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Freies Blatt · 1894-09-09 · 127 (9.9.1894) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
III (1894)
Issue
127 (9.9.1894)
Date
1894-09-09
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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reite 8. Freies Bl art. fällig nieder: das lleinere verschwand in der. Liese — er zog dasselbe heraus und vlaeirie es günstiger. Sein Blick schweiftie zum Bahnhosgebäude — er er* mattete augenscheinlich von (Korporationen st. s. w. begrüßt zu werden. ES müssen peinliche Minuten für den ehemaligen zTictator" gewesen sein. Ter Begleiter Schönerer'», ein Äusfchußtnitglied der „Oppavia", hatte, des Wartens müde^ seinen Plan im Wagen langst eingenommen, als endlich Schönerer sich entschloß, einzusteigen. Bei der Ab'ahrt der Wagens erschollen aus circa 20—30 Turnernnd anderen sehr jugendliche» Kehlen „Heil"-^ufe; Schönerer, verdrossen, lüstet nicht einmal den Hut — das war der ganze Empfang. Das Absteigequartier war im „Schwären Roß". Abends fand im „Drei Habnen"-Saale ein LommerS der „Oppavia" statt — und heute, Sonntag, stm i> Uhr Früh verließ Schönerer bereits Lrovvau, obwohl da» „Ferialfest" für brti Tage projectirt war. 'Zum Ausflug Schuridcr'S nach Graz.) Schneider veröffentlicht das Programm de» von ihm veranstalteten ÄuSfluges nach Ära;. Demselben zufolge findet dort auch -eine Versammlung des »Steiermärkischen Gewerbe bundes" statt, in welcher Lu eg er „öffent iche Angelegenheiten Schneider ielbst aber seine Mngsten Erlebnisse wild. In dem Programme ist auch zu lesen: Lheilnahme an unserem Ausstuge ziigelaffen." nicht, um zu glauben, daß irgend ein Jub würde. Tie Ein'ältigen, aut welche es abgefelen ist, werden aber wirklich der Meinung 'ein, daß sie einer Ebre theilhaftig neiden, um welche sich ihre jüdi 'chen Rachbaru vergeblich bemübt hätten Auf dem Dübring'schen Standpunkte der Bcncottirung von „Reuhebräern" steht Sömeider nicht, trotzdem er. schon einmal den Cardinal Fürsterzbischof Tr. Grztscha gerempelt bat Tie Scheich er und Latschka Ausstuge Schneider's nach Ära; zugelassen, weiden. l Ablwardliaua., Ablwardt bat am A ignst neuerlich die Platz en'ee bezogen, wo er wegen Beleidigung des standes.. begangen durch eine in Elsen gehultei e Rede, kein Kiene inner,Wiik'ainkeit zurückgehalten Deutschen wrack, sich aber vorher reichlich fü besprechen, in Galizien zum Besten geben „Juden werden keinesfalls zur So dumm ist auch Schneider seine Gesellichast herbeisehnen al-s „Judenzeichöpf" a»' dürften also zur Lheilnahme am .-uartiere von preußischen Richternirch drei Monate von sein wird. Der Rector aller drei Monate aus. Wie wir isemitiiche Abgeordnete brauchten dann wäre die ganze Judenfrage Run, sehr ein'ach! Was sich die . inklagbar sei. Wer v^n den Abgeordneten dagegen zu lo Bolks'eiitd erkannt, ati desieu Stelle bei der nächsten lüng>: leuchtet, machte er noch eine Lonriudurch ganz Pommern, bei welcher er sich u. A. in Col.berg bei einer Bersammlung das schöne Wort leistete, die Ost'ee -e' ->cht mehr das mar,* l^Itioum der Alten, sondern zur „nordischen Jtidenschweinme" herabgesui ken. Jim Lage vor seiner Einlehr zu Plöveiffee hielt er noch zu Halbersta sinn. Socialdenielratie und Judenthum". Ahliiardt sagte, er reise unermüdlich von O:t zu Ort. um das deutsche Bolk au'znrätteln. Bi» zur nächsten Wahl könne er noch viele Mrei:e bearbeiten, und 201 an ta nur gewählt zu werden-. Leien die vorhanden in st'chs Wochen endgiltig erledigt. Und ivie > Juden als Ti'chler, Schneider u. s. w. erarbeitet, dürfen sie behalten und mit nehmen wa» sie aber darüber hinaus besitzen^. bleibt hier — und das sind 2" Milliarden. „Damit," so rief er aus, „ist dilitn die sociale Frage mit einem Schlage gelost!" Um in der nächsten Zeit schon etwas v<. erreichen, würde er 'o'ort nach Elö-stlung des Reichstages den Antrsig stellen, i-aß keine jüdische F o r d e r u ir g mehr stiinmen wage, fei als Wa! > stch.-r ein Antisemit in den Reichstag-kä^ne. Vielleicht hat Ablwardt bei die'em beabsichtigten Antrag die Tendenz, auch jene Kosten, in welche er nach dem „Jiideiilliiitenproceß" verurtbeilt wur-e, alt eine „jüdische Forderung" hinzustellen, die nicht einklagbar sei. obwohl die deutschen Behörden gegen ihn die größte Rachsicht walten ließen und es ibm gestatteten, den entfallenden Betrag von It'Xit» Mark in monatliche» Raten von 3 Mark zu bezahlen. Rach einer leichten Berechnung mußte. Ahlwardt noch 3K!> Jahre leben, um diese Schn.d iu tll.'.'n. '*lott betoadre davor die deutsche» Gerichte. 2his antisemitischen Blattern. > Rur Mcstncr ' Herr Spitzer-Weimar, welcher sich sonst in einer trenn an 1i ckurarzen vlwiigilchen Mütze gefällt und den christlichen Demokraten vielt, ist an* tjerrrf Hostnig, den Vermögensverwalter von St. Stefan, sehr dost-, net: dte-er an dem Grabe Mundn s eine Rede halten wollte, vor Rührung toer nicht -prcchen konnte und dem Wohlthäter Lausender einen Strauß mit l er Alts'chrt't liachgewor'en: „Millionen .Vergelt'S Gott!' erwarten dich da lfroben." sttv?:eda'lii belegt Spitzer-Weimar Herrn Hosinig, der sonst al» clericale Eetebit..t mit dem Prädicate „Obermeßner" und fragt neugierig, wie deitn d.e Herren'Meßner der Stadt Wien über dieses Benehmen „ihre» Ltand.'eoen.'s.'ii" urtbetlen. In den Äugen des christlichen Demokraten Spitzer- Weimar ist es a?, .''ienbar nicht besonder» rühmlich, nur 'Meßner zu sein. Grnst Vktgani r schriststcblerischk Leiftllllg.) Die „Unverfälschten Deutschen Worte" vom 1. d. M. schreibe»! Earl Ä. Tavastjerna veröffentlichte „Touristeneindrücke", betitelt: „Eine Rei>'e durch Schweden." Diese Perössentlichung ist ausdrüeiljch litit denz Vermerk verzeichnet: „Nachdruck verboten" Einst Vorgani nun veröffentlicht im Juli und August dieses Jahres im „Deutschen Volksblatt" eine Leschrsi vereine» der österreichischen Eisenbahnbeamten Skandinavien" und von ihm mit E. V. geji losigkeit dieses „polnischen Superlativ cnnücher Korruption" bringen wir hietnit folgende Gegenüberstellung: ibung der Reise de» Geiangunter dem Titel: „Tu rät sjchnet. AIS Probe der Scham- Ä l e t o t, blatte von E 1304. „ilskan gierig, :ir. 127. szug aus einem F e u i t des „Deutschen Volk« S" „T u rch S k a n d in a v i e n" n st V e r g a n i v o m 27. I n l i ist ja immer etwas neu wenn man im Begriffe steht. Auszug au» „Eine Reise durch Schweben" (Touristeneindrücke von'Carl A. Tavastjerna). „ivian ist ja immer etwas neugierig, wenn man im Begriffe steht, den Vorhang von einer berühmten Raturscenerie sortzuziehen, und daher eilen wir klopfenden Herzeu» an TrollhättanS großem Hotel vorbei, auf einer Brücke über den Canal, vorüber an einer Schneidemühle, hinan« nach Spekö, wo der Wasierfall beginnt. Es ist eine alte gute Touristenregel, daß man von keiner berühmte» Stelle zu viel erwarten darf, aber ich kann nicht in Abrede stellen, daß Lrollhättans erstes Gefälle, der Gallofall, uns ein wenig enttäuschte. Aber tpeiter niederwärts bei den Toppö- und Tjuffällen nahm Trollhättan glänzende Revanche. Wir faßen lange auf einer Bank dicht am Falle und mußten zugeben, daß er'großartig sei. Vom jem seiiigen hohen Ufer nahmen wir dann einen Totalüberblick über sämmiliche Fälle und machten die Restexion, daß die Lultur der ursprünglich großartigen Scenerie des Trollhättan immer mehr ihren Eyect sortnimint. Waiser¬ und Sägemühlen und ankere in dustrielle Anlagen drängen sich in wenig pittoresken Baucomplexeu an die Ufer, trotzdem macht da» zerstückle, zwischen gewaltige, schroffe Felsiuasten tief ein gegrabene Flußthal den Eindruck, daß hier im Laufe der Zeit ein furchtbarer Kamps zwischen den jetzt bezähmten ungefährlichen Elementen stattgesunden haben muß. Tie spätere Geschichte TollhättanS fällt fast mit der Geschichte der »eueren Jnktistrieciiltnr Schweden« zusammen. Alles, was me chanischeS Geriie in Schwede» heißt, hat hier Gelegenheit gehabt, seine Fähigkeiten an den Tag zu legen, vom alten Polhan an, der in schwindelnder Tiefe für Riesenschleusen Berge gesprengt, bis zu 'Rils Ericio», dem Bruder des Großen, des Schwediich- AmerikanerS gleiche» RamenS, der die neueste» Schleuse» bei Äckcrsvaß vollendet hat." Ist vielleicht diese schriftstehlerische Leistung auf journalistischein Gebiete anzusehen? — (Les deux inseparables.) Rohling theologisch-praktischen Olnartalschnst" Eisenmenge:'S „Entdecktes Jukenthutn von dem ein Dresdener Verleger eine verkürze Ausgabe veranstaltet hat. Rohling wünscht, daß „dieses Buch in allen An tsstuben licher Behörden aufliegen und in allen christliche, solle". Ten Umstand, daß Eisenmenger die Bltt ^Erfindung" nennt, verschweigt Rohling natnrliä der „Hebrüist" Paulus Meyer demnächst ein* weitere Pnblication von he bräifche» Originaltexte» zur Blutbei'chuldigung he, ausgeben wird. Panln» Meyer ist einstweilen an der Fructisicirung seiner hebr listii'chcn Kenntnisse verhindert gewesen, da er von denselben einen Gebrauch Monate ins „Loch" brachte, da er außerdem dtrch eine MajestätSbeleidigung eine Ällongirung seines unfreiwilligen Aufenthaltes in Stein bewirkte und endlich nach Abbüßung seiner Haft bereits von süchtig erwartet wird. Professor Rohling sä „Hebräisten" treue Freundschaft zu wahren und das den Vor taug von einer derühmteu Ratur scenerie sortzuziehen, und daher eilen wir leb! «ft erregt zur Stelle, wo wir den erst'» Wasierfall, den HelveSfallet und bcld darauf den zweiten, de» StainplStrömßsaUet erblickte». Es ist eine alt: Touristenregel, daß inan von keiner ierühmte» Stelle;» viel erwarten darf, auch hier kan» ich »ichl in Abreje stellen, daß mich die Wasser fälle ein wenig enttäuschte». Aber weiter , nswärts gab uns Trollhättan bei dem Toppösalle glänzende Revanche. Wir saje» langeauf einem in den Göta E s hineinragende» Vorsprung versnnkin in de» Anblick 'dieser großartigen Raturericheinung. — — — Beim 2 usstiege in da» am Berge hoch oben tilgende „Hotel Udsichten" ,Ausgmosten wir noch einen Total über säinintliche Fälle und die Bemertung, daß die Citltur die iirsbtnnglich großartige Scenerie des Trillhättan iinnter mehr ihre» Eindrul'eS beraubt. 'Mahl- und Säge und andere industrielle Änlfrüngen sich in recht störenden piepen an die Ufer: trotzdem! as zerstückelte, ziviicheu geschroffe Felsmasten tteteinge Flnßthal den Eindruck, daß Lause der Zeit ein furchtbarer szwiichen den jetzt bezähmten Element m staugefunde» haben muß. Tie jüngste Geschichte Lrollhättans mit der Geschichte der ndustrieculiur Schwedens zu< Alles, wa-s technisches Genie in Lchiieden besitzt, hat hier Gelegenheit geh,bt, seine Fähigkeiten au den legen, vom alten Polhan an, bwindelnker Tiefe für Rie'en Berge gesprengt, bis zu Rils dem Bruder des Großen, sicht» überblie machte» inühle» lagen Bancon macht wattige, grabene hier im Kampf fällt fast neuen sammesi Tag zu der in schleu'en Ericio». den deutschen Gerichten sehnint iudeß dem berühmten „Opser deS römischen Rechtes" allen Racenannsemiten zum Trotz als Gewähr»,n!i,m zu benützen. (Alls bkm böhmischen Blätterwaldc.) Dir „Deutsche Volksbote", der von dem früher Schönerer-, später Steinwenk er-antisemitischen „Futharker" Anton Kieß'lich in Prag seit vier Jahren he auSgegeben wurde. ,und die journalistische Standarte der deutschen Antisemiten Prag« war, bringt i» seiner Rümmer vom 1. September solgende Erklärung: „Da die Zahl der Abnehmer unseres Blattes nicht hinreicht, um die lausenl et, Auslagen;» decken, und außerdem ein großer Theil der Abnehmer trotz den BezugSgebühren im Rückstände bleibt, sind .Deutschen Volksboten' weiter herauSzugebe». Wir deS Sönvedisch-AmerikanerS gleichen Rameus der die neuesten Schleusen bei AckesSvaß vollendet hat." als „christliche" Socialresorm bespricht in der „Linzer geistlicher und weit« Familien angeschafft werden beschuldiguug eine „papistische wohl aber gibt er au, daß wiederholten Mahnungen mit vir nicht mehr imstande, den sehen uns zu unserem größten

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