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Freies Blatt · 1894-08-05 · 122 (5.8.1894) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
III (1894)
Issue
122 (5.8.1894)
Date
1894-08-05
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Nr. 122. Freies davon etwas verstehen. Entweder ist einer von einer akademische» Facullät zum Toclor promovirt oder nicht, ein Mittelding gibt eS nicht. Außerdem ist natürlich die Führung des Titel« Doclorrand eine Anmaßung in der mehr oder weniger »ingestandenen Absicht, das gioße Publicum zu täusche». Die Aehnlichkeit der Schreibweise und de« Aussprechen« des Tocioraude» wie des Doctor« verleiht diesem Worte in den Augen unserer israelitische» Mitbürger eine desondere Zugluft, und wie von jener Seile bei jeder Gelegenheit Um stände, die zur Täuschung und Jr»esühr»»g geeignet sind, mit besonderer Findigkeit hervorgezoge» werde», so auch daS Wort vom Toctoraiiden. Erst seitdem starker jüdischer Einfluß die Universitäten beherrscht, ist jene ebenso lächerliche wie trügerische Titulatur aufgekomine», ja diiicS Unwesen hat derart um sich gegriffen, daß selbst christliche Studenten sich nicht schämen, ein solche« Talmidottorhütchen aufzusetzen! Nun, der akademische Senat hat in richtiger Erkennung der akademischen Würde diesem Treiben ein Ende gemacht. Nur so fort, daß dem Fälschungstriebe israelitischer Akademiker und Nichtakadcmiker ein Riegel nach dem anderen vorgeschoben werde." Tie anliscmilischen Srribler sind entweder selbst nicht insormirt oder sie stellen sich so, während sie ans die Gedichtnißschwäche ihres Pullicum« speculiren. Der Herausgeber des „Bolksfreund" weiß nicht oder geberdet sich, al« ob er es nicht wüßte, daß Albert Wiesinger jahrelang die selige „Kirchenzeilung" alS „Toelorand" gezeichnet haue und eben in seiner Eigenschaft als „ewiger Doctoraud" dem auSgezeich urteil Satiriker Daniel Spitzer „dankbaren Stoff" geliefert hatte. Wiesinger halte doch niemals' mehr oder weniger die Absicht eingestaiiden, das große Publicum zu täuschen. Mit dem „Talmidoctorhülcheu" hat sich Albert Wiesinger viel zu lange geschmückt, aldaß es klug und anständig wäre, dasselbe sür eine zur Täuschung und Irreführung geeignete jüdische Kopfbedeckung zu erklären. DaS geht nicht, und Herr Psenner hat sich wieder einmal ordentlich blanii« — » propoo, waS ist denn mit den. paar Gulden geschehen, die Herr Psenner für ein „christliches Tagblatt" gesammelt hat, haben denn auch diese aus liniere israelitischen Mitbürger eine Zugkraft geübt? (Dir Auti-Corrnplions-Parlci.) Indem Briefkasten der „Unversälichten Deutschen Worte" leien, wir: F. L. St. „Am 26. Mai d. I. ließ mir der früher in Währing wohnhaft gewesene Schuhmacher F. N., ein ehemaliger Haupiagitatyr Schneider'«, den Antrag machen, daß er bereit sei, die unwiderlegliche» schriftlichen und Zeugenbeweise dafür zu erbringen, daß Herr S. anläßlich der Wahl deS Prinzen Liechtenstein im Hernalcr Bezirke den Auf trag gegeben har, Maueranschläge des Inhalte«: .Deutschnationale wählt Liechtenstein!' (unterzeichnet mit Schönerer) zu drucken und anzuschlagen!" — Tic« war der Wortlaut eine- Briefe», den ein Gcnoffe am 29. Mai d. ö. an mich richtete. — Mein Herr Rechtsvertreter hat mir hierauf in dieser Angelegenheit mit Schreiben vom ü. Juli 1694 folgende Mittheilung gemacht: „Zn Erledigung der zufolge Ihres Schreibens vom 6. Juni d. I. von mir wegen Mißbrauche« Ihres Namens anläßlich der Wahl Liechtenstein'« im Jahre 1891 ■ in den im Wahlbezirke angebrachten Placaten erstatteten und an die StaatSanwatischast abgetretenen neuer lichen Eingabe wurde ich dieser Tage mit Teeret der letzteren Behörde vom 29. Mai 1894, Z. 10.54<>, verständigt, daß die dieserhalb im März 1891 erstattete Anzeige wegen .unbekaunlen ThäterS' »ach g 90 S».-P.-O. zurückgelegt worden ist und. auch über die neuerliche Anzeige mangels genügender Anhaltspunkte gegen eine bestimmte Person sowie wegen mittlerweile eingetretener Verjährung eine Strasversolgung nicht eingeleitet werden könne." — Ich habe keinen Anlaß, mich weiters mit dieser Angelegen- ■ hei», die wieder ein grelle« Streiflicht aus die vom BolkSblatt-Vergaui geführte „Anti CorruptianS-Partei" wirst, zu. besaffcn. U. d. Gr. Sch. (Nr. 2000.) Das „Deutsche Bolkrblalt" bringt anläßlich der Herausgabe seiner zweitausendsten Nummer einen Artikel, welcher voll penelranien — Eigenlobes ist und dem e« auch au de» bei diesem Blatte übliche» grammatikalischen Fehler» nicht mangelt. So rühmt eS sich, „bei all den zahllosen Wahlen in den verschiedenen BertrelungSkörpern" seine Pflicht erfüllt zu haben, lieber seinen Absall von Schönerer, dem Manne, der dem Solecer Zeitttngsspeculanten einen festen, unzerreißbaren Strick als Universalmiilel zur Heilung aller finanziellen Noth empfohlen hatte, Hilst eS sich mit folgenden Sätzen hinweg: „Anfänglich glaubten wir, einer einzelne» Fraclio» der antisemitischeli Partei dienen zu sollen. Seitdem ist e« ander» geworden. Alle Rücksichten aus persönliche Momente haben wir fallen gelassen, um nur der große», gemeinsamen Sache dienen zu können. Wir haben erkannt, daß nur die Einigkeit zum Siege führen kann, und darum habe» wir es als unsere Pflicht betrachtet, Allezu vermeiden, waS zur Uneinigkeit führen könnte. Dabei haben wir immer an unseren Grundsätzen, an unserer Ueberzeugung unverbrüchlich sestgehalten." Ja, ja! Diese Grundsätze und diese Ueberzeugung gestatten, den früher verherrlichten Schönerer zu beschimpfen, dagegen vor Lueger, Schneider und dem de» Französischen unkundigen Pattai, denen man vorher die Zähne gezeigt hatte, hübsch artig Kratzsüße zu machen. DaS „Deutsche VolkSblatt" äußert auch Freude darüber, daß e« heule nicht mehr allein auf der Wahlstatt stehe. Ist aber die Freude de« „Deutschen BolkSblattes" Uber die Eoncurrenz, welche ihm die „Ostdeutsche Rundschau" und die „Reichspost" machen, echt? Wir bezweifeln e«. Aufrichtig erscheint unS nur die große Befriedigung, welche B l.a t t. Seite 9. in derselben Nummer darüber: anSgest rochen wird, daß antisemitische Rauibolde in einem Weidliugauer Winhshauie zwei Juden iiiißhandelt habe». In derlei brutalen Ausschreilungen kann ein Aulileinin'nblall immerhin eine Geivähr dafür erblicke», daß c«, wenn auch seine Auflage sinli, doch noch auf ein ge wisseS Publicum zählen darf. (Heine „Ziirückcrobcrlllig",) Nun tritt die Schwester der Per gaui'schen Zeitung etwa« couragiilcr auf, legi da« Geständniß ab. daß.sie sich zum RaceuanlisemilirinuS bekennt, und läßt sich die« rom Verein „Deutsche Presse" bescheinigen. Im Juli befleißigte sich noch die „Deutsche Zeitung", die übrigen» au« Anlaß ihrer Eonversiou eiuen Beschneidinigsarl vornahm und sich seither in reducitleitt Format präseniirk, großer Zprückhatinng und rnarkirte ihre Zugehörigkeit zum AntilemiliSnil!» oft nur durch AnsührnngSzeichrn oder durch die Ausnahme von Lügennachrichic» der anlii'eniitiichen Jutcriiationale»;. B. der Meldung, daß der rumänische Agitator Lncaciu cnchoisen worden wäre. In einem Artikel vom I. August heißt cs: Die Deutsche Zeitung", welche dazu beruse» war, eine Vertreterin de» deutschen Volkes zu sein, sei inehr und in/br in die Hände von Angehörigen eine« anderen Volles geiathcn, so daß sic in den.letzten Jahren als eine Burg angesehen ivcrden konnte, welche ein jüdisches Geschlecht bezogen hatte. Unter große» Mühen »iiü abermalige» .Op'ern >ei es gelungen, diese Stätte znrückzueroberu 'Um, hier von einer 'Zurückeroberung die Rede sein? War die „Deutsche Zeitung" eliva bei ihrer Gründling a»li semitisch oder „national" in dem Sinne de« silteustrengcn Slcinwender - An' die Verwaltung derselbe» hat, wen» wir uns recht erinnern, als Milgründer apch ein ReitzeS Einfluß geiioinnieil, der möglicherweise jetzt dein Eoiisoriinm jüdischer Fiiianzlcute angehört, die nach cjner schüchieinen „Warnung" der „christlichen" Schwester das am Wörthersee gelegene Schloß Loreilo anlauien wolle». Ware» eS „ausschließlich unserei» Volle augchörige ,'iräl'le" ,;u deutsch Antisemiten), welche die erste Rnminerder „Deutschen Zeilnug" vom 17. I e cembcr 187l hcrstelltc»'? Hat vielleicht der „Wiener Spaziergänger", der damals so opliinistisch war, im Geiste die 2U.t>(»>. Abonnentin zu umarmen, »ur au arische Lieblinge »ach dein Geschmacke Steinweudcr'ö gedacht? Hier von einer Znrüel erobernug zu sprechen — das ist nicht deutsch, nicht ivahr, sonder» autifemitisch und lügcnhasl. Tie „Deutsche Zeiiung", welche jetzt nicht mehr Herr Jolef Sneli, sondern ein Tr. Theodor Wähner als Herausgeber zeichnet, dürste bald auch ihren Nämen äuder» und bis auf Weitere» als-,, Deutsche Presse" ein würdiges Seitcnstnck zuin gesinnungsverwaudzen „Deutschen Vollsblalt" bilde». 4. (itltint Grschenkr des Pfarrer« Kneipp.) Antijemiüsche Blätter brachten aus Wörishofc» eine förmliche Räubergeschichte. Inden''ollen kleine Geschenke, die Herr Pfarrer Kneipp au« Rom für s,i»e Eurgäste niilgebracht haue, gewaltsam zusammengerasst haben, i» Folge dessen christliche Paliensc» leer ansgcgaugen sind. Herr Svitzer-Weimar, der uns immer an jene» Landsmann Vergani's erinnert, der sich „nicht zu erkenne» gebe» will", nioauirle sich über die Inden, welche plötzlich so große Sehnsucht nach einem .'ireuzlcin verspürt hätten. Um scstzustellen, wa« au der Sache Wahre« ist, .wendeten wir uns bricslich nach Wörishofen mit dem Ersuche», uns ft» -eigentliche» Sachverbalt miizutheilen Wir erfahren nun vo» authentischer Seile, daß eS allerdings'bei der Ver theilung der Geschenke etwas wüst hergegangeu ist und auch mancherlei Be schwcrden eingclanse» sind. Als „gewiß" bezeichnet uuser Gewährsinanu, „daß (Hegenstände, welche Herr Prälat Kneipp aus Rom seinen Enrgästen zuin An dcnteil schciiknngSweisc übermittelte, verlaust worden sind". Wer so unanständig war, ein Geschenk zu verkaufen, koiinkeii wir nicht in.Eisabrnng bringen, denn Näheres ließ sich trotz eifriger Nachsorschungen nicht icftstenei:, und es sind »ur „verschiedene Gerüchte im llmlaus". Für einen anliieiuilische» Scribentc» ist selbstverständlich auch das unverbürgteste Gerücht eine genügende Grundlage, n», daraus eine judenseindlichc Erzählung zu stütze» und pcu kleinen Geschenke,i des Psarrcis Kneipp ein großes Hcpp! Hevp!-Ge>chrei folge» zu lasse». lPaula Mark ciuc — Jüdin. > Wie lcichiseriig die anlisemjlu'chen Blällcrinit ihre» Behaupinngen und Attgrist'en sind, zeigt wieder einmal solgcnder Fall: Im Juni gastirte die'Wiener Ho'operniäugcrin Fräulein Paula Mark in Leipzig und dg brachte die „Hannoversche Post" eine gehässige 'Notiz, ii, welcher es hieß: „Fräulein Mark ist Jüdin, ivar früher am Leipziger Stadttheater engogirl und nijt der Leipziger Judenschast in enger Verbindliug. Ihr Wiederericheinen wurde daher von den Leipziger Jude», trotzdem diese gerade hier nicht in allzu großer Zahl ansässig, dazu benutzt, um zu zeigen, daß sie auch i» der .'tunst den Geschmack de« Publicum» nach ihren Zivilen bestiuiine» können. Der geseienen Töchter Juda soll eine Ovation-gebracht werden. Die jüdischen Arrangeure ver Handel» mst den Kutschern und kehre» sichtbar befriedigt zurück mit der Nach richt: Er läßt'« ß»! Ter Jude wagt sich natürlich nicht a» die Pserde heran, doch zum AuSschirre» der Pferde sind ja die Deutschen da. sie verrichte» tadellos itiicii Dienst." I» dieser Touart geht eS weiter dis zum Schluffe: „Hier zeig sich einmal wieder, wie die Jndeii ihre Leine groß machen re. :c." Nachher sab sich ober daS Antisemilenblatt beinüssigl, eine Berichtigung zu bringen, in ivelcher constalirt wurde, daß Paula Mark feine Jüdin ist und während ihre« Ans enthalte« in Leipzig stet« in den ersten dortigen Familie» verkehrt hat, die weder

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