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Freies Blatt · 1895-02-17 · 150 (17.2.1895) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
IV (1895)
Issue
150 (17.2.1895)
Date
1895-02-17
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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* t Nr. F r.c i e s Blatt. - ritc getrübter Harmonk zwischen der christliche» und der jüdische» Bevölkerung in Krakau. Fürstbischof Pnzyno erwiderte, er werde ein Lächler sei» dcS katholischen Grundsatzes der Nächstenliebe, der »ich nicht aut eine Religion, sondern auf alle Menschen bezieht; er hone, die Depntcttipn werde in derselben Weise wirken, damit keiner, was; ihm selbst nicht lieb, ist, einem Anderen zusiigc Christlich-sociale! Sianipscaplänc dürften mit der Nächstenliebe, wie sic der Fürstbischof von Krakau aufsaßt, ebensowenig cinvcrslaiiden sein, als der EpiScopal ' von der Entwicklung erbaut ist, welche die agitatorische Thätigkeit der Scheichcr, Schnabl, Opitz, StojalowSki :e. genommen hat. Die Aeußerniigen des Fürstbischofs Puzyna klinge»' wie eine Bestätig gling der Meldung, daß die Nonifahrt dcS EardinalS Grafen Schön dor» den Efiveck verfolge, dem Batiean über die durch christlich ''ociale Umtriebe hervorgeriifeiic Vage der österreichischen Bischöfe reineii Lei» cinznschänkc». / lWas wird Vlltsttr da;» sülzcn?) Der deutsche Reichstags al'gcordncte Vie ber m a » ii v. Sonncnberg hak seinen Eollegen im Parlamente und tut AnIiscinitiSinus Böctcl ans Pistolen ge 'ordert. Böckcl hatte iiacl, feinem Austritt' ans der antisemitischen 'reichStagSsraction den Abgeordneten Vicbcrmann wegen seiner reartionärcn Haltung in der Umstiirzeoinniission angegriffen und ihm Wählscliachcr vorgcworfen. Als der Abgeordnete Werner bei den '.Listen NcichtagSwahlen doppelt gewählt war, habe Vieberniann,- dem B.-rncr- Geld schuldete, denselben gezwungen, ein Mandal an Vicbcr- .-nn's Freund, König, abzntrctcn. Viebernionn habe wie ein ii di ich er 'Wucherer gehandelt. Tie Angelegenheit liegt nun nein Ehrengerichte vor. Werden die beide» anlifcmilisclien Necken utlidi apiscinander schießen'? Wenn ja, was wird Vneger dazu i». welcher das Duell als mitdem christlichen Gewissen und der -'erzestrcne eines braven Antisemiten nnvcrcinbarlich erklärte'? Ailkiscm ii» Eonflirtc mit de» 3trofncfci;cii.- Tie -sti-ai :::utev des VandgerichteS Altona verurtlieilte den bckannlcn Nadan utifemiten Bcrsichcriingsdircetor Earl Wolfs' wegen zahlreicher ' nitionSichwindcleien zu vier Fa live n Zuchthaus. Biel Auf , ln rni'i in der liegend von Pirna daS Bcrschwinden des erneu chichlialiers der Mühle z» Elbersdorf bei Türröhrsdori Namens Fiev, .vor Fietz, . der feit »ichrcrcn Fahicn in ElbcrSdon in Tietlniig .... eulfallctc als Begründer und Borfitzender des anliieniitiselseu ' soimvereines fity Dlirröhr sdorf und Umgegend eine eitrige Hel? .uiglcit. Wie das Amtsblatt i'ür Dresden, der „Dresdner- An ig.r" meldet, hat der flüchtige Fiel? 'ein erhebliches Eaneiidciieit' .!-üikgclassen. -7- Auf rlregnisiiiou des Mannheimer Staats iraltes wurde i» Broinbcrg .der Eigenthümcr und Ncdaclcnt dortige» antisemitischen Wochenblattes, Ballliaiiien. wegen " l'chlagnng von >irankcneaiscn1zelder» verhaftet. „Nkinbraiidt als Erzicstcr."' Der amtliche Dhcil der Veipziger . 'itiicUen Nachrichten." enthielt vor wenigen Tagen folgende öffentliche -inüellung: „Die offene Handelsgesellschaft unter der Firma E. V. ^'-. > chfel d. Berlagsbiichhandliing in Veipzig, vertreten durch ihre . ide» Fnhober Fohanncs Bernhard Hirichfeld und Friedrich Ehristiän iirad, Beide in Leipzig, im Proeei'fe vertreten durch di^ ürcclüs »walte Fnstizralh Frenkel, P. Frciilel und Vöfchte, tlagt gegen den Schriftsteller- Dr Fnlins Vangbehn, früher in Dresden, jetzt n» laniile» AufenihalieS, aus einem Berlagsvcriragc mit dem Anträge, *ii Betlagteu kostenpflichtig zu vcrurtheilcn, an die -iilägerin 0OO0 •’.lüuf 11. s. w. tu bezahlen." IIu>u-nt su:i int» liln-lli,! Vailgbch». ■ r Berfasscr des namentlich in der Antisenirtenwelt viel gepriefene» Ruches „üieliibrandt als Erzieher", das in 'mehr als ">o Auflagen; tchieilen ist, wird von dem Berlegcr dieses Buches auf Zahlung von illn-'i Mark und 70 Pfennigen verklagt! Was ist ans der großen Dumme geworden, die daS Büch dein mit einem Schlerge bekannt . iewordcnen Berfasscr cinbrachte'? Was ans ihm selbst, der jetzt' „im bclaiiiitcii Aufenthaltes" ist'? WaS wird anS dem Buche werde», von dem man heute kaum noch spricht, und das vor fünf Fahre» viele Tausende beschäftigte? ilyi» Pcrwaiidtcr der Madonna.) A »d a l i ost, e. Pfarrer von -an Ecsario, hat in seinem großen Hanse überflüssigen Nauin, de» er an Fremde veriuicthct. Bor einigen Fahren zog ein deutscher Maier bei ihm ein. Einmal kam das Gespräch auf religiöse Fragen, und cs fand sich, daß der Maler Fudc war. DaS war dem treffiichen Andallone, der mit der Enge seines Beistandes Weite des Herzens verband, sehr intcrcsiant, er hatte noch nie einen Fiiden i» seinem Törfchcn gesehen. „Dhnn Sie mir einen Gefallen," sagte er am nächsten SamStag, „kommen Sie morgen während der Messe in meine 1 Kirche." Gern erfüllte der Maler diesen Wunsch. Wer aber beschreibt i sein Erstaunen, als der Pfarrer im Meßgewand ihn an den Altar - hcranwinltc und mit folgenden' Worten der Gemeinde vorstcllte: , „Diesen fremden Herrn, meine Freunde, e»ip'ehle icl> Euerer besonderen , Viebt und Berchrnng. Er in ein Berwandter der Biadonna!" Was iagen unsere Anliseiniieu dazu? Georg Ebers. Der betauute Nomaiieier'"Georg Ebers hattesich jüngN in einer Wcii'e gegen den '„Borwurf"-, Fade zu sein, verwahrt, welche zu erkennen gab, daß er die nidiiehe Abstammung wirklich fijr etwas Disfamirendes halten würde Die Berliner „Mit ihcilnngc»" Nellen nun -fest, daß Georg Ebers zwar Ebrin. aber nackt, raeenantiscmil'ischen Anfchaunngen dennoch „Semit" i'ei Er in ein Berwandler dcS Snndirns Ebcrt» und stammt wie dieser-voit dem bekaiinten Müozjüden Friedrichs I l.^ 'Beitel H e i n e i^ v!> a i in, ab 'Der Dichter der „Uarda" sinkt dadurch - io lauge nickt in tin'eren' Auge», als er sich seines Ahnherrn Beitel Heine Evluoi'u nickt schämt. ' ' lBkinislcrpriisiVcill stiidok itücr Die Gtwineiissrcjhkil, > F» de» " französischen Tcvutirtentammet iiililte sich ei» -Milan..' N.rmens . DeniS bewogen, die international.- -Mode der Fnd'.-nhrtzerei mit zuinachen.und in Belten der Fnden in den votitiicli.» Be>,r»gs äintern eine anlifeniitiich angehauchte Fiiterpellation z» stellen. Unter lebhaftem Beifalle der .Kammer erwiderte Ministerr-rciiitenl N - bvt: „Die Stellung' der sogenannten Fndeufrage lann die 'lc-gieruug höchstens zur Erwidcrnng. veranlassen, daß man iki Di-i/i.t '.'andr. '' jeden Glauben achtet, ivie immer er sei Der Negierung' liegt -wenig daran, ob dieser oder jener Beamte zur Meise gehe, Und od-.-i Frei inaurcr i'ei. Die üregicrnug fordert nur von'den Beapit, daß iln Betragen. tadellos fei und daß sie Muster von ->c--!>i''li.ii'-n!'.i!,'Un beickoltenhcit und B'lichtgesühl seien " - - 2lus‘ antisemitischen Vereinen sannnlunaen. und er -Bcictiräiilic Ccffcntlldifcit.> - .r.< -1*> B.-". -ce.- T:e .j.-vigen Bertretcr .-er neicri-.v -n Vant-eshai-.r-'-la-'i iine-- ,pl-'.-. zwei E.r-.-.-u ooi» tzh-'L-ige 'i!i.-iiüieiia>n -?lelulr?.id.-i - ivatN-.-n invrr ciaein Neiiicn >!rc>h- »wi -.'Iii--erio-.il.Neu ili.eu ->>e>ti--i:'-1"i-:-U-. 1 rr: eiün:,-». um nickt voll -.'liili'emileii ctiriillick re-a-.-r' v»i e ä-one,er'>>i>cr F v.ma beli.-l!:.-! »• u-erken. Sie tciicti-ii daher i-iiu „atlaeuieiiie Wal-ler'.-.-i'rmi-.u.i.-a" i» ei« -o.,« ein, U'OUt.o-3 t.mi-.i l.'Jt -4.-1 t\ ri.-ii 'a>i!,r.' Eei .hu-,i-.-u- .-.u.r!.u Ei.t-.- e-,-r-l--.. iveicke ü>l, üer-r b-ib-'.,. brav!---»-li.nen.stine d.iycr.-.-r :r. Eine du- 'ckaii'lr.- der -.11-.' miirei-?. ::.i-.-> r-ü iru!--.na'■■■:. da-- B-ili-aiieii voii. k , " - Fiir Falircsvcrsai»i»l»»g des . Dcnliäicll Bollsverciiics inr Täileücu". .'aa Amtsblatt der -ct leütn, tzand. te.-gie:'.:: ... : „e.evl.t-.test.eitnug". .-.iiia: '.nie aehaiau-.I-:,- o ■ ttaiml' ae.-,• .-;s:1. i- - -ciir. 'ii- Sckteneu" und iilet-.->ri>dev.- g-a.-i, e.» -.'rint-enmei'.! r- -. Btrebnre.ermei-'ie--- Dr. Ni-emnifr. Ta» «MeieNe -T,-au ’.ti-. -iL-t. Di- „7 m>>1>-' W>' i" rxer ön'entlicki einen Beriet«: über ->e:i .'.-r ,l.iv-.-es -.-!>':»:»»»»i 'ei.„D>u;>et-.en Bolkeoer^ii.-i -ui ecktzilen".' Ten -lu-il'.im- -.nntet-- rein en'inei: Blatte zino.ae Do. S>ernian:-. r.-miner De--feil-- l - ' : die-eni Antatstdie „vatiöuate Ei'cklanilng u. d -'.agha'.'-al-.er D -m'.v-.-a" v m-.s de„-',->t>en : ii Aalioiialge-iihl der Ungarn eiijgegi-».s-lSi. vttBm ua dieses na h ahmene-weiiben Na.li.-nalgeliidis' und tra-ria... -l-.u! -.lueiitarisnins wird von . E.-rrii Tr. .'iioniwe' di'c 'B.-.ili „des u: ßieii c zitagni" (tim -tzraiidei-ien des .'lt gteidi!. i> ndanü7 al-.,- -'»v,r: und k i.au> bin5tr*m«.fe«.v daß, ivalir'ciid dort d>r mit der Eiiilai'niia d>s 'rü'-ren -.b>i!il'i.r»»ns eiiigeieiiete .'ia»iv' der >tro»e -gegen den 'tzarl.iiii'-,>!ai>en>n-i!- mit dem Liege des It-mayr. endeie. iv.üuend derl dir B.-alä eines -.'th!»n'oier(>.> s sin .dl äugig a, zu Ni B-re vr-äükeiii'en dcS-/Abgeoidnete»bau>'es rl-e e:» 'F.ei.i-en der u-ackttge» naiioualen Sliöuiung au>-,u'ail. ii in. bei i-nd d i? iSee.euilieil zu heoba.ble» Tie Be liauviiiiig, daß Tzilagvi trondem o-r,-r k,.«->uiih desli.ilb z-.n» Bränkenie» des »i'gariickr» Abgeoidneieuhau'es geivadlt »iiid-e, n*eil er aiigeblih in vo-Irei'ei-. bengehaßr »'1, ha! uniereS B.-ißenS vor -Tr. .'iivuiiner »oh Aieuiaiid, niifgesiritt. Ten Io darqenetlir» Boigang aber uiid den .'laiurn des -tzailauieiitarisniu-' »>it der dteone, der mit dem Siege des eineren endete, dus ü>llt Dr. Tiioiimier der deut'ckc» Shläirigkeii ,» ganz nnzwcidenliger Ltzciie als >laär>r!»ncuswerahcs Beiiviet gegenüber Daiair schließt sich umiiillelbar »och dkr Satz, daß die Siärtuttg de-Z »atioiialeu -tzüihlge'ühlcs da-? 'ei, was . üns T-enisch.-u in der iTsliiiart brionders »otlnhm. Nu», nur „Deiw'chc» i» der 'Düinart - haben allerdings das BewulNjeiii, daß i»is -.'NaiiheS »oiluhui. Allei» die -.Nlahiiiiiigeii von tzcnic». die mit nickt verhehltci» Behage» logev.amiie Conflicte ziruichc» Pai.lanien: und unserem getiebicii Monarchen uin'erer „naiioualen Er!chlaifn»g" entgegen' hatten^ die eS unternehme», lotckeS Beispiel in irgend welcher Abi'iS,: auf die Teutscheii liTenerrcichs wirke» lauen zu wolle», obgleich ja dock in uuü-rcr Neicks hjrlste lciiierlci Differenz zwiichcii-l-arlaniem und >!ro»c oder zwi'hcnBoll und ücoiie bestcdt -ndiese Mahnungen weiseü die Deiit'chcn und die anderen Bewobnev de> ..Cftmavt" mit aller Enü.ckiedenbeil zn-.üch Traurig iß es aber; daß ein Mann, der

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