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Freies Blatt · 1894-11-25 · 138 (25.11.1894) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
III (1894)
Issue
138 (25.11.1894)
Date
1894-11-25
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Nr. 138. I Seite 6. Freies Blatt. Der Bundesrath stellt jedoch und constitutionellen Gründen cineS eidgenössischen Äusführungsgesetzes den Antrag, dem Gesuche aus' politischer keine Folge zu geben. Aufhebung eines Ausweisnngstefchles.') Im Gouvernement Zekaterinoslaw wurden vor einiger Zeit l25 jüdische Familien ausgewiesen. Ei» Gnadengesuch, welches die von der Ausweisung Belrossenen an Ezar Alexander III. nach Livadia richteten, blieb unbeantwortet. Erst vor kurzem, als die Ausgewiesenen bereits Anstalten zur Abreise lrasen, laiigle eine Verfügung Ezar Nico laus'II. herab, welche die Ausweisung aufhebt. Mehrere Blätter begrüßen dies als ein erfreuliches Anzeichen, daß ein anderer Wind in russischen Negierungskreisen wehe. In der That scheint es, daß eine günstige Wendung bevorstehe. Erzählt man jarüftch, daß der junge Ezar beim Empfange einer polnischen Deputation linker Führung des Markgrafen Wielopolski gesagt habe, er mache keinen Unterschied in der Eonseision, und alle Unterthanen seien ihm gleich lieb. (Feilt.) Bon Großfürst S erg ei erzählt man eine bezeichnende Geschichte, die sich während der TodeSkrankheit Alexanders III. zugetragen bar. Ein in Moskau lebender bedeutender jüdischer Künstler war beauftragt, im Schlöffe des Großfürsten den Plafond mit Malereien zu versitzen. Als der Großfürst nach den Fortschritten der Arbeit sah und seine hohe Befriedigung über dieselbe, ausdrückte, wurde ihm bei dieser Gelegenheit der Künstler vorgestellt;|.alö nun der Großfürst sich bei ilim erkundigte, wie viel Zeit wohl nloch bis zur Fertigstellung der Arbeit hingehen könne, antwortete der Künstler: „Kaiserliche Hoheit, ich kann es nicht genau bestimmen, abar in einigen Wochen muß ich laut Ausweisungsbefehl diese Stadt verlassen." — „Tann spule dich so viel wie möglich," sprach der hohe .Herr und' wandte dem Künstler den Nucken. . ■ indischer Tcpntirker in der Tobranjc.» 3» der neuen bulgarischen Deputirtenkammer besindet sich auch ein jüdischer Abgeordn ter. Es ist dies Peter Gabe, ein jüdischer Landwirlh, aus Nußland eingewanderk, der sich das Bertrhuen seiner neuen Landsleute dermaßen erworben, daß er mit einer! großen Mehrheit in die Sobranje entsendet wurde. Sein Gegencanoidat war kein Geringerer als der Minifterpräffdenk. Nach der Wahl wurden dem neuen Deputirten von seinen Wäblern viele Svalionen bereiter. 2his antisemitischen Oereinen und Oersammlungen. >Aus Ser ankisemilijäien Ecsellschast.l Ter Währinger Bezirksausschuß Auto!' H e r n e r latei alle „ehrliädkii" jAnniemiren Währings zu einer 'invamniiumi ein, mif beginnt:! die» in s'ner Zukchriil au das „Teul'cbe Bolksblau" wie folgt: Wie bekannt, nnrde! Herr B a u in a n n als Volkswirlh'chaillicher Antiteinit über Vorschlag des Herrn Berga n i und des Bolksiv:clb'cha'llicheii Bcreines durch die Unterstützung des „Teulicheil Volks dlanes" und ii sbeiontece durch das ennchiiedene Eintreten der Christlich, reeialeu in den Landtag und Bezirksansiclmß, von den christlich socialen Bezitlsansiä'ünc» zum Borüande teS Bezirksausschusses gewählt. Toch tanm I alte er die',' Siellniig durch uns inne, wurde Herr Baumann Schönerianer. Tie '.'lntl'e:nileii in Währing begann er, ganz nach dein Muster ieineS Götzen :n Neienan, wie Nullen z» bchaiitelii und stral als sörmlicher Tictalor ans. .in ieinem paliti'ch:» Weinstnbel, welches früher die Christlich. Socialen füllten -- eit Tscheche» ivaren dabei i» der Majoriitil nud wurden von Herrn Bau mann ielu liebenswürdig behandelt — kamen immer mehr und mehr die Satelliten schönerer'» ans allen Bezirken, um hier Eonveiitikelii zu halten, ans welche Wein an> 'chnellüe» und sichersten lsein Lchönerianisinu» iu Währing Eingang;n rer>cha"e» ist. Ein unsinniges 4 eginnen. Wir haben nämlich in Währing unter den antisemitischen Wäblern zu neisl. Christlich Sociale und volksn irtl-cha-tlich: Teui'ch 'Nationale, auch Änhäu zer der Teurichen Nationalpartei - avdr leine Hunden Sctiönetianer. Tie Christlich Socialen zogen sich nach und nach von Herrn Baninan» znrüch. Ter 'verstorbene Bezirksausschuß Herr H n v wn, a»n fand es iür nolbwendig, einmal Herrn Baumaun daraus anfiilrri'.tn: in machen, daß er nicht als Schölserianer, sondern als volkswirlh- .chaitliä er .’liiri'emit mit Hilie der Ebristlich-Socialen gewühlt wurde, und er- 'achte i'in im .'camen seiner Gesinnungsgenossen, das Borgehell und Benehmen gegen seine aiitiseinili.cheii Eollegeit im Bezirksausschüsse zu ändern, da sie lischt willens sind,' nch als Marionette» behandeln zu lasse». Tie Herren Geineluderalh ch > d l:k a und Bezirksausschuß P a l k a, Beide Tschechen, die aber in't Herrn Baninann vor seiner Wahl yig besreuiidel und seine läglichen lsäsie ivaren. '»losten sich d,eiein Ansuchen an. Herr Baninann, der ehevor in r'iebeiisivürdigkell zersioß, antwortete aber >chc»st, und die Tebatte wurde hitzig. Herr Palla batte von Per Wahl her sür die im Aufträge de« Herrn Bauman» gemachte Auslagen eine ansehnliche Forderung, die Herr.Baninann zu ordnen >es Bej er; r-> t >d rer versprach. Nun verlangte er (Palka) die e»d worauf Herr Bauiiiann Herrn Palka beschimpsl s machte, er sei »ur ein „Zugestandener", und io liöka wies Herrn Banmaiin in die Schranken daß derselbe gar kein Recht habe, Herr» Palka kein geborener Wiener sei, da Herr Palka bereit« erst vor 2U Jahren nach Wien eingewanderl sei. er unser solchen Umständen sein Mandat als halle» wolle. Ich ersuchte ihn aber, dasselbe die Hoffnung hatte, den Streit schlichten und wieder Herstellen zu können. Auch Herr Bezi suchte die Angelegenheit zu ordnen, aber vergeh« w mühungen erfolglos, denn Herr» Banman» seinen Schloßherr» in Rosenau. Wir wurde» wir im« entschlossen, nicht früher-- iu eine Sitzuti mann nicht sein Benehmen gegen uii«, denen e, ändern wird. Herr Banumaii», der dies wohl gewesen wäre, durch vernünstiges Eiulenken ansschusse zu erhalten, lhal nichts, und so. kaln Bezirksausschusses, in welcher die Wahlen sür wurden, die. Liberalen die Majorität erlang et diesem Versämniiiß? TaS kann sich wohl antworlen. In einer Clubsitznng hat übrigem ' „Ich habe es gewollt, daß es io koininen soll, werden...!" — .Hemer will in der von ihm Bauman» abrechne». Eine neue Gesellschaft! lZum Eapitcl: Wirthschastlichc Scgnuntz Friseure Wiens wurde bei einer im heurigen Vision ein ziemlich beträchtliches Manco entdeck: Manipnlationeit zweier Functionäre, Harloivi wurde- Die Beiden, welche anf ziemlich großen Anhänger der social-demokratischen Parle; und li" ihre Ehrenstelle» candidiren. Hanm hatte» sie erreicht, gingen sic in das christlich-sociale sonders dnrch ihre Agilalion für die „Ideen" n zu.deren eisrigsien Anhängern sie zählten, beinestk! wurden ihres Amte» enthoben, bald daraus 17. d. M. vor Gericht unter der Anklage de, standen, die Tesraudalion gemeinichastlich verüb Zeit verhüllt zu haben. Tie Angeklagtenim; schweren HerkerS verurtheill. lTir Einigkeit unserer Anliseniiken.s An, Miitheilnng de« christlich-socialen „Bolen aus ein aiiliseniilischer Parteitag „ohne Unterschied desien Beschickung alle Ortichaslen des politi werden. Ans diesem Parteitage soll über die beraihen werde» Tas Tvgan der deutsch in hiezu: „Wir sind keine Freunde solcher Parteitag! — man könnte sie auch .Wurstlessel-Parteitage eine Abichwächung "und Berwaschnng der Cei Folge habe» und nur dem christlich socialen der Folge dem ClericalismuS zugute k den seinerzeit ausschließlich deutsch-national: Arb - obert hat, ist leider die de n tsch - >i ari o ii längerer Zeit getrübt, und der cinst deutsch je in Gefahr, vollständig und sür alle Zukunft Hände zu fallen. Tie Gameiiisamkeil der aiv Grund, mit allen Antisemiten .ohne Unterschied meiusame Organisation zu lenken, in welcher dazu hergeben, ja doch nur die keineswegs rn den Christlich-Socialen, über deren Ziele seil 'Niemand im Zweifel sei» kann, die Hastauien hosien allerdings, daß die Schaar unserer Ba!" nationale' Ueberzeugnng »»d politischen Lerstan! wurstelniig Widerstand zu leisten. Tie anlisenii nationalen Idee ist sür uns Temsche in der Werlh." Aus diesen aulheiitischen Aeußerungen der dentsch-nalioiiale AnliseiniiiSinns »ur ein socialen und dieser wieder »ur die Borstnfe zuin <Tie Bildung einer tschechischen Antiscmi Parallel mit der von uns jüngst gewütdiglen, Böhinen lebenden Juden abzielende» Thätizkeit welche zuerst die „6esko!iäovskä jednota"*^ in« behördlicher Auflösung ein Hampforgan „Cesko; ui Böhmen eine tschechisch-natioiiale Amiseinit^ welche, wenn nicht Alles trügt, in den Reihen der für den Nechanitzer Export von „Harsenspif > icht iche Begleichinig der Auslage», und ihm sogar den Borwurs fort. Herr Geineinderalh Jed- Anstaiide« zurück und sagte, «en Borwurs zu inachen, daß er vor 3t, Herr Baninann aber Herr Palka erklärte mm, daß zirksausschuß nicht länger begleich niederzulegeii, da ich die so nolhwendige Einigkeit i ksausschnß S p i l s ch a u ver Ebenso waren meine Berifi derselbe Größemvah» wie ijminer mehr brüsqnirl) so daß g zu gehe», bevor Herr Bauseine Wahl zu verdanken halte, wußte, und in dessen Macht es seine Majorität. im BezirkSi es, daß bei der Sitzung de« die Arinenrälhe vorgeuoikimeii ii. Wer ist min schuld an er ruhig Tenkeiide leicht be Herr Baninann selbst erklärt: jetzt muß einmal abgerechnet nliberilsenen Versammlung mit lich: der cu.) I» der Htänkeiicasse der Sommer vorgeiioiniiieiie» Re . welches auf die unlanlere» tz und E h in e l, zurückgesührt Fuße lebten, waren anfänglich ßen sich von derselben auch sür aber die angefti ebten Aeinier er über und machte» sich be- „Bestrebungen" dieser Partei, bar. Tie beiden Functionäre rhaftet und standen nun am Be r un treu uii g. Sie geiind durch Fälichnugeit einige rdeu zu >e acht Monate» 16. Tecember wird nach einer Wienerwald" in Mödling dtni der Fraction" statlfinden, zu » Bczirles Baden eingc laden »rchführiing der Lrganisalioa älionalen Aiitisemileii bemerkt .ohne Unterschied der Fraction' »ciineu — da sie säst immer tsch nationalen Bewegung zur 2j»iiiemili»mus und damit in in men. Im Badener Bezirke, it sür den A.illiemitiSmus erile Bewegung schon seit »aiiouale. Bezirk ist mehr als den Christlich Socialen in die lijeinilische» Gesinnung ist kein der Fraclio»' auch in eine gel Tentich-Nationalen, die sich vjhmliche Ausgabe zusallen kann, dem letzien Hatholikenlag doch ch,S dein F.uer zu holen. Wir euer Gesinnuiigsgeiiosien osten genug besitzt, um der Ber llijische Einigkeit auf Hosien der stmark von sehr fragwürdigem gehl «»zweifelhaft hervor, daß Siurmbock für de» christlich. Clericalisiims ist. rnpartei:) Man schreibt uns: aus die Slavisirung der in eines Kreises von Männer», Leben riesen und nach Heren idm-sk« listy“ gründeten, ist »Partei ii» Werden begriste», der clericalen Alttscheche», wie leriiuie»" nach Rußland und

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