Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- III (1894)
- Issue
- 132 (14.10.1894)
- Date
- 1894-10-14
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 8 niüsseu sich königlich amüsin haben, als sie da l Geschimpfe der germanischen Jünglinge Sedlak, Ptak :c. la»'eit. illcfecr Den Parteien.« Gin Freund unseres Blattes schreibt uns: Tie sonittägigen.Hauptversammlung Freude und sagte: „Die unaschek, daß der Bund nach „T c ut > cheZcitu n g" begrüßte das Ergebniß der drs Deutsche» Böhmerwaldbundes mit großer uminundene ErNärmig des BuudesobmanneS T: wie vor über de» Parteien stehe und sich nicht der liberalen Parteiorganisation angliedern «olle, muß von allen Deutsch Ratiot alen mit vollster Befriedigung begrüßt werde», denn sie gibt ihieti die Möglich fit, diesem nationalen Schutzrereitie. kessen Welch und Leistungen sie volla ts zu würdigen wissen, auch wener chreAu-gesiterte Hingabe zu widmen." T r geradezu tolle iNisin» dieser im vollsten Brilstton der Ueberzeugnng abgegeb« nen Erklär,mg liegt auf der Hank. Der in 'einem Werihc und seinen?et| uiigen auch von den Deutsch Raiionale» anerkannte nationale Schutzvereiu >'ol, kent'ch-nal,analen Antisemiten noch fürder rechnen sieben, d. h. nach der Logik der „Demicheu Zetung" — nur national, d. i. deutsch national >ein. Geschieht dies, wieso steht kann dieser nationale Schutz - vereli, über den Parteien? Tie Herren deutsch-! lationalen Autiscmiteii, welche ernztg und allein tür das deutsche PolkSthum zu irbeiten vorschützen, 'che» oder wollen nicht ein'eben, daß sie durch ihre kindischer Haarspaltereien und Spinti sirereie» der deutsche» Hache nichts, wohl aber lirem Eigendünkel etwas, am »teinen aber Len über den Zwiespalt im deutsche des deitt'chen Volkes in Oesterreich vom Nüven si 'c ist ecden deutsch nationalen Antisemiten gezennber, am Plane zu sagen: „Gott beschütze uns vor iiniercii Freunden, vor unseren Feinden werden wir uv« schon 'elbst schützen." ti,-rw:uiu». .Vergani-Druksch.i Zn einem Berichte ü! er das Ergebniß der Wahl männerwadlen in Kauniberg. schreibt das „Tentsche Volksblatt": „Die Liberalen ciubielten sich voraussichtlich ihrer sicheren Niederlage gänzlich der Wahl'. Freie» Blatt. A. v. I). um auf die Mitarbeit der zu können, über den Parteien i Lager srohlockendcn Gegner» id. Fünvahr, wenn irgendwo. «Zu dcn Giltigungsvcrsuchcil.l Der „Antisemitische L die Vergünstigung, an zeig er", dem der noiddcusiche Amsiemitemac .neues Parteiorgan erklärt zu werdet,, nicht gewä >rte, rächt sich, indein er die eiiislußreichsten Betliner Auti'emitcusüh'.er der L igenliebe, des Strebcrthums. der Großinauligkeit und rücksichtsloser Herrschbegie rundschau" wilrde ebentalls nicht als Parteiorgcu anerkannt, und sie schreibt daber: „Rirgendwohl im ganzen Reiche ist der Aalisemitismus durch kindische Querköpngkcit und grenzenlose persönliche Scaitdatzucht >'o ständigen Menschen zuin Spott zu werden, wie Berliner Couleur." Gleichzeitig wurden Lieber» der amsicmitsiche Scribcnt Moriz W.irth, die Hchössengerichte wegen Ebrenbeleidiguiig geklagt hallten, zu je 50 Mark Geld 'träte verurtheilt. Tie Eiuigungsversuche lassen sich allenthalben nicht übel an. cGin englischer Gassendauer in antisemitisch, r Bearbeitung.- Ein Juden eneral alS offi" in Gefahr, allen au mifo den Amiseinireii der ann v. Houneiiberg und einander vor dem" Leipziger beublatt, das wir nicht nennen wollen, um ihm 'chreibt der „Vorwärts", bringt folgendes „Gedich": Einst sprach der Kaufmann Isidor Cg Des Morgens zu seinem würdigen „Hast du den Tabak auch schon benej t Die Butter genug mit Kartoffeln veri Hast tit den Zucker du Kreide gelegt, Cigarrenholz in den Zimincl gesägt. Tie Rosinen mit Sleinchen und Reis" Den Branntwein gehörig mit Waner Wenn nach dem Allen du hast geiehn Dauu komm, dann wollen wir beten gehen!" Dar „Gedicht" ist bis aus die erste und leiste Zeile eine ziemlich wortgetreue Ueberieyung auS dem Englischen, und zwcr einiger Berte aus einem vielleicht bunkert Jahre alten Gasienbauer zur Verspottung scheinheiliger, augen- "erdrebender christlicher Krämer. Natürlich ist der „Isidor Cohn" anlisemiti- 'ches Fabrikat, ebenso wie das „beten gehen" am Schluß an Stelle deS go to steht, was natürlich zum eine Reclame zu machen, so hu ohn: t, ctzt? rn vermengt, getränkt? — — dann laß uns in die Kirche gehn! .Isidor Ecbn" nicht paßt, aber für manchen antisemitischen „teutschen Mann" scher gut rasieii würde. i Beleidigung von Ginjabrig Freiwilligen.) S vcn Einiährig Freiwilligen jüdischer Conseision wird kämmet des Landgerichts zu Märburg beschäftiget. Ter Bockel'sche „Reichs- Herold" bezichtigte nämlich vor einigen Wochen lüdischer Coniession, welche in Marburg weilten, de. hauptetc, sie bestellten während der Manöver bei ihrenL-uavtiergebern opulente Lpeisen und Getränke mit der Bersicherung, daß d e Regimentscasse, mit Rücksicht auf ihre einjährig freiwillige Qualität, dies bezahlen werde. Da diese Versicherung, fügteda« antisemitische Blatt hinzu, selbs verständlich eitel Lüge war, w waren die Quartiergeber stets die Geprellten, denn diese vermochten nicht einmal anzugeben, welchem Truppentheil die betreff« »den Einjahrig-Freiwilligen angebön haben. Eine Anzahl Einjahrig-Freiwilliger jüdischer Consesfion wandte n Proceß wegen Beleidigung in nächster Zeit die Straf» die Einjahrig-Freiwilligen Zechprellerei, indem er be sich aus diesem Anlässe an den „Centralverein dem Glaubens" in Berlin. Der Vorstand - des von l RechiSbureauS richtete daraufhin eine Eiirgabe an der Zn dieser wurde der Minister ersucht, entweder eine Einjährig-Freiwilligen herbeizuführen, zumal da» die erwähnten Soldaten angehöcl haben, doch mit oder, wenn die Behauptung des „Reichsherold" unbjc, Freiwilligen jüdischer Cousession den nöthigen gesctz zu lassen. Ter Kriegsministev hat vor einigen Tagen verein« ' angezeigt, daß er gegen den verantwort! Herold" wegen Beleidigung der Einjährig-Freiwillig Strafantrag gestellt habe. cher Staatsbürger jiidiicl,eu iejcui Verein unlerhallene» preußischen Kriegsminister. Bestrafung der betressenden oder die Regimcnler, Lene» Dichtigkeit seftzustellen seien, gründet sei, dcn Einjährig ichen Schutz angedeihen zu dem Vorstand de« Central- Redacleur deS „Reichs n jüdischer Cousession dxn iczen Bi hil Bla« lGin Widerruf nach dreizehn Monaten.) l Bolksblatt" in Cassel brachte am Li». Juli 1 i gegen den jüdischen Pferdehändler Josef Goldschm! Letzteren wurde der Abgeordnete Ludwig Werne | Instanz zu 50 Mark Strafe verurtheilt. Werner Ie£ I vor dem Verhandlungstermi» mit einem guten 4 wandtcr von' Goldschmidt war, zusaininengelrossen; von Goldichmidt veranlaßte einen Ausgleich, wodw « zu ÜO Mark loskam. Im Vergleiche heißt es: „E folgt zustande: Ter Privalbeklagle erklärt, daß sei« klüger auf irriger Information beruhe, ev ziehe des Privalkläger zurück und bitte deshalb nm Entichnldt« dcmenlsprechciid, Berichtigung im .Antisemitischen erscheinen zu lassen und die gesainmten Kosten dcs.L ihm nun der ritterliche und wahrheitslicbendc Herr der Rubrik „Allerlei" auf der letzten Seite seines 3 alio ein Jahr ei» Monat nach dem Erscheinen der Richtigstellung: „In einem Artikel des- .Amisemi ein Angriss gegen den Pferdehändler Joses Goldschnki! Folge der Beweisausliahme zu einem gerichtlichen T begründet herausgestellt hat. Wir bedauern diele nehmen alle Vorwürfe gegen Herrn Golkschinidl znrlick.' für einen Angriff, der einen Handelsmann ein Jahr Gr stndirir zu viel die „facialr Frage".» In Blättern" ist solgendes Inserat zu lesen: „Ein Studium der socialen Frage sein eigentliches F lässigt hat, bittet behufs Beendigung seiner Studien genossen um ein Darlehen von .">00 bi« *>00 Mar zinSlich; rückzahlbar innerhalb 4 bis 5 Jahren. man nnter E. P. Kr. an die Geschästsstelle der .D. wir in Oesterreich haben leider keinen Mangel an v mit dem Zeug, was die Antisemiten „Studium „Pflege und Förderung volklicher Bestrebungen" heiß Häusern vergeuden und ihr eigentliches Fachstitbium betteln sie aber nicht um Darlehen, welche ihnen die ermöglichen sollen, sondern werden antisemitische S ..edeldcnkende GesinnnngSgeitosse»". «Todtcoliste.) In Hagen ist die „Westfäl kurzem Bestände eingegangen. Die „West sä lisch« verstorbenen Concurreniin folgenden von amisemil Nekrolog: „Ter frühere Verleger unseres Blattes, den' Hagener Gründungsschwindel um das artige 10.000 Mark gebracht und dadurch völlig ruinirt Juden, sondern auch ihre arischen Mitbewerber bes h semiten de« Gründerschwindels! — Zn Bremen hat „Volksblatt" zu erscheinen aufgehört, ki. I. P. S. Nr. 132 Das „A nti > ent11i > ch e eine beleidigende Noliz id t, und auf die Klage ceial« Redakteur in erster e Berufung ein, :var aber kannten, der zugleich Vorder Verwandle «Schwager« ch Werner von der Strasikam eine Einigung wie Angriff gegen den Privat lb die Vorwürfe gegen den gung. verpflichte sich auch olksblaif auf seine Kosten erfahrcns zu tragen." Wae Werner? In Petitdruck nL ttes am 20. August l-'-M, rsten Notiz, steht die kurze loschen Volksblattes' erschien dt in Bebra, der sich in ersabren als durchaus un linrichtige Miltheilung und TaS ist eine < i: lang verfolgt hat ’ den „D e ut scii - f octa le it Student, der über »ein chstudium etwasvernachedeldenkende Gesinnungszu 0 bis <1 Percent vertilge Anerbietungen-beliebe §. Bl.' zu richien." Auch rkrachte» Studenten, ivelche der sociale» Frage" oder « n, kostbare Zeit in Wirtb? >er»achlässigen. Hiertulande Beendigung ihrer Studien chriftteilcr und brandschatze«, sehe Warte" nach sehr Reform" widmet der Nächstenliebe beseelten er Schivarz, ist durch ümmchcn von amtäbetiid worden." 'Nicht bloß die uldigcn die Herren Anti das dortige antisemitische sicher »«er Feuilleton. Die Töpferscheibe. Erzählung von Eduard Kulkr. (io. Fortseyunz.» Auf dem herrschaftlichen Meierhofe herrschte iBestürzung und bange Verzweiflung. Mit vor Schrecken verzerrter Mune saß der arme Herr von Birkenfeld in seiner Stube, auf Mittel sinnend, wie aus der trostlosen Lage herauszukommen wäre. Vergelens suchte seine Frau ihn zu trösten und seinen gesunkenen Muth aufz trichten; er sah keinen Ausweg. Was sollte er thun? Mit dem P«lchtzins im Rückstände