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Freies Blatt · 1894-05-27 · 112 (27.5.1894) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
III (1894)
Issue
112 (27.5.1894)
Date
1894-05-27
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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rfite ö appcllirt pat. Würde Graf Uwarow in T leben, so würde er gewiß dem .Bunde bei politischen Anhängern L'iechtenstein's angehöre«. Freie» Slatr. schland oder Oesterreich Landwirlhe" oder den 2Ui5 antisemitischen Vereinen und Versammlungen. '„Teutsch-nationaler Arbeiterdund.") Eine a^ 19. d. M. im^aaie der „Ressource" abgchaltenc Beriammkung dcS anlisesnitifchen Vereines „Tcutschnalionaler Arbeitcrbund" wurde, als einer der ÄKtaroren die „blutigen Vorkommnisse beim Ostrauer ApbeiierauSstaud" im Sinne seiner. Brotgeber. zu 'ruenneircii begann, vom Regierungsverlretcr ausgälöst. Ein anderer Agitator baue schon vorder auslandslos gesprochen und über Huden, Bolen und Magyaren ge'chimp-t. ' lHobcllwart-Hkftc.s Zn einer Versammlung des ,.dtatdolisch-constilulion eilen Be re in es" aus der W icdeu! wurde gegen den Grafe» Hohenwart gebept: dem Auserkorenen von Hernals leistete dabei nieniand Geringerer Assistenz als der Pfarrer scherzer, welwer vom Lande zur Versammlung geloniincn war. Ter arme Hodcmvart! Juch Scherzer ist gegen ibu, ppt 'ann ilm nichts mebr vor dem ibm angedrokteii politischen Tode rcireu. Antiscmitische sountagSdriligung.) Tic Wiener Antisemiten benüplen den Tlkifaltigkciis'cninag. um den Glaubens, Rpcen und Elaffenkrieg nach Ptäbreil zu nagen. 'Wahrend s reiner, Znlegeft und L>eä>genftein in Zuaim 'piaeben» ''aglen Gest in ann und Lueger in Frain ihr Sprüchlein der. Tie zugereisten Gaste ballen die Pfarrer mid Eoopcraioren der ganzen Tiooeie zniaimnengenoininell. um für ihr Geschimpfe gegen den „Znden ibcralismns" das gehörige Ändiiorinm zu habe». sTie heimische Bevölkerung verhielt stäi nainlici' den ungebelenen Gästen gcgenüber kübl bis ans Her; hinan, und in Znaim gingen die'c in Beiolgum der Wiener Traditionen -egar vor die Tbore der-sladi. um sich dort ihrer Ideen zu enlledigen. iGlllt scdcnswiirdlgkcit )-lieber ein Enriostlip ersten Ranges auf dem Gebicie des auri'emiki'cden VereinslebeuS, nämlich über einen dent'lh liberaler A n l i > c m ite der inBerl Maire und Heb midi ins Leben gerufen irurde. bericbier der hiesige Anri iemiltnmonireur: ..Ein uns zugckommcnes Flugblatt gibt Ausschlüffe über'die Ziele tesststbcn. Tarnach handelt es sich bei di Politik, sondern um einen kirchlichen zvrolestantische sinnig >ein 'oll im Gegeniape zur Orthodoxie und ,^B e r b a n d n von den Herren R u n g e. ''ein Perbande weniger um ) Antisemitismus, der frei antisemitisch im Gegen'ape zum allen Testament, als der Unterlage ondodoxtr, d. b. in tieiem Falle .mden.hristlicher' Weltanschauung Tic Partei will sch lebka'r an den synodal wählen beideillgeu und eüie .stiräienre'orüi bewirkm. Tie nächsten Kirchen ivablen 'ollen in die kirchlichen Gemeindebehörden änd snuoden Männer ent »enden, ivelctie die ','cbren Ebristi unangelastel lassen, aber zugleich die Eni »ernung aller Talmud und Hedräerge»cbichlen zu Siebung 'ordern." Wie vstegie doch weiland Scholz der schwäche Kraft in der Erreichung dunkler Ziele ancti des Gelingens Huld erwärmender Nachsicht "Motto diele» Bereines 'ein. i,Tas Heil Ser Mcnichbcil.) Ter berüchlr Bielc'cld in Westvbalen wurde von den Äuiilemi Zwecken der christlichen Er» immer zu lagen'? „Wenn sich Kar gewildert, und wie l unkt" n. >'. :v. Konnte das te ' Pastor Z skrau l ans en H anno v e r s zu einer ^Hetzrede gegen die Juden eingeladen und entledigte sich kieier Aufgabe um l kein Haar bester oder schlechter als z B. Liebe'inaun v. sonnenberg 1 oder der Ir,'und der Frau schnup, Herr Leist. Zskrant bezeichnete die i social Temokralie als dnrst' und durch „verludet", den Liberalismus als ..elend", „verkommen" :!. ». w. Er erhob gegen die Juden» die Beschuldigung, j das; nur4 stc au allem Bo»'en schuld leien und verherrlichte Herrn stock er. in > desteu Iir,hli,he:n Ziel er das Heil der Menschheit zu erblicken erklärte. Zwei | 'reistn nige Bürger. säiri'isteUer Weigl und .stau'mlanii s ch ö I er, kralen gegen , die e Heilslebre cs::?, wurden aber von der zuin Empfange Zskraul's organi- I si'.lcn Ela,ine niedergesthrieen. Wie Kellner von Laut und Leuien verstchern, ist es dem irestvbäli'cben Pastor n:ch: gelungen, rar den slocker Eultus Pro'elvien un:er der bal'.noreran'.'.hcn Bevölkerung zu machen. «Auld diu Zrugnist Scr Rtifc.» Tas Berganische Bia» erzabli. daß Perire:er der deutschen z'andsinann'cda'ten in Eobujrg zu Pfingsten beicdloisen babeu, „daß die li» Eoburger L. E. vereinigten Perbindungen biiiserl keine Juden mehr austlebmen dürfen, und daß in logischer Eonftauen; dieftr Ge. stnuung die ,epigeil indliLen Mitglieder sowie Inaclive und alle Herren auS den r.indsmann'äia'ten auszu'Lüeßen seien". An dleie lrode Botichalr wirk die Bcuierlunz geknuv'i. daß „sich die Buiichenichafsen Teut'cdlandS bekanntlich uo,h nläit zu >e»er polili'cdcn Rene auizuichwilfgen vermochten, die ihren Eollegen in Testerreich eine '« hervorragende Rüste in dem Xampfe um di« nalionaleil. Güter uu'eres Bolkes erringen ließ.^ Bor Allem, Herr Bergani, batte hier der Aecusaiw, nicht der Tanv stehen jolsen. Tann aber dürfte daS Zengniß der „volitiiLeu Reift", welches den anll'^miliichen Studenten Oesterreichs ausgestellt wird, dieselben kaum schönerer a> wendig machen und für daS „Wiener Programm" gewinnen. Die antifemitifd e Studentenschaft Oester reichS hat das „Tcutsche Botksblall" und seinen Her uiSgebcr in zahlreichen Entschließungen mit ausgesuchter Grobheit behandelt, u >d es ist jedenfalls nickt inannhaft, die Hand zu lecken, von welcher man Schl ägc empfangen hat, den Prügelspender als „politisch reis" zu preisen. (Zur Charakteristik antisemitischer Wallderrednrh.ä Es liege» uns aiui semitische Urtheile über zwei Agitatoren vor, welche n Lenl'chlailds das große Wort führten. Zn dem von Nr. 112. den Httzveriammlungeii Wilberg gegenwärtig redigirlen Erefelder Anlifemitenblalle „Deutsch" ist zi lesen: „Des Weiteren lassen wir, ebenfalls zu Nutz und Frommen aller Anlifemitc», eine Notiz solgen, die uns von comperenier Seile akls Aachen zlgebt und die de» Lehrer a. D. Wilms aus Zülpich betrifft, der sich z. Z. in Tüsseldors aufballen soll. Tie betreffendt Stelle lauter wörtlich: ,ES wäre hier in Aachen unserc saclie noch besser in Schwung, wenp nicht Lehrer Wilms welcher hier alS erster Redner öftentlich aufrrat, durch feine klägliche Handlungi weise den Antisemilisnins dlamirt hätte. Tiefer Mensch, welcher nachweisbar circa 200 Mark für seine Bemühungen und Ulikosten in die Talche gesteckt hi t, ist von Aachen weg gegangen, ohne seine Hotelrechnung zhiebei allein 8 'Mark für Tclephonspcien, in Summa circa 24 Mark) zu bezahle». Einer Inest zen Zeitung aiifgegebene Znicrate bat er ebenfalls nicht bezahlt.» Wir können über den lepteren Herrn noch einige weitere Nochrichten bringen, glauben jcdock, daß BorstehendeS schon genügen wird, um alle Antisemiten vor ihm zu warnet." Herr» Lieber man» v. sonnenberg. der in seinen letzten Beriammlunjen Nobiling als „Halb juden" bezeiämeie und die Koben Militäransgaben löb ich nndel, weil das Geld sonst in die Geldschränke jüdischer Großbanguiers käuie, diesem EKreninaniie klopft wieder Böckel aus die Finger, indem eic in einem dem Eonfeciioiiär Heryog gewidlncien sttachruse schreibt: „Rudolf Herpol ist gestorben, der bekannte conservalive Geldgeber, der seinerzeit, als die berliner Bewegung Koch ging unk die Gelegenheit günstig schien, dieselbe für rcaciionäre Zwecke ei», zufaugen, mit großen Summen beisvrang, an» ivelch u man behnss conserva. live» Slimmensangs uncnlgellliche Festlichkeiten mit L> assenconsum von Freibier veranstaltete. Trotz des gewaltigen Durstes, den di Gratis Bierver'chenkung bei der Berliner Bevölkerung erzeugte, stellte sich di conservalive Gesinnung nicht ein, vielmehr wurde Berlin immer mehr social-l emokraiiich. Später war Herpog Geldgeber der .'Neuen Teuliche» Bolkszeiiung' des Herrn Liedermann v. sonnenberg. die ibn lehr viel Eftld kostete, die iber Htrr v. sonnenberg dinall und Fall cingeben ließ, um nach Paraguay aus' uwandenl. Er kam jedoch nur bis »ach Leivzig, wo er seine Abschiedsrede b eir, BlnmenbouauelS in Empfang nahm, um kann — wieder bei uns zu bleiben. Herpog halte, nach die'en schlimmen Erfahrungen die Sache >ati und : og sich von Allem, ivas Aiiti'cmilismuS heißt, ztirück. Er war sein Geld los und erbittert." Es würde der guten Sache förderlich lei», wenn liberale Blä ler aUerprlen, wo Herr v. Lieberinann zu einem Gastspiele fimrint, den Nac in» Böckel s für Herpog repröduciren würden. antifcmitifdx'n Gin pueriler slurmlaiif.) An» Anlaß der voji amifemiiifchen Blattern und Ber'ammlnngen veianstaltelen Hohenivari Hepe ic reibt das „Baterla nd" unter der lleber'chrift: „Ein pueriler slurmlauf": sind, ibm zdeni Grafen Hohenwart) den schuhriemcn iebr geringer Bildung und schwankendem Eharakic Tcutsch Nationalen dadurch anzukommen suchen, daß zu sein, und sich bei den dialholiken dadurch awbii kaiboli'ch zu 'ein Leute, welche behaupte», gegen die während sie Geschäfte machen, welche die ausge'proä encn Bankblätler alS unzulässig zurückiveisen, haben in den letzten Wochen :inc» Slurmlauf eröffnet. deffen Frechheit nur von seiner Lächerlichkeit überbolt n wird. Tie Gesellschaft nennt sich bald aiiliftmiliich, bald christlich-social, ba ist nichts von alledem, sondern sie comproiiilkliri Elemente dieser Richtung, die es mit der Sache ed lich meinen; sie ist eine abenteuerliche Zniainmenrotlung von Elementen, dere Berbältniffe zu ihrer Bedeutung und zu ihrer Bcga^ ohne vernünftiges Ziel, ohne eine ruisou >l ölro, okn^ bang unter sich, nur. einig in der Negation und i Neigungen gewiffer Maffen, denen sie den mit Bibelip cüchen verbrämten brutale» Eommunismn» predigt." Beachtung verdient, daß das zugSIinie offen hält und von „ehrenwertben Elemenleft ehrlich meinen," spricht. E» wird sich einer Tage» schc n wieder mit den puerilen Slurmläusern vertragen. (Clericale „Polkserzirbullg".) Unter diesem Z annsemilische „Ostdeutsche Rundschau": „Wenige haben Ahnung, welch schauderhaften Blödsinn die clericab im Namen der Religion ungestraft auslischl. Tieft L läller haben zumeist eine ättern. .Leute, die nicht würdig zu löien, Leute von meist . die bei den cstremen ie erklären, nicht clerical kern, daß sie behaupten, Eorruplio» cuizukämpfen, d deulsch-conservativ und auch jene ehrenwertben Ehrgeiz im umgekehrten ung steht, ohne Princip, einen festen Zusammender Speculation auf die Bakerland" sich die Rückdie e» mit der Sache itcl schreibt die nattoualstleinpreffe eine blaffe ihren Lesern

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