Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- III (1894)
- Issue
- 107 (22.4.1894)
- Date
- 1894-04-22
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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•i '> Seite 4. Freie» Blatt. Sauer". In diesem Artikel wird behauptet!, daß Bauer sich „$octor" nenne, obiuc! a dazu nicht berechtigt sei, daß decl politische Standpunkt der „Neuen Deutschen Zeitung" fast täglich wechsle, dckß Bauer bald für diese, bald jene Partei schreibe, je nachdem welcher Bortheil für ihn heransschaue. Im Weiteren werden die bereit» erwähnten incriminirte»! Aeußerungen gegen Bauer er» wohnt, sein Berfahren ein „jüdischer" genannt und gesagt, daß Bauer sich von den Parteigenossen' unter Borspiegelung falscher Thalsache» Gelder leihe, ohne daran zu denken, dieselben jemals zueückzuzqhlen. — Präs.: Herr De. Wesen dcnrk, Sie behaupten zunächst, daß Bauer iunbefiigterweis« den Toctortitel ge- 'librk habe, Ich kann Ihnen die Beweisfihruitg biesür vielleicht erleichtern, Bauer in ivegen unbefugter Führung des Toctortitel» hier bestraft worden. Auf die weitere Bemerkung de» Präsidenten, daß der Artikel Bauer roruvrre, dieser hätte die politische Gesinnung häufig gewechselt, erwidert Dr. Wesendonck: Dafür kann ich den Beweis der Wahrheit erbringen; Bauer lob:e bald in seinem Blatte-die Eonseivalivcn, bald griff er sie an, bald schrieb er für Herrn Liebermann v. Sonnenbsrg, bald gegen ihn, in gleicher Weiie verhielt er sich Herrn Paaich gegenüber. Bald schrieb er für, bald geg n die Miliiärvorlage. Bald nahm er sisr Eaprivi Partei, bald griff er 11;:t an Ta» ist allgemein bekannt und wild von Bauer auch nicht in Abrede gemlll iverdcn. — Präs.: Man kann aber aiinehmcn, daß damit der Borivui' der iLharaklerlosigkeit gemacht melden! soll, zumal Sie doch sagen: er änderie die Hallung de« Blaue», je nachdejn ein Bortheil für ihn heran»- id'.ame. — Dr. We > ento,?ck: Ich habe kelineeweg. dem Bauer vorgeworfen, daß er wegen nialerieller Bortheile die Hallung seine» Blatte» ändere. Es gibt .null »rch andere Borideile. wie z. B. die Zuwendung von Nachrichten rc. Ich wußte damals noch nicht, baj; Bauer eng: Beziehungen zu dem AnS w artigen Amt und svecrell zu Hern« v. Xi id er le 11-Wächter halte, und daß er von den Coniervanven l'XUOO Mark bekommen habe. Jur ieptere Behauptung berufe ich mich auf daS Zeugniß deS Herrn voir rangen, de» Nechieanwaltc» Hertwig und des Herrn Carl Paasch. — Bauer: Ich i/ugne nicht, daß ich Bez ehungen zum Auswärtigen Amt Hane, cs ist das für einen Journalisten nur vyn Bortheil. 'Ich wurde I B. vd» dem Leiter des k ö n i g l i ch e i P r e ß b u r e a u s in Berlin eniv'angeu und habe von diesem amtlich Auskunft über die polnische Lage erhalten. Selbstverständlich verden dort nur anständige Leute cuu’MHgeu. lHeiterkeit im Auditorium.l Geld habe ich aus dem Preßbureau ineuials eibalten, obwohl ich nicht leugne, daß. gewiffe Ionriialiste» Geld vom Preßbureau bekommen. Bon der eameiuanueju Partei habe ich niemals etwas elhalldn. Ich babe einmal von dem Herrn vI Herder 5)000 Mark privatim als Darlehen bekomineii. — Tr. Wefendciick: jTas Geld ist von dem couservaiiven Wablcoinilö iil Äarienberg gezahlt worden. — Bauer: Ta» bestpeite ,ch. — Pra>' : Nun behäupten Sie, Herr jr. Weiendonck, daß Bauer ein lelchksiniiiger Schuldeiimacher ist, daß er uiiter Borspiegelung falscher Thal- 'ächerr sich Tarleben verchani u., s. tu.? Äie behaupten, daß Bauer eine Schuldenlast vdn 1 ln.120 Mark babe. Ter Präsident verliest ans der „Anti- Eorruption" eine ipccralisirke Ausstellung der! Bauer'scheu Schulden. Tanach schuldci Bauer Herrn v. Langen lOOOOMark, Herrn Rechtsanwall Hertwig A>0 Mark u >. w. — Tr. äöei’fnboiuf: Ich werde für alle diese meine lbauolungen; den Bewei« der Wahrheit etbringen, ich werde den Beweis ’ut'Toii. daß Bauer die „Neue Deutsche Zeitung" unter nicht ungünstigen Bedingungen ubernominen ha:, er hat aber weil über seine Berhältniffe gelebt Sr haue zi»e Wohnung von über 1500 Mark, er brauchte mehr für Droschken, als andere Lenke vielleicht zum ganzen Lebeneunterhalt. Er frühstückte in der opulentesten Wei>'e, trank Champagner und aß Auster», lebte überhaupt auf derartig großem Fuße, daß'eS gar nicht zu verwundern war, d iß die inaierielle Lage der „Neuen Deutschen Zeitung" immer schlechter wurde. Dies .op.ner.le Leben .konnte aber Bauer nur! fuhren, indem er die Pancie uesseii anpninpie, und er bat die» gelbau uisler Borspiegelung falscher Thali — Prä: Im Weiteren neunen Sie!den Baues einen Preßkosake»? — Dl'Wesen donck Ich balleren bändigen Gesinnungswechsel. Bauer» danill mt Äuge und wollte ihn vergleichen. mit den siosaken, die : s ihren .eichte» P'eiden bald hierhin, bald dorthin leiten. Ich wurde auch dar.: adle-;: durch d,"n Artikel, der mit der Uetierschrisl: „Ter Anführer einer u d Seandalvanei" in der „Neuen Teukichen Zeitung" gegen mich : rau luierborlesten Gemeinheilci^ gegen mich strotzte. — Bauer: dieBiaiii! hier rergebrachl, und elrfundene Anekdoten, Phanll.lwah.beuen Ich behaupte zunächst, daß ich die „Neue Deutsche i! uu:e günstigen Bedingungen ifbernomntcn habe. Tr. Wesenach u:ch: aus sachlichen, sondern all» rein persönlichen Rücksichten d: u. U:e mehr'ach die Retaclion per „Neuen Deutschen Zeitung" i." uchuu dl.lee. .irr bat mir egar den Borichlag gemacht, mich mit ihm zu asso- .. .u uermeil -u'-''.» I-1 lebnie pcoch dies Aueibiele» ab. Außerdem wollte Wesendonck im relgaugeneu S/istinrer in Leipzig für den Reichstag candidiren. Er ließ sich deshalb von Daudidak tu* iiü-a. in die er. gleich n»i einer fertigen Ca^didaienrebe hinkam. "rr Tr Wesenden 1 ans diesem Anlässe sofort eu.em kleinen Connennkel von jungen Lenle» als anlisemilischer lau,iren und veranlaßle die Einl erufung einer Wählerversamm- Ich Hobe ächerlich gemacht, deshalb veriäi B!i Zü scß hhbe suchie er Alles, um mich au» der Partei zu ve:l unmöglich zu »lachen. Schon im Mai vorig! Wahlen, äußerte Dr. Wesendonck zu dem Reckt bürg: er werde mich in Leipzig absägen rechtfertigen iil>d schließt mit den Worten: Ich von etwa 118.000 Mark, nachdem ich habe. Die Schnldenaufstellnng, die Dr. Wese»! findiing. — Dr. Wesendonck: Bauer hat Dreistigkeit von Neuem die ungeheuer gestellt. Ich erkläre es für eine Unwahrhei candidat habe aufstellen lasse», daß ich mich >i ich zu Herrn Rechtsanwalt Hertwig gesagt, abiagen. Ich halte an allen meinen Behanptuncke sehe verschuldet nach Leipzig gekommen ist. hat, ist mir absolut unerfindlich Bauer war Hamburg, Berlin, kurz überall, wo er sich auck bestreitet alle diese Behauptungen. Nach einer kurzen Pause erscheint al» Redactenr der eingegangenen „Nene» Denischein deponirt: Bauer sei oftmals in Geldfchwierigke 2000 Mark einkame», habe Rechtsanwalt Hill genommen^ da Bauer gerade im Gefängniß wollte, habe Rechtsanwalt Hillebeandt ihm geanp meist zur Bezahlung von Luxusrech»u»ge» ver b r a ii b t bestreitet, zn dein Zeuge» eine solche habe für Bauer 2500 Mark in Empfang ge» nolhweiidige Rechnungen bezahlt. — Buchdruckeije al» Zeuge erscheint, bekundet: Seines Wissen» hälmiffe gelebt, er habe allerdings mit Bauei „Neue Deutsche Zeitung" habe ssch, nachdem si< in Folge der Angriffe in der „Anti Eorrnplion gegangen, und zwar sowohl bezüglich des Abon > der Inserate. Er bekomme jetzt noch 26.000 M bemerken, daß er »och bis zum letzten Augendlik Zeitung werde sich mit Hilfe der Parteigenossen Ich muß bemerken, daß auch Herr Reusche di« pliciri hat. Er hat aus der deutich-socialen demeilt, daß die „Neue Deutsche Zeitung"' für Einnahme gehabt habe. Ich werde de» Beweiß »ahine für Weihnachtsannance» kanin 7500 diese Zahl mit 4 multiplicirt, da»» kommen — Reusche: Ich bemerke, daß ich nicht ge WeihuachtSinserate betrugen 30.000 Mark, sondijr tragen können. — Der folgende Zeuge, Südfr Bauer habe ihn einmal in dem Schöpfel'schc» zwei Aulheilscheine Über je 50 Mark zur Unters „'Neuen Tetilschen Zeitung" z» kaufen Er wi Hallen und die Scheine würde» auch pünktlich Äniheilicheine gekauft, 100 Mark dafür gezahlt, Capital jemals erhalten. — Tr. Wese Zeuge, daß Bauer Jhiten, ehe er Ihne» 'die An sind ei» famoier .sterl, vii de» nächste» Sladi Sie als Candidal autgMllt werde», ich habe j Zeuge: ElwaS Aehnliches hat Bauer allerdings mich aber auf die Aeußerung nicht mehr erimier^i bekundet, daß er dem Bauer 1100 Mail gelieher habe ihm Bauer nicht gemacht, nur Reusche habe Deutsche Zeitung" lebensfähig sei. De. Wesendchi dem Bauer zu ralhe», daß er flüchten solle. — verliest einen Artikel au« der „Anti Coinlplich schreibt: „Das Ende Bauers wild sei»: verduftet, donck: Er habe es allerdings für das Beste alsdann der öffentliche Scandal vermieden wordchi schrieben Sie aber: Das Ende Bauer'« ist: v Wesendonck: Da« war bedeulend später, ich er werde mich vor de» Parieigenoffe» bloßstellen. Bauer nicht laitge mehr zur Partei gehören lufrin kommen. — Ter Zeuge Zuschneider Stiller 12.000 Mark von Baue-r z» bekommen Buchdn.ckereibesitzer Seidel, deponirt, daß ihm mocht habe, bei ihm als Socius mit einem treten. Falsche Vorspiegelungen habe Bauer richtshof beschließe die weitere Beweisaufnahme Es gelangt hierauf die von Tr. Wesendonck klage zur Verhandlung. Der incriminirte Artikel Zeilung" m>l der Ueberschrist: „Der Führ Sc an dal pari e>" wird verlesen. Bauer bemh' Mab:! gehckli Capi ihn Nr. 107. drängen und mich gesellschaftlich;en Jahres, also noch vor de» Sanwalt Hertwig in Charlotlen- >er sucht seine Lebenshaltung zu habe noch eine Schuldenlast eitS 2200 Mark zurückgezahlt donck gemacht, beruht auf Er» mit der ihm innewohnenden chsten Behauptungen auf. , daß ich nuiich als RcichSlogS- Üit Bauer asso^iiren wollte, daß werde de» Bauer in Leipzig » fest und beincrke, daß Bauer ovon er die 2200 Mark bezahlt in Jena, Frankfurt am Main, anfhielt,. verschuldet. — Bauer!< gl uge der frühere verantwortliche Zeitung", Schroot. Dieser te» gewesen. Als einmal etwa brandt das Geld in Empfang Al« er seinen Gehalt haben wartet: Das Geld habe er zuchendet. — Rechtsanwalt Hille- S cußerung gethan zu haben. Ee osnmen und damit mehrere sehr ibesitzee R eil s ch e, der alsdann Bauer nicht über feine Bornur geschäftlich verkehrt. Die Bauer überiioinmen, gehoben sei sie aber wieder zurückentenflandeS als auch betreffs ark von Bauer; er müsse aber die Haffnting gehabt habe, die hallen. — Dr. Wesendonck. Einnahineit mit 4 innlii LPiidesversammlung in Ehemnitz VeihiiachtSinseralc 30.000 Mark führen, daß die erzielte Eink detragen hat. Wenn man a^llerdings 30000 Mark heraus, habe: Die Einnahmen für n sie hätten 30.000 Mark be iichlknhandler Dietze, bekundet: getroffen und ihn ersucht, ützung und Vergrößerung der irde pünktlich seine Zinsen ere »gelöst werde». Er habe die aber weder Zinsen nach n da nck: Ist cs richtig, Herr beilscheine afferirte, sagte: Sie verord litten wählen sollen l die Fäden in der Hand? — zu mir gesagt, genau kaim idi i. — Zeuge Baumeister Enke habe. Falsche Vorspiegelungen ihin versichert, daß die „Neue ck habe ihn einmal gebeten. Rechtsanwalt Hillebrandt l>", in dem Dr. Wesendonck auSgeriffen". — Tr. Weien e», wenn Bauer flüchtete, tia i wäre. — P räs.: Weshalb etdnslel, atisgeriffen? — $25r. das, weil Bauer erklärte, Ich nwllie daher sagen, daß e, und so ist es ja auch ge- 1 lefimbet, daß er noch heute e. — Ter folgende Zeuge, Bauer einmal die Lfferte gcilal von! 0.000 Mark eiliznnichl gemacht. —' Der Ge ^bzulehnen. gegen Bauer erhobene/Widerau« der „Neuen Deutschen"' r einer Gesindel- und rkt alsdann auf Befragen des sc >rieb habe