Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- III (1894)
- Issue
- 119 (15.7.1894)
- Date
- 1894-07-15
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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rette Freies Blatt. Nr. IIS. .Bundschuh' mit dem Motto führt: .Wenn die! teform versäumt wirb, tritt der Umsturz in Kraft', liefert neuerdings einen « fiteren deutlichen Beweis von der fortickreiteiiden Entwicklung nach jener Nicht» »g, indem er mit dem ffiberalen, mit Hebräern reichlich durchsetzten Geldbü rger- und Händlerthum' und den Junkern nunniedr auch .Fürsten und Pfaff n* auf die ProfcrtptionSliste jeyt, »lr arbeitrlofe Machthaber, bei denen die S« tge um das Mastenwohl eitle Heuchelei und. Betrug, denen eS vielmehr lediglich darum zu thun fei, sich ein willfähriger, für sie Werthe schaffendes Ärbeitertht m zu erhalten. Tiefe Worte bedürfen keiner EommentarS, sie reden ohnehin ei ne nur zu deutliche Sprache. Taff der Ablwardt'fche Antisemitismus auf Grün» dieser neuesten Leistung eine gute Lemur von dem social-demokratischen Paneil latt erhält, ist nur zu natürlicki. Entwickelt sich derselbe doch mehr und mehr zu einem würdigen Bundesgenossen in dem .Kampfe gegen die bestehende £t< at»> und Gesellschaftsordnung und in, wenn auch nicht zu Anderem, doch als Sturmbock gegen die bürger-! icbe (VtefeUidtatt zur Herbeiführung des Bebel'fchen Kladderadatsch zu gebrauchen. Taß die Arbeit zu einem guten Theile auf Kosten der conservativen Partei sich vollzieht, daß die von der Programmversammlu tg aus Tivoli von der levi« n->tae ma.-nla de» ProgrammentwurseS lorgefprotjeue Richtung und ihre dort lebhaft acclamrrten Wortführer jetzt .Fürsten, 2 tnker und Pfaffen' zum Angriffspunkt wäblen, und daß die jetzt gegen ,Tl ron und Altar' sich richtende Bewegung gerade von Herrn Stöcker und feinen christlich-socialen Anhängern »aironisirt wölken ist, müßte wohl auch minder Scharfsinnigen die Augen erntet!. Er wird aber wobl »och etwas stärker kot tuten muffen, ehe da», was wir von Anfang an erkannt und ausgesprochen laben. Gemeingut der Maffe der Eotuervativen wird." Anstatt sich deffen zzt rühmen, daß sie sofort die Schädlichkeit der Ablwa.dt'ichen Richtung erkannt labe, sollte die „Post" reuig an ihre Brust schlagen. Tas auch von ihr gern eeiehene und im Notizeutheile ,'tts ge'viderle Programm de» Haffe» und Neides konnte in der Praxis nicht bii den Inden Hau machen, und. Ahlwardt rcpräfejtttirt nur eilte folgerichtige Es wird wohl auch noch etwas stärker konimen »tnur lossagen tvtrd., rgane der Plack, Schweinch a r d t: .Wer so wie er Zeilen im Ausland gelebt ch^t, ohne über einet: vollen wettere Entn-tckutttg' de e!:e fu* „IhmV ' Btl;martficinDli(1 t r 2 atri :U”: - Z ze:t zu tu: *'er :Pt-n PluaEu ■ >! u i \ci': :!*. iitke A.l ln-. U'C u ent'erttt.;; r tnrch d> A iilV r (. \\\\\!e das Autv a :■ nia in r ill’iU:*'..» anei D.t.’.Vi *.1n i; .'i.ciiDfut'; Hill h i: i :;u 't.i.1 u c^lwn t: ün'. l :m Cvu: .-lr Tr C .1"."' ■y, uahve. 1 .in' I.. liiiui .K . :lt i {■:Y\ 'Mi: Uv •:; * •: n’r tcu; t:!i ,:m: i‘i im U :tm i? -’iu. n tr ,jtt. fett H S ch t »eit, der ist sich io allerdin idaß uämstch erst seit l>7l tnug genieße) klar geworke durch die Blut und Evenvol g» über das Schwindelhafte der Teutfche im Auslände der bat.erkannt, daß da» ul eine nachhaltige Stärknttg lenlbe vielmebr geradezu ins Herz getroffen worden ist da» Auslaut es allerdings nicht a!» i iu allen fünf Welitheilen lan/t, und was die cheiden >oiu, ab dte>e »eit I» »and. achtunggebietender i eiuem ge» inen Grade selbst Bezeichnend :t »Oil) dein, ih’-r am Rothen Meer a-g"» l.a: und . .v.» ,iii i'i U '..I.et: wus ■ .: i.iue --Haies Rät!. >i, denn .-en::.rt',n preußiicher Burt .tut und tar.d den Eteigtus n. e Ent» .ck.tmg Tetit'chlattds. wu ch vd:aus. > Neu und sieht beute nur zu deutlich, daß sie sehr An'-rün g und' zum Untetstaug des deutschen Bolkes Kt Stunde ettt R> ine waffenstrotzeude Macht : als sie erste geistige mit siilliche elle Bedeutung anlangt, jo io, verkörpert in fein groß steht als zuvor, da auch Holland' und Dänemark als ist t» dieser t Beziehung, daß unter dem das Cettetnetcherihttm' als das eigentliche nennt die österreichi'cheu er du iiolddeut'chen Tantpfbr .vreußisch' oder .germain an sich nicht daran grirvluitt, im heutigen preußiicht» iu'h'.nben der alten Reie isberrlichkeit ttnd Macht zu das beute der Well gebotene i aukratismus, gewürzt mit ett gegenübersteht, darf sich tdern, etn teder Andere bat iter.it tnch: in t :?ta* Stunde ein 'JiJtter e>steht. Cb der Anti t< \ r R.iter »ein wir! '.-* Tau», wenn er sich zu schöpferischer straft Na UN er ldit'iändtg neue sichere Bahnen vorzuzetchnen vermag, ii.!! El mußte »der IM Siuupi'e des Paiteigezänkes untergebru — ..-inervatirisntus, .siational-rtbezausitttts, Frrisinn n. s. tv. — iveun er i 'ich inhudete. Mit .' .UN mit Biete.!!öderthuin r>erauickt<n Bismarcktbum ' ' ... iii.ten -zu 'können" — Schuchardt steht mit seinem bismarck- :.. u'.unitism.is t'iuesweiis vereinzelt da, und angesichts denen fand -'rein bewogen, ein Fütst Bismarck und die reinen s Fluavtatt berauszugedeu. welches besagt: Nicht? : . Flüchtigkeit" der* Äntisetniten als ihr Verhalten »eck. Ais der Fürst noch der allmächtige Reichs .er. Fingblättern de? Herrn Fritsch auch ein : -ii Bi'.diüß des Fürste« war ein Theil der Rede U’Tl'auiier trtt, -1 a'ch-.n- B'siii'.:-! Fl'»,d.att. ’ii: ahgrdr.rckt, fit* der F gebaiteu batte M.»i ö'ters ,n. andere»! Ein Emancipalton der Juden marck sich später auch ü int F.bre l >17 gegen die d-i * ,*i'g.' daß Fürst Bi äußert hat So erklärte er unter Anderem in der S'yung des vreußtichiii Abgeordnetenhauses romi.'lO. Zanner 1872: „Sobald nur den Slaak in eoi-.fe'sionelle Stücke *ckneidgn, anwelchen jede Eon fession ihren verhältnißmäßigen Anlheil habe» muß so kommt auch noch die ganz beträchtliche Kopfzahl der jüdischen Bevölkerung n Betracht, deren Mehrheit sich ja durch besondere Befähigung und Intelligenz für Staatsgeschäste auSzejchnet "*) Fürst Bismarck ist nicht mehr der gebietende Mann im Reich, er ist ein Privalmann im Sachsenwalde. Man darf de rjenigen, bie ihn zur Zeit seiner Macht bekämpft haben, den Ultramontanen, l liberalen und den „Deklaranten" der conservativen Partei daS Recht nicht nehmen, den Fürsten auch jetzt zu bekämpfen. Wen aber die Scham abhalten müßte, den Fürsten zu schmähen, das sind die Antisemiten, die zur Zeit seiner Machtfülle sich an ihn heranzudrängen versuchten. Wie verhielten sich jedoch die Antisemiten nach dem Sturze des Fürsten Bismarck? Stöcker behauptete in einer Unterredung mit dem Berliner Correspondenten de« „Rew-?)ork Herald", er sei in seinen Bestrebungen durch den Fürsten Bismarck behindert wi rden. In den „Hamburger Nachrichten" stanh sofort zu lesen, daß Stöcker sin in einem unbegreiflichen Jrrthum befinden muffe. „Die Agitation seiner Pa lei,“ so heißt es wörtlich, „ist durch den früheren Reichskanzler niemals gehindert worden, vielmehr hat derselbe die Wahlerfolge mit Freude gesehen". Au» Herr Fritsch, der Lersaffsr des Bismarck-Flugblattes, rückte von dem Fürsten cb. „Wenn einzelne Antisemiten," so schrieb er in den „Deutsch socialen Bläu rn", „einen Übertriebenen Bismarck-CnltuS pflegen, so können wir ihnen dt « nicht verwehren. Die Leitung der .Deutt'ch-sociqlen Blätter' weiß sich davon frei". Am heftigsten aber waren die Angriffe der Ablwardt'schen Sippe. In einer Schrift „Die Antisemiten und BiSmarck" heißt es zum Beispiel: „Det Antisemitismus war von jeher für Bismarck zu gut. War denn Bismarck etwas Andereair euer (feinb? War er nicht das mächtigste Glied der Indi nschutztriippe?" Aus dem Teckel dieser Schrift war ein audereF Schandbuch: „Großprenßen oder die verfehlte Neugestaltung Deutschlands" angeprieten mit folgender Empfehlung Ahlwardt s: „Selbstverständlich ist die Schritt, we l gegen BiSmarck, kräftig antisemitisch". Geradezu schamlos ist aber eine der ji iigsten antisemitischen Er» zeuguiffe: „Tie. Wahrheit über BiSmarck". deren Besfaffer, nach Angabe Ber» liner Blätter. Ahlwardt und der „Schriftsteller" Müller sind. Da wird Bismarck als Abkömmling von Juden und Krämern dargestellt; seine ganze Polilik, die Verstaatlichung der Eisenbahnen, der Frie »e milRout, das Bündniß mit den Eonservativen habe nur in schmutzigen Gelds et'chätten ihre Ursache. In der geheitnnißvollcn Weise, die auch aus anderen Ahlwardl'ichen Schrislen bekanut ist, werden Criminalverbrechen angedeutet. S o heißt eS in der Broschüre: „Bald darauf verschwand Haller mit eit e unaufgeklärte Weise", lrr.!).'».) „Es ist im hohen Grade auffallend, daß get ade diese beiden Geburts, helker keS „eiten deutschen Reiches und die voniebnisten Zeugen und Zeuger desselben: König Ludwig uitd Kronprinz Friedriä zur Zeit, als nochmals Bismarck alle Gewalt und allen Glan; an st» zu zit den in der Lage war, ein so unnatürliches räihlelbafles Ende nehmen inußteü “ iS. 78.) Auch dunkle Pläne von einer Tnuastie Bismarck werden anged ntel, für die Krone der Schrift batten wir aber folgenden Ausivriich: „Jude z die unter Leiliing de? Raceitgenosien Bleichröder's siebende Presse tortwäbrind angepeilicht war. es ltitiauszttpokauiten in alle Welt: Wie grattß d'c Tciti'cten dastchen unter ihrem graußkn Bistnartt." Als Bismarck der allittächtige Kaffer Friedrich in nicht wiederzilgebenden AuSdrücker der Proteclor der Ittdcn bingestellt. Gleichzeitig winde zum Angriff qeblat'en gegen die „seile' Iudenpresse", die den detiffchett Heros wie ein ThersileS ichmäbe. Jetzt, wo mit BiSmarck kein Gc'chätt mehr das mächtigste Glied der Iudenschutztruppe, ein Erg lüitiisier war, da wurde von den Anlssemiien als u inachen ist, da war er bniß jüdischer Reklame' Wahrlich, diese Lerne haben den Ausspruch des Atttffei^iten Marr rrichlsch ver» dient: „Ich bin ein aller Parteigänger, aber nie U be ich mehr Erzschelmenbaudr gesttudcit als unter den heutigen Geichättsantiiemiten". Feuilleton Z>ie 'Ernpövev n. No man nach dem Englischen d'dS Waller Bet'anl oon Marie Majer. ZI. sZorts.'vuiig.) sich und' nahm sein *- Mr. Angela steckte seine Notizen wieder zu l'tm-t.-itez herab. „Bevor Sie gehen, Bctteff," sagte Madame mich versuchen, Ihnen meine Dankbarkeit auÄv was Sie für mich gethan. Sic hatten damals *) Der Abgeordnete Windho r st antwortete damalss Eonseisioneii das Recht hätten, eine Berücksichtigung zu und wir haben in Veit vergangenen Diäten wiederhojlt hohen, daß den Israeliten ihr Recht - werden muffe, stritten" , Elvcda, „lassen Sie tsprechen für Alles, Recht, als Sie mir . . daß auch andere haben, ist unzweifelhast, unsere Stimmen er- DaS hat Niemand be-