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Freies Blatt · 1894-04-29 · 108 (29.4.1894) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
III (1894)
Issue
108 (29.4.1894)
Date
1894-04-29
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Freies Statt. unk fa4 uiieingeschränkte Wohlwollen Excellenz irnifw? hochverehrten Herrn L'anhalkerS zur Seite gestanden ist und wohl auch syrdkihi» zur Seite stehe» wird. Tieieni Hoden Gönner und Wehlthäler dcr Stadt Salzburg daher vor Allem meinen tiefempfundenen Tank! Meine» ausrichiigen Dank aber auch dem hochlöblichcn Gemeinderaibe, dcr meinem Schaffen und Wirken in inaiich» Fällen seine Unlerstützuug zuthcil werden liest. Meinen aufrichtigen Tank fernermeinen beiden Herren Bürgermeister Stellveriretei», welche mich stets in der liebenswüidigstcn und uiieigenniiyigskcn Wci'e iu ineiiier Aintssührung »ntersiiitzie». Unumwundene Anerkennung und n ärmsten Tank endlich auch allen Herren des Gemeindeamtes, rnsbeionkeee den Herren Abtheilungsvorstände» und Reffrente», welche trotz so inanuig'acher unverdicnker Anwürfe ihren Treust in Treue, Fleiß und Liebe versahen und oft weit über ihre Tienstespstichte» hinaus in anfoprerungsvoller Hiugcbuiig ihre Arbeilckräfie der Ge »leinte zur Beringung gestellt haben Trotz mancher unaiigeuchmcr Vorkoini», niffe wird mir die Erinnerung an meine Amlsperiode eine aigenehine und 're,indti.be bleiben, den» ich trage in.mir das Bcwnßtiei» treu erfüllter Pflicht und vom Erfolg begleiteten Schaffens. Wenn ich die Herren Gemeiuderäthe noch bitte, auch mir eine freundliche Eiinneinpg z» bewahren und mein Wirken mit Racksicht und Wohlwollen zu cheur,heilen, >o darf ich wohl »och die Persichcrung aussprechen, daß ich init meinem Scheiden vorn Amte, mich nie und »immer von dem hohen Interesse trenne, welches ich meiner geliebte» Vaterstadt stets bewadren und in seder Stellung und »ach jeder Richtung immerdar bekbätigen werde. Genehmigen Euer Hochwohlgcboren den Ausdruck meiner vorzüglichen Hochachlung und Verehrung, indem ich zeichne Euer Hochirohlgebotcii ergebenster Tr. Franz v. Hlieber. 4.» die Betlesniig dieses -Schreibens in dcr Gcmcinderalhssitziiiig vom 17. d. M. kniipm Tr. Pascha cher folgende Worte: Ich erlaube mir nnn die Bitte zu stellen, die>c Miltheilung, welche leider den höchst bedaiieruirgswiirdigeii Rücktritt uuseres hochverehrten Herrn Bürgermeisters Tr. Franz v. Hucbcr enthält, zur sienntniß zu nehmen. Tiei-r Rück 'tritt ist um w. bedauerlicher, als kerselbc io nnclwariel erfolgte, da wir doch, a:s der Herr Bürgermeister vor vier Monaten iu patriotischer Hingebung für ferne Vaterstadt neuerlich sich der schwierigen Ausgabe untkrzog, uns de^ sichelen freudigen Hoffnung bittgeben kurfien daß er während seines weivreir TrieniiiumS mit demselben außerorteinlichk» und von» glänzenden Erfolge be gleiteten Wiikcn, mit derselben Tenk und Willenskraft ii»d seinem icichen Winen au der Spitze unseres Äciiieiiideivcsciis erkalte» bleibe. Turch diesen stincktrilt ist nun unsere Hoffnung vernichtet wotten.. Weiters e> laude ich mir mitzuibeile», daß ich sowohl ivegen dcr Verabschiedung des EfenieiiidraiheS vom Herrn Bürgermeister als aiich wegen der ffi Gemäßheit der Le- 2-1 und 25 der Gemcindeoidnung dcr Landesbanplstadt Salzbtirg vom » Tccember t orzlinehmenden Reuwahl des Bürgermeisters die geeigneten Schrille einlcilei. ivelde. (Wird zur Aenntniß genoinnien > Unser Salzburger >I.-(5orrcspoiidcut schreibt uns: In dcr „Tcutschcn Leitung" von Freitag dem 20. April hat ein sehr milde blickender Eorrcipondent aus Salzburg behauptet, die gewerblich antisciuitischc Partei, mache keine gemeinsame Sache mit den Elericalen. Allerdings wäre dies vorihcilhaft für die Gewerbetreibenden, da die Stadt Salz bürg nur vom Fremdenverkehre lebt. Aber clerieale mit) antisemitische Wähler sagen cs ganz offen, daß ste den Fremdenverkehr nicht wollen, und zwar 1. weil er die Preise verthcucre und 2. weil er 2cnic bcrcinbringl, welche den beiden Parteien nicht' genehm sind. Ter Priester haßt den Protestanten, dcr Antisemit den Juden. Sic Schwarzen wollen intmcr eine hervorragend doniinirendc Stellung; dcr Pricstcrrock soll eine besondere Würde verleihen. Ganz recht Wenn dcr Elcrus aber berunrersteigt zur staatSgetährlichsten Richtung- und sich nicht schämt, Hand in Hand mir einer Partei roher, herzloser und gcsinnungSarincr Z'cure zu gehen, nilr um für feine Zwecke etwa» herauSznschlage», so darr er sich ::icht wundern, wenn durch seine Schuld sein Ansehen allmalig schwindet. Nur Rechte und keine Pflichten gegenüber dem Staate — Las hat keinen Stand, alio auch nicht dcr geistliche. ' Wieder ein „Rikualmord". > Por einiger Zeit — nicht lange rer Beginn, der jüdischen Sstcrn — brachten die „Ravodni 2isty" die '.'iachricht von einem angeblichen Mordversuche, dcr in dem Hause des Juden Samuel st ob » zu 2obositz in Böhmen durch zwei fremde Männer an dem Tiensimädchen des genannten Juden beabsichtigt worden lein ffoll. „Sas Mädchen," so berichteten die „‘Jiaiobiii 2isty", ..das den Mörderhänden glücklicherweise entkam, flüchtete anr die Polizei Wachstube, wo cs den Fall zur Anzeige brachte. Rach dem Aussehen des von Schreck erfaßten jungen WelcoS zudem war das.Mädchen in Rachtkleidern, die arg zerfetzt vom Heide hingen,' glaubte, man cs mit einer Wabnsinnigen zu thu» zu hstbeu, was auch der herbeigcru'cne jüdische Arzt Sr. S. Richtev bestätigte. Bon dieser Zeit au.war daS Mädchen verschwunden, und der Jude S. stöhn gab an, daß sich dasselbe in Prag'in irgend einem strankenhanse befinde. "Run stellt cs sich aber heraus, daß sich das Mädchen zu seinen Eltern nach Wotiitz bei. Bcnelchau flüchtete, wo h! lbeigerufcne christliche Aerzlc icht desie» vollste geistige Zurechnungsfähigkeit Mädchen daheim angab, soll der eine Schächtmcsser gehabt haben, während der in Bereitschaft hielt. Sic wurde von den überrascht, und nur ihrer Gcistcsgegcnw hatte sie cS. zu verdanke»,' daß sie ihr jui der Bericht dcr „Rarodni 2isty", dcr n heimischen und ausländischen Aiitiscinitcnoijg gedruckt wurde. Wie wir uns nun an » Stelle införmirten, verhielt sich die Sach- 17. März l. I., Abends, erschien im 2 dem Knopffabrikanteii Heinrich (nicht Mädchen Maria 2 in ha anS Wottitz uni > SicnstgeberS mit seinem jüngeren Brni c! welchem sich die Beiden verabredeten, mit dritte» Bruder das Sic»ümädche» zu er,» Die 2inha will auch das znm Anssange» bereit gesehen haben. DaS Gespräch soll worden sei», von welcher daS Mädchen » 2i»ha gab vor, sie wolle durchaus » znrückkchrcn, weshalb sic dcr Sberwachiiöa in das Hotel, „zum goldenen 2öit>en" bcgie nachtete. Am anderen Morgen wurde sie nomine» und wiederholte aufgeregt ihre ft ivurde hievon dem Bürgermeister Meldung und Sistrictsarzt Tr. H. sititter (»ich er das höchst unruhig und auffällig 'siel! suche. Hierauf wurde dasselbe über ih glcitnng eines Wachmannes nach Woltitz Ser Wachmann nahm auch ein Spare, mit sich, welchen Betrag sich die Marie Schwiegermutter erspart halte. Sic st s n ch » n g i st i in Zuge. Es ist jetzt schoi von Grünzcugivcibcrn aus die stolincr Ä de» dicsbc üglichcit Zeitungsberichten bckanjn dem Wachmanne auf dcr Reise, selbst crzä eine startcnaufschlägcriil iu 2eitmcritz zu taste nicht wenig aufgeregt worden sein n vor etwa drei Wochen von unbekannten ein Gedicht angebracht ivurde, in ivclchem besuch am Tstcrscstc im Hinweise auf g leiden suchte; in lobcnsiverthcr Weise c mcistcr aus freie» Stücken, an den betreff Tempel besuche» zu wollen. Jedenfalls sich dic Affaire Marie 2inha keineswegs Teststellten. Wie das arme dcr Mörder ein sogenanntes andere einen hölzernen Napf beide» Mordgcsellen nn Bette . irt und persönlichen Stärke gcs Leben rettete." Soweit sitürlich von de» verschiedenen aiien vertrauensseligst »achvjohluntcrrichtctcr, zuverlässiger . eiiiigerniaßcn anders : Am Hbositzer Polizciamtc das bei Samuel) K o h n bcdicnstcte gab a», ein Gespräch ihres r erlauscht zu haben, i» ihrcnl anS Wien erwarteten erden, rcspcctive zu schlachten, des Blutes bcstimmtSGcfäß in deutscher Sprache geführt ir einige Worte versteht. Tic mehr in ihren Sienstort nn durch einen Wachmann eite» ließ, woselbst sie über neuerlich bei dcr Polizei vcriihcren Angaben. Jetzt erst erstattet, welcher den Stadt S. Richter) berief, damit gebcrdcndc Mädchen »nlcr cigcncS Bcrlaugcn in Be i nt daS sondern vielleicht von langer Hand vorder liche Bei Handlung wird darüber hoffentlich (Eiu Bischof über beit Rilkiscmitisui Zeichnung, die dem Bischöfe 2obos. leihung der GehcnnraIhSwürde rnlheil wurd k^emcindcralh eine Festtafel Unter Ander dcr Tarnower israelitischen Enltusgcmcind^ die hohen Bcrdicnste dcS Bischofs uni sch ist Ter Bischof erwiderte hierauf in dcr er auch dcS Antiscinitisntuö gedachte sntorialrath Tr. Schöps erklärte, daß er Wideispruchc mit den Geboten dcS Evangel bezeichnen und als katholischer Priester ve> (ülcichbcrcchtiqnilg in stinxi.) A, fftceriniinalioncn des Abgeordneten Byk ü j«ra\i erzählte ein hiesiges Blatt einen b Aints.werbcr bei dcr FinanzlandcSdircction gewiesen wurde, weil er ein Jude war. ( Mähren: Tic Stimmung unter den in treu Zlör deutsch-liberalen Parteigehalten wenn dcr Fall dcS Tr. Hrdliüka sich n getragen hätte, wie ihn die Zeitungen der eigener Erfahrung und Wahrnchmniig Mähren wirklich so arg (im übrigen T liegen. ES heirfcht hexte bereits eine deutsch-fortschrittlichen Judenschaft in 9J liberalen Si reise, welche nicht die Hand rn Gesetzes auch zu Gunsten dcr Juden zu «Folge davon ist, daß die Juden, welche der 2i»ke» durch Tick und Ti'inn gingen, und später, in dcr nächsten Generation vie wenn nicht gar zur anderen Nation iibcrj . cstir Nr. 108 zu ihrer Mutter gesandt.^. ä ,lte;! esr ,'g. X Mcbuch auf 300 fl. lautend' linha im Dienste bei Kohn's rafgcrichlliche Unter constatirt, daß das Mädchen faire aufmcrksaiil und mit t gemacht wurde, was sie auch pflegte sic öfters!csnchcn, wodurch ihre Phan Erwähnt sei noch, daß ändcii an einer Straßenecke man den Juden de» Tempel civaltsainc Störungen z» vcr > klärte damals der Bürgernden Abcndcn de» jüdischen ^cht ans Allcni hervor, daß ganz von ungefähr zutrug, . itct war. Sic strafgcricht volles 2icht verbreite». Ils.) Aus Anlaß der Aus ns des Kaisers durch Per , veranstaltete dcr Tarnower feierte auch dcr Präsident dcr zugleich Stadtfalh ist, Gemeinwohl der Bürgerciner längeren Sankrcde, in nd ebenso wie letzthin Eon >cn AilliscinitiSmus, dcr im inuiS stehe, als unchristlich damincn müffc. ifchließend an ^dic belanntcii 1 .er die Gleichbcrcchkigung in csonders craffcn Fall, wo ein in Brünn bloß deshalb ab- »icz» schreibt man uns ans jhrischcn Juden, die bisher ist eine bedenkliche. Auch in allen Details so zu n, so wüßte ich doch aus daß die Bcrhältnisic in treid) jcdcnsa nicht bcssei j isroße Erbitterung unter der ähren gegen jene deutsch een, um die Wahrung des erzwingen. Tie natütlichc sonst bei den Wahlen mit sich vorerst passiv verhalten i llcicht schon, cntnationalisircn chcii werden. Solche Fälle istt i hier ich re

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