Mannheim
Compact Memory

Freies Blatt · 1894-05-13 · 110 (13.5.1894) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Freies Blatt
Volume
III (1894)
Issue
110 (13.5.1894)
Date
1894-05-13
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
79% known words query
IRI
…/4886575-5439163-5441519--1270-4887736
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

ilr. 110. Seite H freier Blatt. fiir die ,.E, Ia »gu ng einer passenden Rolle", ein Einsender in Bullendort für die ..Erleuchtung in Brautwahl", Herr R. in Jägerndorf für ..gütliche Beilegung in einer strittigen Banangclegenteil" und Andere. 'Nachdem wir so riiu-n Einblick in die vielseitige Ete>chäsiSpräxiS des frommen BsarrerS Dcckerl geivoniien, stud wir allerdings nicht mehr erstannt. waruin er gegen die indische Eoneurre»; in Milikärbe-'reiungS-, BraukigaiiiSvermitlcliingS Angelegenbeilen u. ' >v. >o heilig entriistet ist. >Alldkll»'ch>aud magst rildig feilt!> Zur Beruhigung von EesinnungS genossen i» Silonerneut'nrg coustaliit das Drgan, beste» Herz Altdeuiichiand ge bork, 'olgende bedeut'aine Dbai'ache: ..Tag Herr, Opernsänger Fochler (an? ra »genioist lein zZude ist. sondern einer nrari'chen Familie entstammt, sanden wir durch Rach'orschungen an mastgcbeitder stelle bestätigt." lv..»ioriicuburgcr HitilSvrcssc". > Nach J-'jäbiigem Bestände bar im» die ...»ioiiienl'iiig.r l'andxrene" zu er'cheinen au'gebört. DaS cingegangene Blatt verilai bis zur ilii'iügeli elnii'einilncheii Aera iort'chririliche Ernnd'äpe. liest ne aber dann zu z»unste» des Dteiilweiikeiicheii RalienaliSmuS 'allen, wobei sie aiich bansia mit dem B.-iener Radan Anliscmiienibilin liebäugelte. Das Ber 'chivinden der . Xornenbiirger 1'aiidpreNk" wild von 'DriSkennern »IS Dvinvli'in einer E'euindiiii.z keS onenilichen EeisteS in der Diadi und im Bezirle .storneuburg mit 'iciidiger ««enngikiing bgg'.iistt uild üIS eine Frucht der »achabiiinngSivnrdigen DaiiiningSaeuo» des Freifterrn v. Ezedil und de-k- Bürger mcineis D .1-a n in a n n bezeichnet. lElirklierNäruillt > a ie ,.'D e st e r re i ch i > ch k B o I k s z k i IIIIIg" in Bö a r IIs fi-,' reii-stenilichi eine Eiklärniig ibreS Heran-'gebcrS AmbiostnS D v i 0. in iveiilier die'er ie,» Bedauern anS'vrichl, eine ..Nintistche ^ud. nbekebrnng' über 'chnebene 'Neu; a»'geno:n:»eii zi: baden, durch welche sich Ingenieur Rute!' F.iesi. dermale» in Dresden, beleidigt erachtet, gnd deren,Fiibail nicht au' -ch.-abibeil beri-.in da:. -Durch tieie Ebrcnerllärnn^ zu welcher sich Herr Dr>l>. den-eS ostenbar nach einem ..Biarwriiim des n lichter neu 0’aiiiiicn»" nicht ge iustei. endlich berbeigelanen bat. stiidet ein 'eil längerer Zen schwebender Brest vieeesi au' austergerichl.schein ör-ege seinen Ab'chütst EomvroiiiillirciiScr Bestall. > Die aiili'emni'che Breve. welche sonst au' die ..ö-nluo Äaguaren"'chiechizu 'vrechenin zollt dem ungarische » Bi agna ie» i .iu'e Bei'all. weil die-eS das Elicgeiell mit gegen II> Diiinliien ab ge leb ni ba:. l Iliigcwiililllilbcs Bcriliiildilist für Sie ^inrffrn See Fuirralellweicils > Sie Ber'.inei Aiili'einileil bade» einen reichen E>öiiner verloren, denn vorige B.-o.be starb iu Karlsbad der . dort zur Enr iveilende Berliner Siau'mann '>!udoi' He > l>o g im 7l> z'ebeiisjalire. Ein Anliscinilenblail rnbini ibin nach, fast er die Dlocker-'»che Betvegung zur ,üe i l ibre» Anstinge >o auSgiebig unter ilii'oi laii. ihm f.i'iii eine beb D'.f ii.Snuvie zniliei: generfen in. iiiie lobt 't'iu uiiiieivi'di! icke- Bei n.inkiiisi ur F-.ncnen mit- Mir eie Bönlim-ii' l Böaie Hervvg fin j>'. eisiiiniger ober gar ein Fiif-' gen .--en. >i>! a:-.e t.'.s e:l' ' an gestt-rielvii Er n.’.i'.S leinen Augenblick .IN. Z-.llII D.t'-'.i-eii st lncr .i.v; -feil tie Aeeia, nerrviiiiiiel ju rülnen. < Alles verjudcl.' Der , Ä U i > c in i l.i' ck> e i'"' f r. f ralanzeiger" erk.ärt Vtt7N -I' :e:::.:r Be 1 a *;:r im fit . Ei:fe!isie.iiii»l-.iiit" : er 'ckireibl in einer Brie' ...iIht. uns ein-.i f-Neues zu »:e ICnt, II enn Die iinS verraiben. t.ls: . . . l u :' di c v A1’ n,i in in n D.iS war nnS iang'i l’.-I-ii-.n;; wir n MU\\ filfi wi F.iiilllie ai:<| ciitVr Ser trnber reli.ii'cheii 'l".ovm;,'ii m;> upv: uns. iäi Be er>: g buf;.’ Die ,.>.>> e r in a n ia" Nllfii V d.i- „Kr eiiz;e>tn ng" ^fr t e vvrnir't. in!ee:eS Beeirai:' vA .fft ’i Eeiiiriiii, j i\;c r ganz in, .,i u e i ’ äi :; t f i ,i i f itr vevi: in >ein. f-tillNcron. j inbegriffen ist. Jede Religion ist eine Antwort ans die Frage: was ist der Sinn meines Hebens? Und die religiöse Antwort schließt stets bereits eine gewisse sittliche Forderung in sich ein. die der Erklärung des Sinnes des Hebens zuweilen folgen und i zuweilen vorauSgchcn kann." „Die christliche Ethik, die wir in l Folge unserer religiösen Weltanschauung anerkennen, verlangt nicht j nur daö Cpscr der Jndividualitüt für die Gcsammlheit der In j dividüalitälcn, sondern sie verlangt auch, daß wir der eigenen I Individualität und der Hcsammlhcit der Jndividualilätcn zum i Dienste GolleS entsagen." „Die nicht aus religiöse Hehre gegrün! dctc» Borschristen der weltlichen Moral sind votlkoiilmen dem j gleich, was ein Mensch lhun 'würde, der. ohne jede Uenntniß von Musik, sich auf de» Platz des stapeUnieistcrs stcUcn und vor den.! ihre gewohnte Thäligkeit ausübenden Musikern mit den Arme» i in der Hust heruinsechlen würde. Durch Jnertie und durch das. was die Musiker von den früheren rrapeUmeistern gelernt haben, würde die Musik noch eine Zeit lang fortdauern: cs ist aber ’ offenbar, daß das Schwenken des Dirigentenstabcs von Einem. der keine Musik versteht, nicht »uf von keinem Nutzen sei. sondern i entschieden mit der Zeit die Musiker verwirren und das Dichtster ' zerstören würde. Eine solche Verwirrung beginnt kn den Gedanken der Menschen unserer Zeit vorzugehcn, in Folge der versuche der Heiler, den Menschen eine Siltenlehre zu geben, die nicht aus jene höhere Religion begründet ist, welche die christliche Menschlicil j sich anzueignen beginnt und theilweise sich bereits angcciirncl Hai. Es wäre ihalsächlich wünschenswcrlh, eine Smenlchrc ohne Bei Mischung des Aberglaubens zu besitzen: die Sache ist aber die. daß die Siltenlehre nur eine Folge der festgestclUcn bekannten; Beziehung des Menschen zum Weltall und zu E^otl ist. Wenn aber die Fcststellung einer solchen Beziehung sich in den als aber : gläubisch erscheinenden Formen äußert, io muß man, damit dieses nicht der Fall sei, sich bemühen, diese Beziehung vernünsligcr. klarer und genauer atiszudrücken und sogar die ungenügend ge j wordene frühere Beziehung des Menschen zum Weltall zu vcr I Nichten und an deren Stelle eine höhere, klgpere und vernünsiigere ' zu setzen, keinesfalls aber eine aus S o v h i s in c n o d e r auf Rickls gegründete, sogenannte weltliche, n i cti i ■ religiöse MoraI zu ersinnen. Die Bcrsuche, eine Moral mit Umgehung der Religion zu gründen, sind ähnlich dem, was : Si Inder lhun, die eine Pflanze, die ihnen gefällt zu versetzen-! wünschen und deren Wurzel, die ihnen nicht gefällt und die ihnen i unnütz scheint, abreißen und die Pstanze ohne Wurzel in die Erde j stechen. Cime religiöse Grundlage kann cs keine wahre, echte Moral gebe», wie cs keine eäne Pflanze ohne 'Wurzel geben kann."; Das ist die einsichlsvollste und xräziianteste, aber auch die ' nivische Form jenes Raisoniicnicnls, in welchem die Evangelisten i der Bernunsls und E^eistesrcligionen ihre Mission zu begrüitden pstegen. Sie sind zumeist alle aus einer wisscnschafllichen Rlchlung hergckominen, und die Abneigung des Propheten von Jasnaja! Poljana beispielsweise gegen Ceeullisnius und spirilistische Alfan zereien dürfte genügsam bekannt sein: Geister seiues Schlages können aber auch von ihrem E^esichlspunkle aus den Eharakler der Religion als einer bloßen Polizeiinstitulion mit erweiterten Macklbesugnissen nicht gellen lassen, und darum gerielhen sie nichts , destoweniger faiiiinl und sonders in eine der Wissenschafuichkeil! abholde Slellung, welche dieselbe höchstens als etwas Seeundäres : gelten laßt. Uliinirisiiuis, Pietismus, Antilciiiitisiiuis um Ende des neunrelnklen ^Alielnmderts. Eine e::l:nr pbiie»'srbi>äse Sludie «7. V. Denker. ' ..Die Moral laiiii nick: unabhängig von der Religion sein' \i.;; t'hiu beo Tolstoi' - - „weilj sie nicht bloß eine Folge ' .! st.Iio.ii a. d. h. jener Beziehung ist. in der sich der Menich zum WeUait anerkennt, ''ondern weil ne in der Religion bereits mit :'i. : . ir. it!-: B.': Amu ort ai; fiur in tix .EHl'äii'ii E:i!:iii .'. .-:! t*.a» ivc i i eins feil! iii"!'i'.'iN Manu'enr: übel i i... ö f.r; B ft. B. .ui l-:-l i „Die Wissenichasl," sagt eben derselbe Tolstoi, „die Philosophie ' mit eingeschlossen, kann nicht die Beziehungen des Menschen zu der unendlichen Welt oder -zu deöen Ursprünge feststellen, und ' zwar schon deshalb nickt, weil, bevor irgend eine Philosophie oder irgend eine 'Wlssenschasr entstehen konnte, hereils Eines existiren »illßle. ohne welches keinerlei E^edankettrhäligkeil möglich ist. nämlich eine gewisse Beziehung des Pieijschen zu der Welt oder i zu deren Urgrund." „Die Philosophie jwar linmer und wird stets nichls Anderes sein, als die Erforsch tilg dessen, was aus der von der Religion sestgestelllen Beziehung des Menschen zum Weltall entspringt, da vor der Feststellung dieser Beziehung lein Bi.uerial zu philosophischer Forschung vorhanden war. Dasselbe . gilt von der vosiliven Wissenschasl im ei gen Sinne des Wortes. Eine derarlige Winetlschasl war immer! und wird stets nichts« Anderes icin. als die Erforschung und das Studium aller der; jenigcn Estgenständc und Erichemungen, die fick dank einer ge : wissen, von der Religion sestgestcUlen Beziehung des Menschen zum! Weltall der Erforschung aufdrängen."

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.