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Freies Blatt · 1894-11-04 · 135 (4.11.1894) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
III (1894)
Issue
135 (4.11.1894)
Date
1894-11-04
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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rette hatte sie sich ein Unheil über den Sohn t ^bildet, und sie setzte große verstorbener Bruder David eit und ist dann doch einer w^nn dies der Welt im All- Moses hatte ihr sein rchch Niemandem Einsicht in es anvertrante. Die war aber eS zu in Hoffnungen in feine Zukunft. Auch ihr balle in jüngeren Jahren nicht viel gegol: geworden, wie eS nur Wenige gibt, gemeinen auch nicht so bekannt war, wr Tagebuch -,u leien gegeben. Er Hatte u dasselbe gewäbrt: sie war die Erste, der iitr,itift bei der Wahrnebmung, daß sein'('iemüth, wie sehr sein Geist sich entwickelte, doch ein kindliches geblieben. Ueber die inathemätisch geograpbifchen Betrachtungen halte sie allst waren auch andere Dachen da, die sie sei Beiiviel las sie: ("eftviii bin ich 'mit Herrn Nosenthal svazieren gegangen. Aul einmal hat sich in den Dtraße» den Dtanb mächtig aufge Hex etwas ins Auge geflogen, io daß sie tonnte, und wir mußten bringen. Die konnte das Dtänbchen trotz den, Augebringen, es mußte der Arzt geholt werden, der hat ihr eS glücklich:: weise berausgebracht, und sie fiiblje sich wie neugeboren. Der versinätte Wind — sagte sie — muß er Äug tragen, als ob er sonst anderswo hätte, ihn binrttlegen.?>ch t'prach und geigte tbr, daß dieselbe ga;r, du ::nr ca? — nagte fta — das in ,a et dings kein Unheil, r wohl verstand, i 'c und Fräulein Bertha ein Wind erhoben und bat virbelt. Da ist der kleinen das Auge nicht ansinachen einen 'Wagen nclithcn, um sie nach Hause zu iller Beuiühnng nicht anS reibt den Dtaub ja wirbtilt ihn nur auf, nud nicht ivenn eben so gut in ein -Auge einer io großen Höbe gerichtet ith tagte: tHeuau io natürlich, wie daß eisteS dieser vielen Dtänbchen Jbne-.r ms 'Auge geflogen ift! Ter Wind mit A bücht dabin und dorthin, er dieser annrewirbelt wolnn fliegt, >o kann er fliegen wie aut die Mantill.-. An einer anderen Dtelle las sie: >l.ch habe beobachtet, daß die Blinden, deren es Dtadt ttatürlich viele gibt, den atopt immer in baden, als ob t'ie itt den Himniel schauen svollteu. Wieder an einer anderen Dtelle: f'estern bin sich um Herrn Norentbal Bnrgtbeaier gewe'en. Man bat ein heiraten". Wenn rneit.e Mutter da 'B e ck nt a n n und T a w t > o n das O'elehfte, io wie der Dnkel David war. leiraten und keiner will es: dann aber und Jeder will, daß der Andere gmiitftvetckt und 'ehr Innig. Wenn man io im Theater so vergißt inan gan; daran, daß das Alle meint, das Alles ereignet sich wirklich. Uni nur über den Kohlrnarlt jeden Angenbliek Acht '/rinshiel bätt Freies Blatt. > en gai-?tanb z'rade mir inS keinen Platz gefunden nichts, schrdern nahm ihre Mamille mit Dtapd bedecft war. WaS zeigü doch ganz natürlich! und wird, so weiß man es gleich, daß man gewesen ist, als in der anderen Welt tvmmt und geht traben, wo man von einem Fiak.-r übersirbre» dort im Theater in einer man lebt. Anknüpfend an diese Dtelle Folgende Wenn man fragt, warum trüber, keiner und dann sied er, so ist die Antwort, leicht: nicht gekannt haben, uns jetzt haben sie sie aber fragt,t wie es kommt, daß sich die dreht, da ist die Antwort nicht so enn'alch. Wenn ich das könnte, das wäre mir lieber als alle Tbealer von gakl; Wien. von Beiden heiraten will weil sie früher die Cousine kennen gelernt. Wenn man 2rde ubi ihre eigene Achse wissen ei in Lesen glücklich, daß sie solcher Bemerkungen vor einem Jahre mit auf die Durchsetzung ihres Willens dachte sie sich — schreibt "ein -Vnabe : -'einem («eilte einmal die Welt in Erstaunen versetzen. 'Und dabei -.ras n:r in Gemüib! Mitten in der Lut eines Theaterabends vor» :ißt gan; sich selbst und denkt an mich ior.-rlebic in der Heimat angenetme Serien, n ihr.: d.. Dehrr'ncht erwacht nach der Tachbod:-.: siand, und da die Mutter am buchcs die Ueberreugung gewonnen hatte, der Hinterlaf'enschait ihres versiorbenen B td'eiftesschätze Ernsicht nehmen zu lassen, so 'eine Dehrr'ncht befriedigen. Er besuchte Lehrer, dem' er jetzt mit viel mehr Hochach -Den ehemaligen Mitschülern vom „Cheder' von Wien, von der Dchule, von den Prüf und der guten Ziegenmilch, die man daselbst dergleichen mehr: er erzählte auch vom Therter, von dein „Propheten" im „Kärntnerlbor", von Ander, wie schin der singt, und von der Zunächst war Bücherkiste, die auf dem der Leetüre seines Tagedaß es keine Profanation uders sei, Moses in diese gab sie ihm die Erlaubniß auch seinen hebräischen ung begegnete als ehedem. erzählte er allerlei Dachen fesioren, vorn Wasserglacis zu trinken bekomme und und Fräulein Bertha im gegeben: „Einer »ruß dabei sein können, wie gespult haben. Zwei Brüder, Einer vop Beiden »ruß dreht sich die Dache um, soll. Es war sehr schon sitzt'und ein Stück sieht, nur ein Dpiel ist, man wenn man dann heraushinunter und über den -jeden niuß, daß man nicht fand sich die Mutter ganz so unerschütterlicher Festigkeit beste nden. Dolche Dachen — von dreizehn Jahren: er wird Ich rl alt E z i l l a g, die in dem Stücke seine Mutter nicht anerkennen will. Und die Musik daz Meyerbeer heißt er; und ivenn die Oper alle Herrschaften dazu in Eguipagen, sich di« anzuhören, so schön ist sie. Dtundenlange und da er zur selben Zeit auch dreizehn Feier seiner Consirmation bevorstand, so ehemaligen Lehrer auch bezüglich der Cerei unterwiesen. Die Haupteeremonie für einen d der Bortrag des' „Maftir" nach dem Lesen ein Capitel aus den Propheten, desien.Ir WocheüabschnitteS irgend eine Beziehung hat in einem eigenihümlich singartigen Tone vor da im Cheder und sang das „Maftir" ui frühere Zeit zurückversetzt, da er in dem Cheßei Und doch war es nicht mehr so wie früher, ging, wann er wollte, und noch lieber als ging er in die Werkstätte zum alten Töpfern Ta brachte er znm Berdruffe des Gesellen jep zu, ebenfalls allerlei von Wien erzählend, Töpfermeister nicht genug verwundern körnst Geselle nicht ohne B.-rg»ügen angehört hätte, diesen Miltheilungen nicht gar so anfmerksani Moses auch hie und da in den Maierhof z Pio el ten. vis rops aut die Dcheibe lachte der Meiste fegte welche seit Beendigung des. langjährigen kj Kob» nicht um»' versöhnt, sondern auch bcfrcihi Als Moses nun eiüeS Tages wieder qa und zusah, wie Meister und Geselle emsig dr male: „Meister, verkauft mir einen Topf/' „Wozu brauchst du einen Topf'?" fragte ,,3di will etwas probiren," antwortete „Nun, das kannst du ja," sagte der 4 kaufen." „Nein," sagte Moses, „der Topf kann „Mein Gott.'"' lachte der Meister, „to noch ertragen." Der Meister wollte einen der fertigen, Töpfe vom Gestell herunternehmen: aber Mch solchen, einen gebrannten brauch ich." „Bring einen," sagte der Töpfer zu Ge Genoska brachte den gebrannten Tops „Nun, Moses, was willst du probiren'?" „Ich möchte probiren," sagte Moses, „r »ran den gebrannten T dreht." „Närrischer Einfall," geschehen'?" * „Das ist es ja, was ich wissen will," Der Töpfermeister thal dem Knaben sßi gebrannten Topf auf die Dcheibe und begann gar nichts. „Dchneller," sagte Moses. „Dchneller kann ich nicht," sagte der „Bielleicht kann es der Hans," sagte den Gesellen piendete, und dieser warf, dem Blick zu, als ihn der Meister aufforderte, drehte, an dem Topfe rührte sich nichts. „Dchneller," sagte Moses: d'er Geselle ein, und — — — Plumps, da gab es einen Krach, der T die Dcherben flogen rings herum nach allen „Bravo! Bravo!" rief Moses, „das ha „Närrischer Bursch!" sagte der Meister schönen Topf" der Gesell; Moses aber w Hab' ich wiffen wollen! Jetzt weiß ich eS! „WaS hast du denn davon?" fragte der „Ja. Meister," sagte Moses, „da Hab' erzähl' ich meinem Professor." „WaS?" fragte der Meister, „lernt 11 solche Dummheiten?" „Das sind keine Dummheiten," sagte verwunderte sich über den Ernst, mit dem handelte. „Was er mit dem Topf nur gewollt Meister, nachdem MoseS fortgegangen war „Nichts als Muthwille," erwiderte der keine Sorgen hat." ist, und die der Prophet hat ein Jude gemacht, aufgeführt wird, fahren Musik von dem Juden l onnte er so forterzählen, re alt wurde und die wurde er von seinem ronien in der Synagoge eizehnjährigen Knaben ist ßer Thora, das ist irgend zu dem Inhalt des Dieses „Maftir" wird getragen, und so saß er d er fühlte sich in die r noch Schüler gewesen, r kam, wann er wollte, zum ehemaligen Lehrer eister und zu Genoska. en Tag einige Stunden worüber sich der alte e, und was selbst der wäre nur Genoska bei gewesen. Ueberdies kam der Familie Birkenfeld, cesses mit dem Hause nbet war. saß in der Werkstätte sagte er mit einer»- Gt sei Nr. 135. der Meister. Moses. . Mrister, „auch ohne ihn zu zerbrochen werden. ' einen Berluft werd' ich noch nicht gebrannten es sagte: „Nicht einen r ofka. nid der Meister fragte: geschehen wird, wenn stellt und die Dcheibe „was soll denn da Moses, neu Willen, stellte den zu drehen. Es geschah M ister. MoseS, indem er sich an l knaben einen unwilligen eS zu probiren. HanS setzte seine ganze Kraft >pf war zersprungen und Nichtungen auf die Erde. ' ich wissen wollen." und „Schade um den stderholte freudig: „DaS Meister. schon was davon; das ich »an denn in der Schule Moses, und der Meister per Knabe die Sache beloben mag," sagte der ll, „übermüthig, weil er

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