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Freies Blatt · 1894-05-13 · 110 (13.5.1894) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
III (1894)
Issue
110 (13.5.1894)
Date
1894-05-13
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Nr. 110. Sreie» auf gesetzlichem Wege durch Abänderung drr SlaalSgrundgesetze". Tiefe Ab änderung, meine» wir, würde anlisemiliiche» Aerzie», die eine Bermehrnng ihrer Paliciilcn herbciwünscheu, wenig »sitzen. E» inüßle auch die Eonsiillirmig jüdischer »nd — jndenlibrralcr Acrzle verbalen werden, «allst nur bei Gesinnungsgenossen! Laßt euch nur von GesinnliugSgcnoffe» curire»! (Ginr Beschwerde über Unduldsamkeit.) Im Verein ..Ebrisiliche Familie" »vieS am 6. d. M. ein Redner daraus bi», daß die „ärgsten Feinde deS ChristenthumS", worunter nach einer Weinhauser Offenbarung die Inden zu verstehen sind, die größte Unduldsamkeit an den Tag legen, denn statt sich hübsch ruhig zu verhalten, pralestire» sie gegen Be'chimpsungen und verlangen sogar die Maßregelung derjenigk», welche von der «anzcl herab gegen sie heben. Ist daS Naivität oder Hohn? — TaS „Vaterland" reprodueirl ohne ein Wort der Verwahrung diese sonderbare Erpectoralion; seine Patrone wollen ia, wie Freiherr v. Tipauli rm Abgeordnelonhanse erklärte, den - sich „christlich social"' nennende» Änrisemilen niemals il/re Sninpalhie» versagen. ^l?in Protest.) Jene Badener.Anliscmitenvklsauiuilung, in welcher ein ForlschriltSmann sich der Muhe unterzogen Hane. ainiiemilischeS Geichimpfe znni Gegenstände einer ernsten Widerlegung zu machen, fand nun ein Nachspiel im dortige» GemcindcanSichilsse. Außer Herr» Lueger halte in der enväbnlen Versanrmlung auch der Wiener Vürgerichrillehrer nnd Geuieiiidcralh T omola ge sprachen', seine AnSlaffmige» waren so ordinär, daß sich die GeineindevcrlrcNing von Baden bewogen fand, mit 18 gegen 7 klimme» folgende Resolution zu fassen: „Der Gemeindeausschuß Baken spricht seine Mißbilligung darüber anS, daß in einer aus dem Boden dieser Snrdl abgeballencn, össcntlichcn Wähler versannnlung von»Leite eines Redners gegen die jüdischen Bewohner nndEnr gästc eine Beichinipsung unslälhigster Art erfolgt ist, und verwahrt sich gegen verhebende Reden fremder Elemente." tRkinwaschnng dcs Ranbrittcrthnino.l Der von de» Diroli-Antisenlilen Deutschland» gebildete „Bund der Landwirihc" artete so weil au», daß er zur Förderung seiner „christlichen" Locialresorm auch eine Reinwaichnng de» RaubrillerlhumS unternimmt Das oisieiellc Argali des Bunde» brachte neulich folgende Enuncialion: „Angelegte Slxaßen, ivie die alten Römer, kannten nnierc deutsche» Vorfahren nicht: so duichichnilien denn die 'Wagenzüge der Xausleute bei ihren Reisen geradenwegs dem Adel gehörige, lheil» bebanle, lheil» unbebaute Felder und Waldgrnndstücle. in welchen sie lie'e Spnren znrücllt.'ßen und elwa angcbaule Felder' durch, die Hufe der P'crde und die Wagenräder völlig verwüsteten. Dem wider-cvicn sich i» gewiß berechtigter Ver. thcidigung ihres Grund und BodenS die Ritter schließlich mit deni Schwerte in derHand. Daß die Ritter in solcheni Falle, -wa» ihnen a» berechtigter Ent ' schädigung in Güte vcriveigert ivnrde, mit Geivall n.ibmen. ja daß sie, tröv der mehr mid mehr znnehuiknden Velivüstung ihre» GrunkbesibeS durch die Fiihrlcule, den Wagenzügen. in . Wehr und Waffe» den Durchzug durch ihr Eigemhun» ohne Wegegeld verweigerten nnd sich ihnen seind'clig gegenüberstellicu, wer will eS ihnen sogar verargen?!" .... (Ltölkkr obdachlos.) Herr. Stöcker Ivollle Freilag in Easi'el einen Vortrag über Psingsten hallen: e» wurde ihm jedoch der 2 aalverweigert. T i» VersilgungSrccht über das Loeal Hane nicht etwa ein Inte oder der Marbiirger Böckel, sonder» der Vorstand de» „Evangelischen Vereine»'für innere Mi'sion". Auch du, mein BrutnS! zAcchlnug kinkS Rgikators.» In Würtlcinberg und Baden spielte Vieler Hugo Welcher jahrelang bei allen Aclionen.teüloni'cher Jndenhetzc eine große Rolle; in Vtrsanimlungcn »nd Vereinen führte er da» große Wort. -Nun bringen die „Tkiitsch-soeialenBläticr" nachstehende Erklärung: „Rach einerReihe von Berichten und Anfragen, die mir in letzter Zeit zngegange.i sind, verinchk ei» qewiffcr Victor Hugo Welcher anS Stuttgart »cnerdingS eine Rolle i» derami scmilischc» Bewegung zn spielen. Dies zivingt mich zu nieineni Leidwesen, an» meiner bisher beobachtete» Reserve herauszntrclc» »nd iui dringende» Jiiicreffe aller antiseinitischen «reise und ihrer^ Freunde nachdrücklich vor der genannte» Person;u wärnen. Welcher, der einer hochachtbaren und ängeiehcnen Slimgarler Familie angchört, wurde am 0. November 1881» au» dem Eorp» „SlaNsfia" der technischen Hochschule Ltuttgart eum iulnmiu erclukirt. Au» einem mir im Original vorliegende» Briese ejiicS .allen Herrn' genannten Eorp» vom «!. April 1893 ^entnahm ich folgende Stelle: .Tie!v>a»tluiigSwei'e de» >' 1'. Welcher war derart gravircnd, daß nach Ansicht der .alten Herren' der.Sianfsia' eine andere Bestrafung absolut unzulässig erschien. Ebenw lag die ganze Sache derart klar, daß von eiiicm Eventuellen Jr^Uiuni gar keine stier« sein.. kann.' Am 6. Teccmbcr 1886 wurde nach einem n»r ebenfalls im Original vorliegenden Berichte de» Bezirkscommando» in Ulm Welcher von der Liste j der OssicierS-AipirantSn gestrichen. Auch dieser Bericht stammt au» s dem Jahre 1893 (1. Juli). Welcher hat nun mehrfach behauptet, er sei vom! CorpS .Stausfia', beziehungsweise vom Grenadicr-Regiment «önigi» Olga rehabilitirr worden. AnS der Tatining der von . mir angezogenen Schris,stücke, deren Inhalt übrigens durch mehrere andere vom Juni nnd Juli 1893 be- . stätigl'wird, geht hervor, daß diese Behauptung eine Lüge ist. RichlSdesto- < weniger gelang es Welcher, ans Grund dieser unwahren Behauptung Ende der ‘ Achtzigerjahre bi« 1893, wo er von Stuttgart verschwand, eine führende Rolle in der schwäbischen anliscmilischcn Bewegung zu spielen. Er mißbrauchte die- JBlat». ^_ Seite 7. selbe, »,n bei den verschiedenste» Parte,irennden Säfiilden in erheblichem Betrage zu machen, war auch iron seine» a:n 7 .'Rai l-93 abgegebenen Ehrenworte» nicht dazu zn bringen, der ParleiAbrechnung über die bezogenen Agilwlionsniarlcn im WertKc vozi!-'«> Marl, 'sowie.über die von ihn,^eingezogene-a Beiträge des .Schwäbischen Banernbundc»' zu erstatten. Auch über dieie Tnige nnd die notariell, vidiinirlen Belege in meinen Handeln Welcher hat c» nur einer begreiflichen 'Rücksicht der schwäbische» Gesinnuiigisgenoffen zu verdanken, wenn von eurer, weiteren Ver'olgnng der Angelegenheit abgesehen würdedageai, bin ich vondenselben beauftragt, dasür Sorge zu tragen, daß Welcher nächdrrnllrch verhindert wird, anserwärt» in der antisciniii-cheu Bewegung eirre Relie' zu ''vielen, die bri seinem völlig haltlose,, Ebarakier nur dazu dienen n-mde. den Ruf unserer Beürcbi'iigcn ernstli^i in v-'esahr z» dringen. In die'.:» ,ho.che sind mir alle vorhandenen Belege roi^ Parlriivegen. eingehandigl »...den. O bcriveiler in Baden.R>. Avril. I>i'l. Rudoii Vogel, v at'i scher Ar;'. I. Vorsivender der denl'ch soeial^n aiiii-'enini-'chen Partei- Baden: und. der deutsch „alionalen änti'enli'.iichen Partei WüriieinbergS." Vieior Hugo Welcher ab'olvirle auch, in Wien zu-verschiedenen Seiten mehre,e Gastiviel», und national schillernde niniieniili-che Bereinigungen itberl'ätistcn liier den liebtvr'iihen B.lidei in Tculich llnim und Judcnhrve mit allerlei iSIni,_ 1. 2hif amiKmitifdvn blättern. >Gi» „Blcndwcrk" Ja» P s e n u er'sche Bläti.s-en. bei welchen! irr pr,!i. t . U»ve>'ch,äl»lSeäc die ,.R« ich»post" noch in die Sebule gelten lounte, sstneibi: ,,Ta» VolkSschnlgeset,' war lrdigli.ch ein Blendtverl, eines von jenen Mitteln, dre Ausiilelk-auikeit de» Bolle» an' anders Dinge'zu lenken, w.shiend „-.an -'enien Sacket leerte. Ebenso wie die Takchenlünstler und!.i-'che»di>he .einen 've.,,-iist.i,id 'brauche'», nin dieAu'mcrl'amleit der i'-eiäuschieu nnd zu Bestehlenden voi: der Hanplhandlnlilz abzulenken, so bedur'ieu die VoikSiinsl'--:::.',' et .ee? •oldieu groß artigen Trugbildes. Al» ein ,'olche» bat sichda» Vel:e--'.I-::lg>'se!.! längst de» 'Augen aller Einsichtigen dargestellt, nnd grei'i die-e Erleniiüitß 'ininnr n-eiter 'nin, sich." Wir können e» nur billigen. - daß die 2taat»an,ral:''chast ''olä>e Aus 'läfflingen gegen ein zn Reck« besteb.'i'.de» va'sireu läßt: sie zeigen aller- -ding» die niedrige «R-sinnling nnd ki'e Böswilligkeit antiieniirUcher Schreib knechte, sind über teinesiveg» geeignet, die Arl'.tting vor dein <''-e'ei>e irget:du".e zn erstchütler». / lBon dciii „Scnübolcn des heiligen Joses" Pfarrer Deck'ert belüniineri i»„ die Eiilrüstiing, ivelche ''ein Enlln» von „>ian;eir>hku" hei vor gerufen, ,'eine saubere abättgleii mit de:n .Sendboten d,s lvtligen-Jo'e>" in- . dein gteicheu Tone fort, nur daß er lev! urben den Juden gteiä-zettig auch die ' „Dbniich' '.'iationalen" in die- Arbeit niintiit, a» denen er glet.ch'aii» lein gu:e» Haar läßt. In'einem Arlitel mit dem imvoniieudeu Titel „Da» ivaltre Licht" j hoiftt e»: „Heule schreien Inden >l!>L.Jitdeitgeno>'i'e» nach Franenetiiaitetvancti. .'Weil es in ni»'ereni öffentlichetinnd . vrivaien. Leben, an» den; inan daei Ebrinenlhnin binansgewvrieu bat, io iveik gclominen ist. daß-»:a»ä-er'>l:g.'rtiian--;he« neunzehnten Jahrhunderts die Bärenhaut' des 'RichlStchn»» nieh-.' liebt a. '- > die Arbeit nnd sein eigene» Weib." In einetii andere» Aitilel sihre-bt De.tu:: „Wie? Wir «aiholiken sollen nur nach Heiliakei: ir«u::> nii» um die Wellhäiidet gar nicht lütninern? Die Jv.d'u tn,'>>ut. i. ' en? , Sehen Sie, di'esen Rath geben nlis die Liberal, r und?:>' rrlcheni Juden auch — darum ist er 'ehr verdächtig" -Ihr-, re» Wns gibt die'eu Rath den .gläubige», Ehri'ien auch Gon) 'die «irche 'nnd d:e heilt.., Schritt, - die für Deckert wohl größere Autoritäten ''ein dur'l«'!: „d:e Ltl'dtaten und'! die reiche» Inden". UebrigenS -cheinen auch B.-r..-'»..-i„-g--!i des P-arrer» . > Teckerl da»Borgeben desselben .etwa» z»'stark zu 'u.d-u, kenn eim-rii Pfarrer in Mähren amivortet .er im Brie-Iasteti des t-.encsten He-':e». dee-erbe möge doch nicht so naiv .ici», ziL gtanben. daß e» envaS' uul>,'-a nuirde, gegen -die Juden mit Güte -vorzilgehe». „Ihre,'oniugeil Bet-,t>i..ae,'' schreibt Di'ckert dem Pfarrer R. gereizt, „bitte ick, den hoäni ürdigen Ernii'iorien zn überreichen. Ich bin weder Eonüstotiatratli. neck' geistlicher Ratli — Goil vi Dank! I'iin.-jl.' e»t, salirain non ro." — Der „Sendbote.' vom östonal^ Biai , beingr Danlsaglingen nnd Emvfeblungen, für deren Ein''cha»ung die Ein-'ei.der einen Betrag bezahlen miiuen. Die Be röis en t lzch u n g i"ni „Senddoten be» heiligen Io>ef" bringt nämlich Heilung von «ranlheiteu, Bes r e i u »g v o m M i l i t ä r d i e» >i n » d and er-e B c»e fi e ie n. Soveröffent licht ein Einsender eine Danlsagiing, in der er an'ülirr, er bade, „da die BkitiläriaKre in seinen Lebenilans störend cingegriffen bällen", ''eine Jiislnäik zu Pi'arrcr Deckert's. „Sendboten" genoinmcn. lmi „ganz vom Militär frei ' zntommen": „ich machie das Verivreche». fall»' meine Bitte erhört würde, diese» im .Sendholeii' zu veröffentlichen. Und meine Bille ist erhört worden. Tanlhareir Herzen» komme ich nun .meinem Ver'vrcchen nach und inöchle jedc» kalholiichen Ehristcn kaz» an'poinen. ivelche» Anliegen erauch bähen möge, sich verlranenSvoll an den Sendboien' zil wenden." Ein Ein-e»der hcrichiei,er bade „die Veiöffenllichung in dein .Sensboie»' gelobt", wenn «eine Dochier „die Gabe des Gesanges erhalle"; der Wunsch wurde - erfüllt. Ändere Danksagungen au de» „Sendboten" de» MonaicS Brat richlcleii ein Sckiau'virlct"

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