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Freies Blatt · 1894-04-12 · 123 (12.4.1894) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
III (1894)
Issue
123 (12.4.1894)
Date
1894-04-12
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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feite 1. verlasse» hat, zu Bekannten geäußert: .Mein Gott, dem Scherzer wird auch nicht viel geschehet. Er ist ein sehr gescheiter Mensch Er wird, wenn die ganze Sacht-vorüber ist, einfach aus dein Prtesterstande auötretcn. Dann geh'» i>'r nach Amerika! Dort kennt ihn Niemand, dort heiratet er mich." Bei der Lisitation des Pfarrarchivs wurde eine erkleckliche Anzahl v«n Mahnbriefen, darunter auch ein nicht gerade böslich abgefaßtes Schreiben deS WäfchewaareiierzeugerS /via»; 3 ul eg er vorgefunden. Pfarri r Scherzer befindet sich derzeit in Wien und veröfientlicht in „judenlileralen" Blättern Erklärungen, oii der einen, die das „Neue Wiener Taj blatt" bringt, heißt es: 1. .Ich -bin nicht verschwunden, da ich. in -Wie i, sowohl im Hotel .Englischer Hof' wie auch im Hotel Fuchs' geiltet >et war. Als ich von letzterem Hotel auf Einladung eines Bekannten ii dessen Privatwohnung logirte, wußte der letztgenannte Hotelier, wo ih wohne. Ich verbarg mich nicht, zeigte mich unter Bekannten un> in öffentlichen localen, auch doit, wo ich durch meine Wiener Dhüti steil gut bekannt mar. Außerdem richtete ich wiederholt Bitten an I aS hochwürdigste Consistorium und die k. k. Statthalterei. Bor längeeer Zeit meldete ich mich auch 'ell'it der StaatSanwalischast zur Untersuchung, welche dieselbe aber aMcImte. - Ha he ich meine Wirthsch, ifterin um keinen Betrag geichädigt. ii. Habe ich keine Waisengelder unterschlagen. -1. Habe ich nur mit dem Gclde großes ll »glück gehabt, und in dieser nt e i ii e r * U n r ii b c n n d i r der H offnung, durch me.ine mächtigen Fr-e-unde daS liield zu erhalten, nach Wien mich begeben." In einer zweiten Erklärung Scherzer S, welche nur im ..Wiener Daglatt" finden, äußert sich Pfarrer Scherzer wie.folgt: ..Cime einstweilen auf so niete Behauptungen in Bezug ans meine Person zu reagiren, eonstati:e ich nur, daß verschiedene in den Blättern angegebene Gläubiger z. B. Herr Zuleger, Herr Bogelukn;, der Fla'chenbierlieferant n. s m., bezahlt sind. Aus die 'Bebanvlungen von Tafelrunden, voiw .nicht nüchtern sein', voni .lufilgen Poldl' :e. werde ich mir noch später erlauben zurückzukommen. Im llebrigen finde ich eS ja begreiflich, i da der Schein gegen mich ist, daß liberale Blatter dies benützen: über die Haltung deS .Deutschen Boltsblatf aber bin ich sehr erstaunt Heute ans einmal so; ii l l> n n, als ob ich in der P a r t > i nur geduldet worden wäre wegen meines Standes, i 11 eine Abgeschmacktheit >' o n d e r g leich e n. Dafür, daß ich nicht nur geduldet, sondern sehr rn gesucht und gefeiert wurde, könnte ich den Herren wohl ver ichiedene Dhatiachen ins Gedächtniß zuri ckrufen. Ich gebe zu, daß ich von ei nf lnßr'eichen und bemi teilen Männern der Par lei,-für dieich in Wien viel gearbeitet habe, Hilfe in meinem U » g l ii ef c erwartet hätte. W:nn diese Hilfe geleistet worden wäie, ii>ie viel iväre verhütet morden, ui d ich hätte bei kargem '.'eben, wenn ich auch länger dazu geb aucht hätte. Alles zurück zahle» können Es bat mir aber baffäc^lich Niemand geholfen. Ais ich noch in Wien weilte, da habe ick! Bielen, sehr Bielen geholfen, und batte icki das. was ich aut größere Almosen, ZinSzahlen für Andere, ("litüehiingeii verwendet habe, f) stände ich jetzt ganz anders da Zum Schluffe möchte ich nur gew ffen BolkSniSnnern meine besondere Aiierkeniiniig zum Ausdruck briigen für die vortreffliche Art, mit der sie sich bemüht haben, mir nicht zu helfeii. .Xolite contidere ii i■ i' 11■ - ■ 11 ■ ii~- — dieses Wort der heiligen Schrift paßt eben auf Alle, welche hier .auf der Welt Einfluß und Bedeutung haben. Es scheint geradezu ein Ert'orderniß eines bedeutenderen ManncS zu sein, hart, berz und '.ückfickitSloS vorzugehen. Wollen Sie sich den 'Dank eines Unglücklichen verdienen und diesen Aeuße iiingen in Ihrem Blatte Na um gewähren." — In einer Freies Blatt. demselben Blatte veröffentlicsten Erklärung sagt Pfarrer weiteren in Scherzer: „Lüge tapfer, etwas bleibt doich hängen," scheint, waS ich!>is :etzi nicht glauben wollte, deS „Deutschen BolkSblatteS" oberster iiind'atz zu (ein. Wiederum wird behsiuptet, ich sei in der Partei .in: geduldet worden. Nun gut. Heißt man dies „bloß geduldet .r-id'n". wenn man auf Einladung odep auf. oft stürmisches Ber- .: :g'i! der Berianimlnng das Wort ergreifen muß, und zwar nicht!i d . .neu oder anderen, sondern in zahlreichen Bersammlungen in ' ' ck edensten Bezirken? Heißt das nur geduldet werden, wenn ' r.. den S-itzungen des Bezirks WahlcomiteS, sondern auch de--- E-.-.":a: W.'.h..0!iiit.-S geladen wird '? .Heißt eS nur geduldet werden, '.renn i Ae: e:dneterin pneumatischen Kartenbriefen sich an mich nnnd.-' n einen 'e.ner Bertrautesten im| (Vtafer zu mir schickt, damit ich in .in.: wich:::.» Angelegenheit die Bernüttlung übernehme'? Wer libiigens (ich nb-erzeugen will, ob ich wirklich nur geduldet war, der braucht ue!i nur iit verschiedenen Bezirken zu erkundigen, inSbesonderS aber auf der Wieden und in Margar>'theß». ES wird dann weiter das Märchen au'geti'cht, als ob ich mich bef der Parteileitung um ein «Gemeinde: athSiiiankat beworben hätte, aber einfach abgewiesen worden „Den fi wäre. Erfunden und erlogen. Wahr ist, Freunde auf der Wieden dazu gedrängt anzustreben und anzunehmen, Alle antisen^i Wieden werden mir daS Zeugniß nicht einmal aufgestellten Candidaten, fei er di gehörig gewesen, loyal gearbeitet habe u manchmal vor der Aufstellung gegen den einzuwenden hatte, wird wohl Jedermanft Kopfnicker bin ich eben nie gewesen, und Ungnade einiger Größen zugezogen haben. Bersetzung nach .Schrick. DaS fürsterzbische nicht anders sagen als ich. Ich bin, ohne worden zu sein, freiwillig um die Pfarsi habe dieselbe auch erhalten. Die einfluß sind daran ganz unschuldig. Das imr daran erinnern, wie eS damals „strammen Gesinnungsgenossen berichtete. .'. . Scherzer will nicht, daß so ohneweiterS abschüttle, und der „lustig manche traurige Stunde bereiten. (Auiicitin nisi inter bonos.) erzählt folgende interessante Episode, für dings die Berantwortung jenem Blatte ü Hause der Amerlingstraße im VI. Bezirke vermiethen, ein schönes, separirteS und gestattetes MonatSzimmer, zu dem jedem kann. Der letzte Miether, der eS bewohnte sehr lange behaglich darin gefühlt, wenn gezwungen Hütten, den Bannkreis der A Diese höheren Gewalten waren die Wiener war niemand Anderer als Herr Edgar Herr Gelder, der aus Anlaß der Prügeil „Kiuuione" Herrn Pollitzer und des Abgec r male genannt wurde, und der schließlich we^ Zeugenaussage verhaftet wurde. Bor einig Wohnungssuchender Garzwu den Ankünd mietherlosen MonatSziiiimerS bemerkte uni emporstieg, um eS in Augenschein zu nehmen Geführt von der freundliche» Hausfrau, daS anheimelnde Zimmer, er erkundigte wesen, und als er nach Nennung deS L hinlänglich vertraut mit der Persönlichkeit Schicksale zeigte, begann die Hausfrau Geider zu erzählen. Diese Erzählung enthi^ man nicht schon gewußt hätte. Man Geider, dem uuterdeffen ErpreffungSversuche wurden, derjenige war, der den Herren mann das Materiale zu jenen unerhörten 4 hat, durch welche die oberwähnten Herren Ehef deS BersicherungSwefenS im Ministe Hofrath Kaan, zur Berzweiflung und zum und eS ist auch vollkoinmeu klargestellt, dl allein die trübe D.uelle war. aus welcher Daten zu seiner Interpellation gegen schöpfte, für welche er dann später von Herr Pollitzer attaquirt wurde. Herr Geihi jene Neben gehalten wurden, täglich in den hauseS, er war dort sozusagen zu Hause geradezu rührenden Weise mit den Genoffen, trotzdem aber erklärten eines innerlich sein wird, eben dieselben Herren noffen osfieiell, Herrn Geider nicht besonije das Materiale für die kritischen Neben baden. Die Deffentlichkeit konnte dadurch werden, man wußte und weiß genau, wi: trotzdem verdienen einige kleine Details, we lichkeit in merkwürdig bestimmter Weise werden. Diese Details erfuhr aber eben vor einigen Tagen die verfloffene HäuSlich^e Augenschein nahm: er erfuhr sie auS dem einer schlichten Frau, die sich nie für Poli gewiß keine Boreingenommenheit gegen die Genossen vorgeworfen werden kann. „Sei wohnte," erzählte die WohnungSgeberin, mit Herrn Dr. Geßmann, und ich weiß gyi) die Dr. Geßmann in verschiedenen Bersi geordnetenhause über BersicherungSgesellsch daß ich von vielen meiner wurde, ein solches Mandat (tischen Mandatare von der lersagen, daß ich für jeden ilser oder jener Fraetion anijd eingestanden bin (daß ich Einen oder Anderen etwas begreifen). Ein stummer ifieS mag mir allerdings die Nun zu meiner fogenanntett öj liehe Consistorium könnte eS irgendwie dazu aufgefordert e Schrick eingekommen und reichen Männer der Partei che Bolksblatt" möchte ich wu der Ernennung des zum Pfarrer von Schrick sie antisemitische Partei ihn Poldl" dürfte ihr noch >«1. Na»i Heriri sch» beln jev e Nr. 123. Ein hiesiges TageSjournal deren Nichtigkeit wir allerbfrlaffen müssen: In einem ist ein MonatSzimmer zu mit allem Comfort auS Miether gratulirt werden hätte sich wohl auch noch nicht höhere Gewalten ihn uierlingstraße zu verlassen. Polizei, der Miether aber Hermann Geider, derselbe affaire deS Beamten der dneten Kaiser zum ersten en BerbrechenS der falschen :n Dagen war eS, als ein gungszettkl deS nunmehr die Stiegen zu demselben und eventuell zu miethen. »etrachtete er voll Interesse wer sein Borgänger ge renö Geider sich zufällig diese- Herrn und feinem hm Näheres über Herrn lt freilich nicht viel, was ganz genau, daß Herr am „Phönix" vorgehalten Dr. Lueger und Dr. Geß erdächligungSreden geliefert vor mehreren Jahren den in»! deS Innern, Herrn Wahnsinn getrieben haben, ß Edgar Hermann Geider der Abgeordnete Kaiser die „kiuuioue Ickriatica" dem BersicherungSbeamten er verkehrte damals, als 5ouloirS des Abgeordneten und fraternisirte in einer en Dr. Geßmann und neu DageS, wie ,noch er Dr. Geßmann und Ge rs genau zu kennen und nidjt von ihm empfangen zu freilich nicht irre geführt die Dinge stehen, allein die Ansicht der lDeffentäftigen, hervorgehoben zu r obdachlose Gar«,'on, der it deS Herrn Geider in Munde der Bermietherin, ik interessirt hat. und der Herren Dr. Geßmann und Herr Geider bei mir oerkehrte er aufs Intimste z genau, daß alle Reden, limmlungen und im Absten hielt, von Herrn lie lche

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