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Freies Blatt · 1894-11-18 · 137 (18.11.1894) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
III (1894)
Issue
137 (18.11.1894)
Date
1894-11-18
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seite 4. .freie* Blatt. treffen, -aß Herr Regierungsrath Winter ritz seine Stelle als Präsident der „Eoncordia", zu deren Mitgliedern die Rcdacteure der „Reuen freien Presse" gehören, niederlcge. Die .Reue Freie Presse" war noch vor Ablauf von 24 Stunden i» der Laj e, eine Zuschrift deS Herrn M iui eh ov itch, diplomatischen Agenten Bulgariens in Wien, sowie Depeschen des bulgarischen Ministerpräsid mtcn Dr. S toilow und AcS Ministers des Aeußern Ratchovis und endlich eine namens deS Fürsten von Bulgarien vom Chff des Geheimen - CabinctS Dr. Stauciow verfaßte Depesche zu veröffentlichen, in welchen Schriftstücken die in der antisemitischen Interpellation erhobene Anschuldigung als vollkommen erfunlen erklärt werden, und .zwar in einer für die Berleumdcr ebenso«»enig schmeichelhaften als für den angegriffenen Theil ehrenvollen Weise (In gleicher Weise brandmarkt S t a m b u l o w in einer Mittwoch icröffentlichten Erklärung das Bvrgeben der „parlamentarischen Maffia" ) Tic „Reue Freie Preffe" schrieb, indem sic das Urtheil der öffentlüfen Meinung anrief: „Wir sind in diesem Punkte vollkommen beruhigt. Aber auch darauf können Herr Geßinaiin und seine Helfershelfer si h vcrlaffen: Der von ihnen beschimpfte Hofr..th Kaan starb im Wahunin, der unglückliche Etienne iiabm sich das Leben, dev BcrsichcrungSbca nte Politzer, den die Angriffe .litt seine Gesellschaft zur Selbsthilfe hinri scn, büßte seine Aufwallung im Gefängniß — uns gestattet das öf cntliche Urtheil, auf derlei Erereitien im Kehrichtbaufcn mit Gleichnnth hinobzublicken." l Düs war kein Meisterstück, Octavol) Wer bisher noch daran gezweifelt, daß unser aus den Reihen de: Liberalen hcrvorgcgangener Handelsministcr seine famose Hausirgcsctzv nlagc lediglich über Wunsch der Herten Antisemiten cinbrachte, dem «»erden doch jetzt nach den Borgängen der am P d. Bk. abgehalteiien Sitzung deS parlamentarifchni Getverbeausschuffcs die Schuppt« von den Augen fallen. Der . aiuiscmitifche Abgeordnete P rade, der das Hausirverbot gern den städtischen Klciiigewcrbctrcibeiiden als Abschlagszahlung für ihre Heeresgerolgfchaft geben möchte, mußte doch zugeftchcn, daß die erzgebirgiichen Spiycnklöppler dabei zugrunde gehen müßten. Tr. Haberin a u u befürchtet für die Lcineninduskrie in Mähren und Schlesien, Klun für die Hansindustriellcn Krains iowie für die arme Bevölkerung Gomchees dasselbe traurige Los. Die Abgeordneten Wrabctz und Dr E ruer. wiesen auf den Umstand hin, daß in Wien z. B. der größte Dbeil der Hausirwaare Erzeulgtiß des Kleingewerbes sei und daß die Hausirer selbst Existenzen seien, die dem Staate so nahe sieben wie irgend ein anderer Staatsbürger. Angesichts dieser nur flüchtig gestreiften Dhatiachen ist cs gan gerechtfertigt, wenn Abgeordneter Dr. v. Lewicki sagt, er möchte gern wiffcn, was eigentlich den H.rrn Handelsiitinister zur Einbringvng seiner Vorlage bewogen habe, bei der es sich lediglich um ,n lerspanntc Ansprüche s e b r e g o i st i s ch e r E l affen" bandle. , Das war kein Meisterstück, Ociario!" rief der bekannte Publicist diu Grafen Wurmbrand zu, denen verlegene Ausrede, die Vorlage entspreche den seit Jahren in großer Anzahl im ReichSralhe, im Le ndtage und in den Facheorporationen vorgcbrachten Wünschen, der Wiener Antisemit Polzb-o fe r mit Freuden gelten ließ. Wer w iren wohl die Petenten im Reichsrathc, Landtage und in den Fachcorporationcn anders als Vertreter jener „sehr egoistischen Elaffen", di« ihren „überspannten Anivrüchen" im Wege der Antisemiterei mchr Rachdruck zu geben verüanden? Der GewcrbcauSschuß hat die gegen die ^Existenz von ein paar tau'end blutarmen Juden gemünzte Vorlage an ein Subcomit-' verwiesen. l Trn AgrarjkNl znlicbt. « Am 13. November bildete im Wiener Gemeinderathe eine Petition an die Regierung um Hebung der inländischen Viehzucht, um Förderung der Viehzufuhr nach Wien und .iin Öffnung der rumänischen Grenze den! Gegenstand der Berathung. Dabei kam es zu argen Erceffen antisemitischer Mitglieder, welche wieder einmal in der unverschämtesten Weise über Juden und „Judengenoffcn" schimpften und schließlich auf Geheiß ihres Anführers einen Etedns veranstalteten. Welchen Zweck absr hatte das'? Die Herren A:::i-':iu:len wollten nicht für eine Kundgebung einkrcten, welche ihre Drm: gegen die agrarischen Gönner dev „christlichen" Socialreform eech hatten sic auch nicht den Mui>, gegen eine Eingabe zum Dchnre des ..kleinen Mannes" zu stimmet!. Aus dieser Verlegenheit halfen ’i; iifii durch Anwendung ihres Unioersalmittels: antisemitisches Ge'ckpr.tr'e und EroduS. Dazu liltt cr feine Zeit. Von berrfener Seite ist betreffs der >tna:en und Biädchenrolksichule in Weiahaus, Köhlergasie Rr. 1, l-:im Vezirks'chnlraih eine Beschwerde iber den Pfarrer Deckert cinqebiacht worden. An der genannten Sl)ule, welche aus 15 Elaffen besteht, ist nämlich Pfarrer Deckert als Katechet angestellt mit der Verpstichtung, " bis 10 Dtunden wöchentlich Religionsunterricht zu rrtheileu. Aber es scheint, daß die aiitisemilisch« Agitationsthätigkeit den ick zi Herrn Pfarrer derart in Anspruch nimmt, seinen Pflichten als Katechet nachzukomm^n geschriebenen Anzahl der Unterrichtsstunden nicht mehr als viermal wöchentlich den Rest Folge davon ist, daß gegen zweih keinen Religionsunterricht geni haben in diesem Schuljahre no gesehen. Das steht ja mit der von der immer für unumgänglich erklärten Forderun in bestem Einklänge. Auch beim fürsterz über den Pfarrer Deckert Beschwerde geführt aber erklärt haben, er werde nicht mehr als Religionsunterricht crtheilen, wenn ihm k fication gewährt werden wird. (Ein Schustermeister über Hauck's einer von Kleingewerbetreibenden und Lehre! reich besuchten Versammlung des Politischen vor Kurzem der Schustermeister Franz M nctcn Hauck als Retter des Kleingewerbes, seiner Candidatur dem Kleingewerbe alles cS aber nicht cingchalten. Uns Schustern seine Wahl zu verdanken, wirOnußtcn ihm große Wort geführt, uns nicht nur den Hi auch specicll materielle Unterstützung versprach darum handelte, einer Ledcrhalle, zu deren gewerbetreibenden selbst verleitet, unter die cr sich zurückgezogen: Ich selbst ließ mich leiten, mich in den Aufsichtsrath wählen wurde, der Abgeordnete Hauck zahle Alles, getäuscht. Den Schluß der Rettung des Abgeordneten des Bezirkes bildete das Landest geordneter Hauck auf alle verfänglichen Frag Licht stellen konnten, er könne sich nicht Rettung deS Kleingewerbes ist die Verurtlc werbctreibenden. Was hat Hauck im Rei X. Bezirk geleistet?. Nichts! Nur einige „deutsch-nationale" Sache, die uns Gewerbst hat er an das Ministerium gerichtet. Und geleistet? Eine Humanitätsschule in der Laa die ärmste Bevölkerung, hat er bekämpft, waren bezüglich der Thütigkeit unseres Abgec^r heit geschlagen, weil wir ihm Alles gcgl machen es unsere Vertreter im Gemein ein Comitö arme Schulkinder mit Schuhen jedoch seine segensreiche Thätigkeit ein, als cs Gemeinderathe öffentlich verunglimpft wurde. 'Nicht nur die armen Schulkinder, sondern Gewerbetreibenden. So sehen unsere sogcnoin Schluffe richtete Mayer an den Vorsitzenden unbeirrt um die Verunglimpfungen durch bauer das Cömits wieder ins Leben zu rufest (Anarchisten und Antisemiten.) Die Eoalition zwischen Antisemiten und Anarchist! v zur Verwirklichung gethan und Sonntag bei: die Bluttaufe erhalten. Bei einer an diesen! stattgehabten Wahlversammlung der Schuhn social-demokratischen eine Eoalition „unabhänst und „christlich-socialer" Gehilfen gegenüber, Candidaten der Social-Dcmokraten die i Scandal provocirten, welcher das Einschreiten machte und mit blutigen Köpfen und Abschluß nahm. Wie verlautet, hatten die mit den „Christlich-Socialen" schon vorher Ruhestörungen einen programmmäßigen Ber Hintertreiben; die Thatsache, daß die Socchl Schuhmachcrgehilfen in entschiedener Majoriti auf den Ausgang der Wahl schließen und und Ehristlich-Socialen, diese häßlichen Sccisc (Tie Landtagswahl in Frohnlciten.) Landtagsabgeordneten im Städtebezirke FrohHb storbenen Dr. Heilsberg siegten die Deutsch v. Fcyrer fast sämmtliche abgegebenen Sti semitische Candidat Walz, derselbe, der sch rathswahl durchfiel, sah sich knapp vor anlaßt, daß er von der Candidatur zurücktste in Uibclbach enthielten sich in Folge deffen daß cr keine Zeit findet. Denn statt der vorertheilt Pfarrer Deckert gionsunterricht, und die tndert Schulkinder ßcn. Vier Classen keinen Katecheten Clcrisei und Antisemiterei nach religiöser Erziehung bischöflichen Ordinariat ist worden. Derselbe soll vier Stunden wöchentlich ine besondere Gratiitberatl «c einigen ter Nr. 137. stattliche Thätigkeit.) In des X. Bezirkes zahl- ÄeselligkcitsvereineS sprach «y er über den Abgeord- Hauck hat, sagte er, bei Mögliche versprochen, hat X. Bezirkes hat Hauck glauben, da er stets das innel auf Erden, sondern en hat. Und als eS sich Gründung cr die Klein- Arme zu greifen, da hat ach langem Zureden verlassen, da uns gesagt Wie bitter wurden wir Kleingewerbes durch den gericht. Tort sagte Abn, die ihn in ein schiefes rinnern. DaS Facit der ilung dreier kleiner Gehsrathe bisher für den Interpellationen für die reibenden gleichgiltig ist, was hat er im Landtage rstraße, einen Segen für ir Kleingewerbetreibenden dneten bisher mit Blindhaben. Nicht besser Seit 22 Jahren hat bekleidet; dasselbe stellte von cincin antisemitischen Wer leidet aber darunter? am uicisten wir armen nten Retter aus. Zum Pabeschitz den Appell, >cn Gcmeinderath Tramqubt on wiederholt angcbahnte it hat wieder einen Schritt 11. d. M. gewissermaßen Tage in der Bolkshallc i ichcrgehilfcn standen den iger", d. h. anarchistischer die, als bei der Wahl., die bcrhand behielten, einen i der Wache nothwcndig Verhaftungen seinen Unabhängigen" im Vereine die Absicht gehabt, durch auf der Versammlung zu -Demokraten unter den it sind, ließ schon vorher anlaßte die Unabhängigen n zu veranstalten. Bei der Ersatzwahl eines eiten an Stelle des vcr- Liberalcn, deren Candidat immen erhielt. Der antiin bei der letzten Reichs luß zur Erklärung verte, und seine Anhänger Stimmenabgabe.

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