Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- III (1894)
- Issue
- 125 (26.8.1894)
- Date
- 1894-08-26
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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t feite 4 Freies Blatt. bru'fe an den Pfarrer von schrick einliefen. So stand in erster Reihe eine nicht unbeträchtliche Zcchschuld bei einem Wirthe in Mistclbach. Esiic noch größere Snmme schuldet der Pfarrer dem fohnkutscher von '2'iituU'iui) fiiiseine häufige» Fahrten nach Wien. GewerbSleute aller Art, K.rnslcnte. Greißler, Sabakkrämer stguriren in der fiste der (''laubiger, linker solchen Umständen kann es kein Wunder iichinen, daß Biirgertneister Panter mit großer! Bcsorgniß bezüglich der Pcrtvaltiiiig einer Stiftnng, die dein Psawrer anvcrtrant war, erfüllt ivmke. Es bandelt sich nm die fogenaustt« Rorge'schc Stiftung, ivelche von einem ehemaligen Seelsorger ider Gemeinde Hcrstamint und die Bcsttiiiniung bat, einmal, wenn das Stiflungsverinögeu;u cineni größeren 0 unral angewachsen ist, der (s'cniciudc die Erhaltung eines zivciten Cnraivriesiers zu crillöglichcn. Die Perwaltnng des PcrniögenS leitet sti'titngsgemäß der jeweilige Piarreb, die Eapilalien waren frucht bringend., in der Mtstclbacher Sparranc angelegt. Zur Zeit der Seel 'orgc des Herrn Pfarrers Scherzcr belief sich das Capital auf .'>000 fl. Wie er'chra! der Piirgermcister, als er! eines Sages zufällig in der : Srar.»ne von Rtistelbach weilte und Zeuge davon wurde, daß P'arrcr S che:;ct 1*00 fl. von 'dem S t i s t u n g s c a p i t a l beheb Si.»'c Beobachtung volllog fic> 7 ie Bestürzung des ’-H»i von Angesicht zu Angesicht die «Wahrheit" zu sehen mit voller Zuversicht Ihrem Erscheinen enlgegen. Hochachtungsvoll Franz Jäger, Obmannstellvertrcter. Sr. Gcßmann hat sich beeilt, diese Einladung umgehend ebenso höflich als vorsichtig mit Folgendem zu becntwortcn: Sehr verehrlicher Vorstand des social deinoki atischen Vereines «Vorwärts" III. Bezirk! Sie freundlicheZuinntbiing, die Sie vom 17. d., in Wien anfgegeben am IA. d., Mil ag?. lind mir hier am 1!>. d, Mittags, zugestellt, au midi riditcii, von der (Ar uze Salzburg» zu Ihrer Veriainmlnng zu eile», nt» mich dort vielleicht den gröbücit persönlichen Zniiilteu aiiszuieven, wie sie mir wiederholt in i'ocial eemokratiichen Versaininliingeir, n „Mandl", zniheil geivorde», Envideniitg gewährt worden ohne Willen des Pfarrers. Bürgermeisters tieigtrle fich noch, als» cr vom '''et >,l»sdiener erfuhr, daß Pfarrer Scherz r gerade von einer Pfändung war. Siete Psiindung fand listet hielt es für seine Pflicht, r lasten, und er erfuhr denn wegen einer Sclnild vdn l?(ü> fl. bedroht tunt allerdings nicht statt. Ser Bürgerin die Angelegenheit iitctst ans den Augen auch kurze „^ett darauf, daß Pfarrer Scicrzcr neuerlich und dringend Herr Panzer begab fich nach Siöeese die Pfarre Schrick die Slatlhallerei nach Wien, Iibni ß. jetit Eavirale enrnontiiten habe, der Sechaukei in Pitrawartb, in derest liegt, »»mittelbar daraus aber auch in wo er zu f et ne m der "siitietnde beauftragt worden ivar, zis itütgsrapital tarn verwendet werde, nm stebenke Realität als Wohnung fttr ein Erstaunen Zerfuhr, daß 1'farrer Scherzer, welcher von beantragen, daß das Skis eine eben billig zun.- Kaufe :it zweite» Euraipriester z» adavtiteu. dtefeu Auftrag nicht ausgeftiliri hatte daß P'arrer Scherzer sich nicht mit den e i u f a ch d i e g a u z e S n in m e der a I. Sit Ststllllllstril vcs RllllstlllilisllÜlS.l Sie tutet)' der Amts e:Tl :h::::g des bisherigen a n l i' s in i l t sclte » Sbinannes der Kranken raffe der Gasitvirtbegenoffenichäfl vorgeiwmtuene Eafsenrevision zwar leincrlet Abgänge in den Caffenbestjanden Btichfiilnuiig als rorreet, dagegen stellte in i l t n n d e I > I a » f e n d ('' n I d e n p et 111 v » i» d e n g e >' e i? I i clt e tt A tt fort1 e r u tt g e n f eh o tt li b e t e i tt e tt R e' e r vefond e t ii » > e » d >tt I d e n verfüge n nt tt ß l e de: »Atlstfettlitett für das (''ewerbe und die S te Strafanzeige, « welche der gewesene de» Krartencanenatzi Sr. Roili wegen verge! ens erstattet, wurde t tt t t: if g e 1 e g t. da diefclb litte ,;;:eh nur irgend welche Pojerhebniigen zu treffen. insbesondere in der samofen Vetsainintung bet ohne daß mir auch mir die Möglichkeit einet wäre, ist gewiß nur al» schlechter Spaß an'zn issen, den idt bient» dankend guittirr. An lAetegettheizen, die gegen die social deinokratifche Vanei geinaätten Atitvütse zu iviederholen und die „Blößen, die sch die Social Semolratie gibt, anfzudecken" (wie Sie fo freundlich sind, in Jht in Briete zu bemerken t, wird e» mit zu anderer Zeit und an anderen Sn nt naät mriitrr eigenen Walt! gewiß nicht fehlen. Saß e» mir an persönlichem Muilt, dom tAegner von 'An gesicht zu Angesidit. die 'Wahrheit zu sagen, nie» gebricht, habe ich mehr als einmal beivieien, und bedarf e» daher de» dirsbe ügtidien Zeugnifseo .Zlirei ge schävteu Veriainmlung für mich nicht. Zn der siä eren Erwartung, daß Siebte teilte haben werden, diese» mein Schreiben in vollinbaltlidi vorzuleien, zeichnet hochachtungsvoll .stammer am Atterfee. 1!>. August 1694 Sr Albert (Aeßmat Cs stellte sich heraus, 1-00 fl. begnügt, sondern S p a r r a s s e e n t n o in ui e n Rachdeni cS Sr. Geßmann so abgclchnl hatte,, persönlich iu dem Vereine „Porwärts" seine Angriffe gegen die Social-Semokrakie zu wiederholen, so wurde gegen ihn im Eoatumazwege verfahren und feine Shäligkeit in der am -0. d. M. stallgchabten Pereinsversantut lung einer nichts weniger als schmeichcl i Arbeitetsührcr Reumann führte aus, demokratischen Partei den Porwurs gemacht, ergab auch erwies sich die heraus, daß die Easfe fei, während sie, u genügen, heute von rund hundert So feben die Pestrebungen redliche Arbeit in pruE aus. utliseuiiiifche Sbinann gegen eines angeblichen Sittlichkeits von der -r taatsanwaltfchaft in Wien keinen Anlaß gefunden bat, auf Grund haften Kritik unterzogen. Aeßmann habe der social daß sie den Sischlerstrike der (Großindustrie zuliebe inscenirt habe: dits sei eine bewußte füge, für welche Sr. Geßmaii» den Beweis schuldig blieb. Solche fügen rauen unter der Arbeiter schasl zu säen und die christlich sociale Par ei zu kräftigen. Privat erhalten, damit für die (christlich Socialen Propaganda gemacht w rde. Sr. Pictor A dle«r rührte tut», daß die fügen des ir. Geßma Er hat feine Eouragc Bor taum .'tu Ai l ::er tu entern 'ocial deiuolraii'chln Bteeiing die Feigheit der austfentilt'ch tt Sattelredner, welche in chr n geschloffenen Zirkeln stets ittten a iv.tittgen Bt'nih entfalten, in einen Wider'vi ncli z» befürchte» baiten. vier zehn Sagen lennzeichneie Persaintnlnngen aber, wo ne sich lieber nicht blicken lasten. o' e ß in a » n bat sich febr beeilt, für d eien Sah ein einleuchiendes Paiaktgi.ta zu schaffen. Wahrend der fco G sillsiltaft Hane sich Sr des (''eßiiiann auf das Gebiet dt'r 'oeialisti'chen Erörterungen gewagt, und dp er l.ttien 'Z »ai >che!! I vtderfvruch zu Parket ge'ttltt. 'Bezttle b.st ans tiefem Anlaffe a O'.-ßtuatttt gerichtet, welches lautet Hiebe befürchten hakt er social dentolrsiiifch i 17 -vetr . a: 'ct! e! 1 «>.111» Abends, in S -1!! e.t Volksr'er'aminltr irrt' .!'' .' »i icbenen vü.zc ' ebei leinen rrb »lende Volk idi neae» d.» in Nr. 125. sagen, zweifeln wir nicht und Josef Huber, Schriftführer. der ge'd'ävtc» Ver'ammtniig tt, AeichSratbsabgrordueter. die fügen der christlich aino'eu ..Löctalen Eurius" in dieser Perfanttnlung gegen die social deino ..Borwarls ' ein Schreiben Per ein d t. t''e’!:ne»u:’ Sie l>efertielrftt erl.'ttben fub. den Vettttseretnes «Vorwärt-:-" zn der am rebet'S Saal. Wien, lll Bezirk, nt bo'.ichst eiitttiladen. um die n i -i d d.s Vortragsevklus der Xte Cefell'chast ge ev .t: '■ :retr.irwt'e Vartei jtt iviederbolen und die eilten.»ie gibt, ansittdeden Es iß;» erwarten. werden, al» hier die günstigste ton den Irrlehren der Social Ar *•.'> der «Arbeiter Zeitungen. An Zbrem rsirüntlnbe» Mtttve, dem Eegner. ' socialen Partei seien. Auch Sr. fucger habe eine bewußte füge ' gesagt, indem er erklärte, daß die Arbeilersilirer voir den Eapitalistcu , gekauft seien Sas fügen liege im Piineipe der christlich fo eia lern Partei. Ser Aniifemitisuiiis müßte fich als arbeiler! freundlich ansfvielcn, und' die christlich soi ialeu Führer wollten den Arbeitern das Wahlrecht nach berussgenossei schastlichen Organisationen j fitlifilett, ohne jedoch eine Andeutung zn machen, ob eine berussgenossenschaftliche S rganisalion der Arbeite schaft überhaupt möglich fci. Sas aUgemeine, gleiche und directc Wa zlrccht aus Eirund beruss geuofsenschafilichcr Organisation sei ein Unsiliu. Wenn man gegen die; antiseniitische Partei so Vorgehen würde wie gecjen die Social Semokraten, die Partei hätte schon ltingst ihre Rolle ausgespielk. Sie Agitation der Christlich Socialen aus dem fände werde einstens den Social Semokraten; zugute kommen. Auf dem fände mögen die Christlich Socialen nur ruhig weiter agiiiren, aber die Arbeiter sollen vor den Berdrehungcu dieser Partei gefchüpt werden. zElllc wackcrc AnliskIIllkill.> Wir wisien nicht, ob die Heldin der nachstehenden (Geschichte Mitglied der „(christlichen Familie" ist und an den alljährlich von diefem Perein veranstalteten Frauenver saniinlungen theilgenoinnten hat: jedenfalls handelt sie ganz im (Reifte der dort ertlteilten Jitstrnekioneu. Sic Eheleute Johann und Agnes Haller waren bereits seit Jahresfrist beinüht, das aus den Rainen der festeren geführte Holz undstöhle »geschält zu veräußern. Ende Juni d. I. meldete sich auch ein Käufer für dasselbe. Im Geschäfts local tvetr nur ein kleiner Holzvorroih vorhanden, welchem Ilebelstandc Agnes Haller dadurch abhalf, daß sic durch ihren Manu vom Holz Händler Rudolf Blau Hol; um den Betrag Don 4t> fl. ankauseu ließ. Ser Kaufpreis sollte in zwei Raten am 1. und 17). Juli ge zahlt werden. Als Blau am 1. Juli von der Frau Haller die epste Rakc forderte, bedeutete sie ihm höhnisch, cr, der Jude, solle fich das Geld in inouallichen Raten von 50 Kreuzern holen. Sas sonderbare Benehmen der Haller wur.de Herrn Blau am nächsten Sage vcr- .ständlich, denn al» cr wiedcrkain, traf er einen anderen Eigcnihümer im Geschäfte vor, derihm auch mittheilte, daß Frau Haller den Kausschilling von 150 fl. bereits in Empfang genommen habe. Wegen