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Freies Blatt · 1894-10-21 · 133 (21.10.1894) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
III (1894)
Issue
133 (21.10.1894)
Date
1894-10-21
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Nr. 133. Seite *i Aus antisemitischen Vereinen und versMMnlungen. fo(|< bei) c de I „Deutsche Presse.") Vorige Woche hielt de Versammlung ab, in welcher der Bericht iibei Zeitung" vom Borfitzenden Bareuther erstatt t baner äußerte hierauf den Wunsch nach einer Be Zeitung" mit der „Ostdeutschen Rundsch batte wurde auf Vorschlag Steinwende r'S Versammlung hält ein einträchtiges Vorgehen und würde es mit Freuden begrüßen, wenn einigen würden." Von diesem Beschlüsse nimmt n: pflichtschuldig ’JIotiv sondern auch die „Lstdeutfi irgend eine Bemerkung daran;u knüpfen. Darau S ledigen Besitzern der.„Deutschen Zeitung" schon nach Mitbenvern umgehen; 2. daß die „Ostdeutsche Nergler schmerzlich empfindet und auf schwachen Project einer Fusion mit dem Organe Derer k.'inniener tu sein scheint, alS dieses Project viel! keit im .treue der „Unverfälschten" Hervorrufen Die Lueger-Feier. Letzten Sonntag iand der schon 'eit Monaten eine barnumartige Reell beganit mit einein Festgottesdienste und einer hielt der Cooperator Latschka, welcher batte rar zwanzig Jabren Jeden, welcher in W gliche voraergetagt batte, für einen Narren gehch andere Sache ist es aber, ob die Znständ« rai'chka gestatten, solche Kanzelreden zu halten, sretilnl er 'Natur sind. ES gibt auch katholische danerl'ch finden. Von der Kirche begaben sich te„ Fdsttbeilnebmer zu Wagen nach Meidlin > T rebervatkeS ein Bankett abgehalten wurde. z.'Ugung-Zlrcue ward von einer erklecklichen Anzjtl .'iitii't zu vergessen trefflich verstehen, gepriesen, iviirdigkeiteir» für Inden und Liberale nicht mangi Schönerer ging nicht leer aus, kenn Bergan irriich zum Besten gab, in gvelchem er — o, der jüdischer ZeitungSspeculanten verdammte, ruiige,,: „Schmach, tausendfache Schmach über keit, Selbstliebe öder gekränkter Eitelkeit die gesscrn, wenn dieselbe nicht de» Willen Einzel Schmach auf diejenigen ivelche die im beißet! ste.ienden Parteimänner im eigenen Lager mit oe; angreisen." Tie Rufe: „Pfui. Schönerer.'" folgten dieser Auslassung de« Gentleman auS So leimte» christlich-socialer Färbung wobnten dem Znaim, Herr F e i ch t i n g e r aus Graz und, zeichiilliig de» internationalen Charakters der Ast Student an. Aber auch die „Unverfälschten" bi Feier. Plötzlich flatterte eine Unzabl Flugblätter Seite derselben war zu le>'en t „Bergani, ivaun von Gulden betragende Ehrenschuld an Hau lasse neuerlich die Frage gestellt: Gedenkt die nichts gegen eine solche Charakterlosigkeit e als ihr Organ gibt und alS solches wohl auch der RererSfeite stanken die Worte: „Bergani-M ichan' schrieb am 2. Juni u. A. Folgendes: ich'iißlichen Fall von journalistischer Bei Verein „Deutsche Presse" eine den Ankauf der „Deutschen wurde. Professor Gegenreinigung der „Deutschen >u", und nach längerer De- Sender Beschluß gefaßt: „Die r Blätter für wünschenswerth beiden Zeitungen sich vercht nur die „Deutsche Zeitung" che Rundschau" thut e«, ohne geht hervor: 1. Daß eS den ,zu viel" ist, und daß sie sich Rundschau" die Kargheit der süße steht, daß ihr daher daS um Steinwender um so will ich! eine größere Opserwilligistird. endlich die Lueger-Feier statt, me vorgcarbeitet batte. Sie Festpredigt in der Botivkirche. unter Anderem sagte, man en eine solche Feier in einer ten. Ta bat er wohl Recht; welche eS den Decker! und wie dies jetzt geschieht, er- (ieistliche, welche sie sehr beite mit Tuberose» geichmückwo im Reftaurant deS ger'S unerschütterliche lieberbl von Rednern, welche die ß e» dabei auch an LiebenS- ^Ite, ist selbstverständlich. Auch der ebenfalls einen Trink lose Schocker! — die Feilheit Ta gr >: Sch e? chri tli all |c: •i: sich i IN li gani in «einem Blatte schuldig gemacht hat, .'N u.stete. Artikel gegen die VersicherungsgeseUii zwei jedenfalls sehr gut bezahlte Inserate ' .vut in.zeprieien und gegen angeblich!t«gewiesen und dieses Vorgehen des ,Teu i't-zü.'n als cvni'ch corrupt, als gemein und »l.i :?t 2ir Vertrauensmänner der „Unverfälschte! ir .'.luejuitter unter die Festgäste zu bringen wur" :> '»So'kor-cht,' bandgi z,stich, zurechtgewiesen l 't F-.var tm löanzen würdig de» Gefeierten .zur Bef.-..'Sigung iet?.:r Selbstliebe geleiert haben, kennt,n sich leider nicht mit Glückwuwchtelegra „Tvier de« römischen Rechtes" sind sie-zu entschu ' Wilder Giner. > Dem „lustigen Poldl" solgch christlich iociale Agitator von Ottakring, der Welt« war allzu stl-r ein Lebemann. Er bewegte sich in scndrrer Vorliebe in Tamenkreiien und batte eine Schulden, weshalb ihn denn auch verschiedene Ha rinnen mit häufigen Besuchen beehrten. Wie eS Freie» Blatt. eiligen, die aus Undnldsamße Partei verlassen und ber gutheißt! Schmach über Kampfe mit den Liberalen trifteten Geschossen des Hasses mach, den .Unverfälschten'!" ec. Außer den. Wiener Anti- Feste Herr R a v r a t i l aus offenbar zur besseren Kenni res tisemiterei, ein rumänischer etheiligten sich an der Luegerin der Luft. Auf der eine» zahlst du deine viele tausende? Cs wird aus diesem Am ich sociaie Partei nichts, gar Blattes zu thun, das sich mein angesehen wird?“ Auf oral. Tie .OstdeutscheRund- .Wir haben auf den füngsten, kommen heit, dessen sich indem er nach einer Serie t .Riunione Adriatica di ausnahm, in denen diese gerechte Angriffe vertheidigt Lolksblatf gebübrendercharakterlos gebrandn", welche sich der Ausgabe, so tapfer entledigt hatten sortgeschickt. Ter Verlauf, und derjenigen, welche ihn Gelder und Scherzer ptmen einfinden; alS arme digen. seb. der „fidele Schorfchl". Der riester Tr. Georg Battisti seinen Mußestunden mit be -lienge größerer oder kleinerer »dwerker, Kellner und Wäschemit Battisti stand, war den tslhe» ind verst eg sich zu folgenden Aeußedi iji vornehm und fromm thuenden Herren Führern der Christlich-Socialen wohl bekannt: eS genirte sie jedoch nicht, und sie bewahrten ihm ihre Gunst, trotzdem eine DiSciplinari.ntersuchung gegen ihn als ReligionSIehrer eingeleitet worden war. In Zukunft werden sie aber auf diesen Parteigenossen, wenigstens auf feine Hetzreden in Versammlungen, verzichten müssen. Da« „Diöcesanblatt" veröffentlicht eine an die Kirchenvorsteher gerichtete Mittheilung, welche dieselben aufmerksam macht, „daß der in Wien sich aufbaltende Priester der Trienter Diöcese, Tr. Georg Battisti, dermalen weder eine Meßlicenz, noch eine BeichtjuriSdiction für die Wiener Erzdiöcese besitzt". Zugleich bringt daS „Vaterland" zur allgemeinen Kenntniß, daß Georg Battisti, der im vorjährigen Schematismus der Wiener Erzdiöcese als Religionslehrer, an einer Knabenschule in Ottakring angeführt war, im heurigen Schemati«inus nicht mehr erwähnt werde. lLiige und Wahrheit.) In mehreren Antisemitenversammlungen, die in letzter Zeit in Wien stattfanden, schilderte Ernst Schneider seiner Zuhörerschaft den allmächtigen Einfluß de« jüdischen CapitaliSmus in der Bukowina. Zn Czernowitz sagte dagegen ReichsrathSabgeordneter Tr. Stefanowicz in einer Versammlung polnischer Wähler: Welchen Zweck halte der Antisemitismus im Osten Oesterreichs? Wenn er im Westen gegen die Juden als Vertreler des Großcapitals gerichtet ist, so müsse man in Betracht ziehen, daß die so arinen und bedauernSwerlhen Juden in der Bukowina keineswegs da« Großcapital repräi'entiren. Wer kennt besser die Verhältnisse, wer lügt und wer spricht die Wahrheit? Schneider oder Stefanowicz? Die Antwort hieraus dürfte selbst einem Antisemiten, welcher noch nicht ganz verkomme» ist, keine Schwierigkeiten machen. <Zum Eisenacher Bersödiiuugstag.) Wie bereits gemeldet, wurde auf dem Eisenacher VersöhnungStage die Verschmelzung der Heiden antisemitische» Haupt grupven Deutschlands zu einer „Deutsch-socialen Reformpartei" beschlossen. Ein demnächst stattfindender Parteitag soll diese» Beschluß ' sanctioniren und dar Parteiprogramm genehmigen, mit dessen endgiltiger Feststellung eine Commission betraut-mntrde. AlS Grundlage deS Programms wurde der Satz aufgestellt: „Tie Deutsch-sociale Resormpartei steht auf deutsch-nationalem, christlichem und monarchischem Boden". Diese Grundlage, über welche sich Förster ein wenig moquirt, und die Zurücksetzung Ahlwardt'S, der nur als Hospitant geduldet werden soll, sind Concessione» an die Tivoli-Leute. Böckel macht gute Miene zum bösen Spiel. In seinem Blättchen, daS trotz aller „Versöhnung" von seinen ehemaligen Freunden boycottirt wird, eifert er gegen Mucker, Junker, Bureaukraten und Capitalisten, während ex in Eisenach sich mäuschenstill verhielt und allen den Standpunkt, der „Kreuzzeitung" und des! Herrn Stöcker Rechnung tragenden Beschlüssen, wie die „Deutsche Wacht" spöttisch bemerkt, „durch seine Theilnahme an den Beratbungeiz zustimmte". Tie „Conservativen" werden, wie verlautet, die ihnen in Eisenach gezollte Rücksicht damit belohnen, daß sie die „Deutsch-sociale Reformpartei" als bündnißsähig anerkennen. Nach Oben dürste man ihnen dies kaum verübeln. Hat sich ja doch ein badischer Minister, 'der Nachfolger der Juden Ellstätter im Finanzreffort, al« Mitarbeiter Adolf Wagner'S nicht geschämt, in einer Schrift über „Agrarwesen und Agrar Politik" zu antisemiteln und „anständigen Juden" den Borwurs zu machen, daß sie „die Wucherprakiiken der eigenen Stammesgenvssen beschönigen oder doch ignoriren". Herr Buchberger — so heißt der jetzige badische Finanzminister — macht jeden Juden, vielleicht auch seinen Vorgänger, für irgend eine Betrügerei eines jüdischen Viehhändlers verantwortlich, er wäre aber sicherlich empört, wenn man ihm die Mitschuld an der ersten besten, sagen mir arischen Unregelmäßigkeit aufdisputiren wollte. Tie Worte Buchberger'S, welcher in der antisemitischen Bewegung eine „Reaction de« BolkSgeisteS gegen Mißbräuche im Handel und Verkehr" erblickt, sprechest Bände und bieten den Antisemiten aller Farben eine Gewähr dasür, daß sie, wenigstens i lands, auf keine von officiellen Kreisen bereiteten H > gewissen Theilen Deutsch ndernisse stoßen werden. Aus antisemitischen blättern. (Tie Antisemiten und das Heilserum.) Wie grundsätzlich der Anti semitiSmu« in seiner Mission als Büttel der cle ncalen Dunkelmänner aus Alles loSschlägt, was mit Wissenschaft und Humani ät zusammenhängt, beweist die Stellung, welche da« Bergani-Blatt zu Professor Behring'S DiphtheritiS- Heilserum nimmt. Unter der Spitzmarke „Heilg'sereS" spottete es neulich, da die von der „Neuen Freien Presse" ausgewiesenen Spenden von über 18.000 fl. für Herstellung und Erprobung de« neuen TiphtheritiSheilmittelS zumeist von Juden herrübren, sei eS nur gerecht, wenn diese bei Anwendung deS „noch völlig ungekannten Mittels" den Vorzug genießen, „und dieses Mittel vorerst ausschließlich nur an Judenkindern versucht rvird." — Bergani möge sich nur beruhigen. Mit dem durch die Opferwilligkeit der Juden beigestellten Heilmittel werden auch die armen kranken Kinder wackerer Leser deS „Volksblatte«" curirt werden, daS an wie vor statt für die Bestellung von Heilserum lieber für Lueger-Feste sammeln oder Spenden von 50 Kreuzern auswärts für den eigenen Sack auswcisen mag. (Abneigung und Angst.) Pater Albert Maria Weiß kann die Juden nicht ausstehen, doch verschließt er sich nicht der Einsicht, daß daS, waS er an Juden auSzui'etzen hat, auch Nkchtjuden eigenthümlich ist, und hilft sich, damit

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