Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- III (1894)
- Issue
- 121 (29.7.1894)
- Date
- 1894-07-29
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 121. .freies 3? I a 11. ' feite II. standen draußen im engen Vorzimmer. EniannelS Reiseanzug war derselbe, den er stets getragen, und sein Gepäck bestand in einem Beutel, in welchem seine Schnitzwerkzeuge und einige nothwendige Utensilien enthalten waren. „Ist Alles bereit, Franziska?" fragte Harold. „Kann ich vielleicht etwas helfen?" „Nichts mehr, Harold, danke. Wir gehen geradewegs »ach Beirut — von da aus will ich Ihnen schreiben — und da»» nach Damaskus. Da will ich wieder schreiben. Dann gehen wir zu irgend einem ara bischen Stamme und werden eine Zeitlang in der Wüste leben." „Haben Sie Ihre Mutter gesehen?" „Ja, sie ist hart und bitter. Sie kann mir nicht vergeben, obwohl sie versuchte, lieb zu sprechen. Ich habe sie im Stich gelassen — und die Sache — o! die Sache!" Sie schauderte. „Cie hat mit ihrem Bermögen auch ihre Freunde verloren. Außer Melkah hat sie Niemanden. Gehen Sie öfter hi), sie zu besuchen/ Harold. Es wird ihr sehr einsam sein." „Und Sie — sind Sie glücklich, Franziska?" „Glücklicher als ich je in meinem Leben gewesen. Es ist nichts sonst, wofür man ans Erden leben soll, als das Leben der Natur und das Gesetz GotteS. Ich habe meinen Bater, von ihm zu lerne» und ihm zu gehorchen. Es ist ein Glück, wie ich es mir nie geträumt. Und die ganze Welt ist mir so wirklich, so real geworden — und ich ftetje nicht außerhalb derselben. Der vorüberziehende Schein ist ein Theil des ewigen Dramas, in welchem auch ich meine bescheidene Rolle spiele. Ich habe meinen Väter und meine Vettern und Basen. Ich bin nicht mehr ohne Anverwandte." „Wollen Sie nicht ebenso auch Ihren Geliebten anerkennen?" „Ja — ich habe ihn -r- Sie sind'S. Was kann ich »och mehr wünschen oder zu habe» trachten? Lasten Sie mich, gleich Anton, das allgemeine Los haben! Was kann es BestereS geben als' das LoS, . welches der Herr für Alle bestimmt hat?" Harold stutzte. Wer hatte je früher von FranziskaS Lippen auch nur ein einziges Wort im Geiste ihres Glaubens gehört? „DaS allgemeine Los," sagte der Graf. „Ich erwählte eS »nd würde es nicht aufgeben, obwohl die Gräfin wieder zu 20 Shilling und zu den Kosten verurtheilt wurde — wegen ihres gewöhnliche» Vergehens. Das allgemeine LoS ist das beste." „Wir verlasten euch," Emanuel blickte um sich, „ich nehme meine Tochter mit -— meine Franziska —" seine Stimme sank wie die eines Liebenden, welcher den Stauten seiner.Dame ausspricht, und seine Angen wurde» feucht, als er sie anblickte — „ich führe meine Tochter in das Land unserer Väter. Sie wird die Ruinen sehen, wo ihr! Vorfahre, der Fürst der Gefangenschaft, lausend Jahre herrschte, und , sie wird die Städte und Berge sehe»,, wo ein anderer königlicher | Vorfahr seine ihm bewilligte Zeit herrschte und seine Psalmen für! alle Zeiten schrieb. Tan» werden wir einige, ,Jeil in der Wüste zu- , bringen. Nach, einiger Zeit wird sie zu euch znrückkehren. Aber'ich,! ich werde nie wieder zu den weitläufig:» Ziegelanhäufunge», welche i Städte Europas genannt werde», znriickkomine». Ich bi» dünkelhaft i gewesen. Ich dachte, es sei mir allein unter allew Menschen vergönnt . gewesen, plötzlich den Sin» der Welt ändern' und sie reif machen zu können für das Reich des Friedens. Ich muß meinen Weg zürnet i zur Deinulh wiedereroberii durch Betrachtung und Sechweige». Ihr > sollt meine Tochter wieder znrückerhalten, aber ich werde niemals; wiederkehren." : „Franziska!" Harold ergriff sie bei der Hand. „Franziska, meine; Rose von Sharon!" ' i ,,Geduld, Harold. S! lieber Freund, gewähren Sie »nr'S, bei! meinem Vater zu bleiben - bei meinem leiblichen Vater — »och : eine Weile. S! Sie können nicht winen, welches Glück eS mir ist, ■ seine Stimme zu hören, ihm' nur zu dienen und zu gehorchen!' 'Nur j eine Weile noch, Harold! Dan», wenn eS meinem Herrn gefallt,; und wen» seine Dienerin »och Gefallen findet in seinen Auge» — End c. lütter atu r. Bei der Redact io» neu eiugctangle Bücher: SesterreichischeS Rechtslexikon. Praktisches Hantwörterbnch des vüenitmie» und privaten Rechter der im ReichSlathe vertretene» .'tönigreiche und Länder. Herausgegebe» nnd reS-igin von Tr. Friedrich T »scheues. Dr. Wenzel Ritter v. LölSln, Advocaten' in Prag, und lrarl Bare na, Landesansichustrath in Prag, unter PHlwirlnug zahlreicher Fachkräfte. Prag 1MU. Perlag von Höf er und Nlouöek. TaS vortreffliche Werl, dar in feiner Pibliothel, znmai t» keinem Bureau feilte» sollte, liegt miu in achter Lieferung vor und nt bis zu dem Artikel „Bergbaudienslbarkeiten" gedielten. .. Brivfkaften. > R zf , Baden. T.atz die tAeineindevertretnng von xalksbnrg „gut fort fchrintich gesinnt" ist, gereicht auch uns zur Befriedigung. Tr. PH. »., Berlin. Besten Tank. Erscheint nächstens/ P.. Dresden. Wenn eS zn dieiem Proeesse des Er-Rectors gegen «das ^rgan der Tivoli-Antifemiten loinint, werden wir nicht erinangetn, davon?!oii; zu nehinen. * - Ankündigungen des „Ferien Vlattes". Inserate werden angenomme», sowohl in unserer Abminikratkon, als auch iin Annonee» Bureau Ul. Nulte«. Directer Bezug > von eleganten biII ist*» Reichenberger Anzugs-Stoffen. Reinwollene Cheviot und Kammgarne. Ein vollständiger Herren-Anzng fl. 6.70. ' Muster gegen 5 kr.-Briefmarke. Franz Bohwald Söfene Tuchfabrikslager l^eielieixl>ei*g (Böhmen). STtMpf/ SIEGEL 0RAVEÜR lECHT\._ 25. Praters tja s s e* 2 5.' „Aufklärung". Herein jnr dcrbrcitung geschichtlicher Silduug. Jahresbeitrag ä. gl. ft. 1.—. ßeitrilts - ErNiruizei iimmt ealzege K. M. Zenker I- ID/ Franz kitslhaurr Musiidircctor. emvfuült ndi;ur Ädht.llinn von Tan; und £oncert 3Kufit. Ädreise in De Ädministrarion. 1 —»>