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Freies Blatt · 1894-11-04 · 135 (4.11.1894) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
III (1894)
Issue
135 (4.11.1894)
Date
1894-11-04
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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I Seite •!. Freies Blatt. Agitation abgewiese». Herr Tannhauser sen. sendete hierauf die Attribute seiner Ehrenmitgliedschaft dem Vereinsvorstande zurück und trat aus dem Vereins auS. Zugleich retournirte Frau Tannhaufer! eine Tankadreffe, welche ihr von dem Vereine bei Gelegenheit der Fahnenwiihe überreicht worden war. Tie „ZnnSbrucker Nachrichten" äußern sich hierüber: „Das Vorgehen deS Turnvereines ist lebhaft besprochen und von den rr hig und leidenschaftslos Tenkenden verurtbeilt worden. Fall konfessioneller Es ist dieser Fall, wie oder StammeSunduldsankeit in dem Vereine, Der Anwelche Partei für Tannhauser Zahl dahier, wird von berulenster daß sie Herr Tannhauser als eine chauung. und Stimmung in jenen Streifen nehmen, und deren ist die überwiegende Leite und in einer Weise Ausdruck gegeben, glänzende Genugrhuung betrachten kann, nämlich durch den Austritt des Herrn Altbürgermeifters Adam aus dem Vereine. 3 IS erster Förderer de« Turnwesens in Innsbruck überhaupt und als ältester Turper Innsbrucks drückt Herr Adam in der Zuschrift, mit der er seinen Austritt Mißbilligung des Vorgehens Herrn Dannhau hauier ist Gemeinderaih von Innsbruck, Mittlied der Handels- und Gewerbekammer, des LraatS-Eisenbahnrathes und Lelfsor der Oesterreichisch-Ungarischen Vank. Tie Familie Tannhaufer ist schon Landeshauptstadt von Tirol ansässig. Wie auS dem Vereine anmeldet, seine er gegenüber aus," Herr Tanneit mehr als 300 Jahren in der ferner aus Innsbruck gemeldet wird, haben der Vorstand des Innsbrucker Turnvereines, Herr Alois Epp, wegen des erwähnten Turnraihgegen welchen sie vergeblich angekämpft halte», und für desien Folgen Ehrenstellen niedergelegt. TaS oder Stöniggräl; einen Burschen- Siappe er eine freche Herausünd kessen Stellvertreter, Prosesior Menger, beschluss sie keine Verantwortung tragen wollen, ihr Wiener Organ Derer um Lteinwender findet darin eine „Provocation", daß Tannbauser sen, seinen Lohn nicht verbind:rt hat, das Aufnahmsgesuch zu überreichen, Ter so sittenstrenge Steinwe >der und sein Anhang verwirken, meinen wir, durch eine solche Anschauung d ls Recht, es einem heißblütigen Tschechen zu verübeln, wenn dieser in Tabor schafter durchwalkr, in dessen blauer oder grüner sorderung erblickt, > General-Bum-Bum) Au^Teplitz rn Am 21 October fand hier die Gründung einir Ortsgruppe des antisemitischen „Bundes der Trutschen in Böhmen" fatk. Einen Beweis, mit welcher Freude man in den maßgebenden Teplitzer Strusen das Treiben unauSgekochter Politlker vom Lchlage Tr, Ioief Herold'« bekannten tschechischen Politiker sehr unangeneh hiesigen Anlisemilerei betrachtet, liefert ein Lch Teplitzer Parreimann Tr, Ltradal an Ortsgruppe gerichtet hat. „Ich nehme, Iahren am öffentlichen Leben lheil und sah ,Teulschen Club' geräuschvoll entstehen und ba Gestank wieder vergehen, Tie Zeche, welche lltiverstand und Ltreberthum einzelner sogenannter LZolkSvertreter' verursacht hatten, mußte unser Volk theuer bezahlen. Leider stirbt der Lffenbach'sche Genen l Bum-Bum bei unS nicht aus, und sein bekannter Feldzugsplan scheint immer wieder aus der Trauerspiel unseres öffentlichen Lebens Herübei wandern schreibt die 'perette in das sollen — als ob wir wirklich Alles vergessen und gar nichts gelernt hätten. Lallen wir Deutsche in Böhmen un« zum drittenmal höchst eigelhändig ein geistiges Armulhs zeugniß ausstellen? Uns Teplitzer — und ich allein sprechen zu dürfen — wollen Lie damit und Ihre» Freunden möchte ich als älterer und erfahrener Mann den Rath geben? dienen Lie nicht als Trahwuppen für Drahtzieher, deren Endabfichten wie ich gern annehmen will. Ihnen unbekann: gesprochenen optimistischen Aufsaffung müssen find," Ter am Lchluffe auSwir mit Rücksicht auf die Antecedeniien des Herrn Tr, Herold, eines elemaligen Zechgenoffen de« freigebigen Schönerer, entschieden widersprechen, (lSiar Lueger-Frier iu Znaim.) Ter Bichdrucker Navrakil in Znaim veranstaltete dort am 28. Oktober eine Luege -Feier, zu welcher der Gefeierte sich einland, der auch die ihn verherrlichenden Redner Professor Schlesinger und Kunschal auS Wien milbrachte. Letzte rr verglich Lueger mit Lassalle und Marx, und der Vergleich siel selbstverständlich zu Gunsten des Antisemiten sührer» au«. Wir können bei Marr und Luegel nichts Gemeinsames, aber auch kein unterscheidendes Merkmal ausfindig maöen; sie sind für uns incominensurable Größen, Tagegen müssen wir zugeben, daß sich Lueger zu seinem Vvrtheile :n>ofern von Lassalle unterscheidet, einem Runiänei: geiödlet wurde, während jerler lebensgefährliche Zweikämpfe verharre ein und mir rumänischen Agitatoren durch Freundschaftsbande verknüpft ist, Tie Znanner deutsch-liberale Bürgerschasr s henkte der Lueger-Feier nicht die geringste Veachiuu.z. iBpckel in 'Nokhc», In einer antts-mli schilderte neulich der ainisemiti-che Agitator Bo Böckels in den düstersten Farben, E« sei di ge Ko li e n roeto e. Tieser mü > > e seine ga n: iaus-en, dein Ge richlsvo l lzieher zir e'nlwische». Tie Berliner Führer der onriiem'ili'cheii Bewegung rccrmiren sich meist aus kalten Bureaukralen und Offioieren a T,, die nur ihrem Ehrgeize irühgl^n. man jetzt erfährt, nicht der erste Böhmen wird uns gescyrieben: (nt Namensgleichheil dürfte dem n sein) und anderer Macher der eiben, welches der hervorragende Isen vorbereitende» Ausschuß der Tr. Ltradal, „seit zwanzig .Jungdeulschen', später den digst ohne Klang, aber mit viel zu glaube nicht in meinem Namen gütigst verschonen. Ihnen aber irischen Penammliitig zu Berlin deck die pccuniären Verhältnisse ie höchste Zeit, daß Böcke! zeZeir opfern undumher- Tiesen Aussührungen trat Witte, Vorsitzender des „Antisemitenbundes", daß der „Antisemitenbund" Böckel nach wie aber eine sehr kärgliche Unterstützung zu sein. Lpeculation im Antisemitismus ließ ihn tief gefallen lasscn, daß sich ei» Bodeck auf feinen charf entgegen. Er versicherte, v >r unterstütze. ES scheint die» Armer Böckel! Seine verfehlte sinken, und er muß es sich jetzt Gönner hinausspielt. 2lus antisemitischen M> N (Aus 'dem Pselluer'schen „Bolksfreund". spottet der Psenner'sche „Volksfreund" in Nr. verderbet" und warnt davor, den Laden eines „Kale" zu betreten. An einer anderen Stelle die Lüge auf, daß in Galizien bereits mehr Grundes in den Besitz von Juden übergegang - Ausstreuung von Haß und Neid wohl geeignete sehr leicht auSznrechnen, wann bei noch läng modernen Bolkswirthschaft nicht bloß in Galiziei. Ungarn der gesaminte Grund und Boden in jü werde. Und so geht es ohne Anstand weiter; eS brachen gehetzt, und si< werden auf jede erdenk i Berathung des Strafgesetzentwurses im Abgeo Dr. Max Menger: „Es ist im alten wie gesprochen, daß Beschimpfungen der Religion« unterliegen haben. Es geht aber nicht an, daß vogelfrei erklärt wird. Will man das, so sage Gesetz keine Ausnahme machen und doch eine durch lange Jahre hier statlfand, vogelfrei erkläre als ein schlechtes Gesetz, Biele Staaten hatten sch nicht zugrunde. Aber wenn Gesetze, welche besteh erschüttert das das Rechtsbewußtsein, und das läge aller Staaten." lCoafnses aus dem Schönerer-Lagcr.) welcher die müßigsten Fragen der Welt mit allere Ernst für und wider erörtert wurden, die alten von Neuem herangebrochen zu sei». So ließ di „Ostdeutsche Rundschau" die Frage erörtert: nicht", und einer ihrer Getreuen erklärt in dingung Geld Freiheit ist, sondern „nur jene« dem reinen Gewissen, dem reinen deutschen GesH dieser These — er nennt sich Gustav Böhmer kommt, hat zweifelsohne psychologisches Interesse, von einem wohlhabenden Deutschen gut national spruch gehört: .Rein, so ein Leben, wie Schön halten; ich würde mich zu Tode ärgein in diesem ConfiSeationen und all der Persidie, die ihm ,Und doch,' erwiderte ich, .sollte jeder stammechte diesem Sinne arbeiten!° Und jetzt füge ich hinzu: Teutschthum liegt der Beweis, daß .Geld nicht nimmer für stammechte Deutsche, weil diese ni Ziel ansehen,'" Sapieoti eatis est! (Vom Troppauer Antisemiteuorga» ) Mast in Troppau weilenden HanS Kudlich veranßaNl schrittSpartei einen FesteommerS. Die Antisemiten zu demselben zu drängen — in der ausgespr »i machen, wenn ihnen hiezu Gelegenheit geboten und die Antisemiten konnten beim Commerse ilr Herzenslust fröhncn. Dafür revanchirten sie sich Entstellungen und Unwahrheiten strotzenden Beri-H Teutschen zur Einigkeit, da- Troppauer Antisetin seinen Brotgebern die Aufgabe, Tschechen, Polen mit deren Hilfe — mag diese auch nur in wohlm bei den bevorstehenden Gemeindewahlen die Deut zu können. Und eine solche Gesellschaft nennt Organ hat die Stirne, zu behaupten, daß e» dem <Znr Blutbeschllldiguag,) Dr. Böckel's „R Das Entdecken von Raubmorden und ähnlicher trotz des kolossalen Apparats an Sicherheitsbeayn verfügt, oft unheimlich lange. So meldeten ki Mörder Adam Aaczynski, welcher 1889 den seither flüchtig unter den Namen TrykowSki, trieb, ohne daß. seine Festnahme gelang, wurde hastet. Auf seine Ergreifung waren »>00 Mark i fünf Jahre dauern kann, sagt Böckel, bis ein gewiß mit Eifer gesuchter Verbrecher entdeckt sache» haben. Wenn ein genieingesährlicher Der Kögler, trotz Aufgebot der Polizei und Militär sich entzieht, selbst alle auf seine Ergreifung ausgesetz - In schamlosester Weise' ver- 43 die „krummnasigen Preis- „geriebenen Inden" und seiner lischt dieses Hetzblättchen wieder als die Hälfte des bäuerlichen n sei, urn daran folgende, zur Bemerkung zu knüpfen: ES sei rer Fortdauer unserer jetzigen sondern in ganz Oesterreichidischen Besitz übergegange» sein vird gegen die Juden ununteriche Weise beschimpft. Bei der dnetenhause sagte dieser Tage neuen Strafgesetzbuche ausjenossenschasten der Strafe zu eine Religionsgenoffenstbafl für man e« im Gesetz, Aber im ^ieligionsgeuossenschaft, wie dies >, ist das Schlimmste, schlimmer echte Gesetze und gingen daran nt, nicht beobachtet werden, so Rechtsbewußtsein ist die Grundailf :Fn Arb:i Po! s> wir r, Nr. 135. Blättern. n schreibt uns: Tie Zeit, in menschenmöglichen Witz und feilen der Scholastiker, scheinen deutsch-national antisemitische r», „ob Geld Freiheit ist oder , 289, daß unter keiner Bestolze Selbstgefühl, welche« guf l ruht". Wie der Verfechter — zu dieser Schlußfolgerung „Ich selbst," sagt er, „habe r Gesinnung einmal den Au«- er führt, würde ich nichtauSewigen Kampfe mit Jntriguen, Schritt und Tritt begegnet.' Deutsche, der wohlhabend ist, in^ .Denn in diesem Aufgehen für eiheit ist', wenigsten« nie und .Amüsiren' al« ihr höchstes i ht schreibt uns: Zu Ehren de« :ele die dortige deutsche Forlnahmen keinen- Anstand, sich chenen Absicht, Spectakel zu rde. TaS war nicht der Fall, rem Rgdau-Gelüste nicht nach indem ihr Organ einen von it brachte. Kudlich mahnte die ikenblatt aber erhielt jetzt von und Elericale zu schonen, um Eilender Neutralität bestehen — ch-Liberalen leichter bekämpfe» sich „deutsch-national", deren Interessen schütze! —y. eichsh erold" schrieb neulich! schweren Verbrechen dauert ten, über' welche der Staat i'^rzlich die Blätter: Der Raubtier Pawel ermordete und sich chadel und Borowski umherin der Mainzer Gegend ver elohnung aüSgesetzl, Wenn es in Teutschland weilender und so muß da« doch seine Urbrecher, wie der Raubmörder immer wieder der Festnahme Kten Preise vergeblich sind, so t che:

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