Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- III (1894)
- Issue
- 115 (17.6.1894)
- Date
- 1894-06-17
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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Seite V Freie, Blatt. wieder gut zu machen sei. Das irische Volk liebe die Juden, und der irische Rationaldichter Thomas Moore habe nicht, zwecklos und nicht einnial die Iren mit den um Zion Trauerndes verglichen. Zum Schlüsse versicherte Corte, daß ein jeder nakioyale Ire solche Ausschreitungen verabscheue. i Tic Zildcilvcrfolgung in Rumänien.) Wi!e bekannt, hatte der aus Reservisten der rumäirischen Armee bestehende i, Verein einheimischer Iu cu" schon während der letzten Session dcS rumänischen Parlaments eine Petition an dasselbe gerichtet, in welcher um eine Interpretation der gesetzlichen Bedeutung' des Wortes _ stress» " (Fremder), in dem Sinne ersucht wurde, daß unter diesen Begriff und unter die an denselben gcluüpsicn Beschränkungen nicht auch solch« im Lande geborene Juden fallen sollen, welche, ohne naturalisirt zu sein, ihren Tienst in der rumänischen Armee geleistet haben. Die.Delctirtenconimission-des Senats hat jedoch das Eingehen auf die Petition put der Begründung abgelehnt, daß der „Verein der einheimischen Jubelt" die Rechte einer juridischen Person nicht besitze und daher auch nicht petitionsberechtigt sei. Run bat bcr in Jassy abgehaltcne Congroß dieses über ganz Rumänien ausgebrcitcicn Vereines beschlosien, eine neue Eingabe im oben erwähnten Sinne abzusasien und dieselbe, mit den Unterschriften aller jüdischen Armecrescrvisten versehen, dem Parlamente gleich bei Beginn seiner nächsten Session vorzulegen. Daß dieser Vorgang ein völlig gesetzlicher ist, unterliegt keinem Zweifel. Sogar die Regierung Eatargiu's hat die lonale Begründung des Wunsches jüdischer Reservisten nach Zuxrkennung der Heimatsberechtigiing bereits anerkannt, indem sic vor anderthalb Jahren an die Präfecten die Weisung ergehen ließ, daß auf die nicht im Besitzt des Bürgerrechtes bcsindlichcn Veteranen der rumänischen Armee die fiür Fremde gesetzlich vorgeschriebcncn Beschränkungen des Ausenthaltsremts in den Landgemeinden keine Anwendung linden sollen. Doch reichen, wie die Vorgänge int Tistricte Baeau beweisen, derlei Verfüguiwen nicht aus, um administrative antisemitische Willkürlichkeitcn hjnmnzuhalten. Hiezu bedarf es eines vom Parlamente genehmigten Gesetzes. «Russische Chicancn.) Ein Warschauer Blatt meldet, daß die Behörden des Weichselgouvernements den Landleuttn verboten haben, Sommerwohnungen an Juden zu vekmielhen. Tic durch dieses Verbot empfindlich geschädigten Bauern haben sich gegen Dasselbe mit einem Rccurs an den.Minister des Innern gewendet, jder ihn aber unberücksichtigt ließ. 'Run wurde an den Senat recr^rrirt, dessen Entscheidung noch aussteht. Die Chicauirungssucht russischer Tschinowniks treibt immer schönere Blüthen. 2tus antisemitischen Oereinen und Oersammlungen. «Gesprengte Aiittskmitendkrsammlungen.) Ter Ebristkich-sociale Arbeiterverein versuchte Sonntag den 3. d. M. die Arbeiter van PurkerSdorf und Umgebung der Social-Temokratie abzugewinneji. Tie arbeitenden Schtepvträgcr der Eleri>'ei, und wehr noch die schwarzen Herrschaften selbst bekamen jedoch von. den in der Versammlung anwesende» Social-Temokraten so artige Tinge zu hören, daß die Vcr'aminlung in den mildeste» Radau ausartete und vorzeitig geschlossen werden mußte: in gleichet Weite wurde eine Tage vorder zu Hernals zusamineiigetrommelle Vei'amml mg der sogenannten christlich tocialen Arbeiter von den iocialdemokratiicheii Arbeitern gesprengt. tAuch eine starke Kraft.« Man schreibt uns: Pergaagene» Freitag den * .'uni wtnde in Krautno'ls Restauration im X Bezirke eine vertrauliche Ber'ainnilung der deutsch-nationalen Partei abgebalten. RelchsratbSabgeordneker >?auck erstattete vor einem' winzigen Haustein von Zuhörern seinen Rechen- 'cha'tsberichk und entwickelte ferner sein Zukunftsprogramsti, ' das er mit fclacitden ug.-nthnmlichen Bemerkungen schloß: „Leider glaube ich zu bemerken, :aß un ue Partei, die Partei deS Märtyrers Schönerer iHauck spielte da? oteriuot atitche „Martyrium des nüchternen Gaume ts" Los i! P: ster's Gr! erurtbrilt wurde, als ob dieser reiche V .aur.ytvobi:, — Pollitzer wäre», lau zu werden beginr r, imd zwar gerade :>e en letzten Reichsrathswahlen i rdueten die tbm übertragene o tapfer benommen Aufgabe nicht noch tu sch.ru ist, denn tonst mußte selbst eins starke .straft ereine ..starke Lchou, ein in k nun Per da». r. schwer-:. tadmen " st .. H n.t k ein „gii st-r "tennanc" Kleine nicht nva an tSrcße.nvad» V t»sju Bürgermeister muß rö fein. Tr Carl stu, ger lenntzie vergangeiten Tc,intag zu einem '^astspiete tu T ürnkrut, wo er.seine >en Wienern wohlbekannten Kumte vor einem aus Geistlichen und Laien bei vrtdueirke. Tas Bergatti't'che Blatt verzeichnet, daß Lu/ger einen „großartigen Lriolg" ernelt und die Besucher, zn denen auch die „entsSrntesten slovakischen Torfer" .iu Eenkmgent gestellt batten, entzückt habe. Mit letonderem Behagen hebt der „Eigenbericht" des Blattes hervor: „Auch der luden-liberale Bürgeran, zu welchem rwaltungsrathssohn straft"! Leidet der Meister von Dürnkrut, Isidor Potizauner, erhielt seinen theil." Za, ja! Aus die Bürgermeister hat eS der Mains Kette" versagt bleibt, abgesehen, .staun er nicht an den heranireien, so kühlt er sein Mülhchen an einem der Bürge):« Znaim oder auch Dürnkrut. Ein Bürgermeister muß es spricht. Das ist ebenso unvermeidlich wie die Solecer Deutsch in den Eigenberichten des Pergani'schen Blattes, serate über das Türnkruter Gastspiel auch folgende „Während der Bersammlung stellte sich ein kurzer Platzregesi aber die Bauern im Garten nicht entfernten. Selbst die gefüllt." (Znriickgcwiesen.) Wie aus St. Pölten, berichtet dortigen Bürgermeister und Oberschützenineistex Tr. Ofner „Soeiologen" Scheich er, den Garten und den großen S zur Bcranstaltimg einer Gasworstellung den Herren Lu ege zu überlassen, in entschiedener Weise zurückgewiesen. (Zweierlei Maß.) Eine antisemitiiche Bersammlung sich gegen den dorr von social-demokratischer Seite veran ans, fand aber die Boycottirung jüdischer stauslente sehr an gleiches RechtSgesühl bekundet das hiesige „Vaterland". Die« lich, wenn die Clericalen Borrechle begehren, ist aber entr« Staatsbürger die gesetzlich festgestellte Rechtsgleichheit reclain (Eonservative uad „reine" Antisemiten.) Das Für blättchen „Freideulichland" berichtet über eine Sitzung des d Landesverbandes für Pommern, an welcher neben Förster auch Freiherr v. Langen als „Ehrenvorsitzend: har. In dem Bericht heißt es: „Tie etwa sechsstündige Bespc allseilige Verständigung herbei; mancherlei Bemerkungen Mißtrauen entkräfte!, der Einigung aller antisemitischen Wort geredet und durch den Beschluß vorgearbeitek, daß die jenes Verbandes stehenden Herren (v. Langen, v. Borcke. Zwecke eines Anschlusses oder Bündnisses mit der .Antisemit von Rorddeutschland' (Tr. Bachler, Dr. Förster, Witte) und bei dieser Gelegenheit gewisse Angelegenheiten, die ein bisher erschwert haben, sichten und schlichten sollen." Freche hier in Gemeinschask mit Ahlwardr und Förster eine Verst i: semitischen Gruvpen Böcke l'scher Richtung erstrebt, ist bekan u conservativen Frackion des Reichstages. Tie „Kreuzzeimng" Berbrüderung des Herrn v. Lange,i mir den Freunden, gehallen; sie schreibt: „Wix nehmen an, daß der Bericht, den Freiherrn v. Langen handelt, den Thatsachen nicht enlspsi möglich, daß ein Angehöriger der conservativen Fraction d Männern in der erwähnten Weise näherte, die, wie der Abg) in der rücksichtslosesten Weise gegen .Juden und Junker' der Abgeordnete Tr. Förster es in seiner Eigenschaft als Lo .Antisemitischen Bereinigung' soebey erst gethan, Wahlentkja um polnischen Eondidaten den deutsch conservativen. gege zu verhelfen? Wir Hallen das, wie gesagt, sür schlechtweg sind überzeugt, daß in dem Blatte .Freideutschland' der ,Wuij> Gedankens' ist." Von liberaler Seite wird dazu bemerkt, zeimng" wieder einmal ein sehr schlechtes Gedächtniß heuch^l« baden Freiherr v. Langen uiid Ablwardl schon längst sehr miteinander gehabt, ehe sie sich um Reichstagsmandaie bewarb« „Iudenflinten"-Proceffe zur Genüge bekannt geworden. Fre ferner im Wahlkreise Stralsund-Rüge» zuerst als antisemitisch gegen den der fretconservativen Partei angehörenden v. Kendel> ausgestellt worden, und die Conservativen des sich dann erst entschlossen, gegen die Wiederwahl Koudell's als Freiherr v. Langen ihnen versprochen hatte, im Falle coniervaiive» Fraclion bettreten zn wollen. Freiherr v Reichstage selbst nie ein Hehl aus seinen engen Beziehung .semilischen Abgcorhneteu gemacht. Er gab stets beteitwillnf her, um den antisemitischen Anträgen zn den vorgeschriel e schristen zu verhelsen, so lauge die Aittisemiten nicht aus aufbringen konnten. Es ist gewiß, sagt die „Magdeburgisch Zeichen der hochgradigen Verwirrung, die Herr Stöcker zeituiig" im eigenen Lager angerichtet haben, daß ein valiven ReichslagSsraclion, wie Herr v Langen, mit dem „Juden und Junker" hetzt, znsammengeht, er befindet sich reicher junkerlicher Gesellschaft, denn die Wahlen von Ahlwarh« ArnSwalde und in Reustettin wären nie möglich gewesen, beiden Wahlkreise« zahl- und einftußreiche Landadel, der aus der „Kreuzzeitung" und dem „Reichsbolen" gewinnt, sü« „Juden und Junker" eingetrelen wäre. Daß die „Kreuzet brennen möchte, ist nach den Ersahrungen der letzten Zeit erk die ste ausgestreut, hat aber!cho» zu tief Wurzel gefaßt, wieder ausgerollel werden könnte. wohlverdienten A» . dem die „goldene ermeister von Wien Meister von Krem», lein, wen» Lueger ik und da« Solecer Welche« in dem Reachtleistung bietet: ein, trotzdem sich tegelbahn war dicht . Ah.» -r frühl v Lang Milz! w'! fei i« al« Nr. 115. wird, wurde vom das Ansuchen des lat der Schießstätle c und Geßinan» in Berlin sprach schlieren Bierboycolt i rkeimenSwerth. Ein findet es rühmifstek, wenn jüdische rcn. 'sche Antisemitene u t s ch - s o c i a l e n Ahl warbt und r" ihe.ilgenominen cchtmg führte eine wurden berichtigt, tippen kräftig das rrei an der Spitze Rene) sich zum sche» Vereinigung baldigst beiprechen i'olches Bündniß rr v. Langen, der ndigung der anti- «itlich Milglied der stell! sich über die «vardt's sehr tutsoweit cs sich um ichl. Wie wäre es Reichstages sich ordnete Ahlwardt, >tt oder die, wie staudsmilglied der ltuug empfehlen, üüber zum Siege ausgeschlossen und sch der Valer oeS daß die „Äreuzr. In der That enge Beziehungen da« ist au« dem cherr v. Laugen ist er Gegencandidat en Abgeorditelen iVahlkreiseS haben Front zu mache», seiner Wahl der en hat ouch im en zu teil anti» st seinen Ramen nen 15 Unierchgener straft diese e Zeitung", ein und die „Kreuzlied der conser- Manne, der gegen i;bei ober in zahlt und Förster in nn nicht der in ne Aiiichauungen die Hetzer gegen jetzt zurückärlich, die Saat, daß sie so leicht iiung"