Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- III (1894)
- Issue
- 128 (16.9.1894)
- Date
- 1894-09-16
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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feite 10. 'freies Platt. jrcu Ille ton. Die Eepterl'ct)e i b e. EüälUu».: re» lf-duard Lulkr. IV. e! An deinselhen Abend, a» welchem zwischen de» beiden Ehegatten in io ernster Beite über die Zukunft des Knaben verhanhett würde, lieg der Töpfermeister, während aus seinem Teller die Suppe dampfte, die er noch ein wenig ablühleti ließ, indeß der Geselle derselben bereits wacker tnkprach, die Bemerkung fallen, wie sehr eS ihn ivündere, daß der fülle Knabe, der sonn, weint Topfe gebrannt wurden, immer dem Cfeit gegenüber ans der kleinen Thürschwelle saß, so gänzlich verschwunden t'ei. * Bei diesen Beo neu des BieisierS trat Genofka in die Stube mit einer *v laiche Bier in der Hand, die sie eben auf den Tisch Hellen wollte Sie blieb aber stehen und horchte Koch auf, 'als der Meister in seiner Rede fortitihr, er habe sich im Vatife der Heit an den .'{naben io gewöhnt, und eS gelte ihm jetzt ordentlich nahe, daß er ihn gar nicht mehr;u O'esichk bekomme Ta müsse etwas vorgefallen 'ein, und die Sache müsse ihren Grund haben. - „Ten bat sie auch," sagte der ('vielte, „der Jndenbnb wird sich die HnndSreit'che merken!" „Ilm Gottes 'Billen!" rief Genofka und ließ die Flasche mit dem Bier;n Boden fallen. ..BaS bau du denn? waS ist dir?" fragte der Bater, indem er nasch von seinem Stuhle annprang i'vitpffa konnte nicht antworten: ne bedeute das Gestellt mit den. Händen und weinte. „Bas bat sie nur? Beißt du es?' wendete sich der Meiner an den ('vielleu.' „C, was für ein Unrecht!" schlnchüe das Mädchen. „Ein Unrecht?' fragte der e-eielle, „bat er'S vielleicht nicht ver dient?" „Ter war eS ja nicht." rief das Mädchen, und an'S R'ene mach ein Tbrättettnrom ihr ans den Augen. Sie wart' sich dem Bater an die Brust und wimmerte, daß es ihm fast das Her', ',er brach. Er streichelte ibr Haare und Bangen, um sie zu beschwichtigen. Tas Raehtmabl stand unberübrt auf dem Tuche die (Glasscherben der '.erbrochenen Flasche lagen am Boden, und tu der Stube herrschte eine nnbeiniliche Stille. „Tein Euer, scheint eS, isi diestna!;u voreilig gewesen," sagte der Meister '.nni ('’e’eueit. „lir-! Und Steine tueneu'" tagte Ö’enc'fa mit entern tiefen Senner, indem sie den >iopf erbob, „im (''egentboil, er bat ja den Buben geprügelt, weil der den Stein geworfen bat." „Es war aber," wendete der O'rfeUe ein, ,,aU ich yu den C er eit tarn, feilt Anderer dort als er." „Natürlich." entgegnete der Beeister, „darin liegt ja g'rade der Beweis, daß er es nicht getlKiit hat. Ter Andere hat sich rasch genug ans dem Staub gemacht: er aber, weil er üch keines Unrechtes bewußt war. blieb ruhig auf seinem Platz " ' ,.Es isi nicht wieder gut tu machen/ sagte Genotka traurig. . N.d' nicht 'o kindisch," tröstete sie der Bater, „eS isi Alles wieder gut;u machen, t'o lang der Tod nicht dazwischen fährt. 'Jittr die Tedlen können nichts mehr gut machen, Gestorben isi er nicht. Tie paar Streiche, die er nnverdiettterweise bekommen Hat, wird er ver'chmer'.t haben, und er wird nnederkommen;tt den H er eit, wie : früher " ' „Bteinsi du?" fragte das Mädchen mit Uiictit Zweifel. „och bl:: ge dir haniv," beruhigte sie der Bater, „ich selber werde .btt hole» Morgen bol' ich ihn." Jetzt ersi gegrämt sie ihre /asinng wieder und konnte bemerken, >': d-as '.'sachtlitabl ',nm größten Tbeile noch ungenossen ans dem ' I:'ch stand Tie Speisen waren indeß kalt geworden, und das Bier; t . uv te.-.H'-it auf der Erde Veite schlich sie;ttr Titüre Hinaus, tim : u it.'th'.'.ett Ertav;u sorgen ,u'v. ", v e ihre Bfntter, t'elig," sagte der Meiner, „die bat auch t'o •!« w t.ch.'s und mitl-'iriaes Her; gehabt." .,B-r die einmal kriegen wird," sagte der ÖV't'eHe. . Tain hat'-'- noch He::." b-inerkte der Be ei sie r iroeken : der l'si". s.ile aber meinte sie 'ehheute schon so schön aus, ''wie eine -Jung statt, die man tunt Altäre führt, und.waS ihre Jugend betrifft, die ' paar Bahre, die noch fehlen, die verfließen, ehe man sieh recht , hernittdrebt. j ann, wenn die Zeit einmal ' darauf: „DaS wünsch' ich S Eine verdient, daß sie in und einer Schüssel kalter „Geb' ihr Gott nur einen braven SD da isi," sagte der Meister und der Gesell recht von Herzen, Meister! Tenn wenn e gute Hände kommt, ist sie's." „Schon gut," sagte der Meister, ittbtte sich die Thüre öffnete und Genofka mit einer Flasche frischen Bieres Küche ins Zimmer trat. „Jetzt bekommen wir wenigstens was zu esien und einen guten l.ivunf," sagte der Meister bei diesem An »liefe. „Ja, Bater," sagte Genofka, indem sie die Flasche und die Schüssel auf den Tisch stellte, „sei mir nurnid t döse, daß ich heute das Nachtmahl so verstört habe." „Vaß dir darüber keine grauen Haare mit wohlwollendem Vächeln, „übrigens sind wir ja, wie ich sehe, nicht zu kur; gekommen „So gut ich'S bieten kann," sagte Genofka, Mutter tobt war „Ein wahres du jetzt recht waeker Genofka mußte sich nun zu Tische js'tzcn und der Bater suchte, unter dem-Esien daS Kind auf alle mögl che Beise zu erheitern. Er erzählte allerlei lustige und scherzhafte Tit und war desto munterer, je mehr sie sah, dem Bater bereite, ')lui der Geselle war c Gedanke an den kommenden Tag. dem Knaben gegenüber, dem er sehr angetielmie Figur machen werde: et sich zur Ruhe begeben hatte, die Nacht möhnlich Ö'ettafta aber harrte richtiger Freude entgegen. Bur' Schlaf des Gerechten. Atu anderen Morgen in aller Früh: Genofka seinen Sonnlagsroet: sie gab d wort, sie habe ihm bereits auch die in Positur und machte sich auf' L>cn P (teilten Hügel hinan, welcher von seiner u Berlstätte hinaufsührt in die Jndengasi gegneie, blieb stehen und verwunderte sich Nr. 128 wachsen," sagte der Meister gar welche, seitdem die die Pflichten der HauSftsaii auf sich genommen hatte. Tonntagsesicn," sagte ler Meister, „greif nur auch ge und sie lachte wohl auch wie viel Freude sie hiedurch iisilbigf Ihn beschäftigte der Er machte sich vorstellen, daß er so bitteres Unrecht zugefügt, keine schlief auch, nachdem man über nicht so fest wie gebeut kostitnendeti Morgen mit ausder Me fter sehlief,. wie sonst, den verlangte der Meister von m Bater lachend zur AnttiesH geputzt. Er setzte sich also g Vangsam stieg er den Her den Schanzen gelegenen und Jeder, der ihm beilbct den alten Töpfermeister, wie er da an einem gewöhnlichen Berkttge in seinem langen wohl als ob es Sonntag wäre, und' bedetiteii habe. Hätten die gebtnsteten <veicrtagöroek ettihergitigj teiner lotuite sich'S erklären, waS Verne nicht gewußt, daß Genofka erst vierzehn Jahre alt sei, so hätten sie gemeint, daS Mädchen sei über Nacht Braut geworden, oder es fei etwas-TeravtigeS im Anzuge, und de- Frennben und Bertvandlen kund zu thnn; jugendlichen Alter des Mädchens nicht;r daß die Vente, die ihn iahen, verduzt Mancher von thvett, bei dem die Neugierd^ > die. eigeueu Geschäfte zu besorget,, dem Ferne folgte, um zü erfahren, was ' er nun falten, daß er in das Haus des reid c welches iu der oberen Judeugasie lag, de Köpfe Bas bat der Töpfe'e Marunek Sollte er ihm vielleicht Geld schuldig leiben wollen? vielleicht, der SonntagSroek einet', besieren Eredit gewäbsen? Ter . Töpfermeister Martinek wußte vermeintliche Absicht augestellteu Beriiittthür Mann und ging geradeweg auf fein Zie'l erzählte er der Frau Jetti Kohn, was eignet batte, und indem er unter tausend über das Mißverständniß auSdrüekte, tuetsies sich für den Knaben so fchmezzlich gestaltete, bat er um die Gna >e, denselben in seine Berkställe miknehmeti zu dürfen, damit der G eselle das er ibm.zugefügt, um Berzeihung bitt: der Meister hinzu, hätte zwar um Berzeibting bitten sollen: allein er Schritt hieltet zu wagen. Und.dann ist und versicherte, er habe den Knabe», ibm gesprochen, so lieb gewotinen und io an ihn gewöhnt, daß' ihm jetzt förmlict brenne, und eS werde ibm eine große Fre i Zukunft wieder auf dem gewohnten Plfttze unter den Schanzen bei den Hefen zu sehen. Tie Mutter war von dem, was sie dir hörte, außerordentlich überrascht. Bon den Besuchen des Knaben das zu Alte gehe nun, es seinen aber daran war ja bet dem denken. Kein Bunder also, >en Kopf schüttelten, so daß größer war. als der Trang, öpfermeisier in respeelvoller eigentlich porhabe. Als sie eit Geschäftsmannes eintrete, schüttelten sie erst recht die bei dem Inden zu Ihun? (sein oder sollte er eines auS- Und dazu braucht er de» SonntagSroek? Hder meint er reiche Kohn werde ihm ii Rücksicht ans den taugen een? nichts poti diesen über seine ngen; er war ein gerader los. "Mit schlichten Borten sich unter den Schanzen eröethtueruiigen sein Bedauern ihn, für daS Unrecht, m könne. Ter Gesell, fügte von Reel nswegen hieher kommen und zu schüchtern, um den Eines, sagte der Meister daß er je ein Bort mit habe sich im Vaufe der Zeit etwas fehle, wenn er Töpfe ide bereiten, den Knaben in ,et nbd) o tue bei den Töpseröfen hatte sie