Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- III (1894)
- Issue
- 142 (23.12.1894)
- Date
- 1894-12-23
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
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.freies Blatt. Seife 10 ferner, faß die Patientin die gan; harmlose Untersuchung ohne jeden Wider, l tvriilti oder gar Widerstand vornehme» li,ß. Ich Hache weder Veranlassung, noch | die Absicht, eine wiederholte' Niiternichung vorzunehmen, weil ich schon bei der! ersten Untersuchung die Ueberzeugung gewonnen harre, daß der Patientin ein i sirankengeld gebüdrl." rTer Wodan kultus u»d Aurrlius Polzer.l Sn den „Unverfälschten -j Tent > ch e'n W orte n" wird in-neuester Zeit Alles verherrlicht, was mit dem Wodan (Sülm# irgendwie jiifammenhäiigt. Sogar (fir die Wiederbelebung der alte» Nnnenreichen, die übrigens nach böswilligen Forschern semitische Schöpfungen sine, wird an das vollliche Bewußtsein appellirt. Am 16. Julnionat sutharken die „Unversälschten": „Auf hie unbedingte Richtigkeit dieses oder jene» Rnnen- A B-E kann wobt keiner der Gelehrte» schwüren, da e» sehr wahrscheinlich ist, daß die altgermanrschen Runenschreiber', sich heim Einriyen ihrer Runen nicht , ' nur manchmal auch ^verschrieben' haben dürsten, sondern auch die einzelnen j Schreiber. lwdiJem ,a keine eigenen Runenschreibschulen bestanden — bisweilen! and, abweichende, bloß persisnlich eigenthümliche Buchflabenformen angewendet haben mochten. Man denke nur an die Jetztzeit; trotzdem in den Schulen eine einheitliche Rechi'chreibiing >nid Bllchslabeiikorm gelehrt wird, ändern später doch die meisten Menschen wenigstens die Formen der Buchstaben (namentlich der An'angsbnchstaben' nach eigenem Wohlgefallen ab. Zn flüchtig geschriebenen; Schrine» kann außerdem der> ungeübte Leser sehr leicht das ,e', ,r‘, .»', .a, .ir rerwechseln: etcn'o mit ,g' oder .p': .t' mit l; .s' mit .f'; .a' mit .0' . n dgl. m Be: de» aus einfachen, incift geradlinigen Strichen zusammengesetzte» Ri.nenzeichen ist wohl die Berwechslnng nicht in kdm Maße möglich, dagegen ist illcht zu iilupebeii. daß Sie Zeichen in den RuSenneinen oft lo undeutlich ei ballen und, daß ihre Formen mehr erralhen als sicher bestimmt werden konnten. Snl'cheiden mir uns daher für ei» Runen-A B-C', und bleiben wir U-; fern im deutsch nationalen chaichen Merk stalender für 1*55 einpfohlenen. •Sei! denn auch in dieser uukergeordnekenAngelegenheit der deutsche Sondergeist Uneinigkeit 'aen>" Mit Beljug auf die>'e bis zu den Runen zurückgelangle Wodan Schwärmerei eriucht lins ein Freund »»seres^BlatteS um Airfuahme 'olgender Anfrage: „An Herrn r^eorg Schönerer! Zn Rr. 2~J der .Unversälichteu T-ulichen Worte, H'.'l erklär«» Sie: .Eine deutsche Ralionalreligion kann weder iutberiuch., noch ><b:»i>ch neu belchäisch^seiiu. Run ist Herr Professor Aurelitis Polzer, Redaoteür des Grazer Wochenblattes, Ihr Leibpoet, im Jahre an« nationalen (Hui»feil von der katholische» zur evangelischen Consessitir übergetreten. WaS ■ eil nun jez-r. nachdem Sie dorr .Wodan,Eultusaks> den einzig nationalen erklärt haben. Ihr Leidxoet thun? U. A. w. g" >J,l der Erlöstlilgswoche. I Tie „SsideiltscheiRundschai," bettelt um Abnehmer: „Teui.i.e Ballsgenonen! Gedenket irr der! christlichen ErlösuirgSwoche 1 auch der endlichen Erlösung des deutschen Bolkes von seinen Bedrängern und lasset jede koinmeirde Zadreswftrde eine günstige Schicksalswende seines Lebens ein. Ihr könnet e« durch Treue gegen seine beste.Waffe, eine unabhängige | r.nt'di nationale Preffe. durch «irrige Werbung für die .Ostdeutsche Rundscham!" 1 §:,r echter deutscher Mann mag keine» Franzen leide», doch ihre Weine trinkt i er gern. So ein unoer'ä>schrer nrgermanischer Fntbarker .will sonst von der l ..palästinensischen Anschairringsnteise" nichts rviffen, aqer er verschmäht es nicht, j die christliche Erlomugswocho »ür sein Bettelgeichäfv anSniitzen zu wollen. i Voreiliger Trllllltpb.l Unsere antisemitischen Blätter triumphirtcn neulich 'd.rr.ber. daß es »niz auch in Wien antisemitische tiekkner gebe Treker Triumph i n ar rozeiliq, denn in der am 17. d. M. abgebaltenen^ von circa 501 Personen; l, Miilren Generalversammlung des Wiener -iellnervereins wurde» mit allen j r i'.en vier Stimmen drei amissmilische Agitatoren aus dein Verein ansgeichloffen I Milcricalc unb l>bri|'tlid)*2ocialc.i Tie fromyien Schwarze» sind den mehr rollnich 'chimmernden Airlisemite» ja vo» Herzen gut und sörder» ihre! Bestrebungen aui ,ede erdenkliche Weiie, nur sollen tptse nicht in den clericale» l .lsemeren an' die Jagd gebe». Tas können sie selbst besorge», und da werden ne gleich nerr. s. In Wien d:e große Maffe unter den lügnerische» Formeln j 'es Jiidenhaffes für die olencahen Tendenzen gewinnest, da« können die Christ- > Leuilletan Vev Antisemitismus vierte Aimenfio i. ch Scrialen ihnn, aber was tiefe in Toerösterreich —> wo ja der ClericatismuS in:, d ies S rgien 'eiert — wollen, ist den braven Eiepicalen rein unbegreislich. as .leruale „L inzor Bolk'sblatt" wettert alle Woch^ mindesteüs einmal gegen . Emleituirg einer christlich ''ccialenÄgiiation im Lair^e des gute» Mostes. Auch .rmervatwe Ltrndlagsabgeorhnele v. Liltau ballt sich jüngst in demselben : ■,ei'ivc+eii und wurde deshalb von der Wo.riisdorfer „C efterreichi- .lksze:::,n.>" angegtinen. Auf tiefen Angriff erwidert nun das : Br ke ..-z:- w,e 'okgl: „Wir lieben den Frieds» und halten ihn. Allein . •!: :;:r nn< in Anspruch nehmen, sagen zu dürfen, daß I ■:' iv :: . ch -jstkich-iocialen Partei in Sbeeüslerreich UNS unter den ..a st . .!l r.v,i :lich erscheint, lind daß de gekennzeichnete Art und : . . f::-ch :i5t Seite dieies Unte nehmen iy Angriff ge- : M •. st:i .1 j: •;» d -r c 0liierdatioeit Partei heraus« 7" T:finnig, 'aß die Ebrisilich-Soeialeii in die oberdu kommen würden, um gegest .derartige lahme Ann tve Berdächligunge»' yi protesiiren, laßt uns V'. a: '. u H i nein, Lueger, Schneider also dermalen das ..in en Partei" V Tas zu wisse» wäre interessant. b-si ■ 1: :i. a: 1; - lllllg-Il u::. B stl.'.' ' 2?efen Zur Zeit, als die Raumhypothese des verstorbenen Astrophysikers Friedrich Zöllner in Lcip zi der Erörterung einer metaphysischen Frage Heren ein bloß theoretisches Interesse;u erregen, vielch Slade vollbrachten Wunderstacke, die sich ang vierte Timensivn erklären ließen, begonnen hal^e, anzunehmen und die Köpfe Leichtgläubiger zu ein berühmter Physiker, der mit Zöllner, Fec^ sönlich bekannt, theilweisc sogar befreundet war. an Ort und Stelle zu erfahren, was da eigentli Zöllner'S Hypothese war ein schiefer Einfall, Einfall; ja man muß zugeben, als schiefer Ein^a ein Jnsect B. eine Laus), welches auf einer es, wenn ein solches von Dimension ein Bewußjt^ Dimensionen geben: von rechts nach links (oder von vorne nach rückwärts (oder rückwärts nach gleichgiltig, ob das Jnsect auf einer horizontaleil aufrecht stehenden Fläche sich bewegt; denn für sind die für uns nicht wahrnehmbaren Erhöh» in die cS beim Kriechen sich einhakt, selbst auf Flüche.thatsächlich vorhanden. Ein Wesen, welches "ein Dimeiisionsbewußtsein haben könnte, nur zwei Diniensionen gelangen kann, bezeichnet Z^ dimensionales. Nehmen wir an, ich ergreife ein einer Ebene kriecht, mit dem Finger und hebe es Fläche senkrecht in die Höhe oder ich bringe es Fläche seitwärts in den Raum, so versetze ich e( die in der Flache mit ihren zwei Dimensioner eine dritte Dimension. Ein zweidimensionales also in eine Dimension gebracht, von der eS ke könnte, und doch befände es sich nichtsdestowei zweidimensionalen Bewußtsein unzugänglichen ganz klar, und darüber wird Niemand die Nase es nun, wenn wir diese Phantasie ein bischen Stufe höher führen. Versetzen wir den Menschtr dimensionalen Bewußtsein in die Rolle des zweidsi: nnd lassen wir ihn durch einen Geist aus seine Raum heraus in eine vierte Dimension bringet nicht vollkommen zutreffend? Hat das Jnsect ein der Raum hat nnr zwei Dimensionen? Woher d doch, daß es eine dritte gibt! Und haben wir das Jnsect? Haben wir das Recht zu behauptejn. Dimensionen? Ist die Möglichkeit einer unserem sein unfaßbaren vierten Dimension etwa üuSgeschljos Das ist en Einfall.. TaS Schiefe desselben' denn die Analogie ist nicht zutreffend. Daß es Menschen gibt, wiffen wir aus der Erfahrung; Geister gibt, das wiffen wir aus der Erfahrung Behauptung, die ebenso beliebig angenommen kann. Wenn ich nun die Existenz von Geistern, in die Schicksale der Menschen einzugreifen im i so leugne ich die Voraussetzung für Zöllner'- me nur unter dieser Voraussetzung konnte Zöllnei Dimension phantosiren. Gibt es keine Geister, wer aus seinem dreidimensionalen Raume heraus in versetzen? Man kann daher Zöllner's Einfall alt bezeichnen, als jene Schlange, die sich selber in Ter Logiker nennt dies eine potitio principii. W sich einmal einen Spaß machen, will, mißgönnen Zöllner verstand aber keinen Spaß, sondern er nn Dimension ein verflucht ernsthaftes Gesicht. Ter nahe. Es scheint nämlich Zösiner mehr um sei» gewesen zu sein, als um die vierte Dimension.. V> er mit den Geistern beginnen und von seinem StP maßen argumentiren müffen. ES ist kein Zweifel, da sie uns ja manchmal erscheinen; da sie aber unsere Stube eintreten, wie ein Mensch, sonderff. greifen, wie es möglich sei, in cinem wohlverschloffi : Nr. 112 und die >n: änntcn, mittlerweile g aus deni Stadium lstrat und aufhörte, ehr durch die von Üblich nur durch die greifbare Gestalt yerwirren, . machte sich neB und Weber perauf den Weg, um ch vorgehe. aber doch immer ein ll — genial. Für Fläche kriecht, würde sein hätte, nnr zwei inks nach rechts) und t orne). Es ist dabei oder geneigten oder ein solches Lebewesen und Vertiefung, einer noch so glatten wenn es überhaupt flm Bewußtsein von llner als ein zwei- Jnsect, welches auf von der horizontalen von einer verticalen in eine Dimensioii, nicht liegt, also in n würde hiedurch n Bewußtsein habe» iger in einer seinem Dimension. DaS ist rümpfen. Wie wäre weiter, respeetive eine 11 mit seinem drei« imensionalen JnsectS. m dreidimensionalen Ist die Analogie Recht zu behaupten: nn? Wir wiffen ja ftwa mehr Recht als es gebe nur drei nenschlichen Bewußtfen? ist aber offenbar; Jnsecten gibt und daß es aber auch nicht, das ist eine' verworfen werdxn in das Leben nnd Stande sind, leugne, te Dimension, denn von einer vierteil sollte den Menschen »ie vierte Dimension einen recht lustigen den Schwanz beißt, nn ein Metaphysiker wir eS ihm nicht. zu feiner vierten Grund dafür liegt e Geister zu thun n rechtSwegen hätte ndpunkte folgenderl>aß eS Geister gibt, licht zur Thüre in ohne daß wir denen Raume plötzlich qls die achte