Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- III (1894)
- Issue
- 138 (25.11.1894)
- Date
- 1894-11-25
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 138. Freies Blatt. Seite 7. dem Orient schwärmende» Omladinisten*) viele Anhänger finde» dürste. Man will endlich die Madke falle» lafien und die conseisionelle» Anseindunge» nicht mehr, mit dem Schilde des nationale» isnmpses decke». Ter clcricale „(.'eob^D in autisemiticis gewöhnlich gut unterrichtet, will folgende Mittheilung er halte» haben: „Während sich die öfienlliche Meinung mit verschiedenen mehr oder minder wichtigen politischen Frage» befaßt, war ganz im Stillen und in aller Ruhe eine antiseinitische Partei „I.idovä slraiia v Cecbiii.-li" bestrebt, die Basis für eine Organisation zu gewinize»- Tem vorbereitenden Eomilö wider fuhr gleich zu Beginn seiner Thäligkeit ein sehr unangenehmer Zwischenfall. Das Eomito hatte an 10.000 Exemplaie eines AusruscS drucken lasse», welche aber von der Polizei noch vor dem Versandt bei dem jkausmann Fra»; Rovük i» Weinberge mit Beschlag belegt wurden — nicht der Inhaltes wegen", bemerkt vielsagend das genannte Blatt, „sondern wegen dcS Versuche« der unerlaublen Verbreitung von Trnckschriste». Die neue Partei soll die Organisation der mittlcren Schichten zum Zwecke habe». Es existiren bereits so viele Parteien, sage» j die Gründer dieser Organisation, daß de» breitere» Volksclassen schon ängstlich! zu Mulhe wird. Tie Cliqneinvirthschast dieser Parteien zu durchbrechen, war eS! nilbedingte Rothwcndigkeit, die .Lidora strana v Ceclmcb' ju gründe», welche j von alle» unberufenen Pächtern »iid Ausbeutern der verlchiedenc» Volks. ( inlereffen und des VollSbesitzeS, in erster Linie also von Jude» gereinigt sei» »»ist. Tie neue Partei wird in der allerkürzeste» Frist ihr eigene« Organ, die .Existenz' herausgeben." Wir wollen sehen, ob und welche Stritte Riegcr der als Greis die slavisäie Jndenfrcnndlichkcil herauSges,inden hat, gegen die tschechische Antisemitcnpartci n»ternehi»kn wird; Statthalter Gras Thun aber wird sicherlich i» derselben Weise, wie dies in andere» diönigreiche» und Länder» geschieht, „erforderlichen Falles" einschreilc». m. «Zur Giscnachcr ikilliguugsposje) Ans der VeLsaininlung, welche neulich | die „Antisemitische Vereinig»»g für Rorddeu ts diland" abhielt, »»> > in sormtller Weise ihre» Beitritt zu der i» Eisenach vollzogene» Fusion der! „Deutsch-SocialeiE und „Resoriner" aiisznspreche», wird »achlräglich mit-! gctheilt: In der Versaininlnng wurde and, ezn Brief A hlwardt'; verlese», ' der au« dem Gesängniß geschricben ist, und in dem er die Herren Lieber! „lann, Zimniermann und Förster deS „Vcrralhs a» der anliseinilischei, Sache . und an seiner Person" bezichrigt. Man berufe jetzt schon einen Anrijcniiteniag und warte nicht bi» zu seiner Haftciillassiiiig, um ihn zu vergewaltigen. Deshalb ' beantrage er, den Antiscinilenlag zu vertagen, bis er aus sreiem Fuße sei. Rad) langer lebhafter Besprechung wurde beschlosie»: „Die Versammlung tritt der Einigung mit dem Wunsche tri, daß die Gedanken Ahlivardl's und Förster'« : bei der Prograinnibcralhung Berücksichtignng erfahren." l (So viele Worte, ebeiisoviele Unwahrheiten.» In einer Versaiiinilniig. die kürzlich der „Bund der Landwirt he" in der Provinz Hannover ab hielt, wurde der Abgeordnete Dr. Dietrich Hahn, der da« Programm deS j Blinde» entwickelte, interpeUirt, wcld>e Stellung derselbe zur „Jndensrage" ei» nebnie. Tr. Hahn erwiderte, daß der Bund ans dem Bede» de» AniiskinilismnS stehe, da er, obscho» blo» eine nichtpolitische Vcreinigiliig. sich gegenüber den anti'ocialen Bestrebungen der Jute» enlschiedc» ablehnend verhalte» müsse. UebrigenS verstehe es sich vom Standpunkte der Landivirthsdiasi von selbst, daß Diejenigen, die deren Interesse» vcrlrcien wolle», dem jüdischen.Einslnsse ein gegenwirken müssen. E« ist nid>l wahr, daß der „Bund der Landivirlhe" bloß eine »idstpolilisdie Vcrriiiignng sei; ebenso uinvahr ist es, daß die Jude» als solche antisoeiale Bestrebungen verfolgen nnd daß die Förderung der La»dwirihsä>asl die Mitwirkung bei der Jndenhetze selbstverständlich bedinge. Im llel rigen bat , Tr. Dietrich Hahn sein aiitisemilischeS Herz erst entdeckt, als er sich anschickie, einen rentable» Posten beim „Blinde der Landivirlhe" anzulrete». AuS der : »atioiial liberale» Partei wurde er belannilich ausgeschlossen. | — / \ 2his antiscniitischen Blättern. (Warum blos durch drei Gruerationrn?) I» de» „U»v»r-säi schien Denis chen Worten" wird die Regierungsvorlage, bttreffeiid die Regelung der Hcimalsverhültnisie, besprochen und folgender Znsatzantrag z» 2 bcsürworict: j „Deii Gemcindcii wird da» Recht, zugesprodien, die Riedcrlassnng von An : gehörigen der jüdischen Race zu versage». Tic Verlkihnng der HeiinatSzuständig- § keil« und Bürgerrechte an Juden seilen« der Geincinden ist einzustellen. In | zweiseihasten Fällen ist der RachweiS nicht-jüdischer Adstaininling durch drei! Generationen zu erbringen." Warum bloß dnrch drei Generalioiicn und nicht durch vier? Ja, Georg Schönerer ist eben ein zärtlicher Familienvater, weldiem man nicht zumuthen darf, daß er dazu beitrage, dnrch gesetzliche Versügniigen seinen eigene» Sprößlinge» Schwierigkeiten zu bereite».! (Teutsch-nationalc Unverfrorcnhkit.» Ein Freund nnscrc« Blattes schreibt > UNS: Die „Ostdeutsche Rundschau", der publicistische Lakai de« Rosenauer | D-lai Lama, hat in Folge der Rede, welche der ReichSrathSabgcordnetc Dr. Eduard S.ue ß anläßlich der, bevorstehenden LanttagSersatzwahl aus der Wieden gehalten, den VeitStanz bekommen und nennt in einem Leitaussatzc den Ab- *) Dein „Hlas naroda“ zufolge hat dieser Exporthandel dem neugewählten^ Abgeordnete» Ra Li» Gelegenheit zu reichlicheü Verdiensten gebole». geordnclen ruudwcgs einen „Raderer", iveil er den Latz ausgc'produ'n: „Zuerst inuß ei» Wiener Vertreter ein guter Oesterreidicr sein. Uiib darniii kann ich jenen Abgeordnete» nicht gulheißeil, dessen Ideale vielleicht icnicitS der Grenze ' liegen." Wie reck» der Abgeordnete Sneß dane. da« be.veist diest-s blindwülhige deuisch nationale Blatt in derselbe» Rümmer ,:',I7 von, 1^ 'Rovembcr >. A»i ' Seite t! heißt ei in einen, Berichte über eine deutsch nationale Arbeiierkund geblliig in Wien buchstäblid,: „Den prächtigen, taghell erleuchten» Saal idimücklen . ans cinci» Altane an der Stirnseite die Büste Wilhelm Weißbaris. da« Wappen .- der Hohenzollern, hie Bilder BiSmarck'S und Vsolike's und'zwei große schwarz roth-goldene Banner. Zn Häuvtcn der Äiedner ding bloß da« einiache Bild Schönerer'«, desie» Geist (?, and, in säninitlichei, Rede» de« Abends zuni Ausdruck kam." Unter den Rednern, „welche die nationale Arbeit Füist Bis marck'S, Schönerer'« und der rückstchlstös nationale» Piene sei erteil", .befand sich and, H. H. W o lf, der Herausgeber der ..Oiidenlichen Rundschau" Und so ei» Blatt, uuldjc» mit breitem Wohlbehagen ioldie Beridüe bringt, erirketsb sich,' einen Patrioten wie Sneß „Raderer" zu neunen und denen Abscheu gegen alle«, „was d'ulsch und undegrcnzk deill'ch ist," al.- etwa« Eittelirende« bin zuweilen! . ' ,. I>. lMit drill Strom.» Man schreibt NN« ane .>i r e Ui -. Mil breite», Be Hagen reprotlicirtc die „Riederöstcrreidiisdie Pre>'e" n, e,„ein wohl wollenden Berichte über de» .»latholikentag ausschließlich, solche »irakt und Sa>'l stelle» der antlsciniliichen Redner, welche den angeblichen Riedergang de« Frei siiziiS nnd den 'Triumph der religiöse» Undnldsaiiitcil veikündeten. Tie durchaus liberalen Abonncnlc» der „Riederösterrcichischen Presse", ivclche eliedei» ein freisinniges Blatt mit ihrem Gelbe zu nnieistntzcn glaubten, dürfte,? durch eine solche merkwnrdige Berichte!staitung, die sich nicht -ganz",»,!' chriillider Bei tragSlrcue zniammeiiremien läßt, böchlidist erstaunt stin. Eiiigeiveiliicre wisse» aber schon lange, baß der Besitze; de« Blaues M. Painmer. ebeden, ein Liberaler, jüngllcr Zeit seure ''Reignugei! gewcdiiell hat und 'ein Blau unver ineikt in bas antiseiniii'che FaKrwasi'er zu lenken gedenkt. Herr Eall Mer schiilSI», der das Blatt durcki i'edi» Jahre unter een 'diirierigiien Verhalt nissen mit Böeidiick und Eriolg leitete, hat es mit seiner ManneR-bie nid» für vereinbar gehalten, um jeden Preis mit dem Strom zu i'dinuniinc» und eine,, derartigen Gesinnungswechsel i»ii;unigd»cn. Er ist deshalb schon Bsiue Sev lember von der Redaclion des dem Antiseinilisnius veriallenen Blatte« zurück gcllelen und hat »uninchr, die Leitung de« liberalen „Bregenzer Tagblarres" übernomnie», Herrn Paininer ganz sidi üiid seinen wandelbaren Reigungen überlassend, lieber die letzieie» ist Painmer allerdings Riei»a»den> Redienschasl schuldig. Ander« verhall cs sid> aber mit den seine» Abonnenten gegenüber ein gcgaiigencu Veipslidiinngen. Dieselben sind sehr sdnvierig darüber, daß sie nun für ihr-Geld eine Waare erhallen, die sie weder bestell: habe», „odi länger zu acceptirc» beabsichtigen. Man ist hier über diese Fo'rin „diristlicher Moral" sehr erbittert. l.Tilstigc Bcridllcrstattltllg.) Mau schreibt »IIS aus Mäb'en: Es wild Ihne» ivolil 'chon bclanni sein, daß in allen lsdiechiidicu Zeilnngen seit.kgrzer Zeit eine Geichidüe erzählt wird, die sich bei», Geridne in llngariidi Hradisch abge'picll haben soll. Tarnadi iväre ein Amlsdiener als ei» für das Erlennlniß ciitsd>eidender Experte darüber -vernoiumen worden, ob ei» lududier Privat lläger wohl o.dcr übel rieche. Ick, weiß ans eigener Ä»'d>auumt, baß kiese Gci'diidile zu leie» war: >u den .. I.idnve’ N->\ iny‘* iBrü»»>, im .opavsky Tidenrnk" (Troppan», und ldi glaube auch in trr . Ostiaii.-»-- iMährisch- ' Ostraui Dieselbe ist audi in den „>'>--k"/.id->,-ko b-ig" abgetrnchr.. Ich bin aber in der Lage, die Lügenhasiigkeil jener. dnslige» Minheilung - sestznfteUen.^ Da id) midi n») ioldie Angelegenheiie'» inleressire, ließ ich an maßgebender Stelle in Ungariid, Hradiid, anfragen nnd iaügie nunnon dort folgende Antwort ein: „An der bekrenendeu Geridildiaalgeschichle ist lein ivabres Wort. ES scheint sid, da lim eine alle Anekdote zu bandeln, welche ohne jeden Grund mit dein hiesige» Geridit in Zusammenhang g'ebrad-l wurde." Und ietzl trage >ch : Warum duldet die Staaleanirall'd a'l uugestrast die>e ^Gerüchte, ivelche „t erster Linie die Inden, e!>eiiio aber and> keu Riditerstauo tädiciiid! zu mache» geeignet, sind? U,id die weitere Frage:, Warum druckten vor Alle,,, i'd>.d,iidjt Blätter die>c Mär ab? - ' i,.JcsuS Ebrislilö — rill Scrbrk - Mau ichreibl u»r aus Rensav, ddv. 17. Roveniber d. I.: Lvblidie Redaelion! Tie aus keuli'chen Gedjeien auch unter die Selben kingeichlepple Judenhevere, säugt and, schon in^Südnngar» . und in Eroalicil an, Verheerungen »».zuridiieu. Unsere israelitischen-Biüder und ungarischen Slaaisbürger Kaden fieilid, davon noch wenig verspürt, und c» wäre'and»'nicht rathjam, mit ihnen anzusangen; den» nnscrc Juden sind weniger geduldig und weniger friedfertig als die in Oesterreich und Deutsch-» land, ttnserc Jude» sind gesürchlele Raufbolde und zudem eingefleisdite Magharen, so daß sid) die Hetzer nicht tränen, deren Rache hcrausziisordcrn. Vorläufig leiden nur wir Christen griediijd>er Eonsession uuicr dem Treiben vereinzelter Judenscinde und wir wissen uu» keinen Rath. Tic Lchamrölhe steigt, mir in« Gcsid)t, wenn ich Ihnen ii» Folgende» inittheilr» m»ß, wie wir "Serben durch die. Sd)uld eine» Judenfresier« der. Vcrad,i»»g und dem Hohi>geläd>ter unserer croatisdien Brüder preisgegcbe» worden sind. Tas .in Agram erscheinende croatische Tagblalt „UrvatsKa".beutet dies i» Rr.,220 d. I. gar sehr zu