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Freies Blatt · 1894-09-09 · 127 (9.9.1894) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
III (1894)
Issue
127 (9.9.1894)
Date
1894-09-09
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Nr. 127. Freies Statt. •'Seite- ,,nd Unglück, in Fehlern und Borzügcn, in seiner!)r'icdrigkcit -itnb .Hoheit so einzig, so sonderbar, daß ich die Geschichte, die Art, die Erincnz dieses BolkeS für den ausgemachtesten Beweis der Wunder und Schriften halte, die wir von ihm haben und wissen. So etwas laßt sich nicht erdichten, solche Geschichte mit Allem, was daran dangt und was davon abhängt, kur;, ein solches Volk läßt sich nicht erlügen., Seine noch unvollendete Führung ist das größte Poem der Seiten und gebt wahrscheinlich noch bis zur Entwicklung des letzten, noch unbcrülirten Knotens aller Erdnationen hindurch." <HailS "k»p.) Ter antisemitische Abgeordnete Hans weitst hat seine» ehemaligen Parteigenossen und Buscnfrennd Tr. Sch» uv wcgcu Unterschlagung von amtlichen Urkunde» und Partcigeldcrn dcnuncirt. damit jedoch nicht den erwünschten Eiseet erzielt, 'denn ein gerichtlicher Bescheid erklärt die Tenunciatio» für unbegründet. Binnen Kurzem dürste sich l'eiijj wegen Meineides, begangen in dem Elicbruchproccß Schnutz, zu verantworten haben. Denn während noch ror wenigen Tagen sein Lciborgan, die „Hannoversche Post", im Tone liefster Entrüstung die in der Stadt Hannover umlaufenden (Gerüchte von einer Wiederaufnahme dcS BcrfahrcnS gegen Leuß damit in Abrede stellte, daß die Staatsanwaltschaft bereits vor. einem halben ötiluc das Bcrfahrcn gegen ihn eingestellt stabe, ist jctzl auf die Beschwerde deS Tr. Schmitz die,. Staatsanwaltschaft in Hannover durch die S bcrsiaatsanwaltschaft in Celle angewiesen worden, die Borunterjuchnng Legen ^cuß wegen Meineides zu erheben. Ein Stücklei» un verfälscht antisemitischer Frechheit leistete neulich Haus Veuß, indem er :rov seiner Afsairen mit Frau Schnutz und anderen Genossinnen als Moralist auftrat und in einer Wochenschrift einen Artikel über die „Siltlichteit in Stadt und Land" veröffentlichte. Triimoilt nilflcflnflt.) Gegen den aus Furcht vor dem Anarchisten' .;eiet?e gegenwärtig in Brüssel befindlichen Trniuont wurde wegen »es den Richtcrstaud beleidigenden Artilels der „Librc Parole" die sirafgerichtliche Berfolgnng angeordnet. antiseinitischcn ZTVrcwu und l"Vr fammhmgcn. ' (Tic «CDflll Feier.> Tie antisemitischen Vereine dcnt'ch nationaler Färbung ,,l Teuer reich begingen liener wie alljährlich die Tcdan Feier. Aus den Ans lannngeu cliizetner Fulbarlcr und Schwätzer ging hervor, daß sich die osi »..irti'che» Anlifeiniten einbilden, es wäre „besser", d. b. die Sliminnng il» Tenl'chen Reiche für irredemislischc Gelüste gniisliger geworden. Einer derselben liest üch verrehmcn: „Cft Iriilne wohl uniere Sedan Feststiminnng die «läge, daß die Männer, welche da? berrlichc Erbe.Kaiser Weißbartzs und seiner Paladine librrnoinmen baben, das Werk schon für voUendei und eine Geltendmachung -er MachlsüUe der Teulschen Reiches zu Gunsic» der außerhalb der Grenze» des'elbcn in anderer politischer Uinrabmung lebenden Teulschen für unangebracht zu bauen schienen, und daß in Tent'chland so wenig Pcrsläntniß fiir die Gejüble und die Leiden derjenigen Tenlicheu zu sinden war, denen das ''fdiiit es veriagl halte, den Sieg bei Sedan milzuerlänipten und seiner Friichle lbeilbaslig zu weldcn. Fn deir letzten Fahren., und besonder» im aller letzte». ist? bester geworden, und wenn wir heute die Erinnerung ieieru an die herrlichste RuhnicSlhat der tcnl'che» Waisen, io wissen wir unS in den stärlsten und heiligsten Empfindungen •unserer Herzen ei»S mit Millionen von Brüdern jenseits der schwarz gelben Psähle." Wenn ein anlstemitischer "Schmock van halbwüchsigen Bursche» in Hamburg, denen er irrldenlisiiiche Pbrast» bol, durch ein BeisaUSgejohlc „geehrt" wurde, so hält er sich schon für berechtigt, von Millionen zu sprechen, die in den letzten Fahren, und be>o»derS im alle/ letzicn, in welchem er selbst als Wandeiprediger diisgeirclen ist, für die Sache des FrrcdentisinnS gewonnen worden wäre».. Echt antlicinilisch diese lieber treibung! Fm irrcdcntistischcn Geiste bewegte» sich auch die meiste» .H»nN gcbiiiigen bei einer Sedan Feier des Dcntschcn Volk?vercinc? in Wien Ein Festgedicht dcS ehemaligen FugendbildnerS Polzer besagte: „Gcrmaiiia, du hast am Lekan-Tag mit wuchtig vernichtendem Schwerierschlag den äußeni Erbseind überwunden; nun schlag' den inneru Erbseind auch, den marl aussattgeilden.... Rur dann,Alldeutschland, kannst du gesunden. Hnrrah Seda»! Heil-'- Alldeutschland!" Ei» Grazer Student hielt eine Festrede, in weicher er auch den „Feldhauptmann der Tstmarkdeutschen" feierte, woraus Heilruse auf Georg Schönerer erschollen. Also Schönerer wäre ein — Feldhauvtmann! Uns ist von seiner volkliche» Thäiiglcit im Felke nicht? bekannt: seine Herolde verkünden ja auch nur den Ruhm, den er sich i» Schanklecelen im «reise von ost sehr jugendlichen Genossen erwirbt. Fn ciiieni Schluß- 4 warte mahnte der gewesene Zuckerbäcker und nunmehrige Säuifigelchrte Jro, den Begriff „Teutschthum" in seiner Reinheit z» ersasseli und ibn gegen verwirrende Worte, wie Testerrcicherlhnm, stet» zu erfechten. „Feldbauptmann" Schönerer, der selbst nicht anwesend war, da es einem „Manöver" in Troppau, nämlicheinem Eoinmerse der Ferial Verbindung „Tppaviw." beiwohnte, baue folgenden Trahigruß gesendet: ,.:'Nren unbedingten Genosse», die durch Theilnahine an Ser Feier des Sedan Tages ibre nationale Pflicht erfüllen, 'ende ich unverfälichlen rseiinanenarns:." Tie Sedan Feier an der blauen Tonau schloß ielbstverstänklich damit, daß die „Wacht am Rhein" gesungen wurde.... Man war '» frech, in Wien vor dem „Tester reicherlhnin" al? einem „verwirrenden" Worte zu waren. Hei!- Alldeutschland! Vaierlandslost-s Gesindel — da? sind nalüilich die Fnden lBoiu Täierzer Bcrcilic.i Ter -laiboliich eonstiiulioiieilc'-Bcrein auf der Wieden friert im nächste» Monat 'einen nmstindzwaiizigiährlgen Bestand und gibt dieses' Fubiläum schon letzt url-i -rb. b.lannl. Es ist die? derselbe Verein, in welchem der bochwnidige Herr Scherzet, m Schreck der „lustige Potdl" genannt, lahrelang eine hervorragende Rolle geipiell balle. Se Hochivürden w'ar n. A. »nt der Ausgabe, betraut worden, eine schone Festrede zu ballen, als der Verein im Avril l>!>2 Hern, Lueger einen „Lorbeerkranz aus Eisen" ipentirte. P'arrcr. T.berzer wäre wolll auch beim BercinSjnbilänm der beru'ene Festredner, trenn er fick: j-tzi nichl in .'lorn.'u bürg als „Tp'er de? romistbe» Rechtes" bestin^e. iFlll Bklfcl.l Ta did lirchlirbe» Tberbeberden, endllch de!: ainaii.zeu, sich geivisie „Fastenvrcdigteu" und „Eou'erenzreden", in ivelchen den Fnden di 'Wulb de? Pöeel-s ani den Hais gehetzt wird, a:e nicht an'?ie -tanzet und in die -lirche 'gebotig. verbleien, bai st^i der ..bochwine-g,- P-arrer von Weinbaus!<->.'ii,.->,!„ai.i,- I>■ •••!• -i F Jct.'vt einen am ereil >:.»>.v'vl.itz ans gesucht, bonend, der Rubin 'eines Aaiuens-werde Zngtrast genug besitzen, um ihm auch in .'inen, Br'tßel- Znboier zu 'äia'-en. i'st;..ig:, geih«,-.. Fn Wab'-ing. an der Ecke' der Weinberg „i-b Anlanigane, befindet sich ein ganz Heines, amebullches Wänbsban?, welches,in der Regel nur von Arbeiter» und a ramwalibediensteien »nd >e!bst von solche» nur mailich be'ncht zu weiden p'legi Treies Wir!l'Sl>a>is bestellt ans der Schwemme und euiem höchstens Perm»,'» 'assende,, Ertrazimmer, .und in die'ein letzteren ieierbe Te,letzt Montags als WiribsbauSredner ' inen erste» Tr^iinrh dnick, eine 'Hede ,:tzer E.'.vnal und _ Eäpilalbildnng. Ter And.ang des P.-llllieiiniSwelches''den „bochwüidigen" -iiieivenredner zu höre» und in 'ehe» iriin'chle, war ei» ungeheurer. Von 7 Uhr Abend an ivar d.,s Looal von den geireiten Parli'.rne» der .'egeiiannlen „christ lich koeialr» Arbeiterpartei" besttzl. »och großer ivar ,edock, eie Zahl der Reu- , gierige», ivelche vor dem L-eal Post» faßte». Allgemein nagle »uu, was sich hier ereignet habe, und als es lacst. der P'arrer Teckerl iverde crwariel, da ichültelien -tliigere•.. la.belnd den -Iep> »nd meinten, in ein wache? Looal werde der Hera P'arrer doch nicht im Einste lommen, da stecke etwas dahinter. Sie haltest sich 'aber geian'chi. Gegen Ulir el chien der „hockaviirdlgo" Herr ivirllich ilild proeneirle 'eine von anii'.'inilifchk» Herr'chasleii abgelegten tlledensarlc». TaS Tehn'l Teckeil's io» iibrigriiS. vo>i >o tödilickier Langiveile gcive'eii fein, daß sich die anfanglicki d'.chlen Reihen 'einer Zuhörerschaft.rapid lichteten nnt nur die ov'eiilinthigsten Gardinen P'eniiers. von dem die Prodnolion eigentlich arrangiit n-orden ivar, inr-iickb:,el'en.'Tie Berstrinnilung wahrte las gegen zwei Uhr Morgens »nk endete damit, baß dem „hochwürdigen" \\'m, P'arrer von Weinbaus der Tanl uotiu wurde; Lueger auf Reisen, l Ttesinal war er llliger Eitigcdenl früherer trauriger Erlebnisse m 'Roidböbmeii bat sich Tr. Lueger bei feiner diesmaligen Reife nach. Reichen bei'g mil einem starten Bann aiili'einili'cher Ftei'cherslnechie, HauSineistcr'». dgl. ningeben ,ind so die am l Sevteinber ,l' Panlsdorf vom -i albol i >'chen Voll'Snerei n für Rei.l'euberg »nd .Umgebung ver anstalieie Verniinmüliig vor Ueberrinnplung durch Andetsdenlende ge'ck,ni>:.. Einige fooialini'che Führer wurden zur Sla>>agc eingelanen und einer voirAlmen fogar znm Worte ziigelanen. Tie allbetanmeii Evri-biein des zugereisten Agitalorenpaares- Schlesinger und Lueger hliebe» daher ohne'.naiiibasien Widerspruch, aber, nicht einmal die Hndelanloinaien der Wiener'Anliiemjlenviesse-,ir'i>'en ,von be ivnderem EnibnsiaSinns und irgend ivelchen Ee'olge» in und. außer, der Ber. iamliiliing zu ber,chic». Mi: dem gieachen Er'olge 'via,che» die beide» TioSinren Tag? darazif ini Tvil> Verein zu War.nskorf. Tie Eindrücke, irelche ste in Rordbölimcn znriickgctoi'en, werde» »kchl ionderlich lies sein. . (5rtiöiicrcr in Troppo.». > T >r „Süesia" iviid ans Tievpau rom t. M berichtet: Hrrr Sei! euerer, ivelcher gestern, Sainslag., Abend? »ach i> Uhr •anläßlick' des hier 'stallfinkenden Feriali'estes des Wiener Slndentenvercincs ,,'Tppavia" cinira', bat lllalegenliell gehabt. „Augen zu machen" über den Emp'ang, der ilnn >» Trepp,in zulheil wulde. Vor Fahren, als-,r das crPmal die Landesbanplstadl Schlesiens besuchte, wurde seine Anlnnft gewiß ander? gr- 'eitil, tonn' Halle er sich'? überlegt, jetzt ,ci:ie,> Bestich z» wiedclholci:. Tie Zeilen hjiben sich gewaltig geändert! Am Perron des Bahnhofe? Halle» sich etwas über ein Tutzend der hier weilenden Slndcnlen mit drei oder vier Fest jnngfrancn aus bürgerlichen -ireifen eiligesund'cn; mit AnSnahmc des hicsigcn Arztes Herrn Tr. Rubenstroth und des Abgeorbneten Türt ivar keine Seele da von denen, die „in Ami und Würden" sind Als Schönerer das Eonpö verließ, ertönte da? „Herl!" .kaum an? einen Tntzend .gehlen und bsinr Paisire» der Vorhalle wurden einzelne „Heil" Rufe lanl, für die sich Schönerer nicht einmal mit' einem Blick dedanlie. Vor dem Wagen blieb ee zaudernd sieben und legte die von zwei '.'Rädchen erhaltenen Bongnet? iin Fond i'ckr sorg-

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