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Freies Blatt · 1894-07-29 · 121 (29.7.1894) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
III (1894)
Issue
121 (29.7.1894)
Date
1894-07-29
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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feite W. freies Platt. glaubte sticht mir ist cs gegönnt gewesen, den Lauf dieses mächtigen Stromes abzuändern." „Sehr gut — ich will dein Päckchen eine Note beifügen, welche bezeugen soll, daß dieses Papier in meine Hände nicdergelegt wurde am zwanzigsten ,Wni 181*2 von seinem Entdecker Emanuel — Email uel - mm fällt mir ein — das erstemal, daß ich daran denke — idl habe nie deinen Zunamen gekannt, Emmiuel." „Wirktich nicht? Es macht ja nichts. Unter meinen Freunden habe ich bloß einen Namen — Einanuel. Ais ich jung war und Westeuropa angeliörke, da nannten sic mich Emcknuel Elveda." „Elveda?" Franziska blickte erstaunt auf. „Mein xigener Name?" „Einanuel Elveda?" wiederholte Harold, Tann überlaut ihn blitzartig die volle Wahrheit. Er kannte die Geschichte der Trennung. Der e"atte war ein Mann der Wissenschaft, ein dielversprcchendcr Chemiker, der sortgezogen — in Marokko uiiigekontniest war, so glaubte man. Und er kannte das Miniatnrbildchen — FrpnziSkas Bild von ihrem Barer und nun entdeckte er die Achnlichksit und wußte, wen er vor sich haue. i „Einanuel Elveda! Tu bist Einanuel Elveda, der WiedergekcHrtc? Ach, wir glaubten dich tobt — tobt schlln lange tobt. Franziska, das ist Einanuel Elveda — Emanuel Elvedja —“ „Fa. ich bin Emanuel Elveda. Waruut isollte ich nicht? Weshalb bist du erstaunt?" „C! Er fragt, warum ich erstaunt bin? Ist Ihr Name wirklich Name. Mein Bater war iinel! Emanuel — „Hat bitte. Franziska blickte rasch empor. „Was ist'e Emanuel Elveda? Nun, das ist auch mein ein Elveda. Wir münen Cousins sein." „Cousins?" wiederbolte Harold spötiii'ck und ungeduldig, denn Niemand Augen außer mir? lauter Hii seige mir, battest du einst ei» Weib?" „Gewiß, ich batte einst ein Weib." j „Wie hieß sie?" „Sie hieß Ombella — Isabella Albu." i „Franziska, nun begreifen Sie doch, ^cinc Frau hieß Isabella. Tiefer Manu — dieser Weite — dieser, beni wir Alle lieben — nun - er ist Ihr Bater, Ihr leiblicher Baker —\ Ihr Baker, Franziska." Franziska blieb unbeweglich. „Sie irren sich sehr, Harold," sagte sin kalt. „Mein Bater ist >chon lange todt. Er starb aus einer Erpedition in Marokko." „Tu irrst dich sehr, Harold." sagte Echanne!. „Ich habe keilte Tochter." ' „Gibt cs denn zwei Emaniiel Etvcda's? Zwei Chemiker dieses Namens? Zwei'Männer dieses N'aniens, sdir sich von ihren Frauen trennten? Zwei Isabellen desselben Natitens, die sich von ihren Männern trennteu? Gibt cs zwei Männer mit dem gleichen Gesichte? Franziska, wir find blind. Hier ist doch ganz dasselbe Gesicht wie auf Ihrem Miuiaturbildchen — zwanzig Jahre älter. Ich weiß jetzt auch, mannt, mir dein <Zeucht immer bekannt verkam, Emanuel. Franztska!" Tas Mädchen sing an zu zweifeln und zu zittern. „ES ist — es ist — Ihr Baker, ich sag's Ihnen. Es muß so sein." „Mein Baker ist todt," wiederholte sie. „Er starb schon vor langer „^eit. Aber ach! ich wünschte —" „Ich habe kein .ftittb,"* sagte Einanuel. „Ich verließ mein Weib schon vor langer Zeit. Aber — Weint es anders wäre — ich wünschte —" „Tage mir nochmals, Mann," ries Harold ungeduldig, „gibt es;wet Männer deines Namens und deiner Geschichte? Gibt es zwei .Frauen desselben Namens und derselben Geschichte?" „Aber — ich habe kein .Siinb." „Mein Bater verließ meine Mutter einen Monat nach ihrer Ben heiratung," erklärte Franziska. „Er sah sie wieder ein Jahr später, als ich ein .Wütbleiit war. Er erfuhr nichts von. meiner Eristenz. Er amg fort, und meine Mutter erfuhr später, daß er gestorben war, man >'agte, cr sei aut einer wisienschastlichcn Erpedition gestorben. Ich i ,rette cs nicht. Mir ist immer gesagt worden, daß mein Bater todt ." '.t ’te tichilflos hinzu. >st Ihre Mutier, Franziska?" Harold fragte beharrlich. 2’ uns das. Wo lebt sie?" ist I'en. 11a Elveda, welche über dir Stellung der Frauen gi'ch'.. beit .,t. und sie wohnt nun in der Crointvell Noad." .Ja fr. E.omwell Noad?" kragte Emanuel. „Nun, ich habe sic ge'ehen 2 c ist ment Weib Tie sind ihr Kind? Ich sah sie vor wenigen Tagen Mein Wcib lebt in der Cromwell Noad. Ihre Mutter lebt — - was bedeutet das? Ich habe keine Tochter. Was soll das Alles bedeuten? Harold, du singst an. Sage mir, was es bedeutet Ich bin kindisch. Wie kann Franziska meine Tochter sein?" Er sah um sich tu hilfloser Erregung und Berwirrung. In diesem Augenblicke erschien eine weiße Gestalt in der Gartenthür und eilte rasch den kleinen Gartenweg heran. Es war Clara; sie war gekommen. Alles aufzuklären, bevor Emanncl wieder in daS l'anb verschwand, wo cs keine Post gab iznd wo Niemand eine Adresse hat. „Clara!" rief Franziska. „Sage mir sage mir ums Himmels willen,, was das bedeutet. „Wir haben gerade entdeckt," sagte Harold Zuname Elveda ist." „Z.! Sic haben cs gerade hcrausgcsunden? zu dem Zwecke her, um es Ihnen zu sagen, ganze Zeit. Franziska, verzeih' mir. Ich dach Beide zusautmenbriüge, ihr binnen Kurzem das wandtschaft herauSsinden werdet, und ich wußti nun kurz oder lang wäre, ihr würdet einandrr lieben lernen. Aber agcn hcrauskommen Wäret ihr gewöhnliche isgefunden. Aber eure habt euch niemals crwas ihr zu Hause wäret, arcn in den höheren viel zu hoch sind für in sicherlich, ich dachte, cS würde in ein oder zwei oder gar schon in ein oder zwei Stunden. Menschen, so hättet ihr cs schon lange Hera Köpfe waren oben in den Wolken — ihr nicdrigt, die einfachsten Fragen zu stellen, wer und wie man in der Schule sagt. Eure Köpfe Regionen, ihr sprächet immer von Tingcn, die gewöhnliche Sterbliche. So habt ihr es erst jetzt, gerade jetzt hcrauSgefundcn?" „Ich begreife eS noch immer nicht," sagte „Nur einen Augenblick. Sage mir, Liebste daß ich dich mit Emanuel bekannt gemacht hake?" „Ja — ja — natürlich bin ich's." „Achtest und verehrst du ihn bereits? Sitzest dir zu seinen Füßen, ihm zu lauschen?" „Er ist mein Meister gewesen. Ich habe Achtung und Ehrfurcht, die ich ihm zolle." „Füge noch Liebe bei zu deiner Ehrfurcht, Emanuel, sind Sie gewillt, eine Tochter zu besitzen?" „Ich habe cS nie für möglich gehalten, eine Tochter zu besitzen." „Und doch haben Sic eine. An jenem Abti Ihrer Gattin verabschiedeten, lag dickes Kind, Monaten, in der Wiege. Aber Sie erfuhren einen Zweifel haben, fragen Sie doch Mclkah — Sie erinnern sich doch an Melkah? Schautn Sic dieses Mädchen an und befragen Sic Ihr eigenes Herz. Können Sie dieses Mädchen lieben? Sehen Sie ihr Gesicht an — ist es ni ht Ihr eigenes?" Ta sah Emanuel dem Mädchen ins Gesicht, und er erkannte, daß es sein Kind war. Und cr hob feierlich die Hände, um seine Tochter zu segnen. Aber er sprach kein Wort. Und wortlos siel Franziska ihrem Bater in die Arme. Clara berührte Harolds Hand, und Beide ließen Baker und Tochter allein. „Ich fürchtete schon," sagte sic int Sprechzimsncr, komtneu würde. Ich hörte erst diesen Abend, nahe bcvorstehe. O! wenn cr wieder Wahrheit zu erfahren! Ich hätte, es Franziska Wir wußten es Alle schon lange, weil er zum Nr 121. wenn du's kannst kur;, „daß Emanucls Ich kam diesen Abend Zch wußte cs schon die e, daß, wenn ich euch Geheimniß eurer Berauch, ob der Aufschub Franziska. bist du mir dankbar, keine Worte für die denn cr ist dein Bater. nd, wo Sic sich von ein.Säugling von drei eö nicht. Wenn Sic — die alte Syrierin „daß ich zu spät daß seine Abreise so verschn undcn wäre, ohne die nimmer sagen dürfen. Bater gekommen war mit einem Briefe von einem ausländischen Corrtspondenten. Ich weiß wir eS thaten — ich Ehe sic noch hichcr Sie werden sich ist meine cht. Unser Name ist hat sic beinahe ihr ihre Tochter hat sie auch verloren, denn Franziska will die Sache ihrer Mutter nicht zu der ihrigen machen — nie — nie. Sie wird ihren Bater zu sehr lieben. Mr. Alleyne, mir thut leid, daß Sic Jhte Peerschaft cingcbüßt haben, aber es ist etwas Wunderbares für Nell), nicht wahr? Sic werden, nach alledem, ein Weib bekommen, dal, Gesetzes, dem Willen ihres Galten gehorsam sein Harold lächelte. „BorouSgcsetzt," sagte cr, nicht, ob eS am weisesten war zu handeln, wie wollte, daß Franziska von ihm beeinflußt würde, kam, fand ich schon heraus, was für ein um tdcrbarcS Geschöpf sic ist — ich wußte, er würde ihre Phantasie g<fangen nehmen. Wir wollen gehen und sie für den Abend allein lass n. so viel zu sagen haben." „Sie wußten schon Alles seit Langem?" „Ja. £! das ist noch nicht Alles. Mademe Elveda Eousinc — das wußte mein Bater, ich aber n.t Albu, und ihr Name war.auch Albu. Und nun ganzes Bermögen verloren. , Arme Frau! Und ruug den Tienst und den Gehorsam ihres Bräutig uns cittgegcunimmt. Eine Woche nachher war dieselbe Gruppe Zimmer versammelt. Franziska war im Reisean Tochter "des eine wird." .daß sic als Erwidcnieder in dem kleinen jug, und ihre Koffer

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