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Freies Blatt · 1894-08-26 · 125 (26.8.1894) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
III (1894)
Issue
125 (26.8.1894)
Date
1894-08-26
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Nr. 12-'.. Freies B l a «r. -eile livische Behörde untersagte jedoch die Abhaltung diese« Festes „aus Grund de« VereinSgesetzeS, weil jene Persönlichkeit, welche al« Obmann unterzeichnet ist. nicht auch den Beweis erbracht Hai,/ dag sie diese VereinSsnnctiou gegenwärtig lbaliächlich bekleidet, und weil jede» vom Berei» ausgehende Schrisisliick »ach K kg der Latzuuge» de« Vereines deutscher Studenten au« Rordmährc» neben ter Unierschrist dcj Obnianues auch jene de« LchrisliuhrerS trage» mutz". Die antisemitischen Studenten mutzte» es daher a» Liebe der ostdeutschen >t»ndgcbuiig bei einem stillen Schoppen bewenden laste», bei welchem die verbotenen ilieden mit unzähligen Lonsianzeii biiiabgeichwrinim wlirdc». (Schneider in Graz.) Wie dem „Vaterland" berichtet wird, beabsichtigt eine Gruppe von Wiener „Christlich-Socialen" inucr der Anführung de« Mechaniker» Schneider nach Graz zn komme» npd dort Stimmung zu »lachen. Ter gcnailiite Agitator soll bereit« in Graz geweilt habe»,^ um mit de» Grazer Anti- 'kinilen die Tispositionc» zu vereiiibaren. Tic Gewerbeireibende» de« katholiichen Mcisterocreinc« scheinen jedoch, wie der Correspo,ident ke§ „Vaterland" wissen will, den Tinge», die da komme» werde», mit einer gewistcn Skepsi» enlgegenzuseheii. (Lueger auf Reisen.) Wie antisemitische Blätter melde», gedenkt Lueger im ronimtnde» Monate ein Gastlpiel in Berlin zu gebe» unk einige „Vortrage" — verinuthlich in der bekannten „nicht akademischen Weise" — im „Tentlchen A»tiseinitenbund" zn halte». Vorher wird er trotz aller bi»> hörigen Mißerfolge im Vereine mit dem vierldimensionale» Schlesinger •itifii neuen Versuch zur Eroberung RvrdböhmenS »lachen. Vielleicht läßt sich niegcr i» Berlin über.de» Sinn des Worte« „Rinjefallcu" anskläroi i / e 2ius antisemitischen Blättern. «elltnt Ehrlichkeit.) Tie „u»verfälschten" schriebe» jüngst- Im ogeuanntcu .Teutichen Volk«dlatt' in Wie» vom t. August lG'I schreibt Vergani in .seinem' <V!) Unlerm-Strich Aussätze ,Durch Skandinavien' folgende» Satz: Ueberhaupt ist die Bevölkerung von einer seltenen (!» Ehrlichkcil durchdrungen.' — Schau, schau! TaS jst dem PolonSkh den» doch nisgeialle»!> — Wen» doch die .Linke Bahngasse' in Skandinavien läge." .Bo» den gukcn Palrioicn.) Während die anliiemilischen Blätter, zumal die deusch nationaler Observanz gar nicht aus der ElilrüstlingSposc herauskonlincn, in die sie sich anläßlich der bekauntcli Aelitzerinigc» de» Stattbalicr» Grasen stielmanscgg geworfen, beeilen sic sich förmlich, den Beivci» zu er bringen, wie begründet dessen a» die Adresse der nalional aniiscmitischcn Sinkknleistchail gerichteter Vorwnri unpatrioiischcr Gesinnung war. Tie letzte .'summer der „Unversällchteu deutsche» Worte" producilt z. B«. solgendc poetische Leistung, die doch gewiß nicht die irestende» Worte de» Statthalter« Lügen straff: „ES sitzen zivei Vereinsstudenien zu TreSdc» an der Elb' — 2 ie baden die Grenze verlassen, die Grenze schwarz, und gelb — Sie trinte» und denke» niilsainmen a» Teiitschland» herrliche Mach!. Sic trinken und denken niil'animen an ilni, der Tenlichland gemacht. Ta fliegen Gedanken binüber in Ostmark« fernen Gau Wir denken au liniere Fuhrciz. und wünschen crw—ri den Ban." (Illllgtschechische Ailtisrinitrrri.) Man schreibt NN» au» Prag- TcrAulieuiiliSuin» macht bei »n» ganz erhebliche Forlichritlc Ta« Organ der T'chcchisilungspereiuc, cska Stra/“, daS In» jetzt de» Antk>ci»iii»»»ls alS 'Rebenge'chäft betrieb, in des trockene» Tone» fall und entwirft i» dem Leitartikel der letzten Rnminer ei» Progran»», welche» da« genannte Bla» als ein seinem GlanbenSbekenntnisse nach rein antiiemilische» kennzeichnet. Ihre Äussübrnngen knüpft die „«.lü-Icu Straf an ein Scharmützel .zwischen dem hiesige» Alt lichechenblatie „Politil" und dem Wiener „Votksblaii" an. Tie „Polilik" warf »ainlich den Tcnlichen vor, daß der Antisemitismus al« Frucht ihrer sizperieuren Culiur und ihres Streben» »ach Unterdrückung zu belrachieu sei. Daraus erwiderte da» „Volksblait", daß die Slave» noch Linmer mit dem Dreschflegel lämpscn, wie das die sloliucr Ana>re beweist, während die Teuischen gegen eie Juden bloß ans dem „gcastigen und volkSwirlhichafilicheu" Wege zu Felde;iclicij. „Wir," meint die Siraz", „müssen unier Programm ganz ander» ausstelle». Wir werde» die Tenlichen gegen die AuSnihrlingen d«r .Politik' gewiß nicht in Schutz nehmen, aber wir ersehe» ausihren Spalie», daß ihr der AntisemilssmilS ein GrauS uud ein Verbreche» ist. TaS ist aber nur au» Liebe zu ihren jüdischen Wählern oder zu deu vdiloicniitiichen Redac lionsmikglieder» des .Tagblane»' oder der .Bobcinia'. Wir wissen aber, daß die .Politik' wenig die Bedürfnisse unseres .armen Volke«' im Auge hat. ivcnn sie den AniiseniitiSmuS alS Barbarei am'chaut, wie auch andericil» da» .Volksblatt' nicht »ach »»iereni Geschmackc ist, das uns allerhand Sottlie» in» Gesicht wirst und an dem Beispiel der stoliner Assaire zeigt, wie unier Volk de» AntiiemiliSmilS begreift. Wir wissen, wie eS in neuester Zeit bei den Deutschen zuging. Aber darüber werde» wir nicht streiten. Wir denken, daß bei uuS feilt Platz ist für philoscmilische lliegungcn: uu oonrraire, eS ivürde nicht schaden, wenn wir n»S von dem deutsche» Prograinine Einige» auSleihe». Wir haben keine organisine .autisemiltsche Partei', das haben wir auch nicht »ölhig. - ES gibt bei u»S genug Parteien, 'Und wird bei uns eine ivirklich fortschrittliche Partei sich zur Thar aufraffen, io werden wir auf die Inden gewiß leine Rücksicht nehmen! Wir baden bis jetzt bei u»S keine antisemitische Iolirnalisttk. »(.'«---ico Zaiui;" enl-preänn nus usct'l, andere Bläucr nehmen leider Rücksicht a»i die Iudeninieraie, die gul bezahlt weg-ke i, und opfern ihnen das Wohl deS armen Volle«! Doch wird da«, doch kann da» nicht mehr lange dauern. Ta« arme Voll liiiiß in Schutz genominen ircrden ' gegen da» jüdische Capital, und desl'chb iniisien wir :i»s gegen die Inden lrü'tig i!lgai»siren, und wir werde» gege-. diese« Iudentbui», da« »n Tienste der Germailiiatio» stchi, vorschrcilcn, obiie im-? „ach ti„l« oder rcchis iin,<„>ehe»! Freisinnigkeil ist eine Chimäre. Wo e» sich >»„ die voll«>vir,b>chasl»che,' Ideen handelte. Kört jede Freisiuuigke» ani, den» die Freiheit ist da« Regieren de» Siarle» und da» Joch de» Schwachen.. Aucl> da« ist „jchi stichhältig,' daß da» Capital iniernalional sei. daß auch.Christen Cäpiialisien sin« Hier handelt e« sich um eine SpecieS de« Capiial«, -welche „»tien zwilchen dein kleinen Erzeuger lind dein armen Consnnicnleu stein, niid da« bei» einen! den Gewinn, dein andere,i da« Ersparnis; lanbi — um jene SveeieS de« i Capital«, die in dez Hand eine» uns durch Geburt und Belciintn ß ganz sreinde» Gläubiger« liegt — eines Gläubiger« mit hartem Herzen und einer - uuS sreinde» Sprache — eine« Gläubiger«, der urn'ere Eristenz vollsivirih-! schastlich untergräbt. TieffS Capiial ist in der Hand einer Ration, welche den' - Preis mm Fllei» Hab und Gut bestimmt, de» Preis aller ('laben der Erde und j de« Himmels corrigirl! Wer einmal aus einer Bör>e war, wer einmal über \ nnleren .Graben' ging, wer einnial eine rerlchuldeie Laildwirthi'ä»alr >ab, wer cinnial böhmische uud mähri'che Törser beinchle — ter kann nicht anders.redrn.!i Un'cre Journalisten haben wir bereit* krilisiri. Und ,etzi unsere Ahgeordneien e ' Tie thu» schon gär nicht», fei e» au» persönlichen, sei cs auötaktischen ''ffünde,,' - — sie vergesse», daß, ivenn sie einen jüdische» Wähler bekommen, dabei zehn äzristliche wirlhi'chasllich zugrunde geben — und den Äiiliiemiiismus geben sie >>, ’ Bann! lTa» stiminl wirklich lehr wenig mit den lichcchtzchen Abgeordneten!, Wir niöchlkli Rieniandeili wehren, mil uii» zu geben, au uvierer Arbeit »»S zu' ulilerstiitze», aber cC gibt keine l'chcchischeu Jude»! Tie Jude» haben ihre eigene Organisation, sie sind ei» Voll für sich, duich ihr TKun n»d Tenkeii ganz von uns verschieden. Dadurch muß die jüdikäie Frage bei in,« eine andere Wendung uchinen. Ta« Volt iijhll e» ichou langst, und man muß eS nur b>lehre», zu welchen Mitteln es greifen toll. E» gebt um seine Cristenz!" l'r. A lÜi'tr ist Dtr Fälscher.'', Tie „>ireuzzeinnig" »nd nach ihr auch der Wiener Mouilenr de« Ge>ä>älisa»liie»ii:i«in»« veröneiiilichleiz kürzlich einen Anikcl: „(Sin B ö I k e r p s» ch o l o ge ii ber I n den ib » ni", worin eine Anzahl einseitiger Urlheile Victor Heb»'« über die Inden lr»imphirei>d al« Bliithe der .strilil angeinhrl ivnrde, daannter sol.be über Lass Ille und Lasier. Rilnmehr stetll M „B o r w ä r t«" fest, daß die angeblich Hebn ichen AnS'visiche über Laisalle wörtlich einer äller.e» Schifft T rei l >',b ke's: „SvcialisinnS und ieinc olönner", die schon im Jahre l.s7f> er'äiien, mit kleinen Ainderungen eiiliiomnien sefe». Ter „Vorwärts" meint indes;, nicht Hehn habe plagiirt, sonderu »ein He,a»«geber Sckiieinann ltabe'Hebn'S Roiizcn au« Treilschke krilitloS für Hebn'ichc Aussprüche geiiomuie». lTic Walirbeildliebe der nntifcutirifdirii Ionriialistil., Ter veraniwori liibe Redaeicur der „H an»over j i'che» Post", RkthN'ii.b, wurde mögen Beleidigung der lüdischeu Gemeinde in Uelzen in Hannover' zu. *ihi Mart Geldstraie und zur Tragung der «lostey der UrtbeilSverönenllichUiig in zivei Bläilern vcrurikeilt. Er balle einen ihm von dem anli>e»iin>chen .stauiinaiiii Töbing in ll^zen zrigestellleti Bericht vcrönenilicht. ohne sich vorher über die Wahrheit dep >» dem belreiscndeu Arlitel behauptete» Tbaimche» zu pergcivissern. Ter Bericht beruhte.von Anfang bis zu Ende auf freier Ersindung --Wie bäutig die Redacuone» antiseinilischcr Blätter von ihre» Berichleritaiierr, angelogen iverden, denen.sic Pan» obneweiler» ililbedinglen Glauben lcheiilcu. gehl auch auS folgender Thatiache hervor. Ai» Freilag /ben ll>. August d. I. verönenilichte daS obengenannte Blatt unter der Svitzinarle >. einen Berich: au« Blankenburg a. H., in welcheui unter den üblichen aiM'en»IilcheN Randbenlerkniigen behauptet wurde, der Siadtraih Gla>er in Blankenburg, e.in geiauitcr Jude und Besitzer von Kalb Blaukeilburg, der sich ''elbst als Raiionalliberalen bezcichnel batte, habe deu Social Teniolrate» in Blanteiidurg. da» Geld zur Erbauung eine» social-beniokratiicheii Casinos gegeben unter der Bedingung, daß diese ihr Bier ailsichließliäi von der dorugen Brauerei „Glinfaut", beten Hauviaclionär er wäre, bezögen. Diese ganze Gesäiichic fcrtuht, wie sich jetzt herauSstellt, aus Schwindel. Erst-u» ist der Siadiralh l^laier auch heule noch Izlde und Kal! bisher noch, nicht daran gedacht, sich tau'en zn lassen: ferner ist teriebe nicht Besitzer von halb Blankenblirg. sondern cs gehön ibi» außer seiuei» (neichailSl,auic in der Slatl nur »och ein Wohnhans vor derselben;-Endlich haben die- Blantenbilrger Social Temokraten weder ein Cavital von ihm persönlich verlangt noch erhallen. Tie Führer der Social-Temokraten haben an deil An'. sichlSralb der Brauerei „Glückauf", dessen "Borsitzend/r der Stadtralb Gla>er ist, daS Ansuchen um Ueberlassung eine,.- Capital« zu dem erwähnten Casinodall ge stellt, sind aber von dc»l>elben ab'chlügffk beichieden worden. — Eine andere von der antisemitischen Presse anfgedauichle Aff'aire beschäftigte die'cr Tage das Berliner Schössengerichl und stellte sich dort gleichsaUS als Lug und Trng heraus. Tic.stailsmaniiSgLttin Helene Freudenhei'm stand unt-et der Anklage, ihr Tienstmädchen Hedwig Hijlmcr iestgebatte», und ibrc Tochter Margarethe

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