Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- III (1894)
- Issue
- 128 (16.9.1894)
- Date
- 1894-09-16
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
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Ur. 123. ,f r fies 1? t j 11. reite 11 (eilte Kcitittniß. Moses stand in freien Dlnitdcn, wie üdcrhaupk die stüidcr anS anderen HSnsern auch, nicht derart nnier Aussicht, das; mau..ihn aus Lchritt und Tritt conlrvlirt hätte:- er ging, wohin st wollte, und zur vcd.tcn Zeit war er wieder zu Haust. Bon der Gulmüthigkcit deS alten Töpsctnictsttts, den sie von den siahrntärklcir her, wo er sein Geschirr seil Halle, sehr gut kannte, war die Mutter anfS sinnigste gerührt. Dic hatte get ng Erfahrung und noch mehr genug Belesenheit, um;n wissen, dag Mtstvotsiänditisso derart, wie dasjenige, unter welchem Moses gelitten hatte, im Veden ine und da Vorkommen; sie hatte auch Klugheit genug, um cinzusihcn, das; eö auf das Hstmitth deS sttiabcii nur einen wohltbattgcn.ifinfluf; itbett werde, wenn er wahrnehinen witd, mit welchem Eiter man de nreht sei, ein gegen ihn begangenes Unrecht, wieder gut *,« machen. 3ie beruhig'e daher den Meister über das Borgetallene, ttoüele ihn über daö Mißverftändniß mit einigen Mittheilungen über ähnliche Ereignisse, die sie anS dem reichen Dchap ihrer Veeinre sogleich bei der Hand hatte, willigte in daS Begehren des Töpfermeisters und versprach, den di uadert;u ihm;u schicken. Er ist jetjt, sagte die sitan, bei seinem Vehrer, wo er das Hebräische lernt: er geht gleich nach dein frühstück zum Unterricht, aber sobald er fettig sein werde, wolle sie ihn h'iiunterschicken. Der Meister aber wollte den stnaben selber sich ins Haus führen, denn erstens hatte er es Gonoil'a so ver 'procherr, zweitens fürchtete er, der di nabe lönnte, .wenn es ihm die Mutter auch erlaubt, doch Dchcti .tragen, zu ihm ,tt lommen: also meinte-er, wenn er nicht lästig falle, io welle er warten, dis der Unterricht zu Ende ist und den di naben selber uiitnelmtrtt. Bras ihn Iber beiresse, fügte er hinzu, so habe er Zeit genug und.gar leine Eile. Ties gab Gelegenheit zu noch weiterer Unterredung, welche von Leite der klugen und gutmtlthige» ssrau mit einem raich imptovisitten miiliftiicf, das sie dem alten Manne votstzn» lies;, gewürzt wurde A-enn in anderen tfiiflcti eilt' gutes Mahl dni ch nutet haltende >''e >v>äche gewürzt werde, so mag in diesem sralle, meinte sie, ihre arme Unterhaltung wenigstens durch ein erträgliches sirnlistück gewurtt sein. Der wackere Töpfermeister liest dies n'chi gelten, er lobte den Enten braten noch Gebühr, trank den (östlichen Wein, in wclchdm das Doniiculicht sein nunderliches Dpirl trieb, attf ihr B.'ohl,-belobte aber noch mehr ihre «rrenndlickkeit, von der er ganz entrückt war. Tie Unterhaltung drehte sich, wie dies in der Situation lag. vorzugsweise' tun den dinaben, und der alte Töpsermeister' verwunderte sich böchlich, als er im Van so des Gespräches erfuhr, dast Moses uicht mehr lange im Elternhause bleiben werde, da es beschloffene Reiche sei, dast er nudiren solle. Deiner Meinnng nach, sagte der Töpfermeister, sollte man den .stnaben, nicht, studiren lassen, .sondern lieber zu Hanse behalten. damit er fähig gemacht werde, dereinst einmal das Geschält zu übernehmen. Tie ,vrau'belehrte den Töpfermeister, . dast .dies auch die Ansicht und der Äunsch ihres Mannes gewesen sei, aber seit gestetu Abend sei die Dache entschieden, denn Moses hat einen ganz anster ordenllickp'n Trang zu den Dtudien. ttnlrüuditunnicn de Brio Gott will, sagte der Meister rnd blickte nackt der rbüre, ob sieh dieselbe noch nicht ön.w, denn er tenr-te es lannr erwarten; den .st naben;u sehen. Tie sirau bemerkte seine Ungeduld »ns »ans . n'. indem sie lächelnd sagte, sie werde Makes baten '..-.-"e::, weil .-<■ tonst bis gegen Biiilag dauern lönnte und sie die Gsi-.ia .... Meisters dockt nicktt ans eine solche Brobe. stellen trolle. Ter Beeister-gab eine verlegene Antwort, die .vr.ru ,»ng hinaus, t.rni »a>eh wieder zurück, und nach .stnrzem .(am auch Moses und fand;n 'einer Berwtindernng den alten Meister na fst'rtackto mit seiner Müller-.' Es ist wohl begreiflich, M'as; bei aiE.m v nnvonn>.!...ton 'Anblick, da man ihm den l^ttitid, weshalb-er vom Unterrichte tr ., nackt. Han'e gerufen trnrde, 'nicht miigetheilt, das lN'c*nhl der B.notloi:, »nt welchem er vor .stnrzetu die r öp'ersseu rrtasion baue, im i^emütbe des st naben in seiner ganzen Tiatlo wieder erwachte: ja' d:-..'es '^o'u!:l stergeue sieh nocki bei dem Godattlon. und di-'., Berdacht stieg natürlicher' wette in. dem st nahen atif, das; der s er'et meiner in der Absicht biclier gelommen iei, ihn wegen der;cn rocktenen Tel-',- und .sttüge bei 'einer Minier;tt verklagen und An'vrnckr au» Er>at) r'ur d-'n;n gefügten Dchaden;n etheben. Ttosts netto sintecht s.bme'.t'. ibn reet, tiefer als das erste, zugleich erwackns t» ihm. das "'.'nl'l , '• Tcktam darüber, . dast die erlittene Dchmaeb, .die .r r-n'-hwiegen halte, i.in vor seiner Mutter ansgedeckt werden 'eilte oder gar-«i>neicht 'sibsn e.usgekeckt iei. Tie erste Reortug des Herreus biost ibn. üolt io ra'ch als möglich rriokor :» cut'-otnon und einen Devanplap vertan. aut ire'-chn» er in toinom sialto eine erfreuliche stkocke-",n''rlabe. Tchon Hane er die Tbürlliule orgrj'ion, als die Mutter:, , B2vbm trittst kn, Mot'cs? »Ich.habe dich ia deckt ruseit litnen!";n tbiit-tagte, nno tlui ans solche An zu llcibon zwang, Dclchn war er ottlsthlaston, ser ungerechten Anklage nur Dtolz ottlgogotntitotzon und lein Br'tl über' den wabten Tachvothalt zu Tiner Berikeidigung rot».ariitgon, als er :n seiner freudigen Uehetraiemutg ct'nhr, wie - die Tino, hier stehen »r.d in welcher Al.sicht der Motstcr b.teher ge'Iontnteu. Als Moses dann nach einer Brotlo a» der Hanl d - alten Lovt'etmeisters durch die „toaste" ging, stickzett die-. Veute, w.'tck. dio- Boidon io miteinander t'abett, nenetdings die .störst zusammeit. und der Eine'sagte zum Atidetn: Merlwürdig! das batte man auch nick» etwariet! Ter reiche Emanml stehn las» seinen Maies einet, Töpfer werden! Do'etwas ist n,och nicht dagetvesen, seitdem die Tttide» gemeinde eristirt! Und der Andere erwiderte' spöttisch: An. tollt' er ihn vielleicht lieber zu dem »tanchsanglebrer in die.'Ahr' gebe»? <vür Bt'oie-s aber, der an der Teile des alten.Meisters einherichtitt, itattc i die Breit wieder die sihöno und freundliche siarho gewannen, in der sie ihm vor dem nnglticktoligon Etoignts; bei den Töpserösen itühdr allo;cit -erschienen war. ■ 'e:tie:;i:tiit 'eugt ■ „JiTicn ilMattes". 3l» ff ro te weiden angetwmntett, sowobl t» ntnerer A d nt i n i II r n t i o u . als auch im Anttotteen Btttvan!U. Llnltos. Rollbalken ionnenpiacnen jaiuu-ui» >» *uvu Bücher-, Garderobe- und Acienkästen mit Rollfthüren orllt^ttliStice K«»uIrt(rtt• UollorhutznBnilo. I'orltile oder Ki«rn. tlx itn-1!'>*nig narb Zeiohnnnif, aller Arten T!»rhlerwa*n n. <>e<tehllfl«» und Au^luse Kinriehtuna^K'K^nstSnde fOr alle Artikel. |ineiitnutl«elie Tliflr>*eblie*vM*r. Ventilatoren. Ilauehtattaer erzen.t und liefert die Fabrik von E. 8. Rosenthal’s Erben, Wien, FUnfhaus, Rosinagasse 21. Vertreter genuclit. Franz Citfrtjnurr! "•uutMrtctor, embpcblt sichzur ilbbi Itun» J . n Tan; und Tonern Musik. Adresse in drr -.-kuniüration, i-tr! „AnfKIarnng". Herein zur Verbreitung geschichtlicher Lit-nng. Lal,re»bcitvag ö. W. fl. 1.—. ErttriMs - (Zrbliraigrn nimmt rnljrqrn ■ K. D. Zenker t I- X^rugerstz-aese IST. i 0MU £ V ,-iiFr.FL- <4 WMM»^T~8ltAYetJR Tgnaz Hecht.Wien1 25. Pralersbasse 25. | V>7vv i SM K. k. priv. en-Seife daj&eal aller 3ttitbiboiU‘mittd, «uVI- ‘bV'iuftu»r> cti uniiftaNutiw Mittet zur rer i5ui»ornt fliünDlidi und tu tiiricftcr -eir Lvimnurln. inmnicrivr^ftcn, vcl»a»U\ifii, Viaicnribrc, iUttctfcr :c. Haben iu Her aw»tk,!c Tb. Weiificincr,! i. Plautcusiane il und iu allen Hpotbckcn. . bei Troguistcu und «" bcncrcu Bar : sttntvrieaeschäfte». -* Preis per «tiief I 70 kr. ^enivrair und iLkveditinn: II. trotze «radts gtttgane 21. .lAst.it!»ün und >'r.n»;.n'ii.n 'v'.ie'.'t UII^ pee'te:; inci: 'u.ln alr Unrlclrriti, (TtrftüMniflttiii »d. 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