Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- III (1894)
- Issue
- 96 (4.2.1894)
- Date
- 1894-02-04
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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Nr.;>>: f*ite 4 Freies Blatt. und ucl| a;:\? dem 2aalc;u rittfcnicu, fukpendirtc der Präsident die 2 ».mim mi> ließ den Widerspenstigen mit Gewalt abführcn. 2a e 2.»'in zugleich mit kein Pcrlnsitder 2täten verbunden ist, dürste nch eVi-iuneur Thivricr ein zwcitcsnial die Hust vergelten lassen, daS zu > e-Aeire». Aber auch untere .V> rren Antisemiten, die gegen 2t?! angst»''? und selbst gegen die ’liiclitfioit, li'ic sic im Gemciiidc : stattbatt ist. t'o iinempsindlich sind, würden kanin gerne das 2oS eli-vtiei's ilteilcn und den Uebenchnß froher Hebenskraft uüd kecker tS: .-.miii&iimi-e'tu Itt mit einem Im-niDi »-i-säuis von li>0 fl. ö. ehe. t.i.nt Ta? will ich meine». I'r.r. x\ll ehMcil (teilt es eben nicht nnders. > Ein Freund unseres e-.ti-.e stl'!,.bt uns: Zch war voriges Zahr bei dem Empfangsabcndc;n ir-.?.-.- BiäIInergetangrercincs im Nalhhause, und ein Zufall uv . dag litt dem Tische »eben demjenigen, an welchem ich mit me'..;.» liberalen 'Gemeinde nnd Skadlrälhen zusaninicnsaß, Hiicgcr nu? ß man»ihren Platz uahincn. 2a ging die lirstigstc Hebe loS, tan «»kettln 'Tisch Kinüber nnd' von dort herüber, Hueger wurde von e ii '/i! n.a'.e» interrellirt, ob, wenn er Bürgermeister werde, solche F-üal-'iikosters to-nnien werde», und so ging cs in lustigster Weile ' n m '.'.achlaaniegelte» äußerte ich mein Besreinden über diese n'ialt Weife, in welcher Hibrrale mit r lle.t'.en, crbielt aber zur Antwort: Zieger und tionfortc» c-.-hielt aber;uv Anlivort: „»ln Wien geht cs eben nicht ander---'" '.>>'»», ich muß aufrichtig tagen, daß diese Wiener Sitte'nicht '-nt :.a-1' tueme-in «^eschniacke ist. Mit politischen Gegnern, die anst u':: sind, kau» mau gewiß in sreundjchattlichiler' Weise aus >' na..,', iw ^'ebiete' rerieltten, allein mit Leuten, deren >ra»lpscSweise un- . pwioulich.' B.-ruuglimptuug und Unterstellung niedriger Motive niemals- Meine Meinung ist, daß die Antisemiten gesell :i :alk genetli und isolirl werden niüssen: dann werden, sie den lind-al-.r auch stch selbst ieltr bald übcrdrüfsig sein. l'r. K. . ■ Alls Dem :)irttlllinm'c. »In welche», . Xneipentpne die Herrei' r>an n n» G.-:::.-i:'?7".-atbe sprechen, ist wieder cintnal ans dem i.-itj- .. . d-e 2»»>ug eont -'> Männer zu ersehen 2er Zimmer n 2 :. in .- r tagte in einer .Polemik" gegen einen liberalen Ge nn.n-.-.atl, die',-» berans, aber u In »lagcnSorter, und der e stch daun Z,emaudeu mitnehmeii, welcher seine „Bauer - .ni X 'l i l bani'äileppt". Betirksltllslchllßlvühle» in Murictllilf. 2s ist den Herren Anti ' IN.- II-.' Bfarialtil' uidir gelungen, de» zweiten Wahllörper avicder' .l.r-.iä die aiiii'enillifchen Bezirksgrößen in ihrer sicher : .: 7i -itation ron «.M'ndsien aus Marga-rethen, Fünfhaus :e unterst.'vi n üi?. .i. Heit Z 'i l e g : i fiel jämmerlich durch, nnd Professor;; i ■ 1.1 ".."e mit i;ur el.inzenkeu Majorität gewählt. Z:n evsten stt.Uen die Änr-seniiten gar leinen, Kandidaten auf. 2ie -.'nh.tttsparteien. v.-.'ügen nunmehr nach den Ergänzungswahlen -. tu..' 2li»m:en int Beti:ks/iusschnsse. denen sechs antisemitische ■ -t <>st>.u-n. Herr Panai hätte die Zeit', dis cr t» Agitationen veri. ' t, i » . ansgenl,!-.^ - Ivenn er sic tu fraiizvsischcn 2prachslndtcii Auwei: Bewegung hat drei schwere. Berlnste er r -.'chied im Alter von Zähren der uni n t'uust und ainnstindnstrie in nntcreni Patcrlandc uue?'ia:h at 2?i»»wd Zichn An der <>'rliitdung -Al.r..!'.?.? Anti'euiilisinus in Wien rahm der perb.-ilteiligie stch an der eisten lt'ründiings' i iODfvfiille. .'liu J7 ia v : e; u;1:;■ I > Mai I-l'I nnd an der constitnircnden Ber- :n l Zuui!>'.>!, NU? mit gerechtem Ltolt zählte ihn der : tu 'einen 2,t:enpraside.:ten B.-iederholt 'trat nst-a^ -Zichy den -i!-en 2i>rrei-.ie» inuth-g -entgegen, tvclche den.Frieden ist der stbten tt-.r: ans nationaler oder eonfesstoncller. 2ngl>c>t,ig ln tu st-'i n -.'innhi sink 2nt vor wenig-n Monaten A?!. . n id,.- er ans Anlaß des fünsnnd;wantig i-.i - eer. Hnnstgewerl'e'chnle an den Protector Herrn : - I -.lttete, mit solgende» denkwürdigen Worten: - mein Wnn'che: 2urch sü«snnd;wait;ig Zethrc . u; Bst nnseies Zahrltnnderts, der RcligionSi ' - . - .! a keinen Eingang Möge cs in den Za:-,-.-!! auch ko bleiben!" — An demselben ’ i-i ’ii- > u i' t uii' res Abwehrvercincs, der würdige - . -. st r iir.- 2christstellervercines. „Coneordia", --!» W'.eliane int ist'. tA-^-„sjahre. - t --- >-"'d Wi-.'srmt-.it des hervorragendcik Rcichs- . ' pu "'--tt un? stsechtsanw-rltes Tr.' Heinrich it.nü. .An Alter von >>-' Zähren inachic i v-'Uer Veiden .siinem Heben durch in Wort und Zchrit't ciner'dcr cisrigstcn >e-eclt'sgletcht-eit und trat für dieselbe schon int Zähre IN in 2. ir. ll?5'.' in einer ausgezeichneten Abhandlung ein, welche ihm rcactionär antisciniiischc Scribcntcn selbst an seiner Bahre nicht verzeihen konnten. (Wohlthätigkeitsvorstellliug.) Für die Sonntag den 11. Februar, lliachinittagS, im Theater cui der Wien stattsindcndc Wohlthätigkcitsvorstcllnng zu Gunsten dcS War tuest üben verein es, in welchcr Millbctcr's „Bettclstudcnt" mit der Hofopcrnsängcrin Fräulein Paula Mark als Hanra und dein Katnuicrsängcr Herrn Fritz S ch r ö d t c r alö Bettclstudcnt unter Hcitung des Cotnponistcn zur Aufführung gelangt, zeigt sich das lebhafteste Interesse. Hogcn nnd Sperrsitze sind i bereits fast alle vergriffen. Tie noch vorhandenen Äarlcn sind vom i!>. Februar angcfangcn an den TageScasien des Theaters an der Wien zu haben. (Fraßl llillauseomplimentitt.) Tcr „Verein der Hausherren" in i Währing hielt vorige Woche seine diesjährige Gcncralvcrsaniinlnng - ab, j welche in Folge des Umstandes, daß das bisherige Ausschnßmitglicd,! der antisemitische Agitator Ingenieur Fraßl, in den Ausschuß nicht wiedcrgcwählt tvnrdc, cincii stürmischen Perlauf nahm, eit ach Erstattung des Zahresberichtes durch den Tbtnann Arco wurde ein vom Porstaudc vorgclcgter Wahlvorschlag pcv Acclaniation mit großer Majorität aiigcnoniuicn. Tcr nicht wicdcrgcwähltc Fraßl verlangte hicranf das - Wort zu einer Zut'erpellation, in welcher cr die Wahl als eine auf- - gezwnngcnc erklärte nnd der Bcrcinsleitung Cliguenwirthschaft vori-wars. Tcr Tbtnann erwiderte hierauf, daß Herr Fraßl den Pcrcin i nur dazu benützen wollte, um mit dessen Hilfe in den Gctncindcralh zu gelangen. 2r habe als Ausschußinitglicd in den Pcrcin. der nur den wirthschafilichcn Zntcrcsscn der Hausherren dienen soll, Ilnfricdcn ' hiicingctragen und denselben als Werkzeug seines politischen Strcbcrihnnis benützen wollen. Tcr Hbinann beschuldigte auch Herrn Fraßl, - daß cr als Gcnicindcrathscandidat tut Porjahrc auf seine Wahlplacate i auch die Unterschrift des „PcrcincS der Hausherren" ohne Wissen des ' Tbutanncs habe drucket: losten. 'Unter dein ollgcnteincn Untvillen dcr i Bersaintulüng stichle Fraßl sich zu vcrthcidigep, wobei cs zu ani haltenden Hürmsecneit kaut' und ihm durch stürmische Zurnsc: „Hinatts mit vthucn! Sie haben hier nichts-mehr zu suchen!" die ÄAciuung der Persantmluiig in deutlicher ^-cisc ktuidgegcben wurde. Zn Folge des anhaltenden Tumultes schloß der Porsitzcnde die Persamm llug, deren Tagesordnung ohnehin erledigt war. lPrnkkischer §traßeitalltlse»litisl»»s.> Zn einem der bekanntesten Wiener Hotels kehrte vor einigen Wochen ein jüdischer Bangnicr aus - deiti Auslände ein, der sonst mit seiner Familie ein häusigcr <stast i unserer elcesidenz war, in der letzten Zeit aber seine Besuche intmcr seklencr cingerichlct hatte. Bei dieser seiner jüngsten Anwesenheit trat er 11111? an den Hotelier, nebenbei bemerkt, einen entschiedenen Gcgncr dcs Antisemitismus, mit dem Ersuchen heran, derselbe möchte ihn bei; einem nothwendigen Geschäftsgänge über die Straße begleiten. Erstaunt | svZchtc der Hotelier nach dein Grund dieses merkwürdigen Begehrens, - da ja der Bauquicr sich in den Straßen Wiens sehr wohl auskcnne. 2er- Fremde inolivirtc aber sein Ansinnen damit, daß cr so viel von den; antisemitische» Umtrieben in Wien gelesen habe und siclj wegen seines ' proitoneirt jüdischen Aussehens sürchte, allein über die Straße z» gehen. Tiese vollständig verbürgte Episode wirft ein sehr trauriges i Hicht auf die Eonsccincnzcn, welche Wien als (iseschüftsstadt aus dem i AiitiieiiiitismuS seiner Bürger zu ziehen hat. Wie berechtigt übrigens j die! Äenqstlichkeit des fremden Banguicrs war, geht aus zahlreichen! Siraßeuseenen hervor, in welchen Zndcn oder vermeintliche Zuden von i strammen Antisemiten roh angcrcinpelt und insultirt werden, und erst j dieser Tage fand eine solche Scene vor dein Bezirksgerichte Wieden j ihr gerichtliches A'achspiel. 2em Bildhauer Herrn Jacob BuchwalL - paisirtc eines TageS das eMalhcur, dem in weitem Umkreise als bc- ' sonidkrs jndcufeindlich bekannten <sleschästSsührer Hndwig Kaniinel i auf dein '.icaschiuarkle zu begegnen und im Borübergehen unversehens einen Begleiter dcSselvcn zu streiten. Herr Kamnicl hatte dicS kaum bem/rkt, als cr sich wulhenibraiint umwcndctc und schiic: „So ein S.. der geht ohnedies nur hier herum,' um den Heuten die Taschcln zu ziehen!" Bei diesen Worten versetzte cr auch mit seinem Stocke dem ahunngsloscn Bildhauer einen wuchtigen Hieb über den -<iops, so daß Buchwald ohnmächtig ziisaminenstürzte. Tic zahlreichen Passanicu, welche das Wort „Taschclziehcr" hörten und in dein-am Boden Hicgcnden thatsächlich einen Taschendieb vcrmnthctc'n, wollten noch Partei für .sianimel ergreifen nnd aus de» Thnniächligcn losschlage», doch ein Wachmann, der die ganze Scene beobachtet, halte dicS verhindert. Herr .trainincl wurde zunächst aufs Polizeicommistariat gebracht nnd nach Aufnahme eines Protokolles entlasten. Am 211. Zänncr stand cr unter der doppelten Anklage der körperlichen Pcrlctznng und wegen Ehrcnbclcidignng vor dem e)cichtcr. Herr Buchwald erklärte, cr habe dem elfngcklagtcn gar keine Pcranlastnng zu seiner so rohen Handlungsweise gegeben. Herr Kammel habe ihn eben für cilicii