Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- III (1894)
- Issue
- 105 (8.4.1894)
- Date
- 1894-04-08
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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11t. 105. Seite 8. ^te«s Blatt. halte» feit iHoDolittioimren in die Hände spielie. Dan» machte er sich zuin .Tietalor-, war aber ietbft viel zu feige, um auch nur einmal au. einem »iainv'e lbeilzunebmen Endlich wollte er Ungarn an Rußland aulliefern, und da diele-? da? Angebot de? LandeSverratbe» zurikkwie», flüchtete er unter Mitnahme der RegierungSeasse nach der Türkei. Im »la&re 1806 versuchte er daun »oä, einmal in Ungarn einen Bolksausstand anzuzekleln, wofür er durch seinen Genoneu .llapka bei Bleichröter eine Anleihe von einer Million Thaler auf« nebiiie» lallen wollte." Ta? aniilemililche Lügenblatt berief sich zur Erhärtung seiner Angaben au' ..aelcnmäßige Belege", die der italienische Staatsmann La Marmora veröffenkliäii bälte. und lchloß mit folgender Auslassung gegen den >>uden ..Lewin ,>iobnl": ,,'JIur die ganze Berivahrloiun^ unserer öffentlichen Meinung, ivie sie unter dem Einflüsse der jüdi'chen Preßmache eingetreten ist, bat einem solchen »luden da? Ansehen eine? großen europäischen Politiker? einbiingen können. Ter jüdi-cki magvari'che .Graßstaat- Ungarn ist eines, solchen .Aationalbeide»' würdig " Ter Rekrolog enthält ür jeden auch nur chalbwegs Unterrichteten eine ganz natiliche Reihe omnknndizer Lügen, denn 1. Ludwig ,Lalv?> divnilth stammt au? einer adeligen flovakisi den Familie und war evangelncher Ton-e-sion: ll die Xlliunoe Irruölito exisirte 18Ü0 noch nicht, da sie;e;it ImKi gegründet worden ist i 3. Mazzini war >atholik: 5. dem sogenannten l'-»luikak" l^ur»>-v». das von London au?.die Gründung einer europäjichen äi vnblik bezweckte. gebörten nicht TiSraeli, Eröniienx und Marx an, sondern der evangelische iäbri'l »lonulb, der Siatbolik Mazzini. die Christen Ledru-Rolli» und Arnold Riige.Oi im »lahre Il ivar .sioniuh Fi?cal der «--räfin Szaparn und nicht vellkilch tbäng Ungarn ist heutzutage im Großen und Ganzen anliseiniteiuein. aber die -eri-ä'rmliäie ungarische Provinpirene lhäte, meinen wir, g:i: daran, ibre Le>'er mit dem Berliner Meisterstück aniilemiiilcher Albernheit und Berlcgenbeit bekannlznniackieii: e? wäre die? ein gllkeS Sch.ltzniiltel gegen neuerliche »Innctrung. .. * Böswillig erdichtet.' Anil'emili'ck'e Blätter brachten vor .sturzem die .staä'richt, zivei »luden, ,\e auf einer Landstraße von Mosel ein steinerne? .streu; z lrnminert bälte», waren in da? Koblenzer Getängniß gebracht worden. Tara» tnuvsien sie lelbstventandlich feindselige Aenßernngen gegen die »luden iiber- > -.uvt Tie ggi"e isteichichie beruht aber auf böswilliger Erdichtung. In Eoblen; «-o-'ell-si Erkuiidigriiiäsii singezogen wurden, ist von der Einlieferung, solcher U.-v.'lil-aier nicht? belamu liiii Millioiicu »luden.' Fmsi Me'cht-ä>er?ki> ist, nachdem er einige -einen Anti>'e!niri?inu? gemäßigi baue, wieder ereeisiv geworden. 'Er dei'sarl—die ,-lavi der »luden in Rußland an' nicht weniger — al? 111 Millionen, d. ei mal ’? lio.l'. als allgemein angegeben wird, und fährt dann fort: Tie Ja!-! der Juden l abe näi in 30 »labren verdrei'acht und -bilde min lchon den Knien i.d-r ru'st'chen Bevolkerniia. d. t.M- -. -n : u-111 -.'.'iiUieiu-M ui waeb-eu UN7 i la! .en;u 100 Millionen Wall-?:! it:r.c; B,-i ,'!fevtmg dreimal gei Mu-i;. -. r .-.iti ' Jab,,- n, unter :>-n>'e:be>i!' -. .iffi'd--- l :r vniv.!•' '—1"' Mllllonen benagen , Xrä i-. tl t nt oi ci dem edlen-Fursien ti ter in-. ..:.:cnre; : »l, den, welche in den ,;;h .1,:'; man l ei der Fra,,e. ira« -.1, . i; ::u ÜfutlidJ --.-beb!' Er einrneblr die h!. wUlix i: :f v>-: siebt daiiliiter, wie! Unter -olchen Uiiistäntcn sei e? mögl>i> Millionen »1-uten an Ta nun der Prcceß de? nger ist. als der der jütiecinauiigen wje jetzt, die -.-.ichst'n me ^iiau' I> werde nach ll>>—-bi Iahreir .»luten'rage" als „russische! es scheint, de» Racenanli e.nilg der bisherigen Per'ölgiingeii, lim da? An- 1 1 Millionen zu verhindern. f cu ill c tun. Ich brauche wohl kaum zu sagen, daß die „Theosophie" als solche nichts NeueS ist und daß der Weg von der unserer Zeit eigenen Form zurück bis auf Jung Stilling, Swedenborg und Boehme ein durchaus vermittelter, unterbrechungsloser ist. Auf die Besonderheit der neuesten „Theosophie" hat wohl in erster Linie das neu erschlossene Studium der indischen Philosophie, nicht minder aber auch das Anwachsen des Spiritismus in der zweiten Hälfte des Jahrhundertes entscheidend gewirkt. Ja, man kann die theosophische Bewegung von heute geradezu als eine Bcrtiefung und Weiterbildung der sozusagen nur experimentellen spiritistischen Schule') ansehen, indem Einzelne, die nicht ganz befriedigt von der Deutung der spiritistischen Phänomene und abgestoßen von dem gemeinen Charakter gewisser Manifestationen und von deren ungünstigen Folgen ans den Charakter öffentlicher Medien, nach einem neuen Lichte zur Beleuchlnng dtr ganzen Materie forschten und sich auf solche Art zur Aufnahme einer Lehre, welche bald darauf der Welt gegeben wurde, empfänglich machten. Denn es ist eine geschichtliche Thatsache, daß die „Theosophische Gesellschaft" ihre ersten Anhänger den Reihen der Spiritisten entnahm. Der Verfasser von „Heople (Vom auotltcr World“, Colonel Olcott in New-istark, par in weiten Kreisen als ausgesprochener Spiritist bekannt; Mr. A. C. Newton, Präsident der spiritistischen Gesellschaft in New Ijork, war ebenfalls eines der ersten Mitglieder der „Theosophischen Gesellschaft"; ähnlich verbielt es sich mit Mr. C. C. Massen und Mrö. Emma Harding-Brecher. Auch in England waren vier oder fünf der ursprünglichen theosophischen Gruppe Mitglieder der „Ikitisli National Association of Spiritual ist-. Während der ersten Jahre ihres Bestehens recrutirte sich die „Th&osophical Society“ in Cinstand beinahe ganz, wenn nicht einzig aus den Reihen der. Spiritisten.“) Ebenso war in Deutschland schon vor mehreren Deeennien aus den Reihen der Spiritisten eine mystische Religion die „Dc utsch e Reu - T h eosophie" heroorgegaiigen, welche noch heute ihre Anhänger hat, und vorzüglich auf christlichen Anschauungen faßt. Der mächlige Impuls, den die Theosophie in neuester Zeit erhielt, ging voll einer Dame, Helene Peirowna Blavatsky aus, wie denn überhaupt die Damen (Annie Beiant, die Comteffe dAdh-iiiar, die Herzogin de Pomar u^v. A.» in den ersten Reihen für die Propaganda der neuen Religion kämpfen, was wohl mit der engen Berschwisterung der Thcosophie mit allerlei ekstatischen und visionären Erscheinniigen einerseits, mit der für solche Zwecke sich eignenden hysterischen Veranlagung der Frauen andererseits Zusammenhängen dürfte. Madame Blavatsky wurde 1831 geboren, brachte viele Jahre in Cenlrglasien, Südamerika, Mexico und Afrika zu. wurde an geblich in Cgyp:cn durch einen Kopten in den „geheimen" Wissenschaften unterrichtet, lebte 13öt!—öl> in Tibet, wo sic von den Mahatmas^, in die wahre Geheiinwissenschaft, d. h. in die Theo sophie oder in den „esoterischen Buddhismus" eingeweihr wurde. 1807—1870 jag nach ihrer Erzählung ihr Körper in Tiflis in . einem Zustande, in welchem das äußerliche Bewußtsein nur zeitweilig wicdcrkehrte, während ihr inneres „Ich" in Tibet ein anderes selbstbewußtes Dasein im Umgang mit ihren Lehrern führte.- Man erkennt hier ohne Mühe das Fundament, ans welchem sic nachher nach ihrer Ankunft in Amerika die „Theosophische Gesellschaft" aufbaliic. Was den Charakter dieser merkwürdigen Frau, dic 18!11 ja London starb, betrifft, so erscheint sie uns, je nachdem wir die Stimme eines ihrer begeisterten Anwälte oder eines ihrer skep / - Itlijltirisinus, Pietismus, Antifcmitismus .hu Ende des urmurljutru Jahrhunderts. Tl.-..- .ulnir-philosophische Studie <£. U. Senk er. III. Alle diese kleineren mystischen Seelen, ». ungezählte, verschwinden aber an Abenteuer li keil gegenüber der sogenannten „thepsophislje etwa zwei Jahrzehnten unter den Geistei n nicht bloß die Unmündigen und Leichtgläubig mb es gibt deren noch chkeit und Gefährlichen" Epidemie, die seit grassirt und leider en ergriffen hat. ’i E? in bezeichnend, daß der Sviritisinus sich von Hau? an? nicht als Religion 'ondcrne turchaus al? Wissenschaft auszab: „Spirili?muS ist eine Wissenschaft, welche von der Ralur, dem Ursprünge und der Bestimmung der - Geißer und von den Beziehungen der geisiigen Welt zur maierielle» handelt." l.l l la» Kardn-I. Tie einzige religiös brauchbare Thalsache, welche der! Sviritisinus — natürlich nur jenen, der seine Phänomen anerkannte — veri mittel» konnte, war der Satz von der individuelle» Forierisienz der Seele. ’ woran? sich da»» mittelbar der Glaube an einen Wellschöpfer und die Bervoll j kommnungssähigkeit de? Menschen ableilen ließ. Indem “der Spiritismus > solcherlei vermittelte, wollte er deshalb doch Nicht selbst Religion sein, »och! weniger eine bestimmte Religio»?sorin. . „Wer den Spiritismus al? neue Religion proclamirt, verwechselt einfach die Wirkung mit der Ursache, begeht also einen logischen Schnitzer" (C. v. Rappard. Ter Spiritismus und sein Pro gramm. Wattershausen bei Gotha. Seite 17). liebet die neueste Auffassung de? Spiritismus vom Standpunkte der Theosophie, siehe C. Du P r e l: „Der Spiritismus". Leipzig. *) L. D e i n h a r d, Spiritismus und Theosophie. Sphinx XVII. 1*1. » 3) Tie Mahätma» sind jenseits de» Hymalaya lebende Adepten, die unter Teschü-Lama stehen.