Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- III (1894)
- Issue
- 113 (3.6.1894)
- Date
- 1894-06-03
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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Seit» 6. Later das Datum anzugeben, an welchem wurde, so daß der Richter in Zweifel gerieth, unter die Rechtskraft der Gesetze falle. Erst Junge naiv bcincrktc, schon einmal m Arrests abgcstraft zu sein, konnte Freie» Blatt. der Angeklagte geboren ob der Knabe überhaupt alS der hoffnungsvolle it zwölf Stunden IStrafverhandlung gefährdete der Angeklagte mit aus einer Gummiienstmädchen fluchtartig lder vor einem Unglück Ngen Jungen arrctireu le lange '?iafc drehend. Junge den Schauplatz rr mit einem Trupp den, '»fern er sie für gte. Mit dem Rufe: d'," stürzten sich die un, der sich vergeblich tcn Mann, der sich eine brennende uranzbeamle S i g n e r, arten Kaffeehauses auS beobachtet hatte, lief binaus und requirirte einien Wachmann, der dem Treiben des Jungen bald ein Ende mochte. Ter robe Knabe war d,er ihm zur 2a st gelegten Tharsachen vollkommen geständig. Tic Lcr ihm mit einem Hieb des scharfen Meffers den er Reißaus nahm. Schwan; ab, worauf (Perullglückter Aructificirungsversuch.) Dfe Ausführungen des Winzer Abgeordneten Wim Hölzel gegen den Pan der Taucrnbahn wollten die Antisemiten und sonstigen Rückschrittsmäuner im Salz gegen den liberalen bürg er Gemcinderathe zu einer Kundgebung Abgeordneten Tr. Keil fructisiciren und dcmselien in der Form einer Ermahnung eine Art Rüge wegen Lässigkeit crtl eilen. Dies ist ihnen total mißlungen. Wir lesen im »Salzburger Lol hafte .Salzburger Chronik' hat den Anti-2ibera en in unserem Gl mcinderathe allzufrüh zu einem .Erfolge' gratulv t, den sie nicht auf zuweisen haben, und ebenso hat sich Herr Gemeindcrath Tr. Kilcher zu' voreilig über den RcichsralhSabgeordneten .. r. als er in der-'lctzten GemeiudcrathSsitzung meinte: Handlung mußte ivegen Lorladung des gegenwärtig zur Wasseiinbung cingcrückt TichcrHcilSwachiuaniieS, der vertagt werden. Tem M. geordnete der Stadt Salzburg nicht weiß, was wir ihm sagen, was er zu thun hat/ Herr Tr zu dieser peremptorischen Auslastung berechtigt, irrigen Annahme auSging, daß Abgeordneter führungen des Winzer Rcichsrathsabgeordnelen gegen den Lau der Taucrnbahn unbeantwortet war eben nicht der Fall. Denn Tr. Keil hatte fiit) schon am ü*. Mai. Früh, also mehr als zwei Tage vor der von Herrn Tr. Povinelli in unserem Gemcinderathe provocirlcn Taucriibalmdcbatte im Abgcord netenhause zum Worte gemeldet und war cs nick er erst am 21.. Mai in der Abendsitzung zum r thun soll, inüstc» Kilcher glaubte sich veil er von der total Tr. Keil die Aus- Herrn' W i m h ö l z e l lassen werde. TieS Later des K naben7welcher der Lerhandluug amrohnte, wurde vom Richter! '*« ""warten mußte, bis die vor ihm eingetrage ren Redner gesprochen tuTMKte -arerunser" zu verlhcileu, reipeei ganze Angelegenheit habe mit der Schule nichts zu ihn», und cs lönne daher auch von diesem Slandpunlle an l nichts veriügl werden. Tie dezn Gemeinderaihe angehörigen Mitglieder des BezirksschulraiHes waren jedoch anderer Meinung Sir kritisieren in scharfen Worten das Lorgehen des P'arrers Teckerl und stellte» schließlich den Antrag, die Angclegcnlwii dem Plenum des Bezirksichul arheS vorzulegcn. Tie'er Antrag wurde auch genehmigt. Wie ein 'Wiener Blatt miitheilt, wurde die'er Tage eine ,. Tantadreffe" au Decker eolportirr, auf welcher bereits llnier'chriften von Bierablragern, Haiidlungsbedicnsteten, 2ehr jungen :e prangten Plaeare, welche dit Thäiigleii der Colpor teure Teckerl s nnrerstüt-ten und zum Ankaufs seiner Hctzschrisken aus forderten, wurden am ."»>>. Mai an den Ssraßcnecken angeschlagen. der nichts gelernt C i r e u s Busch i st, der eindringliche Rath zutheil, den Knaben, bat und 'gegenwärtig S r a k i st i m einer Besserungsanstalt zu übergeben. I Irrfrrt’o Colporlcnrt. 7U> der letziim Sipung der zweiten Seelion des Wiener Bezirksichulraihes gelangt: ein Erlaß des Landes sckinlraihes an den Bezirksichulrath, in welchen angefragt wird, was derselbe in der Angelegenheit des Pfarrers Teckert von Wcinhaus veranlaßt 'habe, zum Referate. Als Berichtersta ler sungirte Magistrats raih Pr en er. Derselbe bemerkte, daß nach de» gepflogenen Erhebungen. P s a r r e r Teckert nichts g e l h a u habe, w a s v o u S c i t e der Schulbehörde zu ahnden wäre. {Tpr Herr Magistraisrarh spicht genau io wie der Herr Minislerpräsidient > Er habe lediglich eben in der Kirche anwesende Kinder dazu icrwendel, d»rs von ihm hatten. Tic .Salzburger Chronik' besindct sich dem Holzwege, wenn sie glaubt, Tr. Keil habe telegraphisch mitgetheilten GcmcinderalhSbesckfluste, - die Taucrnbahn gesprochen. Diese AnnaHnic er vollkoiiliuen hinfällig, als das betreffende Tclegda erst am 22. Mai, Mittags, mithin fast einen er schon seine Rede gehalten hatte, zngcftcllt demnach auS eigenem Antrieb und ohiK erst die bürg abzuwartcn. seine Pflicht erfüllt und damit bewiesen, daß er ganz gut wußte, was er' zu thun habe unp ve zu verkante». Tie Herrn Tr. Kilcher nicht erst nölhig hatte. Son oHl dem Letzteren als auch der .Salzburger Chronik' gegenüber gilt laher im vorliegenden Falle das bekannte .Ki liwnwsvs, philosoplms; Ci'inc AliregNIlstJ Wir erhalten folgende Anschrift: Es mar im Jahre I8G7 zur Zeit der Ausstellung, als ich Hcine's Grab ans dem Friedhofe Montmartre zum crstcnmale besuchte TodkcngräberS war cS möglich, sich in dem Gewirre von Denksteinen zurechtzasinden. Ta standen wir endlich vor lsem Grabe und legten zwei Kränze aut die einfache Steinplatte. Ter geführt haue, unterbrach zuerst das Schweigen. er leise, »fehlen hier Kränze: das Grab ist zu l ersteckl, und man sagt doch, er sei ein großer Poel gewesen'? Ich weis die Franzosen würden ihn anders ehren!" Wäre Genostc bemerkte am Heimwege: »Dieser Mann Deutschland muß erröthen, es ist eine Schande: Nr. 113. Keil cchaufsirk, Wenn der Ab seine Schuld, daß Worte kam, weil er, also vollständig aus :rst in Folge des ihm im Parlamente für cheinl' schon deshalb mm Herrn Tr. Keil Tag später, nachdem nzurde. Tr. Keil har Anregung aus Salz einer Ermahnnng des Mann, welcher uns chon lange," sagte wäre er ein Pariser, er ein Pariser! Bk ein hat wahr gesprochen; Deutschland ehrt ja Tags daraus aber von Sicherheitswachlenten '.Hntiicmitifdjr Hclvciitlialtii.' Man X Bezirke am' Bürgervlatz wohndasle Teeo den 2"! Mai innerhalb einer hat Montag bauie näckstt deren er stch demnächst vor dem Bezirksgerichts irnrd Er kam um die sünffe '.h'achmillagsstnn verlangte ein Krügel Bier. Im selben Mometue jüdi'cher Hauffrer das Voeal, und als Mangr merkte, begrüßte er ihn mit dem rohen Zur denn der Strick no nii ffrti, mit dem du ausg'hängr wird'?" E:n zurälliq verwies Maver seine Rohheit, woraus derselbe dem gebiechltckien Hanstrer einen Stoß versetzte »el und sein' W'aarenkasten in viele Stucke ze vieder beseitigt. schreibt uns:, Ter im aicnr Johann. Man er Stunde in. einem Gast dem Bürgerplatze zwei »Heldeürl aten" vollbracht, wegen u verantworten haben in das Gasthaus und betrat auch ein aller de» armen Mann beit : »Alter Gauner, iS N»d die ganze Judenbrut anwesender Advoeatnrseoneipienl wüthend aussprang und .so daß .dieser zu Boden ffchellie. Ter Wirth und Eoneiptenr waren dem alten Manne behilflich, sich wieder zu er eb-.-n. unk verlangten, daß er sofort zur Pol zei gehe und die Anzeige > rstatte. wobei ne ihn durch ihre Zengenanssogen unterstützen würden, a. da w:r i m: weiter fürchten," schrie der brutale Mensch, wann s >r :!d lnackü s. >'o schneid' ich dem Wirth sein Pudel a no den ..u? einerder Gäste darüber laschte, sprang Planer aus. Schwa' ab elgnn raicd das aus den,' Sckianklisckie liegendse Brokmcffer, stürzte auf den in -in Winkel schlafenden Hund des seine Großen nicht einmal attf eigenem Boden."'— Prophetisches, vor 27 Jahren gesprochenes Wort. Heute faselt All s von dem".Atheisten Heine", von dem »bezahlten Deutschen", von dem »Juden Heine" aber von dem Sänger und Erzieher Jung Deutschlands rede» Wenige mehr. Wenn man Herwegh'S schärfstes Wort: Ricdertrachl" hier anwcndcn wollte, so paßt cS selige Gesellschaft, welche aus BlizanlinismuS, B gottcrie und GiMnken lostgkeit sich vor den wahrhaft Gebildeten lächerlich macht. Wer unter den wahren Musikfreunden fragt bei Mendelssohn nach dem Juden'? AlS einer in einem Concerte eine solche Acußecung that, lachten ihn die Rachbarn auS. Also warum den »Juden 2ivpcn'? Weil cS „oben" angenehm berührt, w gefällig ist, weil eS eben armselig ist. Freie, Wie stolz sind wir Alle auf euch, die ihr größten 2yrikcrS zu verwischen suchet! Wie lein sein Denkmal, wenn er ein Pariser wäre! Lielle ck ötadt Oesterreichs dem Unvergleichlichen ein würdiges Denkmal, wie Wirlhes zu und schnitt ja auch Goethe in Wien geehrt wird, wie cs gegeben wurde: oder liegt auch ganz Teutsck Drucke seiger Angst vor dem Urtheilc einiger ihrem uncivilisirten Cannibalengchcule die Wcjlt jagen vermeinen'? Ich kann cs flicht glauben . . Rohheit fürchtet sich nur die geistige inisvrn plebs. über den aufgewirbeltcn Staub. Millionen von $ läffcrn haben die milde 2una schon angcbcllt, aber ihr Glan; ist trotzdem der gleiche geblieben. TcS deutschen BolkeS jedenfalls auf die arm Heine" stets aus den il es den Reactionärcn »»abhängige Männer! > aS Andenken unseres nge hätte Heine schon cht errichtet eine deutsche anderen Dichterfürsten Oesterreich unter dem Schreier, welche mit ins Bockshorn zu Bor Dummheit und Wer Geist hat, lächelt