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Freies Blatt · 1894-06-03 · 113 (3.6.1894) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
III (1894)
Issue
113 (3.6.1894)
Date
1894-06-03
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Nr. 113. Freies H l j 11.?citf V* Prälaten Kneipp Wasserheilanstalt in i'.söri{bofcii. ■Jiim wirk liier die Haie depon. Baron Rothschild geleistete» Honorars inSbe-onkere von ant-iemitiseber <eite folgendes Märchen »verbreitet: Rach vollendetem Eurgebränäie Haie sieb der Hepr Baron bei kein Prälaten erkundigt, was er iämldig >'ei, und au! die Antwort des Prälaten. taS Üeiie den Patienten iiberlaise», habe er teinielieit den Betrag von — 50 Mark übergeben. Jicie von anliieivituchen Blattern mehrfach erzählte unk auSgeientete 0>e'chichie veranlajile einen Tepliyer Fabrikanten, beim Prälaten Kneipp direkt eine-Erkunkigiliig über den wählen Sachverhalt einzuziehe». darauf lief, wie de.» „MonlagSblatt anS Bobinen" mitiheilt, eine Antwort ans WöriSbofe» ein. die wir hier zur »eneili.beu Be : leuchiung aiiliienriliicher 'Wahrheitsliebe wörtlich wiedergeben: „Wörlsbo'en,! II. Mai lf>!»4. Euer 'Wohlgeboren! Auf Ihr Eieehrles vom S. k. M. die er- > gcbensie Milldeilung. dag ich deute kein Herrn Prälaten den Inball Ihres Schreibens vorgelrage» habe. Ter Herr Pralal gab mir den Auftrag, zur bleuer der Walndeit zn Ihrer Benibigung nnk zur Abwehr ungerechter An griffe Ihnen Folgendes inilzniheile»: Herr Baron Roth'chiik machte liier die «für nach Anwei'ung des Herrn Prälaten Kneipp inil gntein Et'olge. WaS der! Herr Baron ihm gegeben, wird '.Niemand eifahren, wie nbeihanpi der Herr Prälat niemals von seinen Enrgäsien sagt, ob sie ihm viel oder wenig gegeben habe». Ter Herr Prälat war mit dem, ivaS er ilmr gegeben, vollständig zusricde». Zugleich muft »och erwähnt werken, daß ker Herr Prätal von kein > Herr» Baron sagte, er sei einer ker bescheidenste» Entgälte. geivrsc», ker ibin wenigste Zeit hinweggenomineii unk ihn öfter» bat, er möchte >bm die Zen btsiiminen. tvaiin eS ibiü am gelegensieu iväre, »in ibin zu veikzhren. unk sich . ga»; gcnan nach ker ibm bestimmten Zen richtete, äugsitich vermeid »H >Im irgendwie zu belästigen oder »»gelegen zu sein. Bbivodl ker Herr Bare» e» | sich verbeten, io musi mit die-en Fall doch angekcuiel weiden, kasi in neuerer l Zeit er einer der grösilcueBöodllhaler der Kneipp'ichen Innungen geworden in. Ter Herr Prälat bedauert iebr, kasi kein Herrn Baron io unrecht gei.iiiekn,! kenn ihm sink als Enrgäne alle gleich, weg stänke» nnk Religion sie >e,n! mögen. Er betrachtet den Kiauke», sucht ibm zu helfen unk will durchaus! nicht, kasi Ieniandein Unrecht geschehen >ollie. Ii» Annrage des bv.bwürkigen Herrn Prälaten boebäibltingSvollsi Migr. ^eb KneippS ^eerelariat." iRadau- »nd Tivoli Brüder.1 In einer ..Eouservaiive Oiehirn erweichnilg" üierichriebenen Roti; läsil sich ker Berliner ,.A uli'e>»iliiche cneralanzeiger" wie iotgl vernehmen: „Unfähigkeit und Tuininkreisilgleil icheinen die beioukercn Kennzeichen der .oi'ieiellen eou'eiva:iven Patteileiinng bleiben zn sollen. TaS ktäglichsie aller eoniervativen Ianimktbläiler isi die iogtnannle .Eouseivaiive Eorrtiponkenz-, iür die ichon llniiiniiuen ker von gut miilbigen Thoren ge>venketen Parleigelker vergeudet woiken sink. Ta. das Blättchen wegen 'einer völligen BekeutuiigSIoiigkeii >ibo» läng» nicht mehr die geringste Beachtung zu sinken vermochte, >o vernichte es in voriger Woche eine ausiergewölniliche Krafilciitung. Es rief'nämlich den TlaatSauivall t ob Herr Treicher be-onderS geineini war, in nicht ge'agti gegen Ablwardt's iieu,ne Etttliülluiigen;» Hilie, mit dem Hinwei'e daran', kasi Alilivarkt '.ton durch die Trohnng, neue Belege über die Berinkung un-eier -Staate ina'.bjne z» vero'ieni licheu. das (Nefängnisi verdient habe. .TaS Beüe iei deshalb. »lau tieiie ,ge>ez> liäie' Masinabinen, wonach Adlwardl 'o'orl, noch ehe er feine neuesten .Per iclllndiiiige»- anSlpreche. hinter Tchtosi unk Riegel gebracht iverke! Taiau' können wir nur Folgendes erivikern: Böen» die eoii'etvative Parteileitung nicht soiort daiür Z^orge trägt, daß der Redakteur kieier Iainmereorreipondenz einer Irrenanstalt überwieien wirk, so werden wir lüiiilig geuötbigl iein, die ganze eonservaiive Partei nur noch vom palliologi'chen E'esichlspniikle aus zn bebankeln Bei Herrn Pasior Engel vom .Reichsbote»', der 'die Rekerri der .Eor reiponke»;' znstiinmenk abkrurki, inüsfen wir kie-e BeurlkeilnngSweiie stbon letzt eintreten laffen. Jedenfalls ist dieie trnlhahnniäsiige (Gehässigkeit keS angeblich auliiemilischen PaslorS gegen die Führer der anlifeiniliichen Partei eine recht schwächliche Widerlegung ker unfererseikS apsgesiellle» Bchanplung bezüglich 'einer iiikiiche» Absiaininnng." jfüiuUitnu. Ulsslilisllills, Pietismus, Aiitifniülisaius am Ende drs neunztelinien Jahrhun-erts. läine eullnr philosophische Dlndie von vö. Denker. l? Lländcn hinzndrängen, gewisse freie Berufe, wie die Advoeatnr, Bkedicin, Journalistik .überfüllen u. s. w. Cb diese Behanpliinge» gerade in dieser Allgemeinheil Anspruch auf. Richlig keil haben, wollen wir nicht »nlersuchni. Jedenfalls muß die' Bolicollirnng der Juden aus einem Erwerbslind BelhäligniigS gebieie zu einer ungleichen Berlheilnng der Juden ans die einzelnen Berufe fuhren Ed in eben nulito als nainrllch, wenn die Juden sich in ihrer henlchien wirlhjchafllich angeseinSelen -Llellung lieber den — glich einen nachlräglichen Berufswichsel erleiehlernden — gebildeien <lünden znwenten. Wenn wir z. B. -Horen, daß die Zahl der jüdischen Cludenle» an der Bö lener Universität Im Böinlerseincsler 1 >7,'> 7i> also in der Zeil der regsten BelhiKligung der Zndcii a»i z^esehaflslebenl nur l :*7 Pereent von der rVesainnilzahl der Hörer belrng, während sie stelig imichsend im Winlerseincster ls'.M i1:?;•:> 12 Pereeiu anSmachle, so sind wir geneigl, dies reetik ei'genllich als Erfolg der anlisemilisehen Bcr folguiig ai^zusehen.-') Ansonsten können dieie Zissern höelislens nur noch das Eine beweisen, das; die Inden eine größere -Borliebe zu dem für die Mehrzahl von ihnen mil Harle» Enlbehrungen zind Cpfern aller An velbundeneir gelehrlen Llndinm haben. W>ie Ist ed denn möglich, das; man derlei Thaljachen — welche doch höchstens die Znferioriläk der eigenen Raee beweisen könnlen — als Trninpf liegen die Inden ansznsvielen wagl? Anlworl: weil Heine auch eine so widersinnige Argnmenlation gleichwohl geeignel ist, die Biassen gegen die Inden zn fltininen. Nochmals, wie . wurde man von der Cesfentlichkeil ansgenommen worden sein, wenn man vor dreißig Jahren die Juden dadurch bloßznstellen versnchl Halle, das: man sagle: sie drängen sich zn lehr zn den gebildeien Llünden.' sie -belheilig.m sich zn stark an den geislige'il Bestrebungen der ^i'alion. Böenn heule gleichwohl solcher Böidersinn-seines Erfolges bei der grvßeir Masse sicher sein kann, so muß Bildung und Bildlingsdrang an und sjir sich in den^Augen dieser Masse bereits als elwaS Eomvromillirkndes g'lleir Das Milien hat eben einen nnlengbalen schrill nach ruchwärls geihan. eS ist oifenkiindig bihdnngsfeindlicher geworden, und dieses in tellectuelle Gepräge, das sich anderwärts in Crzzie» des religiösen Aberglanbens »nd Fanalismiis auslebl, macht sich bei-»ns. in der speeielleu Foini des AnliseniiliSinnS gellend. ' Beraane nur Beniunil unk Wissennbail, TeS Men'che» alleriöäisie Kraii, - rag' nur i» Bleifk und Z.iubezwerken Tiä, von dem Vü.viuu'M! benäike-.i. <?» li.it'- iei) diäi Mio» uubediugl -- Bi an hörl sö'.niliih de» schadenfrohen Tensel kichern, der, dieie Böorie dem armen, belhörten Bi'ann deS Bolkes nachrnsl: lind hälter siäi- Iiität ltiet't dem r enfel übergibeii. __ Er inüsite Soäi. zugrunde geben! " ' ' VII. Man höil. jeyl sehr .,. palho.logiiche (drscheinnng beze.. .. das; nnS die diesbezüglichen Ansstihrungen wie rlrafft- Ebing, 'öombroso ». A. nichi Analogiespielereien scheinen.- Bill Berglriitie: ein häufig den AnliseliiilisinipS a! ächnen. Wir müssen o'teii gestehe selbst von E'avaeilali hin viel mehr als ble];t ist ivenig geil).in, im i Tie Zahl ker jükiiet'ei! Höret .;» der Wten.-r. llitirersi:.-.: betrug: Im Winleiieinesier I"7 > 7» von der Ee-anm tzilu Pereent ' l, Die Aillisemilen führen mich alö Beweis gegen die Inden ge wisse statistische Angäben inö Feld, durch welche dargelhan werden soll, daß die Inden sich besonders;» den. sogenannlen gebildeten l’-'T»» Ti’,, .. ., l '77 7"t,- .. --'I >:> I'<7-> 7v'- „ „ :: I , 1 *7!' ->tl , / *j;> o 1"<I S'J ., ..;!-j , ’ .. 1"('J s-> -V. :'l . t"».'! St l , 1 *>S4 ,. ,. ., 3i 73 .. . r.r.-ti . So .1 - 1^7 s«; .. -Ji ls>ss;i 32 a:> ,. 33 3;i l:-!«l.. ,. 33 >2 .. I» den im e 'sierreiäiii.lien Rei.iiSialde vertlelenen Königrei.iien und rändern kamen If.'O aui je I(tth>i> P.-r-onen beike,r!ei Gi->i'!e>iiieS :>5 katboli'.he. >-,'«< evauizetiMte und 177 jüdis.iie Tiukirenke: der Zukrang der Jude,, zn den Mittel unk Ho.h'ämlen .ist ol o ian doppelt >o siars als kerienige ker Katholiken.

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