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Freies Blatt · 1894-07-15 · 119 (15.7.1894) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
III (1894)
Issue
119 (15.7.1894)
Date
1894-07-15
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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reite b .freies Blatt. liebt und auch nicht Gattenliebe, sondern ^Schsteuliebe. Seid Brüder, lehrt der Heilaub, chr seid Alle gleich, wit ihr vor Gott gleich seid. Schauet den Wald an, einträchtig stehen dis Tannen, Buchen, Eichen, Espen, vom gleichen. Loden genährte So isolle» - auch die Nationen friedlich nebeneinander gedeihen auf der Hei nat Erde. Wer aber di« Aufreizung predigt, denen Lippen triefen vcn Rache und Al de p Haß, und wendet euch von diesem GlaubenSfeinde ab. Er kommt nicht namesiS des Herrn, sondern 'im trete er selbst vor euch im Priestergewande, Namen seiner eigenen schlechten Triebe. Alle, liebevoll gegen eure Mitmenschen Sprache und darret »inthig a»S, wohin stellt bat " „oiiDcitrrcir Märkte.» Aus R e i ch einem Hauvtlager des Antisemitismus, geht irum seid duldsam gegen jeses Glaubens und jeder euch Gottes Gnade geelsheim im Odenwald«, dem Darmstädter „Stadt- und Landboten" folgende Mittheilunq zu: Bekanntlich wurden vor zwei Jabren in einigen' antisemitisch gesunken Orten sogenannte „jutenfreie" Märkte errichtet, die, um isn elikiiche Handelsleute fern zu halten, auf den wöchentlichen Rudetag t er Juden, auf SamStag, gelegt wurden. Tie aniisemiiijchen Zeituigen brachten dann stets spaltenlanqe Berichte über den „großartige,Berlauf dieser Märkte, die „vielen" abgeschlossenen Geschäste u. s w. Daß - diese Berichte stark gefärbt'waren, gebt auS der Thati'aöje hervor, daß man sich nun entschlossen bat, um die Bedeutung disier Märkte zu heben, sie von iet?t ab an solchen Tagen abzuballen, i n denen auch den israelitischen Biebhändlern die Tbeilnabme ermöglicht ist. So fanden unlängst solche früher „judenfreie" Märkte in Rotrbach bei Oberramstadt und in «Ladern beim im Odenwald« stak, die dann auch thatsächlich sebr gut von israelitischen Händlern befahren waren und auf welchen zablreiche Geschäfte zum Abschlüsse timen. t Bragaini ^cchmeiftcr m Leipzig. U ber einen Fall antisemitischer Unduldsamkeit, der in gewisser Hin ichl den vielbesprochenen Borgängen in der Wiener /freiwilligen Retlnngsgesellschasl gleicht, wird ans Leipzig berichtet: „Ter Samarite: verein in Leipzig verfolgt unstreitig nur edle Zwecke: jeder Edel^cnken )« fördert ihn daher gern j durch persönliche'Beibilfe oder durch Geldbeträge: seinen Satzungen; nach ,'teilt jedem Unbescholtenen, mag er Ebrist, Muhaniedauer oder ' Jude sein, der Beitritt osten. Um so peinslicher muß es daher berühren, wenn der Versuch gemacht wird,. auch diesen Verein zur 1 Stätte antisemitischer Agitation;n machen. Ein junger Mann, Angestellter in einem hochachtbaren Engroshaui'cJtrat in /folge der an ihn > ergangenen Aufforderungen des SamaritervrreineS demselben als j thätiges Mitglied bei, machte einen UnterrichtScursus durch und wurde zur Eonstiluirung einer neu zu begründenDen Abtheilung von dem Borstand schriftlich eiugelade» und hieraus in Pflicht genommen. Tags darauf erschien bei ihm ein beauftragtes Mitglied und machte ihm die . Miilbeitnng, daß andere Mitglieder dieser Abheilung an feinem Ein tritt Anstoß nehmen, da er-Jude sei, und ihii deshalb ersuchen ließen, der Abtheilttug fern zu bleiben." TaS „Leipziger Tageblatt" gibt in eineiu „Eingesendet" der bestimmten Erwarlsung Ausdruck, daß der! Saniariterverein al-Z solcher, sowohl eiugedetik seiner Satzungen als im Juiereste der guten Sache, in seiner Bütte Bestrebungen nicht ausfomiuen lasten werde, welche seinen Tendenzen schnurstracks zu- ' widerlausen. j - Alllwarüt. Tas Reichsgericht in Leipzig verwarf die rlrevision . Ablwardi's gegen das Unheil des Berliner Landgerichtes, welches über . ihn wegen Beleidigung des preußischen Beamtenstandes eine dreimonatliche G .'f a ng nißst ra re verhängst hatte. Ahlwardt, der! je?: am [fein mit einem für seine Easte gjünstigen Erfolg Dreißig j psenn ig Bei'ammlungen veranstaltet, wird also bald wieder ein neues .Marinrium des nüchternen «''anmens" durchniachen müsteu. — In : •’ei.ie:!et?thiit verbüßten Ofefängnißhafk hat Ahlwardt eine Broschüre [ ■:'.;:’':t. die er nun herausgibl. Tiefelbe nennt sich ebenso wie sein! C:ii Bundschuh", und zu ihrer Verbreiljung wendet er sich an nNnl-e Miltlhäligkeit, indem er in eirsem Borwort als Straf ' ■ zeichnet. Er nennt 'eine Tarjlegungen das Produc^ j 27 .!:;?■ •: ~ und Strebens Also seit 127 Jahre» ist Ahlwardt j ltci v.' .'iv in iuem Briefe vom 25. Juli l.s85 die anti i unerhörten Unsinn genannt und sich auf!• iv jeder .eligiö'en Intoleranz bezeichnet hat.! ' nr> zur «Genüge die! Schlußerklarttiig feines! und treu . gemeint ist jedes Wort." Ahlwardt Eine etuna. daß EhriskUs ein unter die Juden , ver'chtagener ^.-r:i>e.n - u v, nn: daß nur fälschlich von einer jüdischen Abstammung Ebrist! aeirrockzen worden. Ebenso sind »ach ihm auch die Jünger Jesu nicht lüdlichen Stammes gewesen, sondern haben auö l^a!:Ig.i, dem Lande der Heiden, gestammt, denen Bewohnern dis jüdische Religion nur an'gezwungen war. Rur ein Raeenjude hak sich Un v echt if unter ihnen befunden,-, ustnb,'da- - isti, natür1ich politische Borbild Ahlwardt'- ist Thomas Wiedertäufer, Bilderstürmer und Pochgamist Reformation,- den, er -als ^Märtyrer, als, edelsten Deutschen feiert. Den Hohenzollern v Münzer'schen Grundsätze von jeher hochgehaHe politischen Vorschläge, die dann Ahlwardt mal Münzer'schen Geiste gehalten. Da er von de alles Capital „Gewalteigenthum" ist, verlang dieses ..GewalteigenthumS" mit Ausnahme de persönliche Production darstellt, an den Staat gnädig sein, eine Entschädigung dafür geben den „Gutgläubigen", die persönlich an diesei gewesen sind. Als gutgläubig sieht er von v scheu, als nicht gutgläubig von vornherein bei Mischungen zwischen Deutschen und Juder Höhe der Entschädigung je nach dem Grade lassen will. Natürlich sollen alle Juden aus ihnen nur ein geringer Theil des bisheriges werden. Den Verschuldeten will er theils d der Zinssätze, theils durch Zwängserhöhung bet genossenschaftliche Organisation von Landwi Handel will Ahlwardt die sociale Frage aus d (Alliance Isra^lite Universelle.) schienen«» Berichte der „Alliance Israelite 18! >3 betrug die Zahl der Mitglieder am S während . die Ausgaben und Einnahmen 25 Centimes bilanzirten. Einen breiten Rauch richte wieder das Capitel über die Juden sich von Jahr zu Jahr noch verschlimmert, ui Auswanderung trotz aller Hindernisic an den znnimuit. In den Jahre» 181» 1 und 1802 gegründeten ComitöS die Auswanderung noch eindäinmen können, heute aber, wo die p russischen Flüchtlingen verschloffen seien, wo nicht mehr anfnehmen, mußte die Auswanderusv bleiben; übrigens erbaten die Auswanderer auf eigene Initiative und eigene Kosten: Biele dam. Tie Zahl der russischen Juden, die Vereinigten Staaten von Amerika ein Ilnterko^i dürfte nicht unter 50.000 zu schätzen sein. T in ausführlicher Weise die Drangsale, denen während des Jahres 1SU3 anSgesetzt gewesen s hat sich die Loge der Juden nicht verbesiert, Sehr günstig spricht sich dagegen der Berichs der Juden i» der Türkei aus, wo die .Jlliaixw Israelite Universelle" gegründeten anstalten das größte Wohlwollen entgegenbrsti Capitel des Berichtes ist den falschen Anklagen unsinnigen Beschuldigungen wegen rituellen Sosia, Sistow, Larisia, Bolo, Magnesia, H hoben worden sind, eingehend und überzeugend Jjiidas gewesen^ „Das nnserj der bekannte aus dem Zeitalter der unpeegleichlichen.., .«znb, rfsinuirt er. daß sie die n haben. Die sociallht, sind auch ganz im : Ansicht ausgeht, daß er die Rückgabe all sen, was sich als rein Allerdings will er so lasten, aber auch nur Gewalt nicht schuldig qrnherein an alle Deutille Jude», während er eine Abstufung in der der Mischung eintreten >em Lande entfernt und EigenthumS belasten hrch Zwangsherabsetzung CrediteSEhelfen. Durch rihschafk, Industrie und :r Welt schassen. Rach dem letzthin errersellv" für das Jahr se deS Jahres 31.420, mit 731.430 Francs nimmt in diesem Be Ruj lands ein, deren Lage hi.b i ie kei > Be! 2lus amisemitlschen Vereinen und Oersammlungon. ' ><z Bc.ro inacli: Ein »iacholikcntag e» miniature.) Tie »ca im Hinblicke auf die wüste Hetze, welche die Antisensi social" nennen, gegen de» Graten Hohenwart, Tr. ii in Scene letzten, nicht geneigt, in diesem Jahre eine» rag abzuhalieu. Sie besorge» mit Recht, daß sich solche Vorgänge ab'pielen könnten, wie sie im niederöß im Wiener Gemeinderathe üblich sind. Toch die Eher die Wiener Führer derselben, bestehen darauf, daß e und da sie außer Stande sind, die Xaihotisch-Eonservaiti zu zwingen, sich ihnen zu unterwerfe», so wollen st likemag e,i miniature veranstalten. Es hat sich, tunt) und zu wissen thur, in Wien ein Actionscomit Vorkehrungen zur Abhaltung eines niederösterreichischfn der hier Ende Tciober zuiammeinreten soll, tresien „Arier" versichert, „ist das Zuströmen von Xgiholi willkoinmen und außer Zweifel". Ter xatholikemag Antcheine nach nichts Anderes sein als eine Versammlsi aber ihre Spitze weniger gegen die Inden als gegen 'Trgan daS „Vaterland" ist, richten dürste. Es nehmen, wenn an dieiem niederösterreichischen Landes kör Nr. irrt. Folge besten auch die ) Grenzen anderer Länder ten die in Deutschland inigermaßen leiten und i^eußischen Grenzen den deutschen Häfen sie g sich selbst überlaste» e Hilfe, sie zogen ab gehen jetzt über Rotter- Jahre 1803 in den men gesunden haben, Bericht schildert dann >ie Inden in Rußland Auch in Rumänien noch verschlimmert, über die Behandlung hvrden den von der chulen und Elewerbegen. Ein besonderes gewidmet, wobei die es, wie sie in Vratza, illeschau und Kolin erwiderlegt werden. im e: i nb. eher Holisch-Eoiiservaliven sind ten, die sich „chrisllichchhrein, Abc TreninfelS :c. österreichische» Xaldolike»- ans diesem »catholikentage errcichischk» Landtage und ich-Sociale», namentlich li Xaiholikcntag stattfinde inen in ganz Ocstxrreich wenigstens einen »calhowie Spitzer-Weimar constilnirl, welches die LandeS-Katholikeniages, wird. Wie der genannte ans ganz Oesterreich m miniature wird allem ng von Antisemiten, die einstigen Gönner, deren nie uns nicht wnnder- <alholikentage auch Archil ie

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