte Fraclion einziilrelen (Slnrmi chc! Beiiall.l Sämmtliche Ämveseiiben, unter bene» auch Berlieler ans Halle, Elbcr selb und Sleuin anwesend waren, erklärten sohin einstimmig, daß der AuS ichlnß Ahlwardl'S im Interesse der Sache iliiler Bernckffchtignng der Berhällnisic durchaus eisorkerlich war. — Ter Bericht heS AnlisemitenblqUeS, dem wir im Poransteheiidei, getreu folgten, zeigt wieder einmal die ganze niedrige Gesiniiniiv. der einander bekäinpsenden Geschäslsanliiemilcn. „Pecnniäre Jnlereffen" sin: aiick, wie ans der Rede Wilberg s klar hcrvorgeht, bei den Gegner» Ahlward! und BöAel s vorherricheud. 'Gill protcitantischer Hkllpsassc. Ter wegen seiner unübertre/slichen «Ärobbeit berüchligte Pastor Jskranl candidirt bekannllich im Mahlkreisi Eichwege-Lchmalkalben für das durch die Bernrlheilung des Anlisemilei, i! e u ß freigewoldene Mandat in den denti'chen Reichslag. Jskranl, der siä letzt auch dein „Bunde der Cankwirlhe" verschrieben hat, war noch im voriger Jahre ein heftiger Gegner bcS Bundes nild silchle die AilSbreiluiig deSselbei. im Sirene Herford za hinlerlreibe». In einer Bersaninilnng von tzandwirtliei' in Hersorb wurde Herrn JSlrant wegen seiner Angriffe ans den Bund da- Kort abgescknillen. llebrigen« hat der Jskrant'S wegen in Herford eptra neu gegründete „Perein für innere Mission »nd christliches Polls leben" die>'e,» auch ichon wieder den l'aufpaß gegeben, „weil es ihm »illn geglückt ist, Eingang in den Gemeinde» zu finden, und weil es in Folge bene; nickst mehr möglich gewesen, seinen Gehalt, welcher sich ans srdiwilligen Beiträgen zu ia in me »setzte, auszubriiigen". So lautete die von den bochcoii'ervaliven Liiverinlendenlen Schmalenbach gegebene Begriindmig t- Eiitlaffiing Jskram's. Gleichzeitig hat e» Schmalenbach, ein Biisensrelli ' Slöcker's, schriftlich und mündlich abgelehnl, „weiter für Jskranl einzulreten Um nun aber JZkram wieder eine Epstenz zu geben, bat sich im verflossenen Jahre aus einzelne» extremen Freunden drsielben eine drille Pereinigiuig, dr „Eoniervative Bolksverein^. für de» AreiS Herford conftilliirl, welck: Jskraiit als „Agenten" besoldel. Ter Hetzpsaffe hal das Zcng i» vollem Ma' dazu. Er reist herum und hält zur Uiilerstützung seiner Agilalio» gleichzeil Gastvredigle» ab. So hat er jüngst in Lber- »» d Riederdunzeba ' ii'u Cvnat seines AmtsbrnderS imb Gesinnungsgenosse» Vormittags geprcdia und dann Rachmittags agilaloriiche Hetzversammlnnge» abgehalte». Uebrigen ziehe» sich die evangelischen Pastoren, die anfangs für den durch seine Anüppr

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