Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- III (1894)
- Issue
- 133 (21.10.1894)
- Date
- 1894-10-21
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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feile S Freie» Blatt. Nr. 133. iveiiiger mit dem ärzUichen Berufe zusammenhä die'elbe „Ostdeutsche R n » d s ch a u", die t a ti « f o ereifert, mit Borliebe für diesen Un tingS mir, um ibu gegen Hofrath 'Nothnagel al« icha'l und geheimen Gegner der Abwehrbewegur g Bauer, da» ist. gan; waS Anderer; einem solchen tschechische Propaganda von der Lehrkanzel au- Ein S d Nichtsdestoweniger ergreift jetzt gegen ' Baron R o k ii^ersilätSprofefsor Partei, allerwahren Bertreter der WiffenauSspielen zu können. Ja, : Kanne kann mau schon etwas ihen. iiler de« „alten Roki". nzt sich verze Eine Probe antisemitischer Berlenmduag« Blaue« schreibt uns: ^a« in Brunn erscheinet! 'agt anläßlich der Besprechung einein einem 'chienenen Aufsätze« ^,,Ein Mahnwort an unsere dem Mangel an deutschen Geistlichen in Oesterrei gendeS: „Wir fragen aber beruhigt, ob e« denn r a l e n Blätter und Parteiführer seit Jahren sich Geistlicher nennt and es an« Ueberzeugung if daß sich kein junger Mann deutscher Nationalität difeni Berufe zu widmen." Nickt genug an dieses Oesterreichs, zeiht ne dasselbe Blatt der schuld, veranlassen, daß ein deutscher Priester in eine fr sich nicht wagt, wenn er Insulten vermeiden will, „gewisse feute — wir brauchen sie nicht näher mit Borliebe solche Gespräche berautbeschwören, «-».ibe des Spotte!»« und Höhnen« besonder« ai Borzug anrechnen, wenn sie reckt loslegen können solche feilte, vor Allem aber im deut'ch national: i ge'eleu von den Schülern und Verehrern Tührin, lebbast. daß einst bei einem Wahlsiege der gew Nationaler leiten« des Briinner Blättchens betracht! "Waidbo'en a. k. Thana in eine au« mehr als Be'.'aninilnng auf orsenem Marktplätze die Worte war von schwarzen Nutten umbangen, die Wai^l .llatieii herabgerisse» ' Ter'elbe deutsch nationale einer großen Bauernversaminlung in Göpsriy i „Der Bauer fei nicht liberal, nicht clerieal, iondechr Ltichvroben aus dem deut'ch nationale» Lager höchst iiberüimir,. Einem Blatte gegenüber, welche gehört, genügt es vollau». zu sagen: Ipse diiit. nicht »linder genügen, eine neue Probe deutsch-n leuiudlingskunst kennen gelernt zu haben. stlnft.) Ein Freund unseres de deutsch-nationale Blättchen deutsch - liberalen Blatte er- Äbiturienten", durch welchen gesteuert werden soll, Fol- »ei dem Tone, den die l i b egegen Alles anschlagen, wa« nicht dahin kommen innßte, mehr entschließen konnte, sich Beschuldigung der Liberalen veranlaßt zu haben und zu putsche Gesellschaft zu kommen „ES gibt," sagt das Blatt, zu bezeichnen — die gerade die, von Natur aus mit der u «gestattet, es sich al« einen Ja, in der Tbat, es gibt!t antisemitischen Lager, ab. 's. Ich erinnere mich gan; ß. als vollwichtiger Deutschete Georg Schönerer in dreihundert Bauern bestehende rief: „Ter Zwettler Himiuel doi'ener Wähler haben dieie ehemalige Nitter sprach vor o. Wild folgende Worte: radical." Mit anderen Hiszuwarten, - halten wir für der Couleur Schönerer an- 1 liieren Lesern dürste es aber »tionaler antisemitischer Per «äermniius. isfche hei, ,t i„'Jliifltborcnc jüdische 2d)am."i Eine A> brachte unter der Uederichrist „Angeborene jstd „Hochverehrte Dame! Bitte diese» Brief auzunehm verlS mit dieser Au'ichrist wurden jungst in B Straße von einem «üblichen Jüngling in die Ha! sich eii: schreiben voll glühender Liebesbethcnerun sickert.: „Als ick Sie sah. fubste ich mich sehr zu S:t, ialls ö!’r Herz wirtlich noch frei ist, für Mick denke sich nur dieie Frechheit. Der Jude muthet Annäherung an ihn zu suchen. Im Weiteren .und bekleide eine angesehene Stellung mit gutem ich Ihnen »lilihetlen. sobald Sie mir Jhie weich iverdeu. Haben Die, bitte, Bertrauen zu mir. Sie inan» zu tliun." Leider scheint dem dunklen „GM Mai in S tralau nennt-und binzusügl: „Tie Antwort noch nickt zutheil geworden zu sein. Man und Juug'rauen, denen ein solcher Wisch in die den 'recken Burschen 'estzuhalten und ibm die Anw > :ie eine deutsche Frau einst mit schlagfertiger Hand Preßluden zeichnete, der tbre Ebre angegriffen .-■■ in. -. .die Unverschämtheiten. nicht, die nur der t.tü.: - sind, ivelcke uw'ere deutschen Frauen und 3 cuid”.-? .... So die antisemitischen Hetzblätter, nanu M.u zu Werte und erklärt, er sei ein H '-'d.i:- c'."rn -.t-r auch gehöre er selbst der a:: 'ii: W'twer r.'.nit der Absicht umgehe, sich er, da -> .cm »eilvter. Ge'ckleckte gegenüber jaghji bv.i'üiit r.t Weat der Tamc zu näbern, die ''eine An g.etcher Weife :atte er leine erste Gattin, m gcl'ht. kennen gelernt. Er iei durch die Erscheinung öfter« gesehen, gefesselt worden und habe ibr dur in welchem er ihr Herz und Hand anbot, ubernch der dte ,,angeborene jüdi-che Sckam" illustriren sollu trachl -und Schamlosigkeit der antisemitischen Lotterz! 'Aus dem antisemitischen Narrenwinkel.i ’.lueibt eilt gewisser Adolf B >. aumann über Car , Han! Ei! }abt antisemitischer Blätter chanl" folgende 'Notiz: tr und zu leien!" — Courli» de» Damen auf der id gedrückt. Darin befindet gen. Der Judenknabe verhnen hingezogen,' und möchte zu gewinnen suchen." Man ner deutschen Frau zu, eine esl „Ich bin gut situirt Gehalt. Alles Weitere werde «'Adresse mitgetheilt haben haben e« mit einem Ehrennmanne", der sich Hermann Adresse genügt", die richtige kann allen deutschen Frauen gesteckt wird, nur rathen, ort zutheil werden zu lasse», am die Wange eines frechen >en anderen Schutz gibt eS Ausstuß jener jüdischen Anti iädchen al« „goische Waare" Nun meldet sich aber Heratholik und stamme von antisemitischen Partei wieder zu verheiraten, habe ft iei, es versucht, sich auf Aufmerksamkeit erregt hatte. 1 der er in glücklicher Ehe jener einen Dame, die er b einen Boten einen Brief, telt. Ter vorliegende Fall, e, bekundet nur die Niederresse. < Im „Freideutsch land" den Großen: „Carl der z Große, dieser .größeste aller Deutschen', ist gewisser näßen der Baler der fälschlich für deutsch erklärten, in Wirklichkeit lateinischen < Schrift. Aber in Wirtlichkeit ist auch dieser sogenannte- .Große' oder nur in schl immem Sinne .Große' ein ausgesprochener Römling, Pfaffenknecht, ein Wiede:ausgraber des .Clasfischen' (das un« so unsäglich geschadet), ein Verwüster elftesten DeutschthumS (vergl. .. die Sachsen!), ein Bergewaltiger deutscher Ueberlies irung, deutscher StammeSsonderung, ein Willkürherrscher, ein EinheitSstaatler tach alwömii'chem und neurömifchem gallischen Muster, ein .Cäsar', ein ,Napl leon de« Mittelalters', an dessen Hofe nebenbei, namentlich in geschlechtlicher Hinsicht, die schmutzigste Unsittlichkeit herrschte, ein Hohn aus die allgermanisde Hoheit und Reinheit de« Weibes — kurz, er ist die undeutscheste Erscheinui g der Geschichte ' gewesen." Bei dieser GeschichtSaussaffung ist es begreiflich, d, ß Braumann über Leopold v. Ranke und andere deutsche Historiksh schimpft. Heber Schiller schreibt dieser Urteutsche: „Welche traurige Undeutschbeit der Stoffe! Eine ganze .Collection'! Abgesehen von der Jungfrau von Orlea t«, Dell! Abfall der Niederlande! Dreißigjähriger Ärieg! Wallenstein! Wie ausgesucht nur da« Temüthigende, den Verfall Darstellende, Verkleinerndes Und, im Gewände dichterischer Verherrlichung, wahrhaft vaterländisches Gift! Nun läßt sich freilich au« Schillerschem, selbst aus feinem Gift, vaterländischer Honig genug saugen.' «Zur Bergisluog der Jugend.) In Hambuig wird vom'15. d. M. an eine Halbmonatsschrift für die deutsche Jugendbund- Bewegung linier dem Tue „Der Wartburgbund" herausgegeben. Das Motto l es Blattes, dessen Herausgeber ein gewisser H. Mathorst ist, lautet: „Durch Reinheit ztzr Einheit." Tie deutschen Jugendbünde, deren Gefammtvorsta >d in Dresden ist, stehen durchaus auf deutsch-natioiial-antisemitischer Grundlbze. «Beleidigung eines Arztes.) Im Frühjahre terunglnckte ein Officier in den Bergen um Partenkirche», und das „Deutsche L olkSblatt" inMünchen erhob au« diesem Anlasse gegen den Arzt Tr. Ede r den Vorwurf, er hätte »eine Hilfeleistung von den Zahlungsverhältnissen kt« Verunglückieu abhängig machen wollen. Tr. Eder überreichte die Ehren ieleidigungsklage, und das Schössengericht verurtheilte nun den Redacteur des c ntifeinitiichen Hetzblattes zu drei Wochen Gef äug »iß. (Tendenzlügen.) Das hiesige „Deutsche Vollsblatt" berichtet, daß die Hofloge im Josesstüdter Theater gekündigt worden sti. Diese Meldung ist aber nach einer öffentlichen Erklärung der Theaterdirectiö t vollständig aas der Lust gegarten. Von unserer Berliner Abwehrcollegin w rd ferner eine ganze Reihe von Tendenzlügen festgestellt. In einem Fall war iehauptet worden, daß ein jüdischer Reisender in einer Stadt der Diöcei'e Full a ein „P> es Hol,io"-Bild angespien habe. Ter Geistliche dieser Stadt erklärt jedoch, daß ihm von einem solchen Lorkommniß nicht daS Geringste bekannt gewo:den ist. In einem anderen Falle hatte ein Antifemktenblüttchen eine Hetzcorrespo ndenz gebracht, wonach in Leer ein Gärtnergehilfe, der bei einem Juden arbe tele, dort eine Taffe TMe erhalten habe, in die vorher hineingespien worden sei Thatsächlich hat in &ic|em' Sommer überhaupt kein Gehilfe eines Gärtners in feer bei Juden gearbeitet. Derartige Tendenzlügen bilden aber das Arsenal de: antisemit^chen Hetzpreffe. (Für Christen verboten.) Aus Paris wird der chtel, daß der Bischof von Bloi«, M>'gr. Laborde« gleich dem Bischof von VanneS feinen Geistlidzen da« Lesen der antisemitischen „Libre Parole“ Dr imont'S verboten hat. (Ein clafsischks'Zeuglliß.) Ter „Niiewlianin" ist eines der jndenfeindlichsten russischen Blätter. Um so größere Beacstung verdient daher da« Zeugniß, welche« eine Corresponden; dieses Blatte« tu« dem Greife Lipo >vetz der Arbeitslust und Arbeitsfähigkeit der russischen Jul eit ausstellt. Es heißt in derselben wörtlich: „Die fast übermäßig reiche Gra lernte und das gleichzeitige Heranreifen der verschiedenen Brotarteu in diesem Jahre hat außer der Verwendung von Mähmaschinen noch eine andere Erst zeiNniig zu Tage gefördert, die hei uns wenigsten« bislang gänzlich unbekannt wt r. Ich meine die ganz bedeutende Antheilnahme jüdischer Arbeiter an dem < cinsainmeln des Getreides. Nickt nur aus den umliegenden Ortschaften, sondir» selbst aus der Stadt Lipowetz. deren jüdische Bevölkerung doch nur auS tränier», Wucherern und müßiggängerischen Tagedieben bestehen soll, machten sich Hunderte von jüdischen Proletariern rasch auf die Beine und zerstreute» sch nach den Dörfern und gutsherrlichen Besitzungen im ganzen Äccife, liberal I ihre Dienste anbietend. Man zögerte zunächst, diese anzunehmen, schon des! alb, weil die meisten der äußerlich wenig ansprechenden biblischen Gestalten, di: sich als Land- und Feldarbeiter versuchen wollten, so unsäglich abgehärmt u >d ausgehungert aussahen, daß man mit Recht an ihrer Leistungsfähigkeit zweise n durfte. Aber, die Zeit drängte mächtig, und einige kühne Neuerer entschlossen sich daher, es mit den Judäern zu versuchen. Bald stellte es sich heraus, d»ß die Betreffende» einen recht glücklichen Griff gemacht hatten, und deren Nachbarn beeilten sich, ihrem, Beispiele zu folgen. Denn, davon abgesehen — waS nur im Vorbeigehen zur Ehrenrettung Israels bemerkt werden mag — daß bit jüdischen Proletarier alle ihre Kräfte anstrengten, um der ungewohnten und wnhrlich nicht leichten Arbeit gerecht zu werden, so daß sie selbst das Lob der sie bi greiflicherweise mit scheelen Augen anfehenden Ortsbaueru sich zuzogen, sind di« Letzteren überhaupt nur schwer, manchmal um gar keinen Preis, für die neu: Art von Arbeit mit den Mäh- und Dreschmaschinen zu gewinnen. Wie einst ms der Schienenweg und